Briefe und Siegel für Hasen und Igel? Das ambivalente Verhältnis zu Rankings

Kennen Sie das auch? Das ganze Jahr stürmen Sie über die Ackerfurche, und am Ende ruft Ihnen das stachelige, uniforme Wettbewerberteam lapidar entgegen, dass es schon da ist – „Ick bün al dor!“
Warum hat es wieder nicht für den „Lujedor“ (Louis d’or) gereicht? Warum sind Sie nur in Tier 3 gerankt und der Müller-Meier, der nur den Schmidt-Schulz-Deal und sonst nichts weiter zu bieten hatte, … aber Stopp. Wieso sind solche Rankings für Sie überhaupt so wichtig? Und welche Befindlichkeiten lösen Sie bei Ihnen aus?
Meine Beobachtung als Wirtschaftsredakteurin ist die eines tiefen Ambivalenzempfindens. Wer gut wegkommt, postet diesen über alle Zweifel erhabenen Qualitätsnachweis von Juve, Chambers, Handelsblatt Best Lawyers, WiWo, Focus, etc. sofort. Wer nicht, stellt das Medium in Frage. Auf Nachfrage ist den Beteiligten durchaus klar, worin der eigentliche Sinn von Rankings besteht: Sie sind vor allem eine Absicherung für potenzielle Mandanten, die die Qualität einer Dienstleistung ansonsten nur schwer beurteilen können. Aber ob das das Hase-und-Igel-Rennen wert ist, darüber entbrennen immer wieder Diskussionen.
Ihre Chance: Ihre Ansicht?

Aus Frankfurt grüßt Sie
Ihre
Rechtsanwältin Dr. Anette Hartung

Anwaltsnetzwerke: „Keine Zeit, auch wenn‘s zwischendurch mal nett wäre!“?

Die Meinungen im Anwaltsmittelstand über den Stellenwert dieses Geschäftsentwicklungs-Instruments gehen weit auseinander. So ist der oben zitierte Eingangssatz der O-Ton eines sehr erfolgreichen Münchener Einzelanwalts. Ich kenne viele Kolleginnen und Kollegen, die darüber nur den Kopf schütteln würden. Aber wenn – dann wie anders? Die Alternativen  sind mannigfaltig. Sie reichen vom losen Alumni-Stammtisch über Lunchreihen bis hin zu teuren, exklusiven internationalen Verbänden, in denen Hospitationen entsprechend lukratives Empfehlungsgeschäft einbringen sollen.
Sollte man sich besser einem Non Profit-Netzwerk anschließen? Oder taugt nichts, was nichts kostet? Immerhin kann sich ein Verband für einen Jahresmitgliedsbeitrag von 6.000 £ einen General Manager, eine Assistentin und eine gemeinsame HR-Publikation leisten, so dass die leidigen Ehrenamtsdiskussionen unter den gestressten Mitgliedern entfallen. Und wie hält man es am besten mit der Rechtsgebiets- und Branchenzuordnung: Bleiben Sie lieber unter sich, oder haben Sie bessere Erfahrungen mit dem Blick über den Zaun gemacht?
Last but not Least : Da sind wir doch alle Kammermitglieder, außerdem gibt es z. B. für die Anwälte den DAV und für die verstärkt international tätigen Kollegen die IBA.
Spielen diese Institutionen für Sie eine Rolle ? Wir sind sehr gespannt, von Ihnen zu lesen …

Aus Frankfurt grüßt Sie auch heute wieder
Ihre
Rechtsanwältin Dr. Anette Hartung

Digitalisierung im Anwaltsmittelstand: Arbeitserleichterung oder Entmündigung?

Als Wirtschaftsredakteurin und Anwältin habe ich den elektronischen Fortschritt bisher vor allem als Segen empfunden. So erinnere ich mich noch gut an meine erste Zeit als NJW-Schlussredakteurin, in der ich alle (alle!) Heftkorrekturen per Hand ausführen musste. Rechtschreibprogramme? Fehlanzeige. Und auf jeden übersehenen Fehler folgte nahezu zwangsläufig die Beschwerdepostkarte, die natürlich gleich an die Niederlassungsleitung gerichtet war.

Später dann Handys und Smartphones; welch eine Erleichterung, nicht erst in letzter Sekunde vor Ort von jedem ausgefallenen Termin zu erfahren! Und Mails? Musste man ja nicht ständig abrufen. Aber schon an diesem Punkt meldeten sich die ersten warnenden Stimmen: Viele Kolleginnen und Kollegen taten genau das doch. In Sitzungen, wenn es nicht mehr ganz so spannend war. Oder sie rauschten hinaus , sobald es in Ihren Taschen vibrierte. Nach aktuellen Studien schaut jeder Smartphone-Besitzer im Schnitt 80 mal täglich auf sein Gerät. Muss das sein?
Mittlerweile hat die Entwicklung Ausmaße erreicht, bei der auch das nur noch für ein müdes Lächeln sorgt. Legal Process Outsourcing und andere Phänomene, auf die wir noch zurückkommen sollten, haben jedenfalls eines gemeinsam: Sie nehmen dem Anwaltsmittelständler einen Teil des eigenen Kunsthandwerks aus der Hand. Unlängst habe ich eine Runde von Wirtschaftsanwälten moderiert, aus der heraus neue Zukunftsprognosen diskutiert wurden. In 30 Jahren, so war dort zu hören, werde man unsere herkömmliche Subsumtionsarbeit locker durch Elektronikprogramme ersetzen können. Anwältinnen und Anwälte seien dann vor allem als Interpretierende gefragt.
Unsere Nachfolger(innen) als „Röntgenanwälte im Fachanwaltszentrum“ – verlockende Aussichten oder Huxleyscher Albtraum? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung!

Viele Grüße aus Frankfurt,
Ihre
Rechtsanwältin Dr. Anette Hartung

Der neue Beck-Anwaltsblog: Wir machen es anders … Machen Sie mit

Eines vorweg: Bloggen auf Schülerzeitungsniveau – das war einmal. Kaum ein renommierter Wirtschaftsredakteur, der sich neben seiner journalistischen Kernbetätigung nicht den eigenen Blog leistet. Sie sind Anwalt und fragen sich, wer Ihre wichtigsten Multiplikatoren sind? Fachlich gibt es hier nicht nur den beck-blog. Zusätzlich schauen Sie sich mal den FAZ-Juristen-Blog „Das letzte Wort“ und den Management-Blog der WirtschaftsWoche an. Dort finden Sie jeweils „Blicke auf Urteile, Gesetze und Ereignisse im Wirtschaftsrecht“ (FAZ) bzw. „Einblicke hinter die Kulissen der Unternehmen“ (WiWo). Daneben gibt es große Sozietäten wie CMS oder Kollegen wie Dr. Johannes Zöttl von Jones Day, deren Blogs manchem Verkaufsprodukt Konkurrenz macht.*
Allerdings: Unsere  Aufnahmebereitschaft ist begrenzt. Und unsere „Medienzeit“ – die wir ja meistens nicht abrechnen können – ist knapp. Deswegen wollen wir mit diesem Blog  aus dem üblichen Schema ausbrechen. Einmal wöchentlich soll es ab sofort 1. nicht um Fachliches gehen! Stattdessen wollen wir Ihnen ein Forum für Entwicklungsthemen zur Verfügung stellen. 35.000 überwiegend mittelständische Rechtsanwälte und 30.000 Steuerberater garantieren einen enormen Pool an Adressaten. Die 2. auch wirklich mitdiskutieren sollen! Das ist Ihre Chance.
Rufen Sie uns Themen zu – und wir greifen Sie Woche für Woche auf. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag .

Es grüßt Sie
Ihr
beck-shop.de Blogteam