Steuerberater, achten Sie auf Ihre Aktentasche!

Steuerberater, achten Sie auf Ihre Aktentaschen!
Sie sind Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und „mit Aktentasche bewaffnet“? Dann sehen Sie sich vor, wenn Sie damit auch künftig noch „in die Konzernzentralen marschieren“ wollen! Wo früher „Wirtschaftsprüfer in die Kaffeeküchen eilten“, prophezeit nämlich kein geringeres Medium als die FAS (Nr. 23 v. 12.6.2016, 33) den künftigen Aufmarsch der Informatiker, Mathematiker oder Naturwissenschaftler. Und mit ihnen natürlich den Einsatz passender Analysesoftware. Entsprechende Forschungsprojekte der Big Four sind schon recht weit gediehen, und auch einschlägige Studien präsentieren ihre Ergebnisse zum Wandel der Arbeitskultur wissensbasierter Berufe mittlerweile eher beiläufig als in kapitalen Lettern.
So kommt die Delphi-Studie 2050 über die Zukunft der Arbeit zu dem Ergebnis, dass die qualifizierte Büroarbeit von heute einer virtuellen Kollaboration im „Metaversum“ weichen wird. Übersetzt heißt das: Ihre Aktentasche bleibt, wo sie ist, und die Arbeit kommt zu Ihnen in einen kollektiven imaginären Raum. Passend dazu zeigt die zentrale Studie der Bundessteuerberaterkammer zur Steuerberatung 2020, dass die Digitalisierung von Geschäftsprozessen als zentrales Handlungsfeld erkannt worden ist. Zuerst Digitalisierung, dann Telepräsenz mit (u.a.) virtueller Betreuung – und schließlich (Software-)systeme zur Selbstberatung, das Ganze in deutlich unter zehn Jahren.
Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Denn nun schauen Sie sich mal die dort zitierte STAX-Erhebung an, in der Steuerberater auch ihren tatsächlichen Vorbereitungsgrad angeben konnten. Dass die Zunahme elektronisch abgewickelter Geschäftsprozesse eine deutlich stärkere Auseinandersetzung mit elektronischer Kommunikation erfordert, dem stimmt die Mehrheit „voll und ganz zu“. „Bereits bestens vorbereitet“ fühlt sich aber nicht einmal jeder siebte. Und eher unvorbereitet sieht sich weit über ein Viertel. Wie bewaffnen, pardon, wappnen Sie sich denn vor diesem Hintergrund? Und was wird aus Ihren Aktentaschen? Auf jeden Zutrag, der sich nicht im bloßen Umsteuern auf Teeküchen erschöpft, freut sich wie immer
Ihre

Rechtsanwältin Dr. Anette Hartung

Strategie wie nie: Wo des Pudels Kern tatsächlich liegen könnte

In mehreren Etappen haben wir uns in diesem Blog über die Frage unterhalten, „wie entwickle ich eine Kanzleistrategie?“. Anlässlich eines Referat des St. Gallener Hochschullehrers Professor Dr. Leo Staub haben wir über Imperative, Strukturen und Prozesse nachgedacht. Nun zählt just dieser Themenbereich auch zu den zentralen Feldern meiner eigenen beruflichen Tätigkeit. Weil ich dort immer wieder ähnliche Erfahrungen mache, möchte ich an dieser Stelle zwei ergänzende Thesen zur Diskussion stellen.

Erstens: Zu den praktisch schwierigsten Aufgaben der strategischen Kanzleientwicklung zählt der Schritt zwischen Erkenntnis und Implementierung. So haben die meisten Sozietäten, mit denen ich arbeite, durchaus eine Vorstellung davon, wer sie sind, wer sie sein könnten und wollten. Zwar besteht im Einzelnen oft noch Entwicklungsbedarf, aber wo ist das nicht der Fall? Dann jedoch kommt ein prekärer Moment der Ent-Scheidung – des Abschneidens, übersetzt gesagt. Denn wer Sie ausweislich der neuen Homepage, in der Pitch-Präsi und laut Zeitschiftenbudget sind, konturiert sich immer nur in der Abgrenzung zu dem, das Sie als Kanzlei nicht oder nicht mehr darstellen. Was aber tun Sie, wenn ausgerechnet für das albanische Speisewagenrecht ein Seniorpartner steht?

Und zweitens: Beim strategischen Controlling – dem systematischen Nachhalten des Erreichten – werden viele Sozietäten zu leichtsinnig. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine allseits tragbare Lösung gefunden. Dass das kein Happy End nach der Abblende bedeutet, wissen Sie eigentlich schon, seit Sie erwachsen sind. Gleichwohl halten erschreckend viele Kanzleien die einmal beschlossene Linie nicht durch. Den Tagesordnungspunkt auf dem Partnermeeting gibt es natürlich weiterhin. Aber wie weit unten steht er? Und wer zeichnet dafür verantwortlich? Ein(e) Partner(in), die mit einem womöglich unwilligen Seniorpartner am nächsten Tag wieder zusammenarbeiten muss? Ein(e) Angestellte(r) der Partnerschaft? Da dauert es im Zweifel nicht lange, bis sich ein unbequemer neuer Weg einfach wieder verschleift.

In dieser Situation fragt nach pfiffigen, innovativen Kanzleistrategien

Ihre

Rechtsanwältin Dr. Anette Hartung

 

Kanzleimanagement – Fluch oder Segen?

Gleich zwei renommierte Experten zum Thema „Kanzleimanagement-Fluch oder Segen?“ konnten wir für unser beck-shop.de KANZLEIFORUM am 30.6.2016 in Düsseldorf gewinnen.

Prof. Dr. Benno Heussen und Dr. Andreas Schnee-Gronauer beleuchteten die Thematik mit Fokus auf kleine und mittlere Kanzleien. Bis in den Abend hinein diskutierten die 50 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte und genossen die angenehme Atmosphäre. Weitere Informationen sowie die Vortragsunterlagen finden Sie unter www.beck-shop.de/go/Kanzleimanagement

Wir fanden, es war eine gelungener Einstand und freuen uns auf das nächste KANZLEIFORUM.

Das Thema ist noch offen, haben Sie Vorschläge, Ideen oder Anregungen?

Mit den besten Grüßen aus München

RA Katharina Nitsch

 

Strategie wie nie: An- und Einsichten der ArGe Kanzleimanagement (Teil 3)

Der Frage, „wie entwickle ich eine Kanzleistrategie?“ sind wir mit Leo Staub bereits in den beiden vergangenen Ausgaben unseres Blogs nachgegangen. Aufsetzend auf seine zentralen Handlungsaufrufe (Teil 1) und eine definierte Marktstruktur (Teil 2) empfiehlt er ein bestimmtes strategisches Vorgehen. Möchten Sie diesen Prozess einmal mit Ihren Praxiserfahrungen abgleichen?

Am Anfang steht danach die Unterscheidung zwischen dem Blick nach außen (Risiken/Chancen) und dem Blick nach innen (Schwächen/Stärken), dem sich in der Tat jede Unternehmung regelmäßig aussetzen sollte – das ist nichts anderes als eine schlichte SWOT-Analyse. Aus einer begrenzten Zahl von Stichpunkten sind abschließend Schlüsselfragen zu entwickeln, daraus folgen Visionen und Strategien sowie deren Implementierung und Controlling. Soweit, so gut. Und, tatsächlich, da finden sich solche chicen Mission Statements wie die vom „proaktiven, vorausschauenden, kostengünstigen und schnellen Rechtsrat, um das Geschäft unseres Mandanten zu fördern“.

Aber ist das nicht ähnlich originell wie die Antwort, die mir jüngst der Partner einer Frankfurter Wirtschaftskanzlei auf die Frage nach deren Alleinstellungsmerkmal gab: „Wir sind international ausgerichtet, wir haben gute Leute, und wir sind nett“? Geht das auch genauer? Und was, wenn nicht? Worin liegt denn der eigentliche Hund begraben: Darin, dass man des Pudels Kern präziser erforschen muss (Was zeichnet unsere! Sozietät aus? Wo ist unser! Markt?)? Oder soll hier gar etwas mit Gewalt systematisiert werden, das sich für einen strategischen Angang gar nicht eignet? Ich persönlich glaube das zwar nicht, bin aber gespannt auch auf anderslautende An- und Einsichten.

Ihre

Rechtsanwältin Dr. Anette Hartung

Leseprobe des Klassikers für die Handbibliothek des Rechtsanwalts!

Alles was der Anwalt braucht, beinhaltet das „Beck’sche Rechtsanwaltshandbuch“, herausgegeben von Prof. Dr. Benno Heussen und Christoph Hamm, das am 30.06.2016 in der 11. Auflage erschienen ist.

Das erfolgreiche Handbuch bietet
• eine praxisgerechte Auswahl von 67 wichtigen Themen für Anwälte
• eine kompakte und an der Praxis orientierte Darstellung mit über 150 Checklisten
• wichtige Hinweise und Tipps zu den wesentlichen Fragen der anwaltlichen Berufsausübung von erfahrenen Praktikern.

Überzeugen Sie sich selbst vom praktischen Nutzen anhand der exklusiven Leseprobe.

Leseprobe RA Handbuch 2016

Sie haben Interesse? Unter http://beck-shop.de/bfzczr können Sie das Beck’sche Rechtsanwaltshandbuch zur Ansicht bestellen!

Interview mit Rechtsanwalt Stefan Winheller

beck-shop.de: Guten Tag Herr Rechtsanwalt Winheller. Wir freuen uns, dass Sie uns für ein Interview für unseren Blog Kanzleiforum zur Verfügung stehen. Kommen wir gleich zu unserer ersten Frage: Wen es nach Abschluss des Referendariats nicht in den Staatsdienst zieht, sondern sich als Anwalt/Anwältin zulässt, hat meistens die klassischen Rechtsgebiete wie Arbeits-, Familien- oder Wirtschaftsrecht im Blick. Sich auf die Beratung von gemeinnützigen Körperschaften, wie z.B. Vereinen oder Stiftungen, zu spezialisieren, liegt nicht unbedingt auf der Hand. Warum entdeckten Sie diesen Bereich für sich?

Stefan Winheller: Vielen Dank für die Einladung zum Gespräch.

Das Gemeinnützigkeitsrecht ist mir zum ersten Mal im Studium und dann erneut im Referendariat begegnet. Ich hatte das Glück, drei hervorragende Professoren im Steuerrecht in Heidelberg kennenlernen zu dürfen: Professor Kirchhof, Professor Feddersen und Professor Heuer. Herr Professor Heuer hat mir damals mit auf den Weg gegeben, dass man sich spezialisieren muss, wenn man erfolgreich sein will. Das habe ich mir zu Herzen genommen. Im Referendariat, das ich bei ihm absolvieren durfte, habe ich dann einen ersten kleinen Einblick ins Stiftungsrecht erhalten und fand das einerseits sehr spannend und andererseits sehr befriedigend. Das Gemeinnützigkeitsrecht unterscheidet sich ja insoweit vom „normalen“ Steuerrecht, als man regelmäßig die „Guten“ in der Beratung hat. Nonprofit-Organisationen steuerlich zu beraten ist etwas ganz anderes und empfand ich als viel erfüllender, als irgendwelche Steuerschlupflöcher zu suchen oder durch gewagte, wirtschaftlich nicht selten sinnlose, Strukturierungen die Steuerlast des Mandanten zu „optimieren“. Letzteres ist zwar auch hoch spannend, aber zumindest in meinen Augen weniger sinnstiftend. Ich bin sehr froh, dass meine Arbeit meist sehr sinnvoll ist.

beck-shop.de: Wie strukturiert sich eine typische Beratung?

Stefan Winheller: Eine typische Beratung im Gemeinnützigkeitsrecht gibt es nicht. Dafür ist das Thema viel zu breit angelegt. Es gibt aber sicher einen typischen Ablauf für jede Art von Beratung: 1. Der Berater muss zuhören, wenn der Mandant ihm seine Ziele erläutert, 2. er muss nachfragen, um sicherzustellen, dass er die Interessenlage wirklich verinnerlicht hat, 3. er beantwortet die Fragen dann entweder spontan oder aber nimmt eine ausführlichere Prüfung vor und 4. erläutert dem Mandanten auf verständliche Art und Weise, was zu tun ist, damit der Mandant seine gewünschten Ziele erreicht.

beck-shop.de: Beschränkt sich Ihre Beratung nur auf den Gründungsprozess als solchen oder beraten Sie auch darüber hinaus? Welches sind die häufigsten Problemfelder?

Stefan Winheller: Gründungsberatung ist nur ein kleiner Teil unserer Leistungen. Wir sind für zahlreiche Verbände, Vereine, Stiftungen, gGmbHs und Genossenschaften ständiger Ansprechpartner bei einer Vielzahl von Fragestellungen. Häufig sind wir die „Haus- und Hof-Kanzlei“ des Mandanten. Nicht selten werden wir aber auch als Spezialisten hinzugezogen und bearbeiten nur einen Ausschnitt eines Falles gemeinsam mit anderen Kollegen.

Häufige Problemfelder sind aktuell z.B. das Thema Umsatzsteuer auf Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse, das Thema Vorsteuerabzug, das Problem der Aberkennung der Gemeinnützigkeit wegen zu intensiver politischer Betätigung durch eine gemeinnützige Körperschaft, bankaufsichtsrechtliche Fragen in den Fällen, in denen gemeinnützige Träger z.B. Zahlungsdienste anbieten oder in größerem Umfang Darlehen vergeben, Fragen rund um das Thema Arbeitnehmerüberlassung zwischen gemeinnützigen Trägern, Fragen der Anerkennung von Religionsgemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts, also sozusagen als Kirchen, und natürlich gesellschaftsrechtliche Umwandlungsvorgänge: Die strenge Rechtsprechung des Kammergerichts Berlin hat zu einer Vielzahl von Umwandlungen von Vereinen in gGmbHs geführt, z.B. im Bereich Schulen und Kindergärten. Das ist ein Thema, in dem wir bundesweit aktiv sind, d.h. wir beraten die Einrichtungen bei ihren Planungen und helfen ggf. bei der praktischen Umsetzung der Umwandlung.

beck-shop.de: Welches Know-how setzt Ihrer Erfahrung nach die Beratung von gemeinnützigen Körperschaften voraus?

Stefan Winheller: Nachwuchsjuristen, die sich für diese Spezialisierung interessieren, sollten sich zunächst gute steuerrechtliche Kenntnisse erarbeiten. Auf soliden Grundkenntnissen aufbauend lässt sich das Gemeinnützigkeitsrecht – zumindest in den Grundzügen – dann recht schnell erarbeiten. In der Praxis holt sich der junge Kollege mit den Jahren den weiteren Feinschliff. Das Spannende am Gemeinnützigkeitsrecht ist, dass man auch nach Jahren nicht auslernt. Obwohl es nur um wenige Paragrafen im Gesetz geht, ist jeder Fall doch wieder anders und auf neue Art und Weise interessant. Natürlich muss der Berater auch sozial kompetent sein, d.h. die nötigen soft skills mitbringen. Andererseits schadet auch eine gewisse professionelle Distanz zum Mandanten nicht: Es ist wenig zielführend, wenn man als Berater von jedem neuen gemeinnützigen Projekt, das man kennenlernt, so sehr begeistert ist, dass man sich vereinnahmen lässt. Am besten berät man, wenn man die Dinge nicht zu eng an sich heranlässt. Das ist in anderen Berufen so, das ist auch in der Juristerei nicht anders.

beck-shop.de: Ist es hilfreich wenn man selbst in einem Verein engagiert ist? In welchen Vereinen sind Sie denn Mitglied?

Stefan Winheller: Es schadet nicht, wenn man einmal die internen, meist eher langsamen und ggf. auch politisch gefärbten, Abläufe in einem Verein oder in einer anderen Rechtsform live miterlebt hat.  Generell würde ich erwarten, dass man sich im Rahmen seiner Möglichkeiten gesellschaftlich engagiert. Das erweitert den Horizont und verschiebt die innere Werteskala in die richtige Richtung. Ob das aber nun in einem Verein erfolgt oder auf andere Art und Weise, ist meines Erachtens zweitrangig. Ich selbst bin zwar Mitglied in diversen Vereinigungen, viele davon haben aktuell allerdings einen eher beruflichen Hintergrund.

beck-shop.de: Welche anderen Rechtsgebiete werden bei der Beratung häufig berührt? Ist es wichtig in einem interdisziplinären Team zu arbeiten oder beantworten Sie alle sich ergebenden Fragen, z.B. auch im Arbeits- oder Strafrecht, selbst?

Stefan Winheller: Nein! Wer kann schon alles? Unser Konzept bei WINHELLER ist ganz klar auf Spezialisierung angelegt. Jeder von uns im Team ist auf Dinge spezialisiert, die der andere nicht kann. Wir haben eine klare interne Zuständigkeitenverteilung, d.h. z.B. Kollegen, die im Arbeitsrecht firm sind, andere, die im Bank- und Kapitalmarktrecht Experten sind, Gesellschaftsrechtler und IP-Rechtler und nicht zuletzt unsere Steuerabteilung, die für die laufende Steuerberatung und Buchhaltungsfragen zuständig ist. Selbst innerhalb der Spezialisierung „Gemeinnützigkeitsrecht“ haben wir verschiedene Zuständigkeiten. Andererseits darf man das auch nicht auf die Spitze treiben. Jeder von uns hat so viel Branchenerfahrung, dass er oder sie Probleme identifizieren kann. Die Lösung muss dann aber nicht jeder von uns erarbeiten können. Stattdessen springt dann der Spezialist ein.

beck-shop.de: Ist Ihre Beratung auf deutsche gemeinnützige Körperschaften beschränkt?

Stefan Winheller: Nein, wir vertreten einige große ausländische Organisationen, die auf dem deutschen Markt aktiv sind oder sonstwie in Berührung mit dem deutschen Recht kommen. Häufig werden wir z.B. darum gebeten, ausländischen gemeinnützigen Körperschaften dabei zu helfen, in Deutschland eine gemeinnützige Tochter zu gründen. Umgekehrt helfen wir deutschen NPOs dabei, im Ausland ihre Projekte umzusetzen oder im Ausland Niederlassungen zu errichten, Mittelweiterleitungsvereinbarungen zu entwerfen, zu verhandeln oder zu schließen oder sog. Hilfspersonen im Ausland mit in die Projektumsetzung einzubinden.

beck-shop.de: Würden Sie neu zugelassenen Kolleginnen und Kollegen empfehlen, sich auf dieses Beratungsgebiet zu spezialisieren?

Stefan Winheller: Sicher. Wer Spaß am Steuerrecht hat und wenig Interesse verspürt, typischer „Corporate Tax“-Anwalt in einer Großkanzlei zu werden, wird als Anwalt oder Anwältin für Gemeinnützigkeitsrecht in einer mittelständischen Einheit eine sehr spannende und für viele Jahre herausfordernde Beschäftigung finden, die so schnell nicht aus der Mode kommen wird. Der gemeinnützige Sektor wächst ja weiterhin stark. Und gute Berater sind immer gefragt. Und wenn ich mir das erlauben darf: Wir freuen uns in der Tat sehr über Bewerbungen guter junger Kollegen, damit auch wir weiter wachsen können.

beck-shop: Im Nomos-Verlag wird voraussichtlich im August der Kommentar „Gesamtes Gemeinnützigkeitsrecht“ erscheinen, an dem Sie maßgeblich mitgewirkt haben. Können Sie kurz etwas zum Inhalt und Anliegen des Werkes sagen.

Stefan Winheller: Das Gemeinnützigkeitsrecht ist eine Querschnittsmaterie: Die Regelungen zu den steuerlichen Vergünstigungen für gemeinnützige Körperschaften sind genauso wie die Vorschriften zum Spendenrecht über diverse Steuergesetze verstreut. Für die Rechnungslegung sind wiederum z.B. die Regelungen des HGB von großer Bedeutung. Auch die unterschiedlichen Rechtsformen des gemeinnützigen Sektors, also z.B. der Verein, die Stiftung, die GmbH und die Genossenschaft, sind in unterschiedlichen Gesetzen geregelt. Das alles erschwert dem Rechtsanwender die Recherche erheblich. Mit unserem Kommentar wollen wir erstmals die wichtigsten Regelungen an einer einzigen Stelle zusammenführen. Der Praktiker hat so ein einziges verlässliches Werk zur Hand und kann sich die Anschaffung mehrerer Kommentare an sich sparen. Über 30 Autoren aus der Praxis, der Wissenschaft, der Finanzverwaltung und der Rechtsprechung haben an dem Kommentar mitgewirkt. Jedem einzelnen von ihnen und natürlich auch den beiden Mitherausgebern Frau Prof. Jachmann-Michel und Herrn Prof. Geibel möchte ich ein ganz herzliches Dankeschön sagen für ihr Engagement und ihre Geduld. Ich freue mich sehr, dass das Werk bald erscheint und hoffe, dass es gut angenommen wird.

beck-shop.de: Herr Winheller, wir danken für das Gespräch.

 

Winheller_Gemeinnützigkeitsrecht

 

 

Gesamtes Gemeinnützigkeitsrecht

2016, Nomos, ISBN 978-3-8487-1061-4,

Preis 198,00 € inkl. MwST.

 

 

 

 

Zum Autor Stefan Winheller:

Rechtsanwalt Stefan Winheller, LL.M. Tax (USA), ist Gründer und Managing Partner der auf das Gemeinnützigkeitsrecht sowie Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei WINHELLER Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Als Fachanwalt für Steuerrecht berät er bundesweit gemeinnützige Organisationen und Unternehmen. Stefan Winheller studierte an den Universitäten Heidelberg, Bielefeld, Speyer und Köln Jura mit dem Schwerpunkt Steuerrecht und absolvierte nach der Zulassung als Rechtsanwalt ein Aufbaustudium im US-amerikanischen Steuerrecht an der Golden Gate University, San Francisco (USA). Er ist unter anderem Lehrbeauftragter an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sowie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Dort betreut er die die Master-Studiengänge zum Nonprofit-Management.

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