Businesskleidung richtig tragen von Dr. Frank Lang

Über Auswahl und Kauf von Herrenmode ist schon viel geschrieben und mindestens ebenso viel rezensiert (vergleiche etwa die Besprechung des Buches „Was Mann trägt“ von Florian S. Küblbeck) worden. Aber auch für die Zeit nach Kauf gibt es einige informelle Aspekte anzumerken:

Damit der Anzug richtig sitzt

sollte er nicht nur in der richtigen Größe gekauft, sondern auch (anschließend, wenn von der Stange erworben) individuell vom Schneider angepasst werden. Etwa in der Länge der Hosenbeine: Die – leider häufig zu beobachtende – sprichwörtliche „Ziehharmonika“ unter den Waden wirkt nicht sehr gekonnt. Die Breite der Schultern sollte ebenso passen wie die Länge der Ärmel.

Nach langen Sitzungen finden sich auch in hochwertigen Stoffen sowohl in den Kniekehlen als auch im Rücken Falten, was im Lauf der Zeit sehr ungepflegt wirkt. Deshalb empfiehlt es sich, den Anzug regelmäßig zumindest aufbügeln beziehungsweise gleich vollständig reinigen zu lassen.

Insbesondere bei der im Moment modischen, sehr schmalen Silhouette wirkt es sich fatal aus, wenn die Taschen des Sakkos mit allerlei Gegenständen befüllt und damit ausgebeult sind. Diverse Herren-Taschen unterschiedlicher Provenienz kommen darum gerade wieder in Mode. Ein Wort zur Brusttasche: Es gehören hier hinein weder Brillen noch Stifte (auch wenn Sie teuer in der Anschaffung waren), sondern ausschließlich ein Einstecktuch …

Dass die Gesäßtasche nicht Wohnstätte des Portemonnaies ist, versteht sich eigentlich ebenso von selbst wie der Umstand, dass der Schlüsselbund – vor allem die häufig anzutreffende Hausmeister-Edition – nicht in die vordere Hosentasche gehört. Auch für Kleingeld bieten sich andere Behältnisse und Lagerstätten an als die Hosentaschen. Über Mobiltelefone könnte man jetzt so viel schreiben …

Der Tod der Krawatte

ist vielfach beschworen worden, zuletzt etwa unter dem Aspekt der Gleichberechtigung im Anschluss an das so genannte Mützen-Urteil des Bundesarbeitsgerichts. Aber sie lebt! Allerdings scheint ihre Anwendung doch auch nach Generationen noch reichlich Schwierigkeiten zu bereiten: Oftmals ist sie zu kurz gebunden, dann betont die darauf zeigende Spitze einen mehr oder weniger umfangreichen Bauchansatz. Richtig endet diese auf dem Mittelsteg des Gürtels! Noch viel öfter sieht man aber, wie dieses prominente Beispiel verdeutlicht, die viel zu lang gebundene Version. Schon unsere Großeltern wussten plakativ zu raten: Die Krawatte zeigt auf den Boden, nicht auf den …

Schuhe und Accessoires

finden sich zuhauf, die Mode wechselt stetig. Die Auswahl (insbesondere farbliche Zusammenstellung) genauso wie das Tragen erfordern Erfahrung, modischen Instinkt und gegebenenfalls Beratung. Nicht jeder hat den Mut, dem neuesten aus Italien über die Alpen kommenden Trend zu folgen und bunte Sneaker zum Anzug zu tragen, oder gar geringelte Strümpfe.
Gerade ist etwa der Hut wieder im Kommen, zu dem die älteren Herrschaften immer noch gerne sagen, ein Mann ohne Hut sei ohnehin eigentlich kein Herr.

Formelle Kleidung

hat im Idealfall eine wohltuende Nebenwirkung: Sie wirkt mäßigend auf das Sozialverhalten. Im Business-Anzug pöbelt es sich auch im Straßenverkehr nicht so leicht wie in legerer Freizeitbekleidung, wenn der Träger seine durch die Kleidung vermittelte, selbstgewählte Rolle ernst nimmt.

Über Damenbekleidung

sollen aus naheliegenden Gründen berufenere Protagonisten schreiben.

Es grüßt Sie herzlich im Namen des Kanzleiforum Teams

Dr. Frank Lang, Lektor, Verlag C.H.Beck oHG

„Legal Tech bietet neue Marktchancen und zwingt zu Innovation“

Interview (Teil 2) mit Johanna Busmann (www.busmann-training.de) für Kanzleiforum

Guten Tag, Frau Busmann. Im Januar 2017 wird in 2. Auflage Ihr Buch „Chefsache Mandantenakquisition“ erscheinen, über das wir heute erneut reden wollen.  Bei unserem ersten Gespräch  erfuhren wir etwas über Veränderung von Kanzleikulturen durch Legal Tech. Heute fragen wir Sie nach neuen Marktchancen.

Wie reagieren Mandanten eigentlich auf „Legal Tech“?

Durchweg positiv von der Hausfrau bis zum Unternehmer im Gesellschaftsrecht. Mandanten sehen ihre jahrelangen Forderungen nach kostengünstiger Rechtsberatung erfüllt; Anwälte können durch Festpreisangebote im standardisierbaren Bereich ihrer Mandate in allen  Rechtsgebieten jetzt offensiv punkten: Sie erläutern dem Interessenten schon in der Webseite, wodurch Beratungspreise und Reaktionszeiten der Kanzlei gesunken sind.

Wie verändert sich die Qualität der Rechtsberatung durch Legal Tech?

Prof. Leo Staub von der Universität St. Gallen sieht gestiegene Beratungsqualität durch „Legal Tech“ auch dadurch, dass sich zahlreiche neue Start-Ups auf die automatisierte Abarbeitung von standardisierbaren Mandatsteilen von Kanzleien spezialisieren. Das geht schneller und – vor allem durch selbstlernende Algorithmen – immer genauer. Auch das Zeitargument kann anwaltliche Qualität sichtbar machen: „Standardteile aller Mandate geben wir ab, damit wir uns den entscheidenden Beratungsteilen des Mandats ausführlich widmen können“, lautet das offensive Argument Mandanten gegenüber.

Wie verändert Legal Tech anwaltliche Fortbildungsgewohnheiten?

Es wird höchste Zeit, Vorteile von Anwaltsberatung gegenüber nichtanwaltlichen Rechtsberatern sowie innovative Zusatz-Services einer Kanzlei offensiv herauszustellen. Spezialisierung und gute Fortbildungen erhöhen Beratungs-Qualität traditionell. Anke Haug, Geschäftsführerin der neu gegründeten „Advoknowhaug GmbH“ bezeichnet die frisch projektierte Fortbildungspflicht für jeden Anwalt „… gerade in Zeiten von Legal Tech und zunehmender Technisierung …“ als einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber nichtanwaltlichen Rechtsberatern. In der englischen DAS Kanzlei in Bristol erledigen schon jetzt fast nur noch Paralegals Rechtsaufgaben. Die Kanzlei gehört zur ERGO Versicherungsgruppe. Sobald das sogenannte Fremdbesitzverbot auch in Deutschland kippt, können auch hier Konzerne Anwaltsbüros betreiben.

Was ändert sich durch Legal Tech in den Honorarstrukturen?

Schon heute  hat „EDEKA food service“ eine feste Kooperation mit der Advocado GmbH aus Greifswald und promotet eine Erstberatung zum Lebensmittelrecht (mit Zufriedenheitsgarantie) zum Festpreis von 119 Euro. Lebensmittelrechtler bestreiten derzeit die Seriösität einer Erstberatung zu einem solchen Preis; besonders bei einer Abmahnberatung sei der Preis ganz illusorisch.

Der Kostendruck auf Kanzleien wächst also stetig – und wird weiter wachsen. Mandanten wissen: Kanzleien können ihren Service jetzt kostengünstiger anbieten – und müssen das auch: Wer einen Anwalt braucht, kann zwischen fünf guten Kanzleien wählen, deren Leistungen sich aus Mandantensicht kaum unterscheiden. Also entscheidet der Mandant nach dem Preis. Für Kanzleien macht also ein Mix aus höchster Flexibilität und höchster Transparenz bei der Honorargestaltung Sinn. Die Hamburger Wirtschaftsrechtsboutique „Pier 11“ bietet Festpreise im Wirtschaftsrecht. Anders als bei Pauschalen schließt sie Nachverhandlungen auch bei gestiegenem Aufwand aus und geht mit ihren Mandanten ins Kosten-Risiko.

Wie verändert sich anwaltliche Akquise durch Legal Tech?

Viele Kanzleien stellen in allen Rechtsgebieten Festpreisangebote bei „Anwalt.de“ oder „123Recht“ ein. Deren Preis geht von 40 – 3.000 Euro. Neben den Angeboten ist der direkte link zur Kanzleiwebseite und oft eine Aufklärung, was NICHT im Festpreis enthalten ist. Dadurch erfährt der Mandant über weitere Angebote der Kanzlei. Der Festpreis dient also als Lockangebot. Die Kanzlei leitet Interessenten auch direkt von der Webseite dorthin. Andere Mandanten erfahren während eines Beratungsmandats durch einen Flyer, welche Festpreise die Kanzlei in anderen Rechtsgebieten vorhält. Dadurch erkennt der Mandant das Leistungsspektrum der Kanzlei. Offensiv wird der Beratungsteil der Mandate als Asset verkauft, auf das es ankommt. Der Mandant erlebt seine Anwälte als innovativ und preisbewusst. Auch feste Kooperationen stellen eine neue Akquiseform dar. Freshfields lässt in fester Kooperation mit dem Start-Up „Leverton“ die Berechnungs-Teile seiner immobilienrechtlichen Due Diligences erstellen. Der Beck Verlag kooperiert mit „Edicted“ und das Anwaltsnetzwerk Apraxa mit „Advocado“. Mandanten selbst geben bei der Anwaltssuche immer häufiger das Wort „Festpreis“ in Kombination mit Rechtsanwalt, Rechtsgebiet und der gewünschten Stadt in die Suchmaschine ein. SEO-Spezialisten richten Kanzleiwebseiten schon heute auf dieses neue keyword ein! Andere Mandanten wenden sich direkt oder durch Hinweise der Kanzlei an neue Start-Ups (bei Flugverspätungen an „flightright“, bei Bahnverspätungen an „bahnbuddy“, bei Vertragsverwaltung und Abokündigungen an „aboalarm“ etc.). Mandantensegmentierung gelingt dadurch manchmal schon im Ersttelefonat mit der Empfangsassistentin.

 

Busmann
Chefsache Mandantenakquisition
2017, XXXVI, 760 S., De Gruyter, ISBN 978-3-11-048267-6,
Preis 79,95 € inkl. MwSt.

Interview mit Horst Hanisch zum Thema Umgangsformen

Guten Tag Herr Hanisch. In der vergangenen Woche haben Sie unseren Leserinnen und Lesern bereits Tipps für das richtige Verhalten auf Weihnachtsfeiern gegeben. Nun freuen wir uns, dass wir uns heute allgemein zum Thema Umgangsformen unterhalten können. Sie sind Autor zahlreicher Benimm-Bücher und leiten seit 1987 Seminare zum Thema Business-Knigge. Spielen höfliche Umgangsformen heutzutage überhaupt noch eine Rolle? Können diese nicht auch schnell aufgesetzt wirken?

Einen schönen guten Tag auch Ihnen, Frau Gans.

Auch wenn es aufgrund zu beobachtender Verhaltensmuster im politischen Umfeld einiger Ländern dieser Erde nicht mehr so scheint, spielen moderne Umgangsformen nach wie vor nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch im Berufsalltag eine wichtige Rolle. Sie sind die Grundlage für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und helfen, dass sich Menschen im sozialen Umfeld authentisch und stressfrei bewegen können. Gespielte Umgangsformen wirken aufgesetzt – einfach deswegen, weil sie nicht authentisch sind.

Welche vermeidbaren Fehler können Rechtsanwälte und Steuerberater bereits bei der Begrüßung machen? Gilt nach wie vor der Grundsatz „Ladies first“?

Nach wie vor gilt, dass eine gewisse Hierarchie zu beachten ist. Als ranghöher ist die ältere Person zu betrachten bzw. die Frau vor dem Mann. Üblicherweise betritt die ranghöhere Person zuerst den Raum oder die Kanzlei, so dass hier bereits eine Hierarchie erkannt werden kann. Zum Beispiel dann, wenn zwei Damen oder zwei Herren zusammen eintreffen. Der Grundsatz ‚Ladies first‘ ist im Berufsleben deutlich überholt, ja er kann sogar als diskriminierend aus Sicht der betroffenen Frau gedeutet werden. Der Rang (Chef/in und Assistent/in) ist demnach geschlechtsneutral zu betrachten.

Reicht es aus, wenn die Auszubildende einer Kanzlei die Mandanten empfängt und zum Besprechungszimmer führt oder ist dies „Chefsache“?

Begrüßt der Chef selbst, zeigt das eine gewisse Wertschätzung dem Mandanten gegenüber. Andererseits ist nachvollziehbar, wenn die Auszubildende begrüßt, da ihr Chef ja möglichweise noch im Gespräch ist.

Raten Sie zu einer bestimmten Sitzordnung bei Besprechungen? Welche Bewirtung schlagen Sie vor?

Sofern der Mandant dem Anwalt am Schreibtisch nicht gegenübersitzt, ist ein Austausch in einem Besprechungszimmer denkbar. Die ‚besseren‘ Plätze sind die, die mit dem Rücken zum Fenster zeigen. So kann der Besucher die Mimik des Anwalts besser sehen.

Nicht nur Kaffee und/oder ein (Mineral-)wasser gelten als einzige Alternative. Ein kleiner Kühlschrank mit Portionsflaschen verschiedener Säfte bietet ein ausgefalleneres und abwechslungsreicheres Angebot. Weshalb immer nur die üblichen Standardkekse? Wie wäre es mit einer exklusiveren, handgemachten Praline oder einer Spezialität des Wohnortes?

Welches Benimm-Prinzip ist Ihrer Erfahrung nach absolute Pflicht?

Das will ich allgemein beantworten: Respekt und Wertschätzung. In meinen Seminaren und Coachings kommen alle möglichen Themenbereiche und Fragen auf. Immer wieder zeigt sich, dass gegenseitiger Respekt, die Achtung des Anderen und damit mehr ‚Menschlichkeit‘ erwartet und gewünscht wird.

Welche Benimm-Fehler unterlaufen aus Ihrer Sicht Anwälten und Steuerberatern am häufigsten?

Das ist für mich kaum möglich zu beantworten. Deshalb drücke ich es so aus: Anwälte, die dem Mandanten eine deutliche Empathie zeigen, die die Ängste oder Befürchtungen der Kunden erkennen und damit eine positive, trotzdem professionelle Atmosphäre aufbauen, schaffen es leichter, Vertrauen zu den Mandanten aufzubauen. Fachliches Wissen wird selbstverständlich unterstellt – der Mensch steht trotzdem im Vordergrund.

Welche Gesprächsthemen bieten sich bei Treffen außerhalb der Geschäftsebene an?

Empfehlenswerterweise Themen, die auch im Bereich Smalltalk zu finden sind. Gemeint sind Themen, in denen sich keine gegenläufigen Meinungen zu einer aggressiven Diskussion aufbauen können. Themen wie Hobby, Urlaub, Essen und Trinken, Kultur sind meist unverfänglich und können bei beiderseitigem Interesse interessante Einblicke in den Lebensbereich des Gegenübers zulassen.

Aus oben genanntem Grund und aus der Möglichkeit, als ‚Stimmungskiller‘ angesehen zu werden, sollen Themen wie Krankheit, Sport, Politik, Religion und vergleichbare vermieden werden. Passend gewählte Themen können jederzeit unterbrochen werden, ohne dass das Gefühl entsteht, etwas ganz Wichtiges verpasst zu haben.

Brauchen auch moderne Kommunikationsformen Regeln?

Seminaranbieter versprechen alle möglichen Tipps und Vorgehensweisen, um zeitgemäß und weitestgehend unmissverständlich miteinander kommunizieren zu können. Also lautet die Antwort: Ja. Zur Basis einer guten Kommunikation gehören vor allem aktives Zuhören, das Gegenüber aussprechen lassen, nachvollziehbares Argumentieren und eine überzeugende Rhetorik.

Haben Sie einen Knigge-Tipp, wie man unangenehme Themen anspricht, wie z.B. Versäumnisse der Kanzlei, oder wie man Honorarfragen am besten angeht?

Bekanntlich passieren dort, wo Menschen arbeiten, Fehler. Viel wichtiger ist der vernünftige Umgang bei Pannen, Versäumnissen oder kostenintensivem Fehlverhalten. Da die meisten Menschen nicht angelogen werden wollen, ist eine sofortige, offene und möglichst direkte Kommunikation richtig und wichtig. „Ich bedaure, dass uns dieses Missgeschick passiert ist und kann verstehen, wenn Sie nun ärgerlich reagieren.“ So könnte das Gespräch begonnen werden. Um in der Zukunft nicht vergleichbare Fehler zu begehen, kann kurz analysiert werden, weshalb es zu diesem Fehler kam. Dann empfiehlt es sich aber, sich auf eine neue Strategie oder Vorgehensweise zu fokussieren, um den Schaden und den Ärger möglichst gering zu halten.

Die Honorarfrage gehört unbedingt dazu. Eine erbrachte Leistung verlangt eine Gegenleistung. Hier erwarten die meisten Mandanten eine transparente, offene Darstellung. Versteckte Kosten drücken eher das mühsam aufgebaute Vertrauen.

Wie verabschiedet man den Mandanten richtig nach Beendigung des Gesprächs?

Der Chef bzw. die Chefin bringt den Mandanten bis zur Kanzleitür. Er ist bei der Garderobe behilflich, wenn Jacken oder Mäntel abgelegt waren. Er öffnet die Tür, verabschiedet sich freundlich mit ein paar netten Worten und gibt zu erkennen, dass er genügend Zeit auch für diesen Vorgang einräumt. Zeit ist heutzutage ein wichtiges Gut. Zeit zu verschenken oder zu investieren zeigt, wie wichtig der Mandant ist.

Wie entdeckten Sie eigentlich das Thema Business-Knigge für sich? Welche Expertise bringen Sie mit?

Meine Wurzeln liegen in der gehobenen Gastronomie/Hotellerie, in der im idealen Falle die Gastfreundschaft groß geschrieben wird. Höflichkeit und perfekte Umgangsformen gehören zu diesem Arbeitsbereich einfach dazu. Auch im Hotelmanagement zeigte es sich schnell, dass mit sauberen Umgangsformen viel mehr erreicht werden konnte, als mit wildem Poltern; sei es bei den Mitarbeitern wie auch bei den Gästen. Durch ein Fernstudium ließ sich erkennen, weshalb der Eine so und der Andere eben anders handelt und reagiert. Dieses Wissen half und hilft, die Empathie deutlich auszubauen.

Seit Beginn meiner Selbstständigkeit, 1987, zeigte es sich sehr schnell, dass zwischenmenschliche Umgangsformen in allen möglichen Bereichen, geschäftlich wie privat, gefragt waren. Zu meinen Kunden zählen der ‚kleine‘ Steuerberater um die Ecke genauso wie die börsennotierten Großunternehmen. Aufgrund der Vielfalt meiner Coaching- oder Seminarauftraggeber komme ich mit Lernenden, Studierenden, Privatleuten, Unternehmern, Vorstandsmitgliedern, Selbstständigen und vielen anderen zusammen. Auch als Keynote-Speaker und in den klassischen Netzwerkveranstaltungen bekomme ich immer die aktuellen Herausforderungen mit, die sich im Bereich des interessanten Themas Knigge wiederfinden.

Nicht umsonst konnten bisher fast 80 Bücher, teilweise in 8 Sprachen, aus dem Bereich Soft Skills, Rhetorik und vor allem Knigge-Themen aus meiner Feder erfolgreich auf den Markt gebracht werden.

Und schließlich bin ich selbst viel lieber mit Menschen zusammen, die einen gewissen Umgangston beherrschen.

Danke für das Interview.

Wir haben zu danken!

Hanisch
Kanzlei-Knigge
2014, XVIII, 202 S., Springer Gabler, ISBN 978-3-658-06513-3,
Preis 29,99 € inkl. MwSt.
Hanisch
Das kleine Knigge-Quiz 2100
2015, 96 S., Books on Demand, ISBN 978-3-7386-1921-8,
Preis 9,70 € inkl. MwSt.
Hanisch
Smalltalk-Knigge 2100
2016, 100 S., Books on Demand, ISBN 978-3-7392-1683-6,
Preis 13,50 € inkl. MwSt.

 

IStR-Jahrestagung, 09.11. – 10.11.2017, Berlin

Die 17. IStR-Jahrestagung 2017 findet vom 09. November – 10. November 2017 in Berlin statt. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

Deutscher Steuerberatertag, 08.10. – 10.10.2017, Berlin

Der 40. Deutsche Steuerberatertag findet vom 8. Oktober – 10.Oktober 2017 in Berlin statt. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

NZA-Jahrestagung, 5.10. – 6.10.2017, Frankfurt

Die 17. NZA-Jahrestagung 2017 findet vom 5. Oktober – 6. Oktober 2017 in Frankfurt statt. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

GRUR-Jahrestagung, 27.09. – 29.09.2017, Hamburg

Die GRUR-Jahrestagung 2017 findet vom 27. September – 29. September 2017 in Hamburg statt. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

Deutscher EDV-Gerichtstag, 20.09. – 22.09.2017, Saarbrücken

Der 26. Deutscher EDV-Gerichtstag 2017 findet vom 20. September – 22.September 2017 in Saarbrücken statt. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

Buchvorstellung: Dr. Jochen Theurer „Zeitmanagement für Juristen“ – Rezension von Johanna Busmann

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Da isser! Endlich ein Zeitmanagement-Ratgeber speziell für Anwälte, der die Zeit Wert ist, ihn zu lesen – und die Investition, ihn umzusetzen!

Endlich also ein Ratgeber,

  • dessen Zeitmanagement bereits ansetzt, BEVOR das Mandat in die Kanzlei kommt.
  • der nicht das Blaue vom Himmel und das Ende aller Zeitsorgen verspricht, da sein Erfolg allein von konsequenter, täglicher Umsetzung des Einzelnen und seines Teams abhängt.
  • der Werte ordnet statt Minuten.
  • der das eigene Denken (und nicht das Event von Außen) als hauptsächlichen Zeitdieb enttarnt.

Angepasst auf Anwaltsalltag

Der Autor ist selbst Anwalt. Er kennt die Tücken des Anwaltsalltags und beschreibt Strategien, die vor allem durch individuelle Anpassung an diesen Alltag funktionieren werden.

Attraktiv strukturiert, nämlich nach Alltags-Themen, gibt er die Möglichkeit des modulhaften Lesens. Durch Überschriften wie „Machen Sie das mal schnell fertig“ und „Das Navi durch den Tag“ signalisiert er Alltagstauglichkeit bereits im Inhaltsverzeichnis.

Werte statt Minuten!

Zeitmanagement definiert sich für den Autor durch Werte, nicht durch Minuten. Er fragt also nicht: „Wie lange dauert die Reise?“ sondern „Ist die Reise notwendig?“ Beständig setzt er in seinen Analysen VOR jenem Event an, das angeblich „Zeit vergeudet“ und „gestrafft“ werden muss. Ergebnis: Entscheidungen in der Vorgeschichte des Events schaffen in der Regel das eigentliche Zeitproblem.

Wer seinen Mandanten den Weg in die Sprechstunde einmal ohne Termin erlaubt, wird weitere solcher Ansinnen nur mühsam abwehren können.

Strategie statt Chronologie!

Ein Vertrauensverhältnis zu neuen Mandanten zu erwirtschaften, ist die Basis der Akquise. Im Erstgespräch oder eben auch im Smalltalk gelingt das in manchen Fällen schon beim ersten Satz, in anderen Fällen erst beim ersten Schriftsatz. Egal wie lange: Diese Zeit ist es WERT.

Dagegen wird ein Anwalt, der Rückrufe nicht wie versprochen erledigt, viel teure Zeit vergeuden: leider nicht nur seine, sondern auch die der Assistentin und des Mandanten. Ein kluger Anwalt wird bei jeder Entscheidung fragen: „Dient es meiner Strategie?“

Gleichrangigkeit statt Einsparpotenziale beachten!

Nur gleichrangige Tätigkeiten können gleichrangig abgekürzt werden. Mit anderen Worten: Werthaltiges verdient Zeit ohne Limit, Abzuarbeitendes – außer Fristen – nicht. Wer Akquisegespräche, das Mittagessen mit dem Multiplikator oder das Kritikgespräch mit dem Mitarbeiter „aus Prinzip“ abkürzt, schadet der eigenen Strategie. Wer die Zeit für Aktenbearbeitung, nicht fristgebundene Schriftsätze und Organisation NICHT abkürzt, schadet seiner Strategie ebenfalls.

Glaubenssätze schaffen Zeitnot!

Der Autor weist dankenswerterweise auf den oft unerwähnten Zusammenhang zwischen Zeitnot und eigenem Denken hin: Nicht die Anhäufung von Aufgaben verursacht Zeitnot, sondern allein die Gedanken, die die Aufgabenhäufung beim Probleminhaber auslösen.

Wer als Anwalt über Fristsachen denkt, sie könnten bis zum Tag des Ablaufs unbearbeitet bleiben, bringt sein gesamtes Backoffice und sich selbst in größte Zeitnot. Alle müssen alles verschieben, nur weil „noch eine Fristsache dazwischenkommt“.

Und wer denkt, er müsse die „gefühlten Fristen“ mancher Mandanten sklavisch einhalten, bewirkt zusätzlich noch das Gefühl eigener Defensive. Der Glaubenssatz „Der Mandant wandert ab“, wenn ich seine Vorgaben nicht einhalte, zeigt zweierlei: Ich bin nicht der „Boss im Schloss“, und ich gefährde sogar mein Image, denn ich weigere mich aus Angst, mit dem Mandanten beidseitige Verhaltensweisen verbindlich abzusprechen.

Kritik

NLP-lastiges Vokabular führt gelegentlich zu einem eher betulichen Ton. Begriffe wie „Pendeln“, „Metarahmen“ sowie unnötige Fach-Anglizismen wie „sleight of mouth“ oder „Brainkinetik“ verursachen evtl. Aversionen. Lesen Sie drüber weg. Der Gedanke, dass Zeit immer subjektiv ist und daher Zeitnot nur in ungeliebten Rollen überhaupt entsteht, fehlt meines Erachtens. Dass effizientes Zeitmanagement immer VOR der Mandatsannahme beginnt, kommt mir nicht bei allen Beispielen deutlich genug heraus.

 Fazit

Insgesamt ein ermutigendes Buch mit dem Leitgedanken: Allein ich steuere meine Zeit, ob ich das bewusst tue oder nicht. Also kann allein ich es auch ändern. Viele konkrete Beispiele aus Kanzleien jeder Größe. Viele Dialogbeispiele mit einem Coach. Viele Übungen zum Alleinarbeiten. Weit gefasster Begriff von Zeitmanagement, Einwandbehandlung, Konzentrationstraining und Gehirnphysiologie gehören dazu.

Johanna Busmann, Hamburg, www.busmann-training.de, Autorin von „Chefsache Mandantenakquisition“ (De Gruyter)

 

Theurer
Zeitmanagement für Juristen
2016, IX, 239 S., Springer Gabler, ISBN 978-3-658-14966-6,
Preis 24,99 € inkl. MwSt.

Keine Berichterstattung in der Tagesschau – oder „ein Mord wie jeder andere“?

Normalerweise beschäftigt sich dieser Blog mit Themen rund um Kanzleiführung und -management und umgeht die Politik sowie sonstige heikle Themen weiträumig. Da Sie als unsere Leser jedoch hauptsächlich Juristen sind, möchten wir Sie heute auf eine Kolumne des C.H.BECK Autors Thomas Fischer in „Der Zeit online“ aufmerksam machen. Unter  http://bit.ly/2hvUsvr finden Sie 11 Bemerkungen eines exzellenten Strafrechtlers zu dem Thema, das momentan Deutschland bewegt, nämlich das furchtbare Verbrechen in Freiburg und der Umgang der Medien damit.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen im Namen des gesamten Kanzleiforum-Teams

RA Katharina Nitsch