Was muss ich bei der Umsetzung eines juristischen Blogs beachten? Anmerkungen von Silvio Fricke Teil 2

Sie bleiben also dabei: es wird ein Blog. Nun stellen sich konkrete Umsetzungsfragen. Einige davon sowie darüber hinausgehende Hinweise – insbesondere das Marketing eines Blog aus Anwaltssicht – werden hier kurz zusammengefasst. Technische Feinheiten zur Umsetzung werden dabei ausgeklammert, da diese einen eigenen Themenkomplex bilden.

Aufstellung des Blogs

Zu entscheiden ist, ob der Blog ein Teil im Rahmen des ohnehin schon existierenden Webauftritts einer Kanzlei oder eines Anwalts wird oder ob der Blog eine völlig eigenständige und alleinstehende Webseite werden soll. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Folgefragen, wie die Gestaltung von Impressum, Datenschutz und Webseitenstruktur. Auch sollte bereits jetzt schon bedacht werden, wie die spätere Kommunikation zu den Bloginhalten und mit welchem Ziel sie erfolgen soll: Soll der Leser sich im Umfeld der Kanzleiwebseite (mit allen Vor- und Nachteilen) gleich bewegen oder nicht? Erlaubt die bisherige Webseite die – einfache – Einbindung eines Blogs einschließlich aller dazugehörigen Features? Aus Marketingsicht ist also die Frage zu beantworten, ob der Blog eine eigenständige (Kommunikations-)Marke darstellen soll (bedeutet eigene Domain etc.) oder ein Informationsangebot, welches den bereits bestehenden Auftritt im Netz verlängert. Für beide Ansätze gibt es Für und Wider.

Struktur und Bedienbarkeit

Unabhängig von den technischen Fragen bei diesen Themen sollte ein Blog einfach bedienbar sein. Es geht hier nicht um die Strukturierung einer weiteren, ausführlichen Webseite. Der Fokus sollte auf den inhaltlichen Darstellungen liegen, nicht auf dem Thema „Über Uns“. Anbindungen und Schnittstellen zu den sozialen Medien insbesondere bei den einzelnen Beiträgen sollten eingeplant werden, sodass neuer content schnell und einfach weiterempfohlen werden kann. Die Bildung inhaltlicher Rubriken kann sinnvoll sein, gerade im Bereich Recht. Aber: diese Rubriken sind dann auch zu füllen!

Content, content, content …

Spätestens wenn die technische Umsetzung beginnt, sollten auch erste Beiträge – mindestens als Test – einmal verfügbar und Themen – im besten Fall schon Termine – für Folgebeiträge vorhanden sein. Sozusagen die Generalprobe zur Frage, was kann und will ich wie schreiben. Auch zu überlegen: Ist es sinnvoll, dass alle (künftigen) Beiträge im Blog einem stets gleichen Aufbau und Format folgen (Struktur, Umfang, Aussage) und wenn ja, wie sieht diese Formatvorlage aus? Welche weiteren Aspekte sind beim Schreiben zu berücksichtigen und wissen das alle Autoren? So ist zB. der Umgang und die Verwendung von Verlinkungen etc. ein Aspekt, den Blogtexte berücksichtigen sollten.

Vermarktung des Blogs

Nicht zu unterschätzen: Wo mache ich (wann) auf einen neuen Blog aufmerksam? Kann/sollte dieser auf allen Kanzleiunterlagen – von Visitenkarte bis Präsentationsvorlage – auftauchen und wenn ja, wie? Welche Effekte kann ich über die Registrierung eines Blogs in entsprechenden Verzeichnissen erreichen? Sind Kanzlei und/oder Autor(en) auf die Kommunikation der Beiträge im Blog, in den sozialen Netzwerken vorbereitet und sind diese technisch in der Lage, diese Kommunikation auch vorzunehmen?

Fazit

Mit Sicherheit sind diese Umsetzungsfragen nicht abschließend. Klar ist: Für die erfolgreiche Umsetzung eines (juristischen) Blogs ist mehr nötig als die fixe Idee. Sich mit der Sinnhaftigkeit eines Blogs auseinanderzusetzen, gerade zur Darstellung der eigenen juristischen Fachkompetenz, wird bei genauer Marktbeobachtung immer wahrscheinlicher.

 

Autor: Silvio Fricke, Geschäftsführer Bundesverband der Arbeitsrechtler in Unternehmen e.V. – BVAU; zuvor mehr als zehn Jahre Business Development Manager in diversen Großkanzleien

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.