Marketingpraxis für Anwälte – Rezension von Johanna Busmann

Liebe Kolleginnen und Kollegen

wir wollen Ihnen  die Rezension von Johanna Busmann zum Buch „Marketingpraxis für Anwälte“ von Professor Marion Halfmann nicht vorenthalten. Im Dezember stand die Autorin Kanzleiforum für ein Interview  zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen anregende Lektüre!

Ihr Kanzleiforum-Team

RA Katharina Nitsch

Endlich: Betriebswirtschaft in der Kanzlei!

Wenn analytisch denkende und schreibende Frauen (vulgo: Professorinnen) chaotisch handelnde Manager (vulgo: Anwälte) beraten, kommen oft lustige Vorträge (selbst einen erlebt!), manchmal nützliche Überraschungen für beide Seiten – und immer gute Bücher dabei raus.

So ist das auch hier wieder.

Professor Dr. Marion Halfmann wendet betriebswirtschaftliche Analysemethoden und Erkenntnisse auf Anwaltskanzleien an. Sie ist Wissenschaft gewohnt und treibt sie voran. Ihr Vorgehen wirkt punktgenau, zielbewusst und angenehm distanziert.

„Endlich jemand“, sagen mit mir vermutlich all jene, die sich im Marketing-Alltag einer Kanzlei auskennen.

Wüssten Mandanten von diesem Buch, auch sie würden es bejubeln: „Endlich müssen wir die Desorganisation unserer Berater nicht mehr ausbaden“.

Information en masse – streng geordnet

Das Buch liefert Anwälten und ihren Beratern auf der Suche nach Marketing-Input gewaltige Mengen an streng geordneten Informationen.

Und es füllt Lücken, die im Alltag einer Kanzlei immer wieder schmerzhaft empfunden werden, vor allem von Mitarbeitern und Mandanten.

Ein Beispiel:

Wenn sie beschreibt, dass der Mandant in allen Phasen seiner Kooperation mit dem Anwalt einen Super-Service erhalten muss, damit er für die Kanzlei ein Werbeträger wird, beschreibt sie nicht, WAS GENAU der Anwalt zu diesem Zweck zu SAGEN und zu TUN hat, sondern sie tritt sieben große Schritte zurück und analysiert aus einiger Distanz Strukturen dieses alltäglichen Events.

So BEZEICHNET sie zuerst einmal die Phasen, die ein Mandant durchläuft, von der ersten Recherche bis zum Kontakt nach der Rechnung: „Orientierungs-, Potenzial-, Prozess-, Ergebnis- und Nachkaufphasen“ werden hier ausgemacht.

Das ist noch nicht alles

Wer nun glaubt, das sei schon alles („Ein Wissenschaftler schaut aus der Distanz, strukturiert den vor Diversität strotzenden Anwaltsalltag mal eben voll theoretisch im Vorübergehen und lässt den Anwalt anschließend mit folgenlosen Beschreibungen allein“), der hat sich – zum Wohle der Kanzlei-Mitarbeiter, der Kanzlei-Strategie und vor allem des Kanzlei-Kontos  – gründlich getäuscht.

Die ausgemachten Phasen werden mit detailreichen Informationen und Vorgangsbeschreibungen zu den Parametern „Aktivität, Motivation, Schwierigkeiten, Verbesserungen“ ausführlich erklärt und in einer übersichtlichen Matrix dargestellt.

Nutznießer des Buchs:

  • Kanzleien werden sich wiedererkennen: „Schau, genau da stecken wir jetzt fest“.  Kanzlei-Gründer werden sich prophylaktisch auf Maßnahmen festlegen können, die vor allem Stillstand und Verzettelung verhindern.
  • Kanzlei-Marketing-Fachleute werden ihren Auftraggebern erläutern können, in welcher Phase diese jetzt sind und was das für die weitere Planung bedeutet.
  • Kanzlei-Manager erhalten Werkzeuge für Analyse und Konzepte.
  • Anwälte, selbst ausgesprochen analytisch ausgebildete, werden den systematischen Ansatz attraktiv finden.

Fazit:

Denn das Buch spricht für sich selbst und ist nicht angewiesen auf inhaltliche Zustimmung oder Ablehnung. Es steht für sich wie ein Postulat.

Meines Erachtens sind beglückte AHA-Rufe durch alle Leserschichten auf jeden Fall vorprogrammiert!

Halfmann
Marketingpraxis für Anwälte
2016, 450 S., UVK Verlagsgesellschaft, ISBN 978-3-86764-501-0,
Preis 49,99 € inkl. MwSt.
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