Business-Lunch – Gut essen und dabei auch noch abnehmen. Gastbeitrag von Dr. Frank Lang

Der geplagte Sitzarbeiter hat es nicht nur zuverlässig im Rücken, sondern auch auf den Hüften, meist als Folge der zahlreichen (Frust-) Snacks mit zu vielen Kalorien aus der Büroschublade („A moment on the lips, a lifetime on the hips“). Sollen aus unserem Winterspeck wirklich Frühlingsrollen werden? Nein! Was also tun?

Ein wenig Theorie vorweg

Neben Bewegung (für Rücken und Hüften gut) wird vor allem empfohlen, richtig zu essen, um dem Übergewicht zu trotzen. Was aber bedeutet „richtig“ in diesem Zusammenhang? Um Gewicht zu verlieren und das Wunschgewicht auch zu halten finden sich unzählige Methoden. Ein aktuelles Buch hat gerade mit den in diesem Zusammenhang üblichen Mythen, falschen Heilsversprechen und Anleitungen zum Selbstbetrug aufgeräumt. Abnehmen bedeutet danach: die Summe der täglich verzehrten Kalorien muss deutlich unter den im selben Zeitraum verbrauchten liegen. Ein Kilogramm Fett hat rund 7.000 bis 9.000 kcal; jeder kann also selbst ausrechnen, wie lange ungefähr die tägliche Kalorienbilanz um welchen Wert negativ sein muss, um diese „angesparte“ Menge zu verbrennen. So einfach in der Theorie.

By the way: Für gewöhnlich unterschätzen wir nach Meinung der Autorin unsere Kalorienaufnahme um rund 20 % – unterstützt durch falsche Angaben auf den Lebensmittelverpackungen – und überschätzen unser Maß an Bewegung um denselben Wert!

Ab in die Umsetzung

Es ist ein Gemeinplatz, dass der Sixpack in der Küche und nicht im Fitnessstudio gemacht wird. Deshalb hier die 5 einfachsten und schnell umsetzbaren Tipps  für den diätetisch wertvollen Business-Lunch:

1. Finger weg vom Brotkorb

Vor allem Brot aus Weißmehl liefert völlig überflüssige Kalorien und kaum Nährwert. Vollkornprodukte werden zwar als Ballaststoffe grundsätzlich dringend benötigt, haben aber immer noch einen hohen Brennwert. Und ich kenne nicht viele Lokale, in denen überhaupt Vollkorn im Brotkorb zu finden ist.

2. Nudeln und Reis als Beilage sind: TABU

Gerade diese beiden sehr beliebten und vergleichsweise (für den Wirt) preiswerten Füllmaterialien (lassen den Teller so richtig gut gefüllt aussehen) verfügen über so viele Kalorien, dass schon diese eine Hauptmahlzeit die gesamte Tagesbilanz zunichtemachen kann. Auch hier suchen Sie die Vollkorn-Varianten auf der Speisekarte für gewöhnlich vergeblich. Besser: Fleisch oder Fisch nur mit Gemüse kombinieren.

3. Das Kreuz mit dem Dressing und den Ingredienzien

Der Mimikry-Salat der selbsternannten Fitness-Adepten ist für gewöhnlich eher eine Mogelpackung: Mit Croutons, Käse, Schinken etc. sowie dem Dressing deckt er alleine den gesamten Tagesbedarf eines Erwachsenen an Kalorien. Also: Raus mit den unnötigen Zutaten und verfeinern nur mit Essig und (in Maßen!) Olivenöl.

4. Auf den Nachtisch verzichten

muss niemand. Aber die Wahl sollte weniger auf die zuckerhaltigen Naschereien denn auf ein Stück Obst fallen. Nur am Rande: Es gibt die Theorie, beim Eisessen werde so viel Energie verbrannt, um das Gefrorene auf Körpertemperatur zu bringen, dass die Bilanz am Ende dennoch gut aussehe. Dann aber eher zum Sorbet greifen oder wenigstens auf die Waffel verzichten zugunsten des Bechers …

5. Im Wasser sterben die Fische, …

aber Mineralwasser löscht zuverlässig und ohne unnötige Kalorien den Durst. Viele von uns torpedieren ihre Abnehmbemühungen mit Fruchtsaftschorlen, Smoothies und anderen flüssigen Kalorienbomben. Auch Alkohol zur Mahlzeit ist schädlich, nicht nur wegen der darin enthaltenen Kalorien, sondern auch weil der parallele Alkoholabbau die Verdauung und den Fettabbau beeinträchtigt. Kurz vor dem Essen ein großes Glas Wasser zu trinken soll angeblich zu einer schnelleren Sättigung bei weniger Nahrungsaufnahme führen.

Übrigens: Milch ist ein Nahrungsmittel, kein Getränk. Es wird seinen Grund haben, warum kein echter Italiener nach 11 Uhr morgens Cappuccino trinkt, schon gar nicht im Anschluss an eine Mahlzeit.

Guter Rat zum Schluss

Eine gemeinsame Mahlzeit unter Kollegen oder mit Mandantschaft dient in erster Linie der entspannten Kommunikation und weniger der Nahrungsaufnahme. Deshalb mein dringender Rat: Besser nicht über die Östrogene im Schweineschnitzel und deren Folgen für die menschliche Gesundheit dozieren! Wir wollen doch keine Oberlehrer sein!

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