Wie Anwälte mit guter Pressearbeit bekannter werden und sich als Experten positionieren – Gastbeitrag von Susanne Kleiner

Medienaffine Rechtsanwälte verstehen, wie Journalisten arbeiten, und kommunizieren mit Medienvertretern auf Augenhöhe. Mit attraktiven Themen gewinnen sie Aufmerksamkeit und schaffen es, sich dauerhaft als gefragte Interviewpartner einen Namen zu machen. Hier ein paar Tipps und Tricks für die Praxis.

Pressearbeit ist Aufbauarbeit

Informieren Sie regelmäßig aus Ihrer Kanzlei. Mit professionell verfassten Pressemitteilungen dokumentieren Sie, dass Sie die Recherche und Arbeitsweise der Redakteure unterstützen. Das heißt auch, dass Sie nur News mit echtem Nachrichtenwert anbieten, anstatt Adressaten mit Belanglosem zu vergraulen oder mit Lobhudelei über die eigene Kanzlei abzuschrecken. Und: Konzentrieren Sie sich auf eine Kernbotschaft Ihrer Presseinformation und formulieren Sie starke Headlines.

So sieht eine Pressemitteilung aus

Text auf Vorlage mit dem Kanzlei-Logo. Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5, serifenfreie und schnörkellose Schrift. Maximal zwölf Wörter pro Satz. Beantworten Sie die W-Fragen: Wer? Was? Wann? Wie? Warum? Wo? Welche Quelle? Klare Sprache überzeugt: ein Satz, eine Aussage. Aktiv statt passiv formulieren. Und: Lebendig formulierte Zitate beleben den Text. Druckfähige Pressefotos vom Profi sind Pflicht. Verschicken Sie Pressemitteilungen als offene Word-Datei – und gleichzeitig als Fließtext direkt in der Mail. Kontaktdaten des Ansprechpartners sind ein Muss. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie nach einer Aussendung erreichbar sind.

Füttern Sie die Suchmaschinen und netzwerken Sie online

Pflegen Sie ein Presseportal auf Ihrer Website und verlinken Sie von Ihren Social- Media-Kanälen auf diese Meldungen. Teasern Sie Ihre Texte geschickt an. So machen Sie Lust auf mehr und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass andere Ihre Online-Beiträge teilen. Bedenken Sie auch: Social-Media-Aktivitäten sind ein Geben und Nehmen. Würdigen und multiplizieren Sie auch Artikel und Meldungen anderer Unternehmen oder Berater. So ernten Sie Sympathie und gewinnen Fürsprecher.

Medientraining hilft

Wenn Sie Radiointerviews geben oder Statements vor laufender Kamera verlautbaren lassen, gilt: Gute Botschaften fallen nicht vom Himmel. Versierte Sprecher bereiten sich im Medientraining für den Auftritt vor. So verhindern sie Spontanaussagen, die sie später bereuen. Und sie setzen sich weniger unkontrollierter Nervosität aus, die Stimme und Körpersprache schwächen. Alles in allem gilt: Setzen Sie Ihre Persönlichkeit und die Persönlichkeit Ihrer Kanzlei in den Medien in das richtige Licht. Eine gute Reputation braucht und verdient Multiplikation.

Geduld und Wertschätzung zahlen sich aus

Nicht jede Meldung wird sofort gedruckt. Doch Redakteure honorieren kontinuierliche, verlässliche und professionelle Kontakte irgendwann. Das heißt auch: Gehen Sie wohlwollend und wertschätzend mit Journalisten um und reagieren Sie schnell, wenn Presseanfragen ins Haus flattern. Ganz wichtig: Respektieren Sie das Hoheitsgebiet der Redaktionen. Verkneifen Sie sich die Bitte, Korrektur zu lesen. So outen Sie sich als Laie. Ausnahmen sind direkte Zitate und Ihre Interviews, die Sie selbstverständlich autorisieren.

 

Susanne Kleiner ist freie PR-Beraterin, Texterin, Journalistin und Mediatorin in München und kooperiert mit Rechtsanwälten als Expertin für Litigation-PR. Als Trainerin (dvct) und Coach (dvct) vermittelt sie persönliche und mediale Kommunikationskompetenz. Einen Schwerpunkt legt sie dabei auf interne und externe Kommunikation in Krisen und Konflikten. Außerdem berät sie in allen Fragen rund um die Kanzlei-PR und Markenstrategie und entwickelt Image- und Werbetexte für Online- und Printmedien.Weitere Informationen:  www.susanne-kleiner.de; www.trainings-workshops-seminare.de

 

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