So punktet Ihre Kanzlei mit starken Medienstatements

Wer professionell mit der Presse umgeht und klare Botschaften platziert, positioniert sich als Experte für sein Rechtsgebiet und zahlt überdies in die Kanzleimarke ein. Ziehen juristische Auseinandersetzungen Kreise, helfen medienaffine Juristen dabei, die Reputation ihrer Mandanten zu schützen. Susanne Kleiner gibt Tipps und Tricks für die Praxis.

Weniger ist mehr

Versierte Anwälte bringen ihre Botschaft in ein bis drei Sätzen auf den Punkt. So vermeiden sie, dass Sequenzen aus der Originalaussage geschnitten werden. Sie sprechen klar, einfach und verständlich. Ein Gedanke, ein Satz. Juristendeutsch, Fremdwörter und Fachausdrücke gehen gar nicht. Mit Metaphern und Zahlen oder Fakten veranschaulichen sie Abstraktes.

Im Brustton der Überzeugung

Überzeugende Sprecher führen am Satzende ihre Stimme nach unten und schließen mit einer bewussten Pause ab. Sie aktivieren ihre Bruststimme und setzen ihre Körperspräche selbstsicher ein.

Starke Botschaften fallen nicht vom Himmel

Kluge Sprecher bereiten sich vor und sie denken in Schlagzeilen. Was soll in der Öffentlichkeit ankommen? Wie kann ich mein Anliegen verdichten und geschickt zuspitzen? Für welche Werte stehe ich? Und sie überzeugen, weil sie Komplexität reduzieren. Gute Statements sind positiv und nachhaltig.

Klar in der Sache

Profis verzichten auf Ausflüchte wie Jein-Antworten oder Intros wie „Lassen Sie mich zuerst einmal erläutern …“. Denn damit outen sie sich entweder als unprofessionell oder unsicher. Ironie, Sarkasmus, fragwürdige Scherze und Sticheleien über Wettbewerber sind No-Gos. Gegenfragen können eine Strategie sein, um Zeit zu gewinnen. Doch Vorsicht: Konter gehen leicht nach hinten los, wenn sie aus Verzweiflung erfolgen.

„Kein Kommentar“ ist keine Lösung

Wer ausweicht, hat offenbar Dreck am Stecken. Erfahrene Kommunikatoren beziehen frühzeitig Position. Sie verteidigen sich nicht, provozieren nicht, sprechen keine Schuldzuweisungen aus. Und sie verwickeln sich nicht in Widersprüche. Sie greifen Verdachtsmomente auf, gehen jedoch nicht ausdrücklich darauf ein. Vokabular wie Staatsanwaltschaft, Klage, Ermittlungsverfahren, Vorwurf oder Gerichtsprozess ist tabu. So umgehen souveräne Sprecher mediale Minenfelder.

Pressevertreter verstehen und unterstützen

In den seltensten Fällen überraschen Presseanfragen. Entweder lancieren Kanzleien ihre PR-Arbeit aktiv und lenken gezielt Aufmerksamkeit auf sich. Oder sie betreuen Mandate, deren medialer Zündstoff absehbar ist; etwa bei „heißen“ Gerichtsverfahren. Sollten telefonische Anfragen doch einmal aus dem Nichts hereinflattern, ist es vollkommen in Ordnung zurückzurufen; am besten innerhalb einer Stunde. Wichtig dabei ist: Redakteure arbeiten unter Zeitdruck. Wer gehaltvoll und schnell liefert und respektvoll mit Journalisten kommuniziert, etabliert sich als beliebter Experte auch für zukünftige Themen.

Susanne Kleiner ist freie PR-Beraterin, Texterin, Journalistin und Mediatorin in München und kooperiert mit Rechtsanwälten als Expertin für Litigation-PR. Außerdem berät sie in allen Fragen rund um die Kanzlei-PR und Markenstrategie und entwickelt Image- und Werbetexte für Online- und Printmedien. Als Trainerin (dvct) und Coach (dvct) vermittelt sie mediale und persönliche Kommunikationskompetenz für Rechtsanwälte.

www.susanne-kleiner.de

 

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