Opus Magnum zur Beraterhaftung

von Markus Hartung, Rechtsanwalt und Mediator sowie Direktor des Bucerius Center on the Legal Profession (CLP) an der Bucerius Law School in Hamburg.

Lücke in der Literatur zur Beraterhaftung

Zur Haftung von Beratern im Wirtschaftsrecht – also neben Anwälten auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – gab es bislang keine umfassende und einheitliche Darstellung, wohl aber vorzügliche Einzelwerke, gelegentlich auch ein Buch über die Haftung von Anwälten und Steuerberatern. Das war nicht nur eine theoretische Lücke. Vielmehr gab es ein Bedürfnis nach einer Gesamtdarstellung, denn die interprofessionelle Tätigkeit aller drei Berufsgruppen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das meint nicht nur den Umstand, dass Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gemeinsam in Sozietät verbunden sind, ansonsten aber ihre eigenen Mandate und Projekte bearbeiten. Im Gegenteil, inzwischen wird es gerade als USP empfunden, wenn in komplexen Beratungsprojekten verschiedene Berufsgruppen zusammenarbeiten. Das hat Auswirkungen auf die Haftung der Beteiligten.

Weiterlesen

Sonderprüfung bei VW: Chance auf Licht im Abgas-Dschungel

Kaum ein Rechtszweig ist vom „Abgasskandal“ unberührt. Autokäufer und Leasingnehmer klagen gegen VW, Händler und Rechtsschutzversicherungen. Anleger verlangen Schadensersatz wegen verspäteter ad hoc-Informationen. Das BVerfG entscheidet über die Zulässigkeit staatsanwaltschaftlicher Verwertung interner Ermittlungen durch Anwälte. Klagen haben ein wesentliches Problem: den Mangel an Information. Einen großen Schritt zur Aufklärung leistet nun das OLG Celle. Es hat eine Sonderprüfung angeordnet. Wenn der Prüfer mit seiner Arbeit fertig ist, wird sein Bericht öffentlich.

Die Einsetzung des Sonderprüfers war auf der Hauptversammlung 2016 gescheitert. Sie lehnte auch das LG Hannover ab (LG Hannover 23. Juni 2017, Az. 15 O 28/16, BeckRS 2017, 130450). Zwar rechtfertigten Tatsachen den Verdacht von Unredlichkeiten bzw. groben Gesetzesverletzungen. Entweder wären die VW-Organe eingeweiht gewesen oder verantworteten schwerwiegende Compliance-Versäumnisse. Die Sonderprüfung sei aber unverhältnismäßig wegen der staatsanwaltlichen Ermittlungen.

Weiterlesen

Justitia

Legal Tech: Diese 8 Fragen sollte sich jeder Anwalt stellen

zinkevych/stock.adobe.com

Kein Jurist kommt in diesen Tagen an dem Wort Legal Tech vorbei. Manch einer behauptet: „Ach, das ist nur so ein schickes Buzzword. Betrifft mich eh nicht.“

Wer das sagt, irrt – findet etwa Professor Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts,  jüngst in der NJW.  „Diejenigen, die das Thema Legal Tech als ‚Hype‘ ansehen und eine intensive Auseinandersetzung mit ihm deshalb als überflüssig erachten, verkennen, dass bereits in der Vergangenheit technische Fortschritte das juristische Arbeiten wiederholt stark verändert haben.“

Aber wen betrifft Legal Tech denn nun eigentlich? Uns alle, weil sich keiner der Digitalisierung entziehen kann? Oder ist Legal Tech nur ein Thema für Großkanzleien?

Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigt sich das neue Buch „Legal Tech“ (C.H.BECK). Einer der Autoren ist Legal-Tech-Experte Marco Klock, CEO von rightmart und edicted. Weiterlesen

Was studiert der DAX-Vorstand? Jura oder…?

Was kennzeichnet den typischen Dax-Vorstand? Welchen Abschluss hat er, wie viele Berufswechsel hat er hinter sich?

Eine neue Studie der Personalberatung Odgers Berndtson erlaubt interessante Einblicke über den typischen Dax-Vorstand.
Zum Beispiel zeigt sie, was die Vorstände üblicherweise studiert haben.
Hier fällt auf: Jura verliert an Bedeutung.
Als Quellen dienten Daten von Odgers Berndtson, die Geschäfts- bzw. Vergütungsberichte der relevanten Betrachtungszeitpunkte sowie öffentlich zugängliche Informationen aus Internet und Online-Archiven, im Einzelfall auch aus den Presseabteilungen der Unternehmen.