Warum die traditionellen Werbewege nicht mehr funktionieren … zum Download der Fach-Info-Broschüre „30 Tage – 30 Mandatsanfragen“

Was Rechtsanwälte wissen sollten, um in Zukunft mehr neue Mandanten über das Internet zu gewinnen.

Für den Erfolg einer Anwaltskanzlei wird die Online-Präsenz immer wichtiger: Mandanten, die einen Anwalt suchen, tun dies heute in den meisten Fällen mit Suchmaschinen im Internet. Will man neue Mandanten gewinnen, führt kein Weg an einem guten Ranking in Google vorbei – aber auch die Kanzlei-Website muss ansprechend gestaltet sein und sich an den Bedürfnissen bestehender und neuer Mandanten orientieren. Aber wie kann eine Anwaltskanzlei ganz konkret Monat für Monat neue Anfragen über das Internet erhalten?

Die Fach-Info-Broschüre „30 Tage – 30 Mandatsanfragen“ hilft Anwaltskanzleien neue Kanäle zur Mandantenakquise zu erschließen und erläutert detailliert und praxisnah, was für den Erfolg im Internet zu tun ist. Sie erfahren, welche Schritte nötig sind, um sich von anderen Kanzlei-Homepages abzuheben und potentielle Mandanten zu überzeugen, dass genau Sie der richtige Anwalt und die richtige Kanzlei für ihr Anliegen sind.

Aus dem Inhalt:

  • Sich auf der Website klar positionieren
  • Die Kanzlei-Homepage richtig aufbauen
  • Aktiv etwas für den Erfolg im Internet tun
  • Was macht mich besser als andere?
  • Nicht zu schnell zu viel wollen

Die Fach-Info-Broschüre „30 Tage – 30 Mandatsanfragen“ zeigt auf nur 13 Seiten kurz und verständlich, wie Juristen mit ihrer Kanzleiwebsite effektiv neue Mandaten gewinnen können.

2018: Das Jahr, in dem die Blockchains in der Rechtswirklichkeit landeten?

Das Blockchain-Prinzip, das beispielsweise hinter der Kryptowährung Bitcoin steht, sorgt derzeit insbesondere in der Finanzwelt für helle Aufregung. Kommentatoren und Investoren überschlagen sich in Begeisterung und bezeichnen das Prinzip schlichtweg als das „next big thing“. Milliardensummen werden investiert. Wann landet Blockchain in der Rechtswirklichkeit?

Die Realität ändert das Recht

Das Recht reguliert die Realität, die Realität ändert aber auch das Recht, manchmal auch ohne den Gesetzgeber. Das kann man insbesondere beim technischen Fortschritt beobachten: 2018 werden neue Investitions- und Transaktionsmöglichkeiten durch vielfältige Fintech- oder blockchainbasierte Anwendungen, Tokens, Kryptowährungen und Smart Contracts ermöglicht, in vielfach (behaupteter und noch zu beweisender) effizienter Weise, mit neuen Vorteilen aber auch unternehmerischen Risiken.

Am wichtigsten ist dabei die Blockchain-Technologie, welche die BaFin wie folgt beschreibt:

„Blockchains sind fälschungssichere, verteilte Datenstrukturen, in denen Transaktionen in der Zeitfolge protokolliert, nachvollziehbar, unveränderlich und ohne zentrale Instanz abgebildet sind. Mit der Blockchain-Technologie lassen sich Eigentumsverhältnisse direkter und effizienter als bislang sichern und regeln, da eine lückenlose und unveränderliche Datenaufzeichnung hierfür die Grundlage schafft.“

Berlin als Zentrum einer weltweiten Entwicklung

Das hat in der heutigen Wirtschaft einen besonderen Charme, weil damit individual bestimmbare, einzigartige und sehr liquide digitale Assets geschaffen werden können, samt automatischer computerisierter Vertragsdurchführung. Deutschland und insbesondere Berlin mit seiner blühenden Crypto-Szene sind insoweit im Zentrum dieser weltweiten Entwicklungen. Das Bedürfnis nach einer Modernisierung der Finanz- und und Kapitalmärkte besteht nun schon seit langem, doch bisher unter Einsatz von veralteter oder schnell veraltender IT und zentralistischer Ansätze – nun bietet sich Dank der neuen Ansätze der FinTechs und der dezentralen „Distributed Ledger Technology“ (ein anderes Wort für Blockchain) die Aussicht, dass hier in der Praxis gewaltige Fortschritte gemacht werden – so jedenfalls die vollmundigen Versprechen und Wünsche vieler Blockchain-Aktivisten.

Auswirkungen für das Regulierungsrecht und die Anwälte

Wie verhalten sich die bisherigen Akteure und Intermediäe (die „middle men“, also Anwälte, Marktplätze, Banken, zentrale Gegenparteien, etc.) hierzu, was müssen neue Akteure und neue intermediäre (Finanz-Softwareingenieure, Plattformbetreiber, Legal Engineers) beachten, und wie wird sich das Regulierungsrecht hierzu verhalten? Wenn der Gesetzgeber nicht oder verspätet handelt, ist es wie immer die Aufgabe der Aufsichtsbehörden, Märkte zu kennen, zu  beobachten und gegebenenfalls zu regulieren, um z.B. die Märkte überhaupt funktionsfähig zu machen – ohne jedoch wünschenswerte ökonomische Entwicklungen abzuwürgen. Kann das „smart regulation“ leisten? Das ist manchmal nicht nur eine Gratwanderung, wenn man noch nicht einmal weiß, wohin die Reise geht. Im Falle der sprudelnden Fintech-Ideen samt der Blockchain-Technologie ist jedoch jetzt schon klar, dass wir uns alle inmitten einer grundlegenden Transformation des Finanzwesens wenn nicht, wie manche sagen, von Wirtschaft und Gesellschaft befinden, auf Gedeih und Verderb, weswegen alle, die dies betrifft, aufgerufen und in der Pflicht sind, sich hierzu zu informieren, damit die (vielleicht unabwendbare) Transformation gelingt und allen nutzt. Und: Keinesfalls ist es so, dass nun die Softwareentwickler die Regulierer, Juristen, Ökonomen, Banken und Fonds vollkommen verdrängen werden; vielmehr wird sich ein neues Zusammenspiel und geistiges Geben und Nehmen entwickeln.

Fazit: Die Anwaltschaft sollte sich bemühen, Teil der Debatte zu sein und nicht nur dem technischen Fortschritt als Nachzügler hinterherzulaufen.

Tom H. Brägelmann, LL.M. (Benjamin N. Cardozo School of Law)  ist Rechtsanwalt / Attorney and Counsellor at Law (New York) bei BBL Bernsau Brockdorff & Partner Rechtsanwälte PartGmbB

Breidenbach / Glatz
Rechtshandbuch Legal Tech
2018, XXI, 280 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-71348-4,
Preis 99,00 € inkl. MwSt.

Das Richter-Bild in Fatih Akins „Aus dem Nichts“, Gewinner des Golden Globes sowie des Critics Choice Award 2018

Die rechtsprechende Gewalt, so sagt es das Grundgesetz, ist den Richtern anvertraut. ­Fatih Akin zeigt in seinem neuen Kinofilm „Aus dem Nichts“ Richter und Richterinnen, bei denen diese Macht in guten Händen ist.

Die Filmhandlung von „Aus dem Nichts“ lehnt sich an die NSU-Attentate an

Die Hauptfigur Katja verliert ihren deutsch-­kurdischen Ehemann und den gemeinsamen Sohn, erst sechs Jahre alt, bei einem Nagelbombenanschlag auf das Büro des Mannes.

Die Parallele zu den NSU-­Attentaten ist gewollt. Diane Kruger spielt Katja und hat für ihre schauspielerische Leistung eine Goldene Palme in Cannes ­erhalten. Der Film folgt ihr durch den Schock, den Schmerz und die Wut bis in den Gerichtssaal. Angeklagt ist ein rechtsradikales Paar, Katja tritt als Zeugin und Nebenklägerin auf.

Als Zuschauer wissen wir: Die Neonazis waren es, sie haben Katjas Mann und Sohn heimtückisch und auf grausame Weise umgebracht. Die Richter und Richterinnen im Saal wissen das nicht und können es auch nicht wissen. Sie sind keine Filmzuschauer, und bei Anklageerhebung wird ihnen kein Mitschnitt des Verbrechens geliefert. Es bleiben die Mühen der Wahrheitssuche.

Der Vorsitzende Richter, gespielt von einem echten Richter im Ruhestand, will die Wahrheit, die er nur ahnen kann, ans Licht bringen. Und doch bleiben am Ende der mehrtägigen Haupt­verhandlung Zweifel, die im Rechtsstaat für die An­geklagten sprechen müssen. Die Kammer kann nicht ­anders, als das Neonazi-­Paar freizusprechen.

Grenzen der forensischen Tatsachenermittlung

„Aus dem Nichts“ erhebt dagegen keinen Vorwurf. Der Film, zu dem Fatih Akin gemeinsam mit Hark Bohm das Drehbuch geschrieben hat, macht lediglich die Grenzen der richterlichen Entscheidungsfindung sichtbar. Richter entscheiden nach ihrer persönlichen Über­zeugung. Zur Verurteilung berechtigt aber nicht jedes beliebige Meinen und Empfinden, sondern erst die richterliche Überzeugung, die auf einer rationalen und objektiven Grundlage fußt.

Nur die Tatsachen gelten. Und diese lassen sich in einem Strafprozess nicht immer mit der erforderlichen Gewissheit ermitteln. Aber ohne diese Anbindung wäre ein Urteilsspruch nichts als Willkür, selbst wenn er die Richtigen treffen würde.

Gesetzesbindung schützt vor Willkür

Fatih Akin hat schon in anderen Filmen gezeigt, ganz beiläufig, dass staatliche Institutionen auch dazu da sind, die Bürger vor dem willkürlichen Handeln der Mächtigen zu schützen. Als sich Cahit und Sibel, die Hauptfiguren in „Gegen die Wand“, in einem ansonsten leeren Bus laut über ihre Scheinehe unterhalten, hält der deutsch-­türkische Busfahrer unvermittelt an und schmeißt die beiden schimpfend aus „seinem“ Bus, für Türken und Moslems gehöre sich so etwas Gottloses wie eine Scheinehe nicht.

Sibel steigt aus. Cahit folgt ihr, erinnert den Busfahrer aber vorher daran, dass ­dieser nicht am Steuer sitzt, um persönliche Macht auszuüben, sondern dass er im bestem Fall ein Staats­diener ist: „Das ist doch gar nicht dein Bus. Der gehört doch der Stadt!“

Der anerkennende Blick auf eine ­Richterschaft, die menschlich zugewandt und doch nur dem Gesetz verpflichtet ist, findet sich bereits in „Auf der anderen Seite“. Als ­Aytens Asylantrag endgültig ­abgelehnt wird, begründet die Verwaltungsrichterin das ­Urteil sorgfältig und geht geradezu mitfühlend auf ­Aytens Dilemma ein.

Nur dass auch hier das Gesetz keine andere Entscheidung erlaubt: „Ich kann auch nachvollziehen“, lässt Fatih Akin, der wiederum das Drehbuch geschrieben hat, die Richterin sagen, „warum sie vor einem Jahr illegal eingereist sind. Aber nach den hier anzuwendenden rechtlichen Maßstäben kann nicht von einer asylrechtsrelevanten Gefährdung im Falle einer Rückkehr in die Türkei ausgegangen ­werden.“

Seine positive Darstellung beschränkt sich ­allerdings auf die Richter und Richterinnen in Deutschland. Der Ausgang des Prozesses, der Ayten nach der Abschiebung in der Türkei gemacht wird, scheint nicht ­allein von rechtlichen Maßstäben abzuhängen.

Richterliche Wahrheitssuche vs. Rachegedanken

Doch was ist mit den Opfern und ihren Angehörigen, denen die Angeklagten nach einem Freispruch ins ­Gesicht feixen? In „Aus dem Nichts“ wird Katja selbst zur Täterin, eine weitere Filmfigur Fatih Akins, die sich in ihr Schicksal wirft, auch wenn dieses Schicksal ein Abgrund ist. „Aus dem Nichts“ stellt beides neben­einander, das innere Ringen und die Verantwortung der Richter, die nur die Schuld benennen können, die sich vor Gericht feststellen lässt, und den urmensch­lichen Wunsch nach Gerechtigkeit, der ­Rache heißt. •

Dr. Miriam Hannes ist Richterin am LSG Hamburg, der Artikel stammt aus der NJW 52/15

beA-Desaster: Was jetzt passieren muss

Das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) hat eine Pannen-Serie hinter sich. Der beA-Start wurde zur peinlichen Angelegenheit für die Bundesrechtsanwaltskammer (Brak) und den technischen Dienstleister.

„Man muss rückblickend kritisch fragen, ob es klug war, die Bundesrechtsanwaltskammer mit der Einführung des beA zu beauftragen. Als Selbstverwaltungskörperschaft hat sie weder die Erfahrung noch die nötige Kompetenz für ein so komplexes IT- Projekt“, kommentiert Matthias Bergt, Rechtsanwalt und Partner bei Boetticher Rechtsanwälte in der aktuellen NJW (3/2018).

Bergt weiter:

„Man muss auch kritisch fragen, ob mit der Firma Atos GmbH der richtige Dienstleister ausgewählt wurde. Immerhin hat er ein schon im Ansatz unsicheres System gebaut und in Betrieb genommen. Schlimmer noch: Auf das wegen Sicherheitsproblemen gesperrte offizielle Zertifikat hat er mit einer hochgefährlichen Bastel- Lösung reagiert, die mit keiner IT­ Policy vereinbar ist – wohl in der Erwartung, es werde schon niemand merken.

Bergt fordert nun von den Verantwortlichen „absolute Transparenz“. Das gesamte beA müsse „komplett offengelegt werden von der Client- Software über die Server- Implementierung und die Schnittstellen bis hin zur Hard- und Software von beA- Karte und Hardware- Sicherheits- Modul im Rechenzentrum“.

beA-Desaster: BSI als Problemlöser?

Sicherheitsprofis sollten die Technologie nun „auf Herz und Nieren“ testen. Und Bergt hat auch schon eine Idee, wer den Job übernehmen könnte: das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI. Dieses könne mit dem Sicherheitsaudit betraut werden und sollte anschließend die Audit-Berichte öffentlich zugänglich machen.

Was ist Ihre Meinung zum „beA-Gate“? 

Tipps und Tricks zur Mitarbeitersuche mit kleinem Budget

Für Gesprächsstoff in den Sozialen Medien sorgte in den vergangenen Wochen die Stellenanzeige eines Steuerberaters aus Ostfriesland, in der er mit provokanten Formulierungen nach einer/einem Auszubildenden suchte. Die Aufmerksamkeit war groß und mit 20 Bewerbungen für den Ausbildungsplatz mehr als erfolgreich. Wir fragen Angela Hamatschek, Autorin u.a. des aktuell erschienenen Buches Die Kunst, Mitarbeiter zu gewinnen, wie es insbesondere kleineren und mittleren Kanzleien gelingen kann, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Gerade kleineren Kanzleien fehlt oft das notwendige Budget, um aufwändig nach Auszubildenden zu suchen. Ist da die Überlegung durch Provokation aufzufallen sinnvoll?

Als ich diese Anzeige gesehen habe, habe ich sofort gedacht „Jawoll, genau so funktioniert virales Marketing“. Entscheidend ist die pfiffige Idee, die richtige Prise Humor, die dann dafür sorgt, dass in den sozialen Medien darüber gesprochen wird. Gefährlich wird es nur, wenn die Provokation zu stark ist und dann einen Shitstorm zur Folge hat. Diese Gratwanderung gilt es zu meistern.

Haben 08/15-Anzeigen, z.B. in Tageszeitungen, heute überhaupt noch eine Chance von jüngeren Leuten wahrgenommen zu werden?

So gut wie gar nicht, auf Printanzeigen – auch in Regionalblättern – bekommen Kanzleien kaum noch Bewerbungen. Die Informationsmedien für die Generation Y sind Online. Ein kurzer Faktencheck dazu: Facebook hat in Deutschland 30 Millionen Nutzer, davon sind 23 Millionen täglich online. Die Gesamtauflage aller Tageszeitungen in Deutschland sinkt seit Jahren und liegt aktuell bei unter 15 Millionen Lesern.

Junge Mitarbeiter, die eine neue Kanzlei suchen, googlen und schauen in die Online-Jobbörsen. Doch auch hier herrscht Wettbewerb, deshalb kommt auch hier auf 08/15 Anzeigen immer weniger Rücklauf. Da spielt auch noch der demografische Wandel eine Rolle, immer weniger Auszubildende und Mitarbeiter stehen auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Sind Stellenanzeigen in Pizzakartons eigentlich noch up-to-date oder läuft das gesamte Verfahren mittlerweile nur noch elektronisch ab?

Die Frage ist, wo und wie erreiche ich meine Zielgruppe am besten. Und dann kann – wie beim Pizzakarton-Beispiel – ich auch damit Erfolg haben. In diesem Fall hat eine Softwarefirma Programmierer gesucht und die „Nerds“ angesprochen, die Tag und Nacht am Computer spielen und nebenher die Pizza essen.

Wenn Google und Smartphone die täglichen Begleiter sind, wird auch der Bewerbungsprozess zunehmend dort stattfinden. Auf der Kanzlei-Webseite sollte deshalb auf jeden Fall eine ansprechende Seite für Mitarbeiter mit entsprechenden aktuellen Stellenangeboten zu finden sein.

Es kann aber auch eine Kombination von Print- und Onlinemedium Sinn machen. In meinem Buch gibt es dazu das Kanzleibeispiel der Fidelius, die Überzieher für Fahrradsättel mit dem Spruch „Runter vom Sattel – rauf auf die Karriereleiter bei www.kanzleikollegen.de“ drucken und bei der Wirtschaftsuni verteilen lässt. Die Infos finden sich dann auf der Webseite, auf der die Stellenangebote dazu präsentiert werden.

 Welcher Tipp zur Gestaltung einer Stellenanzeige sollte unbedingt beherzigt werden?

Schauen Sie sich die Stellenanzeigen von Steuerberatern an und dann machen Sie es anders. Weg vom Klischee des langweilig, verstaubten Berufsstands und verzichten Sie auf Floskeln. Machen Sie konkrete Aussagen, statt „gutes Betriebsklima“ „Frühjahrsputz, Sommerpicknick, Plätzchen backen – wir machen gern viel gemeinsam“ oder „Jeder besucht mindestens 5 Fortbildungen pro Jahr“.

Gibt es jenseits von Stellenanzeigen noch weitere, leicht umsetzbare Möglichkeiten, um auf sich als potentiellen Arbeitgeber aufmerksam zu machen?

Aus meiner Sicht sind für das Mitarbeitermarketing zwei Medien unverzichtbar: die Webseite und ein Facebook-Auftritt. Eine eigene Unterseite oder sogar Landingpage, die den Kanzleialltag schildert. Mit vielen Fotos vom Miteinander im Team und Mitarbeiterstimmen in der Art „Warum ich gern hier arbeite“. Jeder Bewerber informiert sich vorher auf der Webseite bzw. trifft darüber die Vorauswahl, ob er sich überhaupt in der Kanzlei bewirbt. Und mit einer mitarbeiterorientieren Facebookseite erzielen Kanzleien die größt mögliche Reichweite, die eigenen Mitarbeiter können Beiträge liken und teilen und so auch in ihrem Bekanntenkreis die Werbetrommel rühren.

Die Teilnahme an Ausbildungsmessen halte ich auch für eine gute Möglichkeit, um sowohl für den Berufsstand als auch die eigene Kanzlei Werbung zu machen.

In Sachen Auszubildende abschließend mein Umsetzungstipp: Schreiben Sie allen Mandanten einen Brief, dass Sie eine Ausbildungsstelle zu vergeben haben. Formulierungsvorschläge und weitere Ideen dazu gibt es in meinem Buch.

Frau Hamatschek, wir danken Ihnen für das Gespräch.

 

Hamatschek
Die Kunst, Mitarbeiter zu gewinnen
2017, XI, 310 S., NWB Verlag, ISBN 978-3-482-67091-6,
Preis 59,90 € inkl. MwSt.

Der elektronische Rechtsverkehr im Notariat – Leseprobe der Neuauflage von „Praxishandbuch Notarrecht“

Die rasante technische Entwicklung macht auch vor der Notariatspraxis nicht halt. Was vor 20 Jahren „State of the Art“ war, ist heute längst kalter Kaffee. Konkrete Handlungsempehlungen bietet hier das Praxishandbuch Notarrecht

Mit dem elektronischen Urkundenarchiv und der elektronischen Aktenführung im Notariat beschäftigen sich die Beiträge von Matthias Frohn und Joachim Püls.

Auch alle weiteren Themen des Handbuchs wurden für die 3. Auflage dieses Klassikers sorgfältig überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Dabei war es den Herausgebern ein Anliegen, den elektronischen Rechtsverkehr ausführlich mit vielen Bildschirmfotos und Abbildungen darzustellen, so dass alle wichtigen Aspekte Schritt für Schritt nachvollzogen werden können. Ebenso werden die Vorbereitungen zum elektronischen Urkundenarchiv konkret und praxisgerecht dargestellt. Das neue „Praxishandbuch Notarrecht“ ist damit ein einzigartiger und wertvoller Begleiter für die notarielle Praxis und hilft, alle Herausforderungen schnell und sicher zu bewältigen.

Notarfachangestellte/r: ein Beruf mit Perspektive – Interview mit Frau Dr. Ziegert und Notar Dr. Vollrath

Die Tätigkeit als Notarfachangestellte/r – und damit auch die Ausbildung für diesen Beruf – zählt zu einem der anspruchsvollsten Ausbildungsberufe überhaupt: Mandanten sind rechtlich wie menschlich umfassend zu betreuen, Besprechungen zu führen, Verträge sind für die Beurkundung zu konzipieren und vorzubereiten und beurkundete Verträge professionell abzuwickeln. Welche Vorlieben und Eigenschaften die „rechte Hand des Notars“ mitbringen sollte, um erfolgreich Notarinnen und Notare bei ihrer Arbeit zu unterstützen, fragen wir Frau Dr. Ziegert, Geschäftsführerin der Notarkasse München, und Notar Dr. Vollrath, beide Experten auf diesem Gebiet.

Was muss ein/e Notarfachangestellte/r unbedingt mitbringen, um erfolgreich in diesem Beruf zu sein? 

Wer sich im Team eines Notariats unersetzlich machen möchte, sollte zuverlässig und sehr sorgfältig arbeiten. Wichtig ist ein sicheres, höfliches und von fachlicher Kompetenz getragenes Auftreten gegenüber Mandanten und anderen Ansprechpartnern wie etwa Behörden. Die Arbeit im Notariat setzt außerdem Freude am Umgang mit ganz unterschiedlichen Menschen voraus, Einfühlungsvermögen und – in besonderem Maße – Verschwiegenheit. Wer schließlich eine hohe sprachliche Kompetenz besitzt, Einsatzbereitschaft zeigt und gerne im Team arbeitet, ist bei uns genau richtig.

Haben Sie einen Tipp, wie die ausbildende Notarin/der ausbildende Notar den Einstieg so einfach wie möglich machen kann?

Der Ausbildungsnotar sollte seinem Schützling für jeden Ausbildungsabschnitt einem festen Ansprechpartner zuordnen, der ihn in die Organisationsstruktur, die Arbeitsabläufe und die fachlichen Grundlagen des Notariates einführt und stetig für Fragen zur Verfügung steht.

Vor allem aber sollte der Auszubildende von Anfang an in die Praxis eingebunden werden. Er sollte mit einfach strukturierten Tätigkeiten beginnen und sich dann Stück für Stück alle im Notariat anfallenden Aufgaben erarbeiten dürfen.

Für einen „sanften“ Ausbildungsstart kann es hilfreich sein, vorab ein Schnupperpraktikum zu machen.

Eine neue Reihe mit Ausbildungsliteratur für Notarfachangestellte hat dieses Jahr der DeutscheNotarVerlag auf den Markt gebracht. Herausgegeben werden die Bände von der Notarkasse München. Welche Inhalte und Vorzüge hat die neue Reihe zu bieten? Wie unterscheidet sie sich von den bereits erhältlichen Ausbildungswerken für Notarfachangestellte?

Die Inhalte der Ausbildungsreihe lassen sich den prägnanten Buchtiteln entnehmen wie etwa „Büroorganisation“ oder „Wohnungs- und Teileigentum“. Wenn die Reihe im Jahr 2018 fertig ist, erstreckt sie sich über alle Felder notarieller Tätigkeit.

Die Reihe zeichnet sich dadurch aus, dass sie alle relevanten Themenbereiche übersichtlich, aber umfassend, in Einzelbänden abhandelt. Andere begleitende Ausbildungsliteratur ist oft zu umfassend oder setzt für die Ausbildung falsche Schwerpunkte. Unsere Bücher sind klar strukturiert und enthalten viele Beispiele und Praxishinweise. Besonders wichtig war uns, dass jeder Band mit praktischen Übungen und Testfragen zu seinem Themenschwerpunkt endet.

Welche Vorteile sehen Sie darin, dass es anstatt eines umfangreichen Handbuches viele einzelne Bände gibt, die sich mit Teilgebieten auseinandersetzen, so z.B. dem Wohnungs- und Teileigentum oder den Anmeldungen zum Handels- und Vereinsregister?

Die Tatsache, dass es zu jedem Themenkomplex ein eigenes Buch gibt, zeichnet die Ausbildungsreihe aus. Die Aufspaltung macht die Breite des notariellen Aufgabenfeldes sichtbar und erleichtert das Auffinden von einzelnen Fragestellungen beim Lernen wie auch für ein späteres Nachschlagen. Die verdaulichen Portionen erleichtern auch Quereinsteigern das schrittweise Erschließen der notariellen Arbeitswelt – und machen natürlich auch Mitarbeitern, die nur für einzelne Aufgabenstellungen eingesetzt sind, das Festigen der Grundlagen ihres praktischen Einsatzes leichter: Sie können sich Bücher beschränkt auf die Rechtsbereiche kaufen, die sie tatsächlich bearbeiten. Quereinsteiger und Auszubildende werden sich sinnvollerweise die gesamte Reihe erarbeiten.

Deckt die Reihe, wenn alle Bände erschienen sind, das gesamte Grundlagenwissen eines Notarfachangestellten ab?

Durch die Buchreihe in ihrer Gesamtheit wird das erforderliche Grundwissen mehr als abgedeckt. Dabei geht die Buchreihe schon allein thematisch ein gutes Stück über die Anforderungen des Ausbildungsrahmenplans für Notarfachangestellte hinaus. Hinzu kommt der durch umfangreiche Beispiele/Hinweise deutlich hervortretende Praxisbezug.

Bereiten die Bände lediglich auf die Prüfungen vor oder enthalten sie auch Handlungsanleitungen bzw. Muster und Textbausteine, die die Auszubildenden und die Mitarbeiter im Notariat in ihrem Arbeitsalltag unterstützen?

Die Buchreihe wird beiden Anforderungen gerecht. Einerseits eignet sich jeder einzelne Band durch kompakte Abhandlungen zu den einzelnen Themenkomplexen in Verbindung mit dem in jedem Band enthaltenen Kapitel zur Wissensüberprüfung (samt Lösungsvorschlägen) hervorragend zur Prüfungsvorbereitung. Andererseits enthält jeder Band Muster und Formulierungsvorschläge, die dem Nutzer (neben den begleitenden Ausführungen hierzu) in der täglichen Arbeit nützliche Anregungen und Hinweise liefern.

Damit eignen sich die Bücher nicht nur zum Erlernen, sondern auch zum Wiederholen und Vertiefen des Stoffes. Als Formularsammlung sind sie allerdings nicht gedacht. Sie sollen beim Durchdringen und Festigen der Regeln des notariellen Arbeitsalltags helfen.

Nehmen nur die Auszubildenden die Bücher mit Gewinn zur Hand oder findet sich darin auch noch der eine oder andere wertvolle Tipp für weitere Mitarbeiter im Notariat?

Auch nach einer erfolgreichen Aus- und Weiterbildung ist die Buchreihe durch ihre Übersichtlichkeit und die bereits angesprochenen kompakten Abhandlungen, jeweils unterlegt mit einer Vielzahl von Praxis-Hinweisen, Mustern und Formulierungsvorschlägen als Nachschlagewerk für den Anwender sehr gut geeignet.

Damit leistet sie einen Beitrag zu einer der größten Herausforderungen und Freuden einer Tätigkeit im Notariat: dem Lifelong learning.

Haben Sie zum Schluss noch einen Rat für Auszubildende, wie sie die Ausbildungszeit am besten für sich nutzen können?

Das ist einfach: Fragen, Fragen und – Fragen! Wir können jedem Auszubildenden nur raten, so viele Fragen zu stellen und so lange Nachzuhaken, bis er die Antwort auch wirklich verstanden hat. Das hilft ihm nicht nur beim Erlernen seines fachlichen Handwerkszeuges, sondern schult für den fachlich versierten Umgang mit Mandanten: Auch diesen gegenüber muss man so lange fragen, bis man sicher ermittelt, in welcher Vorstellungswelt sie sich bewegen und welche notarielle Gestaltung ihrem (wohlverstandenen) Anliegen am besten gerecht wird. Ein Auszubildender, der viele Fragen stellt, bereitet sich also ganz nebenbei schon auf den Mandantenkontakt vor!

Pelikan
Basiswissen im Notariat
2017, 132 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-115-6,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.
Kersten
Büroorganisation
2017, 132 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-114-9,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.
 
Haßelbeck
Wohnungs- und Teileigentum
2017, 88 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-121-7,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.

Sikora
Vollmachten, Genehmigungen, Zustimmungen, Beglaubigungen
2018, Rund 150 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-118-7,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.
Tiedtke
Notarkosten
2018, 150 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-123-1,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.
Falkner
Kaufvertrag
2018, Rund 150 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-116-3,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.
Neie
Überlassungsvertrag
2018, Rund 150 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-117-0,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.
Gutfried
Grundschulden
2017, Rund 100 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-120-0,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.
Volmer
Vollzug und Betreuung
2018, Rund 150 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-122-4,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.
Pelikan
Grundbuch lesen und verstehen
2018, Rund 150 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-124-8,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.
Sagmeister
Anmeldungen zum Handels- und Vereinsregister
2018, Rund 150 S., Deutscher Notarverlag, ISBN 978-3-95646-119-4,
Preis 19,90 € inkl. MwSt.