Aktuelle Fachbücher zum Thema Legal Tech im Vergleich

Seit Februar 2018 ist nun innerhalb von wenigen Monaten nach „Legal Tech – die Digitalisierung des Rechtsmarkts“ das zweite deutsche Legal Tech Buch erschienen mit dem Titel „Rechtshandbuch Legal Tech“. Patrick Prior, Legal Tech Berater und Inhaber des Legal Tech Verzeichnisses hat nun beide Bücher verglichen.

Gemeinsamkeiten

Zunächst lässt sich feststellen, dass beide Bücher das Thema Legal Tech sehr breit behandeln. Im Buch „Digitalisierung des Rechtsmarkts“ (kurz: DdR genannt) gibt es auf über 300 Seiten in 8 Kapiteln 31 verschiedene Themen von insgesamt 38 Autoren. Auch das „Rechtshandbuch Legal Tech“ (kurz: RH genannt), welches über 270 Seiten umfasst, bearbeitet 24 unterschiedliche Legal Tech Themen in 10 Kapiteln von 25 Autoren. Dabei gibt es trotz der sehr überschaubaren Anzahl an Legal Tech Experten in Deutschland nur sehr wenige Autoren, die gleich in beiden Büchern vorkommen. Beide Exemplare liefern zunächst einen guten Überblick über das Legal Tech Angebot in Deutschland. Auch der konkrete Einsatz von Legal Tech für Kanzleien, inkl. Digitalisierung & Automatisierung von Abläufen, findet in beiden Büchern statt.

Unterschiede

Höchstwahrscheinlich liegt es an einem der beiden Herausgeber, dass im RH das Thema Blockchain und Smart Contracts einen deutlich umfangreicheren Platz einnimmt als im DdR. Möchte man sich verstärkt mit diesem Thema und der wachsenden Bedeutung für RAe befassen, führt kein Weg am „Rechtshandbuch“ vorbei. Manchmal erscheint es auch so, als sei das RH für Leser geschrieben, die ein noch tieferes Verständnis für technische Abläufe haben möchten. Dafür werden im DdR teilweise mehr juristisch-theoretische Themen angesprochen, wie zum Beispiel „Legal Tech und das anwaltliche Berufsrecht“ oder wie Online-Streitbeilegungen gelingen können.

Im DdR finden außerdem manche „exotischere“ Themen statt, wie zum Beispiel das Kapitel über eine Legal Tech Firmenpleite in „The Clearspire Story“. Dafür bietet das RH im Gegenzug einen Beitrag von Meng Wong, der sich einfach formuliert mit dem Thema „Recht als Programmiersprache“ beschäftigt. Und auch theoretische Ansätze zur Beantwortung der Frage, wie die Zukunft des Rechts aussehen kann, sind im RH im Kapitel „Legal Tech für Alle!“ sehr lesenswert zu finden.

Highlights

Persönliche Highlights, wenn man nur ein Kapitel pro Buch hervorheben dürfte, sind für mich im DdR das Kapitel „Legal Tech – das digitale Mindset“. Hier wird Legal Tech sowohl theoretisch als auch praktisch extrem gut veranschaulicht. Im RH wäre es das Kapitel „Blockchain – ein Paradigmenwechsel“, in dem die oft genannte Blockchain Technologie für Laien sehr detailliert aufbereitet und verständlich erklärt wird.

Fazit

Abschliessend lässt sich eines klar sagen: Jeder Jurist, der sich mit Legal Tech beschäftigt, kommt nicht daran vorbei, beide Bücher zu lesen. Dafür sind sie im Detail doch zu unterschiedlich ausgerichtet  und ergänzen sich daher in vielen Teilen. Als Empfehlung würde ich zunächst das DdR lesen, um sich dann dem noch teilweise technisch konkreteren RH zu widmen. Beide Bücher sind jetzt schon Standardwerke und sollten auch in der juristischen Ausbildung eine große Rolle spielen.

 

Patrick Prior

Patrick Prior

Patrick Prior

info@advotisement.de

Patrick Prior ist Jurist und Legal Tech Experte. Über seine Firma Advotisement® berät er Kanzleien & Rechtsabteilungen zum Thema Digitalisierung & Automatisierung. Mit FAQ-Recht.de betreibt er ein rechtliches Informationsportal zur Mandantengewinnung. Seit Anfang 2018 betreibt er das Legal Tech Verzeichnis. 

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