Onlinemarketing für Anwälte – alles für die Katz?

Viele Anwälte stellen sich die Frage, welche Aktivitäten im Internet sinnvoll sind und wo sie mitmachen sollten. Was bringt mir meine Homepage? Ist Twitter das richtige Netzwerk oder passt LinkedIn besser? Sollte ich Blogs schreiben? Und was bringt mir das alles überhaupt? Der Zweifel daran, dass über das Internet tatsächlich Mandate akquiriert werden können, ist zumindest bei Kanzleien mit Unternehmenskunden groß. Was kann man tun, was macht Sinn und gibt es ein Rezept für ein erfolgreiches Onlinemarketing?

Kanzlei-Homepage: Einladung zum Dialog

Eine Homepage haben mittlerweile fast alle Kanzleien, gute Homepages hingegen haben wenige. Gut im Sinne des Vertriebs ist eine Homepage dann, wenn sie es schafft, das Interesse des Rechtssuchenden zu lenken und ihm ein Angebot zu unterbreiten, das zu seinem aktuellen Bedarf/ggf. zu seiner Phrasen-Suche bei Google passt und das er gern annimmt. Gut ist die Seite also dann, wenn er möglichst ungehemmt mit der Kanzlei oder dem Anwalt in Kontakt treten kann. Außerdem muss die Programmierung der Seite sauber sein, denn Google reagiert auf schlechte Seiten mit Nichtachtung. Manche Kanzleien bauen Seiten selbst oder versuchen Seiten zu einem Schnäppchenpreis zu bekommen. Das geht selten gut, denn eine erfolgreiche Homepage für Kanzleien ist nicht nur eine Präsentationsseite, sondern eine Angebotsseite für Mandantenbedürfnisse. Deshalb muss sie nicht nur wertig aussehen, sondern über hervorragende Inhalte verfügen und sehr gut programmiert sein.

Wer hat Angst vor sozialen Netzwerken?

Ein nicht unwesentliches Element des Onlinemarketing-Mix ist die Präsentation in den sozialen Netzwerken. Es gibt Kanzleien, primär mit Privatkundengeschäft, die sich auf Facebook präsentieren und hier sogar Kampagnen schalten. Das kann Sinn machen, aber die meisten Kanzleien lehnen Facebook als Möglichkeit ab. Interessanter, gerade auch für Anwälte mit Unternehmensmandanten, erscheinen Xing und LinkedIn. Aber auch hier herrscht bei den meisten Anwälten totale Verunsicherung – selbst wenn man sich ein Profil eingerichtet hat. Was kann man teilen? Was sollte man liken? Welche Inhalte kann man selbst posten? Die goldene Regel lautet: Alles, was die eigene Expertise unterstützt, was einen Zusatznutzen für das eigene Netzwerk bietet oder was Sympathie erzeugt, ist in Ordnung. Welche Community zu Ihnen passt, müssen Sie für sich selbst beantworten. Nicht jeder ist ein Twitter-Typ und anderen wiederum sind Xing und LinkedIn zu steif.

 

Zehn Denkanstöße für ein gutes Onlinemarketing für Anwälte

  1. Machen Sie sich vorher Gedanken darüber, was Sie und wen Sie erreichen möchten (sowohl mit einer Homepage als auch mit Aktivitäten in sozialen Netzwerken).
  2. Überlegen Sie sich Suchworte, unter denen Sie gefunden werden wollen.
  3. Verwenden Sie keine 08/15-Bilder aus Bild-Datenbanken.
  4. Achten Sie auf eine möglichst wertige Anmutung Ihrer Präsentation im Internet.
  5. Beauftragen Sie eine Agentur mit der Programmierung Ihrer Kanzleihomepage.
  6. Arbeiten Sie daran, in der organischen Google-Suche mit Ihren Kompetenzen gefunden zu werden, denn Ihren Namen kennen potentielle Neumandanten noch nicht.
  7. Schauen Sie ganz genau auf die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe und orientieren Sie daran Ihr Angebot.
  8. Überprüfen Sie den Erfolg Ihrer Seite und Ihrer Suchbegriffe regelmäßig.
  9. Lernen Sie gute Beiträge zu schreiben, aktiv zu formulieren, sich von juristischen Formulierungen zu verabschieden und möglichst verbindlich, klar und informativ (für Ihre Zielgruppe) zu sein.
  10. Beobachten Sie Ihr eigenes Nutzer-Verhalten und wenden Sie Ihre Erkenntnisse auf die Gestaltung Ihres Onlinemarketings an.

Erkenntnis

Was auch immer Sie tun und anstoßen, tun Sie es ergebnisorientiert und betriebswirtschaftlich sinnvoll. Nur wer sich strategische Gedanken im Vorfeld macht, kann mit (messbaren) Erfolgen rechnen. Tun Sie das nicht, entstehen schnell Frust und das unschöne Gefühl, einfach nur Geld aus dem Fenster geworfen zu haben.

Wenn Sie eine Agentur beauftragen, schauen Sie genau hin. Nur wenige Agenturen sind auf Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer spezialisiert und wissen noch weniger, wie man eine vertrauensbasierte Dienstleistung im Internet seriös auch für Unternehmensmandanten anbietet. Sie arbeiten mit Vertrauen, deshalb sollten Sie in jeder Situation und auf jeder Plattform auch Vertrauen erzeugen.

Die Autorin:

Liane Allmann

Liane Allmann

 

Liane Allmann studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre. Sie befasst sich seit knapp 20 Jahren mit Vertriebsthemen für Wirtschaftskanzleien und leitete elf Jahre lang die Geschäftsstelle des internationalen Anwaltsnetzwerks Eurojuris Deutschland e.V. Sie ist Inhaberin der Agentur Kitty&Cie – und entwickelt Kommunikationsstrategien und Vertriebsmanagement für Anwälte und Kanzleien.

 

 

 

 

 

 

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