Steuerberatung 4.0 – Strategien zur Zukunftssicherung

Die Steuerberatungsbranche sieht sich einem tiefgreifenden Wandel gegenüber. Digitalisierung und Automatisierung, der drohende Wegfall der Steuerberatervergütungsverordnung, die Öffnung des deutschen Steuerberatungsmarktes für ausländische Berater und der mögliche Wegfall der Kapitalbindung werden zu sinkenden Umsätzen führen. Wer auch in Zukunft erfolgreich sein will, wird seine Kanzlei strategisch ausrichten, unternehmerischer denken und besser organisiert sein müssen.

Vom Steuerberater zum Unternehmensberater

Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird die Digitalisierung die Geschäftsbereiche Finanzbuchführung und Steuererklärungen massiv angreifen. Weil in diesen Bereichen heute im Durchschnitt mehr als 50 % des Kanzleiumsatzes erzielt werden, stellt dies eine massive Bedrohung des Fortbestandes der Kanzleien dar! Der Wandel von der klassischen Steuerberatung hin zur betriebswirtschaftlichen Beratung im großen Stil ist deshalb unabdingbar, wenn Umsatzverluste ausgeglichen oder gar Insolvenzen vermieden werden sollen. Fortbildung zu betriebswirtschaftlichen Themen wird deshalb in den nächsten Jahren das Maß der Dinge für Kanzleileitung und Mitarbeiter sein, um beispielsweise Themen wie Nachfolgegestaltungen, Einhaltung der GOBD im Unternehmen des Kunden oder „Notfallkoffer“ anbieten zu können.

Ohne Marketing keine Kanzleientwicklung

Bislang verzichten die meisten Steuerberater auf notwendige Marketingmaßnahmen – treibt ihnen doch das komplizierte deutsche Steuerrecht die Kunden in die Arme. Wer es jedoch bei diesem Zufallskundenstamm belässt, bleibt passiv und die Kanzlei verliert an Wert. Die Positionierung der Kanzlei und die Definition der dazu passenden idealen Kunden sind wichtige Schritte in einem auf die Zukunft ausgerichteten Marketingprozess. Hierzu muss der Steuerberater jedoch das Werbeverbot der Vergangenheit auch innerlich abschütteln. Die Kanzlei ist als Marke aufzubauen und klar zu positionieren; Zielgruppe, Kompetenzen, Leistungen, Honorare etc. sind eindeutig zu definieren. Eine gute Homepage und Aktivitäten in Social-Media-Kanälen erweitern den Bekanntheitsgrad und ziehen neue Kunden und auch Mitarbeiter an. Und ganz sicher taugen nur attraktive Kanzleien auch als Baustein für die Altersvorsorge.

Digitalisierung: In vielen kleinen Schritten zum Erfolg

Bemerkenswert an der Digitalisierung des Berufsstandes ist, dass der Staat die Steuerkanzleien dazu zwingt – würde er das nicht tun, würden wahrscheinlich noch mehr Tonnen Papier bedruckt werden. Und auch die großen Anbieter für Kanzleisoftware treiben die Digitalisierung nicht gerade voran und setzen nur um, was der Staat vorgibt.

Dabei geht es darum, mit kleinen Schritten den Einstieg in einen jahrelangen Prozess zu finden. Basis ist die Ausarbeitung einer Digitalisierungs- und Automatisierungsstrategie. In einem darauf aufbauenden Projektplan werden alle analogen Prozesse in der Kanzlei analysiert und möglichst in digitale Prozesse überführt. Und auch die Mitarbeiter müssen ins Boot geholt werden: Stetes Weiterlernen, die Umsetzung neuer Prozesse und das Arbeiten am digitalisierten Arbeitsplatz sollten selbstverständlich sein. Insgesamt werden diese Veränderungen in aller Regel viel Geld sparen, Prozesse enorm beschleunigen und Kapazitäten für neue Geschäftsmodelle schaffen.

 

Weitere Informationen über die Zukunft der Steuerkanzleien finden Sie im Fachbuch Die erfolgreiche Steuerkanzlei:

Die erfolgreiche Steuerkanzlei

 

Luzius

Die erfolgreiche Steuerkanzlei

2018, 292 Seiten
Softcover , 34,95 €
Schäffer-Poeschel ISBN 978-3-7910-4107-0

 

 

 

 

Zum Autor:

Patrik Luzius

 

Dipl.-Betriebswirt (FH) Patrik Luzius ist Steuerberater mit eigener Kanzlei. Zusätzlich hat er die Akademie für Steuerkanzleioptimierung (AFS) gegründet, in der er durch sein KanzleiOptimierungsProgramm (KOP) in einem umfassenden Online-Videokurs und Live-Workshops anderen Steuerkanzleien hilft, sich optimal aufzustellen.

 

 

 

 

 

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