Search and SEO

Projekt Kanzleiwebsite: Wann ist der richtige Zeitpunkt für SEO?

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist ein probates Mittel für Kanzleien, mit der eigenen Kanzleiwebsite möglichst gut in den Trefferlisten von Google & Co. gefunden zu werden. Ein Muss ist SEO aber natürlich nicht. Wer sich aber entscheidet SEO zu betreiben, um Sichtbarkeit in den gängigen Suchmaschinen zu erzielen sollte dieses Thema rechtzeitig mit seiner Webagentur angehen.

Onpage-SEO und Offpage-SEO

SEO ist nicht gleich SEO, denn SEO besteht aus den Bereichen Onpage- und Offpage-SEO. Wie die Begriffe vermuten lassen, findet Onpage-SEO AUF der eigenen Kanzleiwebsite statt, andere SEO-Maßnahmen AUSSERHALB der eigenen Kanzleiwebsite auf Websites Dritter („Offpage“).

Fast zwangslogisch ist es deshalb bei einem Relaunch der Kanzleiwebsite, sich zunächst um Onpage-SEO-Maßnahmen zu kümmern und bei der Websitegestaltung ggfs. geplante Offpage-Maßnahmen oder auch spätere Werbeanzeigen wie Google Ads (früher Adwords) schon zu bedenken. Klassische Offpage-Maßnahmen wie z. B. Verlinkungen auf die eigene Kanzleiwebsite zu setzen (sog. „Linkbuilding“), sind erst aktuell, wenn die neue Kanzleiwebsite online ist.

Websitestruktur – der erste SEO-Schritt im Onpage-SEO

Der erste Schritt hin zu einer gelungenen Onpage-Optimierung ist die Struktur der Website mit Homepage (=Startseite) und allen Unterseiten, sie zusammen die Website bilden[1].

Die Struktur Ihrer Website sollte übersichtlich und nachvollziehbar für den Nutzer sein, damit der Webauftritt Menschen erreicht und überzeugt. Eine inhaltlich sinnvolle, schlanke Struktur ist gleichzeitig auch für Google gut: Denn Google orientiert sich bei der Bewertung von Internetseiten in Form von Platzierungen in Trefferlisten immer am Nutzen der Website für den Nutzer. Das darf man nie vergessen! Eine gut suchmaschinenoptimierte Kanzleiwebsite orientiert sich also am Nutzen für Ihren Wunschmandanten!

Eine gute SEO-Websitestruktur sorgt dafür, dass der Nutzer für ihn wichtige Informationen übersichtlich aufbereitet vorfindet, sich schnell orientieren kann, ohne sich auf der Website zu „verlaufen“. Denn wer sich auf einer Website „verläuft“, der die Website schnell und ist als Neu-Mandant verloren.

Tipp! Wenn Ihre Agentur mitdenkt, wird in diesem Stadium auch die Grundlage für erfolgreiches Arbeiten mit Google Ads gelegt. Denn eine sinnvolle Websitestruktur berücksichtigt, zu welchen Rechtsgebieten / Begriffen Sie später Anzeigen bei Google schalten wollen. Im besten Fall verlinken Anzeigen später direkt auf thematisch passende Unterseiten.

 Websiteinhalte – der zweite Schritt

Steht die Website-Struktur, sind die Inhalte der Website ein maßgebliches Kriterium für den SEO-Erfolg Ihrer Kanzleiwebsite. Redet man von Inhalten („Content“ im SEO-Slang) sind damit Text gemeint, aber auch Bildinhalte, ggfs. Videoinhalte, Downloadbares etc.

Wo und wie Medieninhalte zum Einsatz kommen sollte bei der konkreten grafischen Ausgestaltung der Website-Struktur festgelegt werden: Wo kommen Fotos zum Einsatz, wo ein Video-Link und wo ggfs. downloadbare Dokumente wie Vollmachten etc.. Allein die Existenz dieser Medien beeindruckt Google: denn der Nutzer von heute will nicht nur lesen – er will Website-Inhalte über verschiedene Medien konsumieren.

Dann geht es an die Texte – einen ebenfalls sehr wichtigen Onpage-SEO-Faktor. Legt man Wert auf Suchmaschinenoptimierung, sollten alle Website-Texte von vornherein unter diesem Aspekt konzipiert und verfasst werden. Hier geht es um die richtige Textlänge, um sinnvolle Gliederung der Texte mit Zwischenüberschriften und schlichtweg darum, informative Texte zu einem bestimmten Thema zu schreiben. Das krampfhafte Festhalten an Keyword-Dichten ist inzwischen überholt, ebenso ausufernde Lexika auf der Website, die ohnehin niemand liest. Auch das hat Google erkannt und berücksichtigt das inzwischen seit Mitte 2018 verstärkt. Google bevorzugt schlichtweg informative, verständliche Texte, die den Nutzer interessieren und die er versteht.

Daran zeigt sich: Erst die gesamte Website zu texten und sich dann zu fragen, wie man SEO betreiben kann, ist der denkbar falscheste Ansatz an dieser Stelle. Wenn Sie einen externen Texter beauftragen, klären Sie vorher seine Kompetenz SEO-Texte zu verfassen, wenn Ihnen SEO wichtig ist, und stellen Sie klar, dass Sie suchmaschinenoptimierte Texte bekommen wollen. Sind die Texte ersteimal geschrieben, lassen sie sich kaum nachoptimieren…

Last but not least: Offpage-SEO und ggfs. Google Ads

Ist Ihre neue Website online, können Sie beginnen Ihre Kanzleiwebsite mit Off-Page mit SEO-Maßnahmen weiter „nach vorne“ zu bringen.

Sog. Content-Marketing ist ein Weg, mehr Aufmerksamkeit auf Ihre Website zu lenken. Das funktioniert über das Veröffentlichen von Beträgen etc. auf Website Dritter, z. B. in den Online-Präsenzen Zeitungen oder Zeitschriften etc., die dann im besten Fall auf Ihre Website verlinken.

Da das recht aufwendig ist – vor allem in zeitlicher Hinsicht – ist es oft effizienter, Agenturen zu beauftragen, die gezielt im lokalen oder überregionalen Umfeld seriöse Links auf Ihre Website platzieren. Das gelingt in der Regel durch qualitativ hochwertige, einheitliche Einträge in Online-Verzeichnissen wie in München z.B. muenchen.de. Das sog. Linkbuilding hatte zwar eine Zeit lang einen schlechten Ruf. Inzwischen ist es aber eine seriöse und effektive Maßnahme im Off-Page SEO, wenn es professionell gemacht wird. Denn verlinken unterschiedliche seriöse Website auf Ihre Kanzleiwebsite stärkt das im Internet und für Google das Vertrauen in die Echtheit und Qualität Ihrer Website und verbessert so Ihr Ranking.

Mein Fazit

SEO kann man machen, muss man aber nicht. Wer aber mit seiner Kanzleiwebsite bei Google & Co. sichtbar sein will, sollte das von vorherein an seine Webagentur oder die intern Zuständigen kommunizieren und die entsprechenden Maßnahmen rechtzeitig im Entstehungsprozess der Kanzleiwebsite bedenken und umsetzen (lassen).

Denn SEO „nachzurüsten“ ist zwar theoretisch möglich, aber vor allem auf der eigenen Website hinsichtlich Aufwand und Kosten extrem ineffizient.

[1] Auch die technische Ausstattung der Website ist ein SEO-Kriterium, also z.B. Ladegeschwindigkeiten, Mobiltauglichkeit etc.. Auch diese Dinge sollten am Beginn des Projekts bedacht werden!

 

Rechtsanwältin Pia Löffler ist Mitinhaberin der Boutique-Agentur anwalts.marketing, die sich auf die (Online-) Marketingberatung von Rechtsanwälten / Patentanwälten und MDP-Kanzleien spezialisiert hat