Gehalt: Wie viel verdient ein Anwalt?

Wie steht es um das Gehalt von Anwälten?  Immer wieder liest man Meldungen, dass internationale Wirtschaftskanzleien bereits Berufsanfängern 140.000 Euro im Jahr zahlen. Ist das der Standard in der Branche? Welche Daten und Fakten zu den Gehältern von Anwälten gibt es? Ein Überblick. 

In Großkanzleien sind die üppigen Gehaltszahlungen eher die Regel als die Ausnahme – allerdings sind die Eingangsvoraussetzungen entsprechend: hier sollten schon ein Prädikatsexamen, Doktortitel und LL.M vorgewiesen werden können. Wer es auf einen der begehrten Seniorpartner-Posten geschafft hat, verdient mittlerweile sogar durchschnittlich  328.000 Euro, wie eine Kienbaum-Studie ergab (vgl. Deutsche Richterzeitung, 02/2018).

Doch die Realität ist für die meisten angestellten Rechtsanwälte eine andere. Das durchschnittliche Einstiegsbruttojahresgehalt bei Vollzeittätigkeit liegt für angestellte Rechtsanwälte im Schnitt bei 43.000 Euro, so hat es zumindest das Soldan Institut berechnet (Basis: Erhebung von 2012).

Gehalt von Anwälten: Unterschiede zwischen den Statistiken

28 Prozent der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte verdienen als Einstiegsgehalt 50.000 Euro und mehr, jedoch sind es laut Daten des Soldan-Instituts immerhin 16 Prozent, die trotz Vollzeittätigkeit zwischen 20.000 Euro und 30.000 Euro verdienen (Quelle: Statistisches Jahrbuch der Anwaltschaft 2017/2018).

Deutlich besser sind die Anwaltsgehälter basierend auf den Erhebungen der Bundesrechtsanwaltskammer BRAK. Den BRAK-Angaben zufolge betrug das durchschnittliche Bruttoeinkommen der angestellten Vollzeit-Rechtsanwälte bundesweit 66.000 Euro – bezogen auf das Wirtschaftsjahr 2013, aktuellere Zahlen gibt es nicht. Berücksichtigt wurden Einzelkanzleien (im Schnitt 43.000) und Sozietäten (im Schnitt 69.000 Euro).

Das Gehalt steigt nach dem Berufseinstieg in der Regel bis zum siebten Berufsjahr. Danach sinke es wieder, schreiben Mathias Kilian und René Dreske im „Statistischen Jahrbuch der Anwaltschaft 2017/2018“.  Dies sei Ausdruck der Tatsache, dass viele beruflich erfolgreiche Rechtsanwälte „spätestens zu diesem Zeitpunkt vom Angestelltenverhältnis in das Unternehmertum wechseln und (Mit-) Eigentümer einer Kanzlei werden“.

Gehalt von Anwälten: Wie unterscheiden sich die Gehälter nach Rechtsgebiet?

Aktuelle Zahlen liegen hier nicht vor. Eine Annäherung ist aber durch das „Anwaltsblatt Karriere“ möglich. Der Gehälterreport des Magazins basiert auf einer telefonischen Umfrage von Anwältinnen und Anwälten in 274 Kanzleien im Jahr 2007.

Im Arbeitsrecht variierten die Einstiegsgehälter dem Bericht zufolge zwischen 36.000 und 90.000 Euro, im Verkehrsrecht zwischen 24.000 Euro und 50.000 Euro und im Urheber- und Medienrecht zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Wenig überraschend: Kanzleien in den Anwaltshochburgen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart zahlen besser.

Gehälter der Syndici

Das durchschnittliche Bruttoeinkommen der Vollzeit-Syndici/Syndikus-Rechtsanwälte insgesamt betrug im Wirtschaftsjahr 2013 nach BRAK-Angaben bundesweit 92.000 Euro.

Gehalt von Associates in Wirtschaftskanzleien

Berufseinsteigerinnen verdienen im ersten Berufsjahr laut einer azur-Associate-Umfrage im Jahr 2017 durchschnittlich 101.000 Euro. Das sind sogar acht Prozent mehr als die männlichen Kollegen (Durchschnitt: 93.000 Euro). Die Bewerberinnen und Bewerber sind heiß umworben.

Mehr Informationen zum Thema Gehalt von Juristen allgemein erhalten Sie hier.

Falls Sie das Thema Kanzleimarkt in Deutschland vertiefen möchten, bietet Ihnen das folgende Buch hilfreiche Insights. 

Businesstrip

Die richtige Erstattung der Reisekosten von auswärtigen Anwälten – ein Webinar mit Norbert Schneider!

Neuer Beschluss des BGH vom 09.05.2018: So rechnen Sie Ihre Reisekosten als auswärtiger Anwalt richtig ab!

Nachdem die Rechtslage bislang nicht eindeutig war, hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Reisekosten eines nicht im Bezirk des Gerichts niedergelassenen Anwalts, dessen Hinzuziehung nicht notwendig war, bis zur höchstmöglichen Entfernung innerhalb des Gerichtsbezirks zu erstatten sind.

In diesem Webinar erläutert Abrechnungs- und Gebührenexperte Norbert Schneider die neue Rechtslage und erklärt, wie Sie Ihre Reisekosten ab sofort einfach, schnell und in optimaler Höhe abrechnen und erstattet bekommen. Damit kann eine Kanzlei im Durchschnitt zwischen 500 und 1000 € pro Jahr zusätzlich abrechnen!

Im Anschluss an das Webinar können Sie sich die Unterlagen herunterladen. Auch ein Mitschnitt des Webinars steht Ihnen anschließend zur Verfügung. So können Sie sich alle Inhalte auch im Nachhinein in Ruhe ansehen.

Nähere Informationen zum Webinar finden Sie hier:

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Sebastian Fitzek: «Wie schafft man es, als Jurist doch noch etwas ‹Ordentliches› zu werden?»

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seine Bücher wurden bereits 10 Millionen Mal verkauft, in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Aber Fitzek schreibt nicht nur Romane sondern auch für den Beck’schen Referendarführer über das Jurastudium.  Er hat im Urheberrecht promoviert, „aber ich bin Halbjurist, ohne zweites Staatsexamen“, schreibt er. Was ihn am Jurastudium gereizt hat – und warum er später doch Schriftsteller wurde, können Sie hier lesen.

Wie bleiben mir meine Mandanten treu?

Neben Kompetenz und Fachwissen ist Vertrauen die wichtigste Komponente einer erfolgreichen Mandantenbeziehung. Doch wie baut man als Rechtsanwalt oder Steuerberater langfristig Vertrauen auf? Damit sich ein Mandant auch in schwierigen Angelegenheiten aufgehoben und verstanden fühlt, sind nicht nur menschliche, sondern auch organisatorische Faktoren wichtig. In der Sonderausgabe „Erfolgsrezept: Mandantenbindung“ erklärt Marketingexpertin Nicole Zobel, wo und wie man im Kanzleialltag stabile Mandantenbindung entwickelt. Konkret und praxisnah, erfährt der Leser, worauf es wirklich ankommt. Checklisten zur Selbstanalyse runden die Sonderausgabe ab.

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Das eMagazin von kanzleimarketing.de ist das Magazin zum Fachportal, das Rechtsanwälten und Steuerberatern kostenlose Informationen rund um Kanzleimarketing bietet – vom klassischen Offline-Marketing bis hin zum modernen Online-Marketing. Ins Leben gerufen wurde kanzleimarketing.de durch den FFI-Verlag. Mit Rechtsanwältin und Wirtschaftsjuristin Pia Löffler als Herausgeberin konnte der FFI-Verlag eine versierte Expertin für das Projekt gewinnen.

 

 

 

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Überarbeitete Neuauflage mit aktuellen Daten

Abrechnungs- und Gebührenexperte Norbert Schneider erläutert die neue Rechtslage und erklärt, wie Sie Ihre Reisekosten einfach, schnell und in optimaler Höhe abrechnen und erstattet bekommen.

Herausgeber: Norbert Schneider
4. Auflage 2018
Bestellnr. 978-3-8240-5803-7

 

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Der Beweis im Zivilprozess – eine praxisorientierte Anleitung

Das Werk Beweisaufnahme und Beweiswürdigung im Zivilprozess von Balzer/Walther führt durch das gesamte Gebiet „Beweisverfahren im Zivilprozess“ von Apostille bis Zeugenvernehmung, von Beweisbedürftigkeit über Beweiserhebung – auch  im Ausland und im Schiedsgericht – bis hin zur Beweiswürdigung.

Es behandelt alle wesentlichen Fragen, die sich auch dem Anwalt im Zivilprozess stellen, z. B.:

  • Wann ist eine Tatsache überhaupt beweisbedürftig?
  • Welche Beweismittel stehen zur Verfügung?
  • Ist ein formeller Beweisantrag nötig?
  • Welche Beweismittel sind unverwertbar?
  • Wie und nach welchen Kriterien sind Beweisergebnisse, insbesondere Zeugenaussagen, zu würdigen?

Die Autorin Walther war, bevor sie Richterin wurde, jahrelang als Anwältin tätig. Der Autor Balzer verfügt über eine jahrzehntelange Praxis als Zivilrichter und Schiedsrichter, aber auch er kennt die Anwaltskanzlei von innen. Im Werk ergänzen sich ihre Erfahrungen.

Beweiswürdigung im Zivilprozess

Nach der  Beweislage bei  Sachentscheidungsvoraussetzungen prüfen die Autoren die Beweisbedürftigkeit im Rahmen der Sachentscheidung. Hier kritisieren die Autoren die oft überzogenen Anforderungen an eine Substantiierung des Bestreitens z. B.  durch grundsätzliche Zurückweisung pauschaler Bestreitensformeln und fragen, ob ein Anwalt für ein relevantes Bestreiten alle einzelnen Aussagen des Gegners mit einer Verneinung wiederholen muss.

Sehr intensiv befassen sich die Autoren mit der Abgrenzung der Erklärung mit Nichtwissen und des Bestreitens voneinander. Insbesondere setzen sie sich mit dem „Bestreiten mit Nichtwissen“, auseinander, einem „Kunstprodukt der Rechtsprechung“, das der ZPO fremd ist und oft dazu dient, den Bereich für die Sanktion des § 138 IV ZPO zu erweitern. Die Autoren raten, beim Bestreiten den Zusatz „mit Nichtwissen“ unbedingt zu vermeiden, um einer Zurückweisung ihres Vortrags entsprechend § 138 IV ZPO zu entgehen. Substantiierung des Bestreitens ist nach der Rechtsprechung des BGH nur in drei Fällen zu fordern: gegenüber einem Anscheinsbeweis, einer negativen Tatsache oder bei Kenntnisvorsprung des Bestreitenden.

Im Kapitel „Beweisaufnahme“ finden sich neben einer intensiven Beschreibung aller Beweismittel wertvolle Hinweise für den angemessenen Umgang mit Zeugen aus der Sicht des Richters und des Anwalts. Dem Anwalt wird von dem Kunstfehler abgeraten, einen Zeugen der Gegenseite im Voraus madig zu machen, anstatt ihn im Verhör zu überraschen und auseinanderzunehmen. Häufige Fehler im Beweisverfahren fassen die Autoren im Kleid von Berufungsrügen zusammen. Besonders hilfreich sind im Anhang eine schematische Darstellung von Glaubhaftigkeitskriterien sowie eine einprägsame Grafik, die das Aussageverweigerungsrecht von Angehörigen auf einen Blick erfassen lässt.

Die Autoren:

Dr. Bianca Walther, Landgericht Düsseldorf

Dr. Christian Balzer, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht a.D.

 

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