Klagelos – Ist die Rechtspflege in der Krise?

Tobias Freudenberg ist Rechtsanwalt und Schriftleiter der NJW, Frankfurt a. M. und schreibt in der NJW regelmässig Kolumnen rund um „Rechtsgeschichten“. Diesen Beitrag finden Sie in der NJW , 1-2/2018, Seite 7

Steht der Zivilprozess vor dem Aus?

Schaut man auf die nackten Zahlen, drängen sich diese Fragen auf. Die Eingänge bei den Zivilgerichten gehen seit Jahren stark zurück. ­Genauer gesagt: Sie brechen regelrecht ein. Jedes Jahr erreichen sie neue Tiefststände.

Die Gründe für den massiven Schwund sind unklar. Richterbund und Anwaltverein fordern gemeinsam, den Abwärtstrend wissenschaftlich zu untersuchen. Andere sind in der Ursachenanalyse schonungsloser. Offensichtlich sind die rechtsuchenden Bürger mit dem Angebot, das der Staat ihnen macht, nicht zufrieden, sagen sie. Weiterlesen

Fehlerquelle Mandantenaufklärung!

Die Kommunikation mit Mandanten kann fehleranfällig sein: Wurden die gesetzlichen Fristen beachtet? Sind alle verjährungshemmenden Maßnahmen bekannt? Vorformulierte Mandanteninformationen können hier ein Segen sein, sagt Rechtsanwalt Dr. Michael Sattler. Aktuell ist die Neuauflage seiner Formularsammlung Mandanteninformationen erschienen. Im Interview verrät er uns, warum jeder Anwalt diese Formulare in seiner Schublade haben sollte.

RA Dr. Michael Sattler

RA Dr. Michael Sattler

Herr Dr. Sattler, Sie sagen, dass die Mandatenaufklärung nicht nur mühsam ist, sondern auch Gefahren birgt. Welche denn?

Der Anwalt muss seinen Mandanten in die Lage versetzen, eine verantwortliche Entscheidung zu treffen. Dazu ist der Mandant nur in der Lage, wenn er umfassend, aber auch verständlich über seine Optionen aufgeklärt wird. Sieht sich der Anwalt dem Vorwurf eines Beratungsfehlers ausgesetzt, muss er Zeitpunkt und Inhalt seiner Aufklärung substantiiert darlegen. Gelingt ihm das nicht, haftet er.

Was ist Ihre Lösung dafür?

Die Aufklärung muss dokumentiert werden. Ich habe es mir zur Regel gemacht, meine Mandanten in Textform, vor allem per E-Mail, über Möglichkeiten und Risiken zu informieren und auch Besprechungsergebnisse auf diese Weise zusammen zu fassen.

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Warum die traditionellen Werbewege nicht mehr funktionieren … zum Download der Fach-Info-Broschüre „30 Tage – 30 Mandatsanfragen“

Was Rechtsanwälte wissen sollten, um in Zukunft mehr neue Mandanten über das Internet zu gewinnen.

Für den Erfolg einer Anwaltskanzlei wird die Online-Präsenz immer wichtiger: Mandanten, die einen Anwalt suchen, tun dies heute in den meisten Fällen mit Suchmaschinen im Internet. Will man neue Mandanten gewinnen, führt kein Weg an einem guten Ranking in Google vorbei – aber auch die Kanzlei-Website muss ansprechend gestaltet sein und sich an den Bedürfnissen bestehender und neuer Mandanten orientieren. Aber wie kann eine Anwaltskanzlei ganz konkret Monat für Monat neue Anfragen über das Internet erhalten? Weiterlesen

2018: Das Jahr, in dem die Blockchains in der Rechtswirklichkeit landeten?

Das Blockchain-Prinzip, das beispielsweise hinter der Kryptowährung Bitcoin steht, sorgt derzeit insbesondere in der Finanzwelt für helle Aufregung. Kommentatoren und Investoren überschlagen sich in Begeisterung und bezeichnen das Prinzip schlichtweg als das „next big thing“. Milliardensummen werden investiert. Wann landet Blockchain in der Rechtswirklichkeit?

Die Realität ändert das Recht

Das Recht reguliert die Realität, die Realität ändert aber auch das Recht, manchmal auch ohne den Gesetzgeber. Das kann man insbesondere beim technischen Fortschritt beobachten: 2018 werden neue Investitions- und Transaktionsmöglichkeiten durch vielfältige Fintech- oder blockchainbasierte Anwendungen, Tokens, Kryptowährungen und Smart Contracts ermöglicht, in vielfach (behaupteter und noch zu beweisender) effizienter Weise, mit neuen Vorteilen aber auch unternehmerischen Risiken.

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Das Richter-Bild in Fatih Akins „Aus dem Nichts“, Gewinner des Golden Globes sowie des Critics Choice Award 2018

Die rechtsprechende Gewalt, so sagt es das Grundgesetz, ist den Richtern anvertraut. ­Fatih Akin zeigt in seinem neuen Kinofilm „Aus dem Nichts“ Richter und Richterinnen, bei denen diese Macht in guten Händen ist.

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beA-Desaster: Was jetzt passieren muss

Das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) hat eine Pannen-Serie hinter sich. Der beA-Start wurde zur peinlichen Angelegenheit für die Bundesrechtsanwaltskammer (Brak) und den technischen Dienstleister.

„Man muss rückblickend kritisch fragen, ob es klug war, die Bundesrechtsanwaltskammer mit der Einführung des beA zu beauftragen. Als Selbstverwaltungskörperschaft hat sie weder die Erfahrung noch die nötige Kompetenz für ein so komplexes IT- Projekt“, kommentiert Matthias Bergt, Rechtsanwalt und Partner bei Boetticher Rechtsanwälte in der aktuellen NJW (3/2018).

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Tipps und Tricks zur Mitarbeitersuche mit kleinem Budget

Für Gesprächsstoff in den Sozialen Medien sorgte in den vergangenen Wochen die Stellenanzeige eines Steuerberaters aus Ostfriesland, in der er mit provokanten Formulierungen nach einer/einem Auszubildenden suchte. Die Aufmerksamkeit war groß und mit 20 Bewerbungen für den Ausbildungsplatz mehr als erfolgreich. Wir fragen Angela Hamatschek, Autorin u.a. des aktuell erschienenen Buches Die Kunst, Mitarbeiter zu gewinnen, wie es insbesondere kleineren und mittleren Kanzleien gelingen kann, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Gerade kleineren Kanzleien fehlt oft das notwendige Budget, um aufwändig nach Auszubildenden zu suchen. Ist da die Überlegung durch Provokation aufzufallen sinnvoll?

Als ich diese Anzeige gesehen habe, habe ich sofort gedacht „Jawoll, genau so funktioniert virales Marketing“. Entscheidend ist die pfiffige Idee, die richtige Prise Humor, die dann dafür sorgt, dass in den sozialen Medien darüber gesprochen wird. Gefährlich wird es nur, wenn die Provokation zu stark ist und dann einen Shitstorm zur Folge hat. Diese Gratwanderung gilt es zu meistern. Weiterlesen

Der elektronische Rechtsverkehr im Notariat – Leseprobe der Neuauflage von „Praxishandbuch Notarrecht“

Die rasante technische Entwicklung macht auch vor der Notariatspraxis nicht halt. Was vor 20 Jahren „State of the Art“ war, ist heute längst kalter Kaffee. Konkrete Handlungsempehlungen bietet hier das Praxishandbuch Notarrecht

Mit dem elektronischen Urkundenarchiv und der elektronischen Aktenführung im Notariat beschäftigen sich die Beiträge von Matthias Frohn und Joachim Püls. Weiterlesen

Notarfachangestellte/r: ein Beruf mit Perspektive – Interview mit Frau Dr. Ziegert und Notar Dr. Vollrath

Die Tätigkeit als Notarfachangestellte/r – und damit auch die Ausbildung für diesen Beruf – zählt zu einem der anspruchsvollsten Ausbildungsberufe überhaupt: Mandanten sind rechtlich wie menschlich umfassend zu betreuen, Besprechungen zu führen, Verträge sind für die Beurkundung zu konzipieren und vorzubereiten und beurkundete Verträge professionell abzuwickeln. Welche Vorlieben und Eigenschaften die „rechte Hand des Notars“ mitbringen sollte, um erfolgreich Notarinnen und Notare bei ihrer Arbeit zu unterstützen, fragen wir Frau Dr. Ziegert, Geschäftsführerin der Notarkasse München, und Notar Dr. Vollrath, beide Experten auf diesem Gebiet.

Was muss ein/e Notarfachangestellte/r unbedingt mitbringen, um erfolgreich in diesem Beruf zu sein? 

Wer sich im Team eines Notariats unersetzlich machen möchte, sollte zuverlässig und sehr sorgfältig arbeiten. Wichtig ist ein sicheres, höfliches und von fachlicher Kompetenz getragenes Auftreten gegenüber Mandanten und anderen Ansprechpartnern wie etwa Behörden. Die Arbeit im Notariat setzt außerdem Freude am Umgang mit ganz unterschiedlichen Menschen voraus, Einfühlungsvermögen und – in besonderem Maße – Verschwiegenheit. Wer schließlich eine hohe sprachliche Kompetenz besitzt, Einsatzbereitschaft zeigt und gerne im Team arbeitet, ist bei uns genau richtig.

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Wer ist TOM? Kurze Beschreibung eines Traumanwalts …

Unser Beiratsmitglied Anette Schunder-Hartung hat auf der Weihnachtsfeier ihrer aHa-Kanzleireihen statt Plätzchen den optimalen Anwalt gebacken.

„TOM sieht aus wie der Weihnachtsmann. Und dabei ist er nichts weniger als unser Traumanwalt. Wir haben viele Ideen in einen Topf geworfen. Gefragt war nach optimaler Mandantenorientierung, das Ergebnis haben wir auf eine lebensgroße Pappmaché-Figur mit Rauschebart und rotem Umhang gepinnt, das Foto ist Beweis.“

TOM=Traumanwalt (T) mit Optimaler (O) Mandantenorientierung (M)

Dabei waren einige Eigenschaften unseres Traumanwalts (T) mit Optimaler (O) Mandantenorientierung (M) nicht wirklich überraschend: aktiv, initiativ im Umgang mit dem Mandanten soll er sein, außerdem analysefähig und ansprechend gekleidet. Aber: Allürenfrei, soweit möglich? Arrogant, soweit nötig? Da bekamen die Klagen vieler Dienstleister, von Vertretern der Zunft herablassend behandelt zu werden, gleich eine ganz neue Dimension. Gemeint war aber wohl vor allem eines: nämlich Durchsetzungsstärke, die aber einer fundierten Dienstleistungsorientierung nicht entgegensteht. Die erstrecke sich dann bitte auch auf das juristische Personal.

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