Anwaltspflichten bei Kanzleiabwesenheit: Gastbeitrag von Tanja Klein aus der NJW 34/2017

Welche organisatorischen Vorkehrungen muss der Anwalt treffen, wenn der Jahresurlaub bevorsteht oder er erkrankt ist? Der folgende Beitrag erläutert anhand gängiger Konstellationen mögliche Haftungsfallen und wie man sie vermeidet.

Grundsätzlich gilt: Auch Anwälte dürfen ihre Kanzlei über einen längeren Zeitraum alleine und den Kanzleibetrieb ruhen lassen. Um keinen Haftungsfall zu er­zeugen, sollte man jedoch organisatorisch sowohl vor Urlaubsantritt als auch dann, wenn sich eine Krankheit ankündigt, einiges beachten.

Vorkehrungen zur Fristwahrung

Steht der wohlverdiente Jahresurlaub oder ein anderes vorhersehbares Ereignis (etwa ein geplanter medizinischer Eingriff) unmittelbar bevor und können fristgebundene Schriftsätze bis dahin nicht mehr fertiggestellt werden, ist der Rechtsanwalt verpflichtet, durch einen rechtzeitig gestellten Antrag auf Fristverlängerung dafür Sorge zu tragen, dass ein Wiedereinsetzungsgesuch nicht notwendig wird (vgl. BGH, NJW 2013, 3181). Weiterlesen

Einsatz von künstlich intelligenter Software bei Immobilienverträgen

Legal Tech bzw. die Digitalisierung der Rechtsbranche ist derzeit in aller Munde. Konferenzen und Tagungen reihen sich aneinander, um einen besseren Eindruck davon zu bekommen, wie die Zukunft der Rechtsbranche aussehen könnte. Bei vielen Beteiligten hat sich der Eindruck verstetigt, dass Digitalisierung auch vor der Rechtsbranche nicht Halt machen wird. Nach der Frage des „ob“, rückt nun die Frage des „wie“ stärker in den Blick. Ausgehend von der eigenen Praxis fragen sich Anwälte, wie sich die Potentiale von Digitalisierung heben können. Ausgangspunkt für viele ist hierbei die Frage der Automatisierung bestehender Prozesse bzw. Rechtsprodukte. Die Definition von Gartner[1] zum Thema Digitalisierung, „… the use of digital technologies to change a business model and provide new revenue and value-producing opportunities; it is the process of moving to a digital business“, bringt es kurz und knapp auf den Punkt: Bei Digitalisierung geht es um den Einsatz von Technologie, um bestehende Angebote und Geschäftsmodelle zu digitalisieren, und somit einerseits Effizienz zu steigern und andererseits neue Geschäftsmodelle zu kreieren. Weiterlesen

Die Entwicklung des (Steuer-)Beraters zum „Alleskönner“?  – Gastbeitrag von Alexander Potthoff

Digitalisierung, Internationalisierung, gebietsübergreifendes „Know How“ und nicht zuletzt Haftungsverschärfungen im Sinne des BGH Urteils zur Steuerberaterhaftung vom 26.01.2017
bedeuten massive Herausforderungen. Doch jede Herausforderung bietet auch Chancen!

Faktische Risiken und Herausforderungen                      
Digitale Entwicklungen, international agierende Unternehmen, komplexe gebietsübergreifende Sachverhalte; Rechts-, Steuer- und Wirtschaftsberatung können immer weniger voneinander losgelöst betrachtet werden, um den modernen Kundenanforderungen gerecht zu werden. Was offenbar für die mittelgroßen und großen Beratungsunternehmen Chancen und Wachstumspotential birgt, scheint für kleine und mittlere Berater häufig ausschließlich Risiko und Unsicherheit zu bedeuten. Stellt diese Sachlage nicht schon genug Herausforderung dar, kommen noch verschärfte Haftungsrisiken hinzu. Trotz oder gerade wegen dieser Entwicklungen  gilt es jedoch nicht den „Kopf in den Sand“ zu stecken, sondern für die Zukunft, durch entsprechende Anpassung und Erlangung des erforderlichen „Know Hows“, Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen.

Weiterlesen

Die neue Datenschutzgrundverordnung….

…kommt und mit ihr viele wichtige Änderungen.

Hier finden Sie ein Video, in dem Dr. Marcus Helfrich die neuen Regelungen vorstellt.

Gute Unterhaltung wünscht Ihnen

RA Katharina Nitsch und das Kanzleiforum Team

Forgó / Helfrich / Schneider
Betrieblicher Datenschutz
2017, LX, 1331 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-69541-4,
Preis 209,00 € inkl. MwSt.

Budras/Fischer: „Wer hat an der Uhr gedreht?“ Rezension von Dr. Anette Hartung

Überfällt Sie in gewissen Business Meetings auch manchmal die Erinnerung an Momos Graue Herren? Oder sind Sie ohne Michael Endes phantastische Zeitdiebe aufgewachsen? Corinna Budras, FAZ-Redakteurin und selbst Mutter zweier Kinder, und ihrem Mann Pascal Fischer sind diese und ähnliche Gestalten offenkundig vertraut. Pünktlich zu Beginn der etwas ruhigeren Sommerzeit haben die beiden Journalisten bei C.H.BECK ein Taschenbuch zu der Frage vorgelegt, warum uns die Zeit abhandenkommt und wie wir sie zurückgewinnen. „Wer hat an der Uhr gedreht?“ ist eine ebenso kluge wie kurzweilig verfasste Betrachtung in zwölf Teilen.

Ihre Tour d’Horizon reicht von der Erfindung der Zeiteinteilung durch die Babylonier – der später übrigens nicht nur das System der Sonnen-, sondern vor allem auch das der Wasseruhren folgte – bis hin zum Unterschied zwischen Beschäftigung und Produktivität. Zudem wäre Budras nicht Arbeitsrechtlerin, würde sie an dieser Stelle nicht auch Hinweise auf Wochenarbeitszeiten und Leistungsverdichtung einfließen lassen. Wobei, die Älteren unter uns erinnern sich noch aus ihrer Kindheit daran, der Samstag bis in die sechziger Jahre hinein ein normaler Arbeitstag war. Und doch ist das Leben für den Coffee to go eine Erscheinungsform späterer Dekaden (Einschub der Autoren: Statt Pizza Hut sollte es in Frankfurt dann wenigstens Käs‘ Petri sein). Essenfassen als (weiterer) Gradmesser der Gesellschaft? Weiterlesen

Gewinnspiel: Starterpaket für Auszubildende zum/zur Rechtsanwalts- und Steuerfachangestellten

– DIE VERLOSUNG IST INZWISCHEN BEENDET –

Herzlichen Glückwunsch an die folgenden Teilnehmer:

Buchpaket für Azubis zum/zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten:

  • G. Schäfer aus Ottweiler
  • D. Hopt-Bley aus Balingen

Buchpaket für Azubis zum/zur Steuerfachangestellten:

  • T. Albrecht aus Hattert
  • H. Röttger aus Unterschleißheim

Wir wünschen Ihren Auszubildenden viel Erfolg und Freude mit dem Gewinn! Allen anderen Teilnehmern danken wir natürlich ebenfalls recht herzlich fürs Mitmachen!

Weiterlesen

Neue Spielregeln für Bauvorhaben – Interview mit Professor Stefan Leupertz über das neue Bauvertragsrecht

Das private Baurecht steckt voller Tücken. Anstatt Parkett schnell noch Fliesen verlegen lassen oder gleich eine ganze Etage aufstocken? Dazu eine detaillierte Baubeschreibung und ein Recht auf Widerruf? Fest steht: Ab Januar 2018 gilt ein neues Bauvertragsrecht. Zahlreiche Vorschriften im BGB werden geändert beziehungsweise neu eingeführt. Auch einige Vertragstypen kommen hinzu. Einen Überblick über die wichtigsten Änderungen gibt der Präsident des Deutschen Baugerichtstags und ehemalige BGH-Richter Professor Stefan Leupertz im Interview.

Herr Leupertz, warum eigentlich ein neues Bauvertragsrecht?
Bauvertragsrecht war bisher Werkvertragsrecht, das seit 1896 mit nahezu unveränderten Regelungen in gleicher Weise für Schuhreparaturen wie für die Errichtung eines Flughafens galt. Es liegt auf der Hand, dass die sich rasant entwickelnde Komplexität des Baugeschehens Sonderregeln braucht, die zumindest Leitgedanken für die Gestaltung und Abwicklung von Bauvertragsverhältnissen enthalten. So gesehen war die Schaffung eines eigenständigen Bauvertragsrechts lange überfällig. Über die letzten Jahrzehnte hat sich die Branche mit der VOB/B über Wasser gehalten, die solche Spezialregelungen enthält. Die VOB/B ist allerdings nicht mehr als eine Allgemeine Geschäftsbedingung, die schon deshalb nicht geeignet ist, die virulente Lücke zu schließen, die das Gesetz für Bauverträge lässt. Weiterlesen

Interview mit Rechtsanwalt Dr. Thomas Troidl

beck-shop.de: Guten Tag Herr Rechtsanwalt Dr. Troidl. Wir freuen uns, dass Sie uns zu einem Interview für unseren Blog Kanzleiforum zur Verfügung stehen. Kommen wir gleich zu unserer ersten Frage: Wen es nach Abschluss des Referendariats nicht in den Staatsdienst zieht, sondern sich als Anwalt/Anwältin zulässt, hat meistens die klassischen Rechtsgebiete wie Arbeits-, Familien- oder Wirtschaftsrecht im Blick. Sich auf Verwaltungsrecht zu spezialisieren, liegt nicht unbedingt auf der Hand. Warum entdeckten Sie diesen Bereich für sich?

Dr. Thomas Troidl: Vielen Dank zunächst für die Einladung zum Gespräch.

Sie haben recht: das Verwaltungsrecht ist in Studium und Referendariat eine eher unbeliebte Materie, vielleicht weil man immer in zwei Gesetzbücher hineinschauen muss: eins für das Bundes- und eins für das Landesrecht.

Ich bin mit dieser Materie aufgewachsen: Mein Vater war Amtsleiter in der Kämmerei von Regensburg, mein Onkel Verwaltungsrichter. Ich kam im Referendariat in die Kanzlei Schlachter und Kollegen, in der mein Vorgänger einen Nachfolger suchte. Also wählte ich auch mein Promotionsthema im Verwaltungsrecht, nämlich im kommunalen Unternehmensrecht, und suchte mir als Wahlfach das Wirtschaftsverwaltungsrecht aus.

Weiterlesen

Wichtige Neuregelungen!

Liebe Kollegen,

in dieser Übersicht finden Sie wichtige Neuregelungen zum Juni und Juli 2017.

Wir wünschen informative Lektüre und einen guten Wochenstart!

Mit herzlichen Grüßen aus München

RA Katharina Nitsch und das Kanzleiforum-Team

 

Zeitschrift JUVE Steuermarkt – Interview mit dem Co-Redaktionsleiter René Bender

Guten Tag Herr Bender, herzlichen Dank dafür, dass Sie uns für ein Interview zur Verfügung stehen. Seit Anfang 2017 gibt es die Zeitschrift JUVE Steuermarkt als Pendant zur Zeitschrift JUVE Rechtsmarkt. Was ist Ihre Zielsetzung?

Die Grundidee von JUVE Steuermarkt ist, mehr Transparenz in die Beratungsbranche zu bringen und Steuerexperten über die wesentlichen Entwicklungen in ihrem Arbeitsgebiet informieren. Und das in gewohnter JUVE-Qualität: analytisch, hintergründig, fair, investigativ. Der Zeitpunkt dafür ist in unseren Augen ideal, denn der Steuerberatungsmarkt verändert sich so stark wie nie zuvor: Dazu tragen die Herausforderungen der Digitalisierung und Automatisierung ebenso bei wie die globalisierte Wirtschaftswelt und ein verstärkter Fokus auf Steuerthemen aufseiten der Gesetzgeber und Verwaltungen auf nationaler, europäischer und globaler Ebene.

Welche Leserschaft spricht JUVE Steuermarkt an?

Wir richten uns an Steuerexperten in Beratungsgesellschaften, Anwaltskanzleien und Unternehmen sowie in der Verwaltung und den Gerichten. Entsprechend groß ist das Spektrum der Adressaten – von den Big Four bis hin zu kleinen Einheiten, die wirtschaftsberatend tätig sind oder die Entwicklungen auf diesem Feld verfolgen. Mit unseren Analysen, Interviews, Kennzahlen und Rankings erreichen wir schon kurz nach unserem Start etwa 6.000 Steuerexperten an allen wichtigen Schaltstellen der Branche, davon alleine mehr als 3.000 in Unternehmen.

Weiterlesen