Störungen der Hauptverhandlung – Interview mit Dr. Heiko Artkämper zum Alltag in deutschen Gerichtssälen

Guten Tag Herr Dr. Artkämper. Wir freuen uns, dass Sie für ein Interview für unseren Blog Kanzleiforum zur Verfügung stehen. Kommen wir gleich zu unserer ersten Frage: Ihr Werk „Die gestörte Hauptverhandlung“ widmet sich anhand von 621 Fällen möglichen Störquellen.

Wie sieht es eigentlich vor deutschen Gerichten aus? Ist es tatsächlich tumultartig? Welche Störquellen sind die häufigsten?

Die tumultartige Hauptverhandlung stellt in deutschen Gerichtssälen (erfreulicherweise noch) die Ausnahme dar. Es ist jedoch zu verzeichnen, dass die Bereitschaft zur Chaos-Verteidigung zunimmt und mit einer wenig ausgeprägten Konfliktbereitschaft der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft und der erkennenden Gerichte einhergeht.

Diese Entwicklung wird zudem durch die Tendenz zum konsensualen Verfahren, welches durch § 257c StPO normiert ist und Eingang in die Hauptverhandlung gefunden hat, gefördert. Das hat zur Folge, dass in bestimmten Strafprozessen – beispielsweise in Wirtschaftsstrafsachen oder im OK-Bereich, aber zunehmend auch vor den Amtsgerichten – seitens der Verteidigung Anträge gestellt werden, die weder der zügigen Durchführung der Hauptverhandlung dienen noch den Gegenstand des Verfahrens auch nur ansatzweise tangieren. Um diesem Phänomen wirksam zu begegnen, ist ein professioneller Umgang mit der StPO und dem GVG seitens der Staatsanwaltschaften und Gerichte sachdienlich.

Bei einer Chaos-Verteidigung an den „Grenzen des Rechtsstaates“ geht es vor allem um gehäufte Anträge auf Ablehnung der erkennenden Richter und Besetzungsrügen sowie die Ablehnung von Sachverständigen und Dolmetschern mit dem Ziel, bereits die Verlesung der Anklageschrift – im Extremfall über mehrere Verhandlungstage hinweg – zu verhindern.

Auch nach den Vorschriften der StPO unzulässige Befragungen von Zeugen sind in diesem Kontext zu nennen.

Hinsichtlich des Auftretens von Angeklagten und Zuhörern im Gerichtssaal wird der geordnete Ablauf der Hauptverhandlung häufig durch Verhaltensweisen, die der Ungebühr und/oder dem Ungehorsam zuzuordnen sind, gestört. Dies beginnt beim Sitzenbleiben der Verfahrensbeteiligten und Zuhörer beim ersten Betreten des Saales durch das Gericht, führt über das Verzehren von Speisen und Getränken während der öffentlichen Sitzung und endet bei Unmutsäußerungen oder gar Beleidigungen des Vorsitzenden während der Urteilsverkündung.

Häufig stören die Zuhörer eine Hauptverhandlung. Haben Sie hier einen Praxistipp für Richter?

Das GVG regelt in den Vorschriften der §§ 177 Satz 1 (Ungehorsam) und 178 Satz 1 (Ungebühr) mögliche und ausreichende Sanktionen für störendes Verhalten von Zuhörern. Diese konsequent anzuwenden, ist Aufgabe und zugleich Pflicht sowohl des Sitzungsvertreters, dem insoweit ein Antragsrecht zusteht, von welchem er Gebrauch machen sollte, als auch der erkennenden Gerichte. Hier gilt es, den Anfängen zu wehren! Kopfbedeckungen jeglicher Art haben in einer öffentlichen Hauptverhandlung ebenso wenig zu suchen wie Kaugummi kauende, essende, trinkende oder fast liegende Personen. Auch Kommentierungen aus dem Zuschauerbereich sind sofort und unnachgiebig zu unterbinden.

Der Praxistipp für die Verfahrensbeteiligten ist mir fast peinlich: Sie sollten „Die „gestörte“ Hauptverhandlung“ in Griffnähe haben!

Stichwort Zeugen. Wie kann man als Gericht störrische Zeugen in die Grenzen weisen? 

Zeugen, die die Anstandsregeln vor Gericht missachten oder den zur Aufrechterhaltung eines geordneten Sitzungsverlaufs getroffenen Anordnungen des Gerichts zuwider handeln, können ebenso wie Zuhörer mit den Ordnungsmitteln der §§ 177, 178 GVG belegt werden.

Ein Zeuge hat zudem grundsätzlich die Pflicht, zur Vernehmung in der Hauptverhandlung zu erscheinen, wahrheitsgemäß auszusagen und seine Aussage auf Verlangen des Gerichts zu beeiden. Verstöße gegen die Erscheinenspflicht regelt § 51 Abs. 1 StPO, der neben weiteren Sanktionen die Ordnungshaft normiert. Gleiches sieht § 70 Abs. 1 StPO für die unberechtigte Zeugnis- und Eidesverweigerung vor. § 70 Abs. 2 StPO geht sogar so weit, dass zur Erzwingung der Aussage Erzwingungshaft bis zu einer Höchstdauer von 6 Monaten angeordnet werden kann. Ergänzend ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass gerade in diesem Bereich die Zwangsmaßnahmen als „ultima ratio“ angesehen werden sollten. Vorrangig ist die Kommunikationskompetenz der Verfahrensbeteiligten gefragt.

Zum Thema  Medienöffentlichkeit: Was halten Sie von der Kamera im Gerichtssaal? Führt das zu mehr Disziplin oder noch mehr Klamauk?

Nach § 169 Abs. 1 Satz 2 GVG  sind Ton- und Filmaufnahmen zum Zwecke der öffentlichen Vorführung grundsätzlich unzulässig. Mit dem Gesetz zur Erweiterung der Medienöffentlichkeit vom 08. Oktober 2017 kündigt der Gesetzgeber im Hinblick auf die technischen Veränderungen allerdings die Tendenz an, von diesem generellen Verbot Abweichungen zuzulassen. Nach § 169 Abs. 1 GVG n.F. kann künftig die Tonübertragung in einen Presseraum vom Gericht zugelassen werden. Die nachfolgenden Absätze regeln Tonaufnahmen bei Verfahren von herausragender zeitgeschichtlicher Bedeutung und die Zulässigkeit von Bild- und Rundfunk pp. bei Entscheidungen des BGH in besonderen Fällen. Diese Änderungen gelten überwiegend erst ab dem 18. April 2018 und nicht für Verfahren, die bereits am 18. April 2018 bereits anhängig sind.

Bei der Medienöffentlichkeit steht in erster Linie nicht die Frage nach Klamauk oder Disziplin zur Debatte, sondern vielmehr die Notwendigkeit der Gewährleistung der Persönlichkeitsrechte der Verfahrensbeteiligten, insbesondere des Angeklagten und der (Opfer-) Zeugen.

Die Präsidentin des BGH, Bettina Limperg, weist in einem Interview vom 29. April 2017 mit LTO zu Recht darauf hin, dass sich bereits jetzt in den öffentlichen Medien entwürdigende Bilder finden, auf welchen Angeklagte, für die die Unschuldsvermutung gilt, mit Mappen vor dem Gesicht vor die Kamera treten müssen, und Veröffentlichungen mit unverpixelten Abbildungen weinender Opferzeugen.

Dies verstößt insbesondere im Strafverfahren – einmal mehr noch wenn diese Veröffentlichungen ins Internet eingestellt werden und damit dauerhaft für jeden abrufbar sind – gegen Persönlichkeitsrechte und wird prognostisch gesehen weder die Bereitschaft unbeteiligter Zeugen, dem Opfer einer Straftat helfend zur Seite zu stehen, in der Folge eine – in Chaos-Verfahren inquisitorische – Befragung über sich ergehen zu lassen, um letztlich noch in allen Medien aufzutauchen, noch die Bereitschaft von Angeklagten und Opferzeugen, ohne Zwangsmaßnahmen vor Gericht zu erscheinen, fördern.

Was halten Sie von der Plattform Richterscore?

Die Plattform spiegelt einen Teil der Vorbereitung der Rechtsanwälte auf das gerichtliche Verfahren wider. Das Bedürfnis, sich über die Person des Kommunikationspartners und dessen Arbeitsweise in der Hauptverhandlung zu informieren, ist naheliegend und bleibt auch Richtern und Staatsanwälten unbenommen. Es ist – wie ich in dem Abschnitt über das Zwischenverfahren dargelegt habe – Teil einer umfassenden Vorbereitung der Hauptverhandlung, wobei für mich häufig ein Blick auf die Homepage des Verteidigers und/oder Rückfragen bei ortsansässigen Kollegen aufschlussreicher sind als eine Internetplattform.

Was ist der unglaublichste Fall im Bereich der gestörten Hauptverhandlung, der Ihnen bekannt geworden ist? Vielleicht haben Sie zum Abschluss ein besonderes Beispiel für unsere Leser?

Nicht selten werde ich als Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft in der Hauptverhandlung gefragt: „Müssen wir denn heute nach der StPO verhandeln?“ Diese Frage überrascht umso mehr, als die am Gesetz orientierte Verhandlung dem Gericht die Verhandlungsleitung und damit die Lufthoheit garantiert.

Aber es bleiben surreale Fälle auf allen Seiten: Richter, die nach der HPO (Hüttenstädter Prozessordnung) verhandeln oder auf Facebook mit einem T-Shirt mit dem Aufdruck „Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause –  JVA“ posieren, Zeitung lesende Staatsanwälte, Verteidiger im Schlafanzug, Rechtsanwälte, die die Robe als Werbeträger missbrauchen, Zeugen im Nikolauskostüm, oder Zuhörer, die sich entkleiden, finden sich ebenso wie aktuell ein angeklagter Reichsbürger, der dem Gericht die Akten während der laufenden Hauptverhandlung „klaut“. Weitere skurrile Fälle mag jeder in dem Buch nachlesen … und auch gerne mir aktuellen Nachschub mitteilen (h.artkaemper@gmx.de).

Herr Dr. Artkämper, wir danken Ihnen für das Gespräch.

 

Artkämper
Die »gestörte« Hauptverhandlung
2017, 688 S., Gieseking, ISBN 978-3-7694-1178-2,
Preis 74,00 € inkl. MwSt.

 

Die Digitalisierung frisst die Gerichtshöfe – die Auswirkungen der Online-Streitbeilegung auf das traditionelle Rechtsanwaltsgeschäft

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Online-Streitbeilegung (Online Dispute Resolution – ODR) verbreitet sich immer mehr – propagiert u.a. von EU, OECD und UNO – und wird privat von immer mehr Online-Marktplätzen in mehr oder weniger milder Form durchgesetzt. Das verändert Justiz und Rechtsanwendung grundlegend.

Auslöser ist der „Digital Justice Gap“: Es lohnt sich einfach für viele Verbraucher und Unternehmen nicht, ihre – oft aus Online-Transaktionen- herrührenden Rechte mit meist kleinem Streitwert langwierig in der traditionellen, national begrenzten und bislang strukturell papierbasierten Gerichtsbarkeit durchzusetzen. Damit korrespondiert, dass in der staatlichen Zivilgerichtsbarkeit immer weniger prozessiert wird. Zivilgerichte werden immer mehr gemieden.

Online-Streitbeilegung hat gegenüber traditionellen Gerichten etliche Vorteile: Weltweite Verfügbarkeit per Internet, keine Beschränkung auf vereinzelte Nationalstaaten/Rechtsordnungen und die Erledigung von Online-Sachverhalten in multijurisdiktionalen Kontexten.

Bei der Online-Streitbeilegung steht jedoch nicht, wie in einem Zivilprozess der „Kampf ums Recht“ im Vordergrund, sondern die Schlichtung und Befriedung. Die Online-Streitbeilegung kommt mit einer sehr schwachen Rechtsbindung aus.

Aber wo bleibt das Recht? Beilegen lässt sich ein Streit auch auf andere Weise als durch Recht oder ohne explizite Bezugnahme auf Recht.  Ob durch die Ausweitung der Online-Streitbeilegung also Recht und Gerechtigkeit verbessert werden (und für wen?), muss sich noch zeigen.

Online-Streitbeilegung als Bedrohung?

Da die Online-Streitbeilegung jedoch strukturell oft ohne Anwälte auskommt, empfindet einer aktuellen Umfrage zufolge ein Teil der deutschen Anwaltschaft diese Frucht der Digitalisierung als Bedrohung und befürchtet, davon verdrängt zu werden.

Diese Angst ist durchaus berechtigt. Denn einige Staaten experimentieren schon mit öffentlichen Onlinegerichten als Dienstleistung („court as a service“ – „CaaS“), wobei durch softwaregeleitete Verfahren eine Beteiligung von Anwälten weniger nötig gemacht werden soll, insbesondere um den Parteien Anwaltskosten zu ersparen.

Damit gilt: „Für Prozessanwälte, deren Arbeit auf dem traditionellen gerichtsbasierten Zivilprozess beruht, ist ODR – ob nun in der Form von z. B. Onlinegerichten oder e-Verhandlungen oder e-Mediation – eine Herausforderung, die auf das Herz ihres Geschäftsmodells zielt.“ Aber: „Wie wird sich die Wahrnehmung der Justiz in der Öffentlichkeit wandeln, wenn eines ihrer Hauptsymbole, der Gerichtssaal, verdrängt wird? Können gut ausgestaltete Online-Gerichte das Symbol eines neuen, inklusiveren Zeitalters der Streitbeilegung werden?” (Zitate nach Richard Susskind, Tomorrow’s Lawyers, 2017).

Jedoch: Die grundsätzliche Nichtöffentlichkeit von ODR-Verfahren und auch der Alternative Dispute Resolution („ADR“) kann ebenfalls die Geltung des Rechts schwächen, wenn hierdurch „massenhaft Rechtsrealität neben der staatlichen Gerichtsbarkeit“ (Schult-Nölke) geschaffen wird. Bei der Online-Streitbeilegung findet kaum eine öffentliche Kontrolle ihrer Entscheidungen und Maßstäbe statt, soweit die Entscheidungen privat ergehen, nur spärlich begründet werden und nicht veröffentlicht werden. Außerdem haben zukünftige ODR-Verfahren deswegen kaum vorherige ODR-Entscheidungen als Maßstäbe oder gar als Rechtsquellen an der Hand, um ihre Entscheidungen zu treffen. Ohne allgemein zugängliche Sammlungen von Entscheidungen und Rechtsquellen ist aber eine einheitliche Entscheidung von Streitigkeiten und darauf aufbauende Fortbildung der Entscheidungspraxis nicht möglich. Kann der Rechtsstaat darauf verzichten? Möchte man das nicht wenigstens vorher diskutieren?

 

Was meinen Sie?

Wir freuen uns über Diskussionsbeiträge!

Tom Braegelmann ist General Counsel bei dem Berliner Legal-Tech-Unternehmen Leverton und Mitautor des soeben im Verlag C.H.BECK erschienen Buches „Legal Tech“

 

Opus Magnum zur Beraterhaftung

von Markus Hartung, Rechtsanwalt und Mediator sowie Direktor des Bucerius Center on the Legal Profession (CLP) an der Bucerius Law School in Hamburg.

Lücke in der Literatur zur Beraterhaftung

Zur Haftung von Beratern im Wirtschaftsrecht – also neben Anwälten auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – gab es bislang keine umfassende und einheitliche Darstellung, wohl aber vorzügliche Einzelwerke, gelegentlich auch ein Buch über die Haftung von Anwälten und Steuerberatern. Das war nicht nur eine theoretische Lücke. Vielmehr gab es ein Bedürfnis nach einer Gesamtdarstellung, denn die interprofessionelle Tätigkeit aller drei Berufsgruppen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das meint nicht nur den Umstand, dass Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gemeinsam in Sozietät verbunden sind, ansonsten aber ihre eigenen Mandate und Projekte bearbeiten. Im Gegenteil, inzwischen wird es gerade als USP empfunden, wenn in komplexen Beratungsprojekten verschiedene Berufsgruppen zusammenarbeiten. Das hat Auswirkungen auf die Haftung der Beteiligten.

Lücke: geschlossen

Das vorliegende Werk „Handbuch der Beraterhaftung“ schließt diese Lücke und liefert erstmals eine Gesamtdarstellung zum Thema. Die Herausgeber – Martin Henssler von der Universität Köln, Markus Gehrlein, Richter am BGH und bereits ausgewiesener Fachmann zu diesem Thema, und Oliver Holzinger mit der jahrelangen Erfahrung als Verlagsleiter – haben mit 13 weiteren Autoren ganze Arbeit geleistet und ein exzellentes Buch vorlegt.

Das Werk schafft den Spagat zwischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Haftung der einzelnen Professionen. Die Haftungstatbestände sowie Besonderheiten des Haftungsprozesses werden einheitlich erörtert, in den folgenden Kapiteln werden die haftungsrechtlichen Besonderheiten sehr ausführlich und detailliert dargelegt. In den letzten beiden Kapiteln wieder erfolgt einheitlich eine Darstellung der Haftung bei mehreren Beteiligten und in der interprofessionellen Zusammenarbeit, und schließlich eine Erläuterung versicherungsrechtlicher Fragen.

Gute und umfassende Darstellung – auch Nischenfragen werden beleuchtet

Das Werk mit einem Umfang von gut 1.300 Seiten ist außerordentlich detailliert und gibt einen zuverlässigen Überblick über den Stand der Dinge in Literatur und Rechtsprechung. Dabei werden auch Fragen erörtert, die sonst im Schatten stehen: So ist die Darstellung der Haftungs- und berufsrechtlichen Fragen bei der Third Party Legal Opinion hervorragend. Auch das Thema der Beraterhaftung bei Mediationen und sonstigen außergerichtlichen Konfliktbeilegungen ist kurz, knapp und vorzüglich: Hätten sich die Beteiligten der jüngsten BGH-Entscheidung zu diesem Thema (BGH v. 21.9.2017 – IX ZR 34/17) an die Ausführungen gehalten, hätten sie eine Menge Geld sparen können. Es gibt viele andere Haftungsfragen, die in diesem Buch so ausführlich wie nötig behandelt werden.

Fazit

Das Buch ist eine klare Empfehlung für diejenigen, die sich mit Beraterhaftung befassen. Es gehört jedenfalls in jede interprofessionelle Sozietät und kann bei Zweifelsfragen herangezogen werden.

Kann man solche Handbücher mit diesem Umfang noch händeln? Ja, wenn es ein gutes Sachverzeichnis gibt, das ist hier der Fall. Ergänzend allerdings: Solche Bücher gehören auch als e-books ins Netz. Auch wenn wir gerne die Romantik und die Haptik bei der Arbeit mit Büchern beschwören: Damit arbeiten kann man nur, wenn man es auch online zur Verfügung hat. Man zieht sich mit dem Werk ja nicht zur Lektüre zurück, sondern arbeitet sich abhängig von den anstehenden Fällen durch das Buch. Das geht online schneller und komfortabler, und vermutlich findet man auch mehr. Ein großer Verlag im süddeutschen Raum hat so gut wie alle seine Kommentare online bereitgestellt, das geschieht bei Wolters Kluwer auch. Wenn man durch das Buch surft, merkt man erst, wie viel Inhalt das Buch tatsächlich zu bieten hat. Es mag makaber klingen, aber: Man freut sich auf den nächsten Fall, um mit dem Buch arbeiten zu können.

Henssler / Gehrlein / Holzinger (Hrsg.)
Handbuch der Beraterhaftung
2017, XXVIII, 1370 S., Carl Heymanns, ISBN 978-3-452-28582-9,
Preis 149,00 € inkl. MwSt.

Sonderprüfung bei VW: Chance auf Licht im Abgas-Dschungel

Kaum ein Rechtszweig ist vom „Abgasskandal“ unberührt. Autokäufer und Leasingnehmer klagen gegen VW, Händler und Rechtsschutzversicherungen. Anleger verlangen Schadensersatz wegen verspäteter ad hoc-Informationen. Das BVerfG entscheidet über die Zulässigkeit staatsanwaltschaftlicher Verwertung interner Ermittlungen durch Anwälte. Klagen haben ein wesentliches Problem: den Mangel an Information. Einen großen Schritt zur Aufklärung leistet nun das OLG Celle. Es hat eine Sonderprüfung angeordnet. Wenn der Prüfer mit seiner Arbeit fertig ist, wird sein Bericht öffentlich.

Die Einsetzung des Sonderprüfers war auf der Hauptversammlung 2016 gescheitert. Sie lehnte auch das LG Hannover ab (LG Hannover 23. Juni 2017, Az. 15 O 28/16, BeckRS 2017, 130450). Zwar rechtfertigten Tatsachen den Verdacht von Unredlichkeiten bzw. groben Gesetzesverletzungen. Entweder wären die VW-Organe eingeweiht gewesen oder verantworteten schwerwiegende Compliance-Versäumnisse. Die Sonderprüfung sei aber unverhältnismäßig wegen der staatsanwaltlichen Ermittlungen.

Das OLG ordnete demgegenüber rechtskräftig die Sonderprüfung (OLG Celle 8. November 2017, Az. 9 W 86/17, becklink 2008281)  an, ob Vorstand und Aufsichtsrat ihre Pflichten verletzt und VW einen Schaden zugefügt haben, insbesondere wann der Vorstand erstmals Kenntnis von der „Abgasthematik hatte oder hätte haben müssen“ und gegen Ad hoc-Pflichten verstieß. Nach der Entscheidung des BVerfG zur vorläufigen Unverwertbarkeit der bei der Anwaltskanzlei beschlagnahmten Unterlagen (BVerfG vom 25.7.2017 Az 2 BvR 1287/17, 1583/17, 1405/17 und 1562/17, NJW 2017, 2816)  könnten die Staatsanwaltschaften keine Erkenntnisse vermitteln, die eine Sonderprüfung entbehrlich machten. Belanglos sei, dass eine Sonderprüfung für die Gesellschaft mit erheblichen Nachteilen verbunden sein könne. VW könne sich zur Rechtfertigung andauernder Intransparenz nicht auf mutmaßliche Folgen rechtswidrigen Verhaltens ihrer Mitarbeiter berufen. Mit nur internen Ermittlungen sei dem Interesse der Aktionäre nicht hinreichend gedient.

Rechtsanwalt Thomas Heidel, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

Legal Tech: Diese 8 Fragen sollte sich jeder Anwalt stellen

zinkevych/stock.adobe.com

Kein Jurist kommt in diesen Tagen an dem Wort Legal Tech vorbei. Manch einer behauptet: „Ach, das ist nur so ein schickes Buzzword. Betrifft mich eh nicht.“

Wer das sagt, irrt – findet etwa Professor Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts,  jüngst in der NJW.  „Diejenigen, die das Thema Legal Tech als ‚Hype‘ ansehen und eine intensive Auseinandersetzung mit ihm deshalb als überflüssig erachten, verkennen, dass bereits in der Vergangenheit technische Fortschritte das juristische Arbeiten wiederholt stark verändert haben.“

Aber wen betrifft Legal Tech denn nun eigentlich? Uns alle, weil sich keiner der Digitalisierung entziehen kann? Oder ist Legal Tech nur ein Thema für Großkanzleien?

Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigt sich das neue Buch „Legal Tech“ (C.H.BECK). Einer der Autoren ist Legal-Tech-Experte Marco Klock, CEO von rightmart und edicted.

Legal Tech: Sind Sie von den Entwicklungen betroffen?

Seine Haltung: „Die subsumierte ‚Light-Version‘ von Legal Tech (Mindset) lässt sich viel leichter mit dem alltäglichen Geschäft von kleineren oder mittleren Kanzleien vereinbaren.“

Doch nicht jeder sei von den Entwicklungen des Legal Tech-Zeitalters gleich betroffen.

Daher stellt Klock im Buch ein paar Kernfragen, damit Leser die Dringlichkeit des sogenannten „Legal Tech Mindsets“ einstufen können:

  1. Gibt es für einen Großteil Ihrer Mandate nur wenige Kollegen, die diese Spezialisierung aufweisen und deshalb mit Ihnen konkurrieren (das Gegenteil ist ein hoher Anteil von Mandanten repetitiver Natur)?
  2. Haben Sie einen exklusiven Marktzugang, der für andere eine höhere Markteintrittsbarriere darstellt (das Gegenteil ist eine Mandatsakquise ausschließlich aus Quellen, die jedermann auch ohne großartiges Know-how offenstehen)?
  3. Besteht die Möglichkeit, die Dienstleistung(en) Ihrer Kanzlei in konkrete Produkte zu verpacken? Oder anders gefragt: Ist Ihre Kanzlei spezifischer ausgerichtet als ein Rechtsgebiet (das Gegenteil ist eine große thematische Brandbreite bei den Mandaten Ihrer Kanzlei)? Ist Ihre Kanzlei spezifisch auf ein Rechtsgebiet ausgerichtet?
  4. Betreiben Sie aktives Marketing (oder aktive Vertriebsmaßnahmen) für Ihre Kanzlei?
  5. Haben Sie sich bereits mit Online-Marketing auseinandergesetzt?
  6. Kennen Sie die Akquisitionskosten Ihrer Mandate?
  7. Kennen Sie die Bearbeitungskosten Ihrer Mandate?
  8. Trägt Ihre Kanzlei einen Namen, der allgemeingültig als Marke durchgehen könnte? (Hinweis: Nachnamen gehen nur dann als Marke durch, wenn Ihre Kanzlei Skadden heißt)

Klock erklärt: „Diejenigen unter Ihnen, die vergleichsweise häufig mit Ja geantwortet haben, werden in den nächsten zehn Jahren zu den Gewinnern des Marktes zählen.“

Dafür müsse man „kein Genie“ sein, schreibt Klock. „Sie müssen einfach nur besser sein als der Durchschnitt am Markt, um exponentielle Vorteile für sich zu realisieren.“

Und was, wenn Sie größtenteils mit Nein geantwortet haben? „Dann wird Ihre Kanzlei mit großer Wahrscheinlichkeit stark von den Veränderungen am Markt betroffen sein“, resümiert Klock.

Welche Maßnahmen Sie jetzt ergreifen müssen? Und was Sie unabhängig von der Beantwortung der Fragen über Veränderungen, Tools oder Prozesse wissen müssen, erfahren Sie im Buch „Legal Tech“.

Was studiert der DAX-Vorstand? Jura oder…?

Was kennzeichnet den typischen Dax-Vorstand? Welchen Abschluss hat er, wie viele Berufswechsel hat er hinter sich?

Eine neue Studie der Personalberatung Odgers Berndtson erlaubt interessante Einblicke über den typischen Dax-Vorstand.
Zum Beispiel zeigt sie, was die Vorstände üblicherweise studiert haben.
Hier fällt auf: Jura verliert an Bedeutung.
Als Quellen dienten Daten von Odgers Berndtson, die Geschäfts- bzw. Vergütungsberichte der relevanten Betrachtungszeitpunkte sowie öffentlich zugängliche Informationen aus Internet und Online-Archiven, im Einzelfall auch aus den Presseabteilungen der Unternehmen.

EGB – das Standardwerk zum Thema Recht und Gesetz in Entenhausen

Entenhausen – Ort der wunderlichsten Prozesse, schrägsten Gesetze und verrücktesten Verhandlungen! In keiner Anwaltskanzlei der Gumpenstadt darf daher das EGB fehlen, das die wichtigsten Präzedenzfälle präsentiert und das Entenhausener Justizsystem genau unter die Lupe nimmt. Es ist das Standardwerk zum Thema Recht und Gesetz in Entenhausen!

Die Gumpenstadt ist der Schauplatz von zahlreichen spektakulären Prozessen und Justizdramen, bei denen nicht selten die uns wohlbekannten Einwohner im Mittelpunkt stehen. Daher wartet auf den Leser auch keine Ansammlung staubiger Paragraphen, sondern handfestes Anschauungsmaterial: Donald Duck auf der Anklagebank, Goofy als Strafverteidiger und Onkel Dagoberts beste Steuertricks. Die furiosesten Fälle und irrsten Urteile, zusammengestellt und kommentiert von Justizrat Jokus von Juxenburg.

Eine Leseprobe finden Sie hier. Wir wünschen beste Unterhaltung!

Ihr KANZLEIFORUM Team

 

 

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Das muss man tun, wenn man als Anwalt wirtschaftlich überleben will

Müssen sich Anwälte über kurz oder lang dem Kundenwunsch fügen und den Ausgang eines Rechtsstreits konkret prognostizieren? Hier lesen Sie einen spannenden Auszug aus dem Buch „Prozessrisikoanalyse“ von den Autoren Prof. Dr. Jörg Risse und Dr. Matthias Morawietz. 

Juristen rechnen nicht. Juristen können gar nicht rechnen! Das haben schon die alten Römer erkannt und in das geflügelte Wort des „Iudex non calculat“ umgesetzt.

Längst hat dieses Bonmot seinen Anwendungsbereich über die ursprünglich adressierten Richter hinaus erweitert und erstreckt sich auch auf Anwälte und Unternehmensjuristen.

Viele Juristen leben ganz gerne mit dem Klischee, wonach die Anwendung mathematischer Grundregeln nicht zu ihrem Pflichtenkreis gehörte. Sie betonen zwar leidenschaftlich das „Wissenschaftliche“ an der Rechtswissenschaft, doch heben sie im gleichen Atemzug hervor, die Juristerei sei nun mal keine Naturwissenschaft, weshalb das Ergebnis eines Rechtsstreits nicht mit mathematischer Genauigkeit prognostiziert werden könne.

Schon im Studium lernt der angehende Jurist, dass er in seinen Klausuren bis hin zum Examen fast jedes Ergebnis vertreten kann, wenn er es nur gut begründet. Ein objektiv „richtiges“ Ergebnis gebe es also nicht.

Im Berufsleben ändert sich an dieser Einstellung nichts. Der Anwalt teilt seinem Mandanten zwar seine Rechtseinschätzung in allgemeinen Worten mit, hebt aber gewöhnlich hervor, dass „man natürlich nie weiß, wie ein Richter entscheidet“.

Was Unternehmen von Ihren Anwälten erwarten

Die eigene Rechtseinschätzung wird bewusst unscharf mit Wendungen verkleidet wie „die besseren Argumente sprechen für eine Klageerhebung“. Kaum ein Anwalt käme je auf den Gedanken, dem Fall seines Mandanten eine 83 %ige Erfolgschance zu attestieren und diese präzise Einschätzung dem Mandanten auch noch zu offenbaren.

Viel zu hoch erscheint das eigene Haftungsrisiko, wenn sich das scheinbar willkürlich bezifferte Restrisiko am Ende realisiert. Dann doch lieber unscharfe Prognosen, die sich mit Allgemeinplätzen wie „Auf hoher See und vor Gericht sind wir in Gottes Hand“ oder „Vom Richter bekommen Sie ein Urteil, Gerechtigkeit gibt’s nur im Himmel“ garnieren lassen.

Was aber denken die Mandanten? Sie als Nachfrager juristischer Dienstleistung mögen die Mathematikfeindlichkeit der Juristen nicht. Die internationale Wirtschaftskanzlei Baker & McKenzie gab vor einigen Jahren eine Umfrage in Auftrag, um zu ermitteln, was große und mittelständische Wirtschaftsunternehmen als das wichtigste Qualitätsmerkmal eines Anwalts ansehen.

Das Ergebnis überrascht: Die Unternehmen erwarten von ihren Anwälten vor allem eines – einen klaren und eindeutigen Ratschlag! Dieses Qualitätskriterium rangierte deutlich vor der Erreichbarkeit des Anwalts, der juristischen Fachkunde oder der wirtschaftlich­pragmatischen Herangehensweise. Der Mandant will also genau das, was die Anwälte ihm nicht geben wollen: eine Bezifferung seiner Prozess­ und Erfolgschancen und eine darauf gestützte konkrete Handlungsempfehlung.

Was für ein Dilemma! Anwaltliches Dienstleistungsangebot und Erwartungshaltung des Kunden entsprechen sich nicht. Theoretisch gibt es drei Möglichkeiten, diese Diskrepanz aufzulösen: Der Kunde kann sich mit seinen Erwartungen der Mathematikfeindlichkeit seines Anwalts anpassen und seinen Wunsch nach klarer Bezifferung seiner Prozesschancen aufgeben.

Rechtsberatung ist zum Nachfragermarkt geworden

Oder alles bleibt, wie es ist, anwaltliches Beratungsangebot und Mandantenwunsch stehen sich weiter unversöhnlich gegenüber. Die dritte Möglichkeit besteht darin, dass der Anwalt sein Dienstleistungsangebot ändert und dem Kundenwunsch nach klaren Aussagen entspricht. Man muss kein Hellseher sein, um die weitere Entwicklung vorauszusehen: Rechtsberatung ist längst zu einem Nachfragermarkt geworden, nachdem sich die Anwaltszahl in weniger als zwei Jahrzehnten verdoppelt hat und gleichzeitig die Zahl der Rechtsstreite stagniert.

Das Bild von einem Anwalt, der hinter seinem Mahagonischreibtisch auf lukrative Mandate und zahlungswillige Mandanten wartet, ist passé. Wer als Anwalt heute wirtschaftlich überleben will, hat gar keine andere Möglichkeit, als sein Beratungsangebot den Wünschen seiner Kunden anzupassen.

Insofern ist auch klar, dass der Anwalt sich über kurz oder lang dem Kundenwunsch fügen wird, den Ausgang eines Rechtsstreits konkret zu prognostizieren und darauf seine Handlungsempfehlung aufzubauen. Nur wie soll die vom Mandanten geforderte „konkrete Prozessprognose“ und der darauf gestützte Ratschlag in der Praxis zustande kommen?

Dem Mandanten ist nicht wirklich damit geholfen, wenn sein Anwalt widerstrebend „aus dem Bauch heraus“ eine Prozentzahl nennt, die das Prozessrisiko beziffern soll. Eine gefühlsmäßige Einschätzung taugt nicht als Entscheidungsgrundlage für den Mandanten. Und auch der Anwalt wäre schlecht beraten, wenn er auf Kundendruck hin einfach Zahlen in den Raum stellt und sich so bei einer Fehleinschätzung Haftungsrisiken aussetzt.

Welches Ziel verfolgt die Prozessrisikoanalyse?

Beiden, Mandant und Anwalt, ist in einer solchen Situation nur gedient, wenn sie die Prozesschancen und die Prozessrisiken in einem geordneten Verfahren erfassen, strukturieren und schließlich bewerten können.

Genau dieses Ziel verfolgt die Prozessrisikoanalyse, die seit einigen Jahren – wie viele Neuerungen aus den USA kommend – auch nach Deutschland vordringt.

Unser Buch stellt die Prozessrisikoanalyse als juristische Technik vor. Das Buch zeigt praktisch auf, wie Rechtsanwälte und Unternehmensjuristen diese Methode zur Bezifferung von Prozessrisiken einsetzen können. Der Leser erfährt im ersten Teil Schritt für Schritt, wie aus einem juristischen Sachverhalt ein Entscheidungsbaum entsteht, der dann den Ausgangspunkt für die Berechnung der Prozesschancen und eine abschließende Handlungsempfehlung bildet.

Anhand zahlreicher Praxisbeispiele wird im zweiten Teil der breite Anwendungsbereich dieser Technik verdeutlicht. Wer als Anwalt oder Unternehmensjurist diese Arbeitstechnik anwenden will, bekommt Hinweise auf die Vorteile, aber auch auf die Gefahren, die mit der Prozessrisikoanalyse einhergehen können. Schließlich eine Prognose: Wenn Sie dieses Buch durchgearbeitet haben – und ein wenig Arbeit ist mit der Lektüre tatsächlich verbunden –, dann werden Sie die Prozessrisikoanalyse lieben! Mit 83 %iger Sicherheit …

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch Prozessrisikoanalyse“ (ISBN 978-3-406-71480-1).

Erfolgreich argumentieren: Kleine Rhetorikschule für Juristen in Neuauflage erschienen

Bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ermittelte der amerikanische Psychologe Albert Mehrabian, dass die Wirkung einer mündlich vorgetragenen Botschaft lediglich zu 7 % von ihrem Inhalt abhängt, zu 55 % jedoch von der Körpersprache und zu 38 % von der Stimme des Vortragenden. Auch wenn diese Zahlen sehr hoch gegriffen scheinen: „Daran, dass die unmittelbar-persönliche Wirkung des Redners größte Beachtung verlangt, kommen auch die Juristen nicht vorbei“, so Professor Walter in der Neuauflage seines Buches Kleine Rheotrikschule für Juristen. Reden und Argumentieren sind Grundfertigkeiten des Juristen, zugleich auch Ausweis der Kompetenz und Basis des Erfolgs.

In seinem Buch vermittelt Professor Walter auf unterhaltsame Weise, wie man mit wenigen und einfachen Mitteln klare, wirkungsvolle und gute Reden, Plädoyers, Aktenvorträge und Ansprachen hält. Von den klassischen Regeln bis zu den weniger feinen Tricks wird gezeigt, wie große Redner agieren, was eine gute Rede ausmacht, wie man sie aufbaut und welcher Mittel man sich heute bedient. Mit Beispielen aus Geschichte, Literatur und der Welt des Rechts von der Antike bis heute wird ein reichhaltiges Panorama geboten.

Damit auch Sie mit Freude erfolgreich und sicher Auftreten, finden Sie hier eine Leseprobe zum Thema Lampenfieber und Gegenmittel.

Wir wünschen anregende Lektüre!

Ihr KANZLEIFORUM Team

 

 

P.S.: Weitere Geschenkempfehlungen zum Fest haben wir für Sie hier zusammengestellt.

Hätte Jeanne d’Arc gerettet werden können? Überlegungen zu Verteidigungsstrategien

Viele Mythen ranken sich um Jeanne d’Arc, eine der bedeutendsten Frauen des Mittelalters, die noch heute in Frankreich als Nationalheldin verehrt wird. Ihr kurzes und ereignisreiches Leben endete am 30. Mai 1431 in Rouen auf dem Scheiterhaufen. Im Prozess wurde sie der Ketzerei beschuldigt und schließlich nach einem zermürbenden Verhör schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. 

Das Buch Die Akte Jeanne d’Arc von Annette Rieck und Michael Streck ist eine Analyse dieses Prozesses aus anwaltlicher Sicht. Die Autoren untersuchen das historische Verfahren vor allem auch vor der Fragestellung, wie man die Angeklagte hätte verteidigen können. Konnte man sie überhaupt verteidigen? Hätte man eine Chance gehabt? Vermutlich ja. Aber wollte sie eine Verteidigung? Vermutlich nein: Jeanne d’Arc war voller Zuversicht, „ihre“ Heiligen würden sie retten. Das Buch weist zudem verblüffend aktuelle Bezüge auf: Es bedarf keiner Gedankenakrobatik, um vom Sieg über die Engländer in Orléans bis zum Brexit eine Linie zu ziehen.

Eine Leseprobe finden Sie hier. Wir wünschen anregende Lektüre!

Ihr KANZLEIFORUM Team

 

P.S.: Für Sie zusammengestellt haben wir noch weitere Geschenkideen zum Fest. Diese finden Sie hier.