Mit KI und Kanzlei-Portal die Digitalstrategie komplettieren

Prozesse zu digitalisieren und somit zu automatisieren ist wichtiger denn je. Indes existieren in Unternehmen und Kanzleien noch zu viele Medienbrüche, die Digitalisierung stockt im Tagesgeschäft somit an entscheidenden Stellen. Doch das lässt sich durchaus beheben und eröffnet gleichzeitig ganz neue Effizienzpotenziale und Kostensenkungen.

Die digitale Belegverarbeitung ist in Unternehmen und Steuerberater-Kanzleien angekommen. Denn die daraus resultierenden Einspar- und Effizienzgewinne sind gewaltig, das lässt sich aus einem schon länger in vielen Unternehmen digitalisierten Dokumentenprozess nachvollziehen. Weiterlesen

Mal kein Buch: Der Prozess – Theater-Rezension Bad Hersfelder Festspiele 2019

In der Bad Hersfelder Stiftsruine hat Intendant Joern Hinkel mit Kafkas „Der Prozess“ eine ebenso werknahe wie Aufsehen erregende und verstörende Justizerzählung auf die Bühne gebracht. Dabei beginnt alles ganz harmlos. Denn:

Die Geschichte ist bekannt

Mensch, diese Gesichter kennen doch auch wir schon im Schlaf. Bereits die ersten Szenen, nachdem sich Josef K. am Vorabend seines 30. Geburtstags zu Bett gelegt hat, üben auf jeden medienkundigen Zuschauer einen geradezu perfiden Sog aus. Da umsorgt den zunächst noch sehr selbstbewussten jungen Banker – in seiner zunehmenden Fassungslosigkeit wunderbar anschaulich gespielt von Ronny Miersch – zunächst die Haushaltskraft in Gestalt von Marianne Sägebrecht, Percy Adlons unvergesslicher Jasmin aus Out of Rosenheim. Und die ältere Dame in Rot, das ist Ingrid Steeger, hier wie dort ein Star der Klimbim-Szene, die den wunderbaren Schlitz im Kleid später wie ein Echo zitieren wird. Und, sieh an: Da sind auch Markus Majowski aus „Die Dreisten Drei“ und Thomas M. Held aus dem guten alten „Sechserpack“.

Das ist doch wohl ein Scherz?

Tatsächlich glaubt auch K. anfangs an einen Scherz, aber Intendant Joern Hinkel hat nicht zuletzt deren Rollen in grandioser Weise wider den Strich gebürstet: Sie begegnen unserem Protagonisten als völlig humorlose Aufseher, denn irgendeine für ihn nicht näher greifbare Anschuldigung zieht ihn in den Sog der Justiz. In den nächsten beiden gut zweieinhalb Stunden wird K. dieser Umstand zuerst an den Rand der Geduld, dann an den Rand seiner bürgerlichen Existenz und schließlich an den Rand der Verzweiflung bringen. Zwar darf er sich ungeachtet einer Festnahme weiter frei bewegen, das kostet ihn aber nicht nur seine laszive Freundin (voller sprühender Präsenz: Corinna Pohlmann). Auch sein Arbeitgeber wendet sich frei nach der Mey’schen Sentenz „Selbstverständlich, dass jeder hier zu Ihnen steht“ von ihm ab, dieweil ein aufdringlicher Reporter (wunderbar hektisch-schmierig verkörpert von Thorsten Nindel) ihn umschwirrt wie den (angeblichen) Teufel die Fliege.

Derweil sind weder die Mühlen der Justiz noch deren Protagonisten oder auch nur deren attraktive Gespielinnen für zu greifen. K.‘s eigener Anwalt entpuppt sich als alternder Narzisst, der noch im Schlafanzug selbst die übelsten Selbstdarsteller der bundesdeutschen Strafverteidigergeschichte hinter sich lässt. Dabei gelingt Hinkel ein genialer medialer Brückenschlag: Für die Rolle des Advocaten Huld hat er Dieter Laser gewonnen – jenen Dieter Laser, der als BILD-Reporter Werner Tötges in Heinrich Bölls „Katharina Blum“-Verfilmung 1976 den Machtmissbrauch einer anderen „Gewalt“ so drastisch verkörpert hat wie kaum ein anderer zuvor und danach. Für seinen Mandanten interessiert sich dieser Kollege jedenfalls nicht. Als es schließlich zu einem mysteriösen Urteilsspruch kommt, fügt K. sich ohne innere Einsicht.

Und heute? Gustl Mollath läßt grüßen

Auf dem Heimweg diskutiere ich mit dem Mann an meiner Seite, wie sicher wir eigentlich heute – gut 100 Jahre nach der Entstehung von Kafkas Stück – vor derartigen Auswüchsen sind. Sehr sicher? Oder meinen wir das nur, weil wir uns selbst als Jurist(inn)en obenauf wähnen? Und was wäre eigentlich, wenn K. wegen mehrerer ihm angelasteter Delikte und gleichzeitiger, durch Gutachter festgestellte Schuldunfähigkeit gerichtlich in den psychiatrischen Maßregelvollzug eingewiesen worden wäre? Dann wäre das Ganze kein Theaterstück mehr. Gustl Mollath lässt grüßen.

 

Autorin: Rechtsanwältin Dr. Anette Schunder-Hartung, aHa Strategische Kanzleientwicklung, Frankfurt am Main

Anm. der Redaktion: „Der Prozess“ nach Franz Kafka in der Fassung für die Bad Hersfelder Festspiele von Joern Hinkel wird nach der Premiere am 5. Juli 2019 noch bis zum Freitag, 30. August, in der Stiftsruine Hersfeld aufgeführt.

 

 

Justitia

Blick hinter die Kulissen von Recht und Gesetz – Rechtsanwalt Dr. Jochen Theurer im Interview

Ob Diesel-Skandal oder Panama-Papers – immer wieder umgehen große Unternehmen oder führende Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft das Gesetz. Und immer wieder staunt die Öffentlichkeit, warum das so oft kaum spürbare Konsequenzen für die Beteiligten hat. In seinem neuen Buch Die Kunst, mit Gesetzen umzugehen erklärt Rechtsanwalt Dr. Jochen Theurer anhand aktueller Fälle, wann und warum der Rechtsstaat an seine Grenzen stößt und gibt wertvolle Einsichten in den operativen Alltag des Rechtswesens. Wir haben Dr. Theurer für ein Interview getroffen. Weiterlesen

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Bleibt Rechtsberatung Anwaltssache?

Wenn es nach dem Willen der 16 Landesjustizminister und -senatoren geht, bleibt die Rechtsberatung eine der Anwaltschaft vorbehaltene Aufgabe. Dies beschloss jedenfalls die Justizministerkonferenz, die Anfang Juni in Lübeck tagte.

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Buchrezension: Starke Stimme – Stark im Job

Tag für Tag seit unserer Geburt funktioniert unsere Stimme, ohne dass wir uns groß darum kümmern müssen. Allerdings nutzen nur wenige Menschen das immense Potential ihrer Stimme, um sie als Werkzeug in (Konflikt)Gesprächen oder Vorträgen erfolgreich einzusetzen. Dabei sagt unsere Stimme in ihren Klangspuren und Modulationen viel über unsere Persönlichkeit, unsere Emotionen, Bedürfnisse aus.

Um sich gezielt auf Sprechsituationen im Job vorzubereiten, stellen die Autoren Wiltrud Föcking und Marco Parrino in ihrem Buch Starke Stimme, stark im Job das innovative 3+1-Konzept für mehr Überzeugungskraft vor. Sie bieten zahlreiche praktische Tipps und Übungen, zusätzlich im Internet abrufbare Materialien wie Videos, Audiobeispiele, lassen aber auch enorm viel theoretisches Hintergrundwissen in ihr Buch einfließen. Weiterlesen

Smart Contracts: Thema nicht nur für Großkanzleien

Tom Braegelmann und Dr. Markus Kaulartz haben mit Unterstützung von 24 Autorinnen und Autoren das neue „Rechtshandbuch Smart Contracts“ im Verlag C.H. BECK herausgebracht.

Das Buch, das auch als eBook erhältlich ist, richtet sich nicht nur an Großkanzleien, sondern an alle – auch an kleine und mittelgroße Kanzleien.

Laut Tom Braegelmann wird das Thema Legal Tech und Smart Contracts bald alle Anwältinnen und Anwälte etwas angehen:

„Früher oder später betrifft das alle Anwältinnen und Anwälte. Wir haben in Deutschland Vertragsfreiheit. Das heißt, wenn Du als Anwältin oder Anwalt beispielsweise eine Mandantin hast, die mit einem Smart Contract zu Dir kommt, den man ihr vorgelegt hat und sie beraten werden möchte, kannst du nicht einfach sagen, das gibt es nicht! Und das wird zukünftig immer häufiger passieren!“

Das gesamte Videointerview mit legal-tech.de finden Sie hier.

 

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Mit den besten Grüßen aus München
Ihr Kanzleiforum Team

 

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