Kanzleimarketing.de: Zweite Ausgabe des eMagazins erschienen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

von kanzleimarketing.de ist nun die zweite Ausgabe des eMagazins erschienen. Mit abwechslungsreichen Themen zeigt es, wie vielfältig Kanzleimarketing ist – von der strategischen Ausrichtung einzelner Marketingmaßnahmen, über Medienarbeit bis hin zur Mandantenakquise. Als Experten auf ihrem Fachgebiet geben die Autoren ihre Praxiserfahrungen anschaulich und mit hilfreichen Tipps weiter.

Wir wünschen anregende Lektüre!

Es grüßt Sie im Namen des gesamten Kanzleiforum-Teams

RA Katharina Nitsch

Mandantenakquise im Netz? Fünf Tipps zum Umgang mit Social Media. Beitrag von Rechtsanwältin Dr. Susanne Reinemann, Redakteurin der NJW

Beim Thema Internet und Technologie spaltet sich die Anwaltschaft – während die einen noch „klassisch“ arbeiten, setzen andere, vor allem Großkanzleien, schon auf Legal Tech. Gerade kleine und mittlere Kanzleien können sich aber häufig nicht – zumindest noch nicht – die Anfangsinvestitionen für Legal-Tech-Software leisten und verlieren dadurch (wahrscheinlich) entscheidende Wettbewerbsvorteile. Wie also an Mandanten kommen, wenn Rechtsberatung immer mehr ins Netz wandert?

Sich als Anwalt im Social Web zu bewegen, kann der Akquise von Mandanten nützen. Für viele Anwälte ist das Social Web daher schon lange kein „Neuland“ mehr. Wer sich gerne präsentiert, austauscht und schreibt, für den ist es eine gute Möglichkeit, sich zu positionieren. Dazu kommt, dass dies ohne hohe Anfangsinvestitionen möglich ist. Ganz kostenlos ist es allerdings nicht: Es kostet Zeit! Und wenn man Social Networks nutzt, bezahlt man mit seinen Daten.

Aber nicht jeder weiß, wie er die ersten Schritte im Netz tun soll. Oder ist bei der Nutzung von Social Media nicht so erfolgreich, wie er sich das wünschen würde. Hier mögen die folgenden Tipps helfen.

 Tipp 1: Blogs plus Social Networks nutzen

Blogs und Social Networks sind zwei wesentliche Säulen des Social Web, und wer sich als Anwalt im Social Web bewegen will, sollte beides nutzen. Das Blog ist der Ausgangspunkt, die „Heimat“ der Inhalte. Vorausgesetzt, es wird unter einer eigenen Domain gehostet (was sich empfiehlt! Zum Beispiel auf der Kanzleiwebsite), gehören alle Inhalte, die dort gepostet werden, ausschließlich dem Betreiber der Seite, also dem Anwalt oder der Kanzlei. Hinzu kommt, dass man nur hier im Design unabhängig ist, also anders als bei Social Networks keinen Vorgaben etwa für Textfelder oder Bildgrößen unterliegt. Jurablogs.com listet inzwischen über 1.000 Rechtsblogs – mit kontinuierlich steigender Tendenz. Gemessen an der Zahl der zugelassenen Anwältinnen und Anwälte mag das nicht viel erscheinen. Stellt man aber in Rechnung, dass Anwälte und Kanzleien nicht als übertrieben innovationsfreundlich gelten, ist dies durchaus beachtlich.

Social Networks wie Facebook, Twitter oder LinkedIn dienen dazu, die Inhalte des Blogs zu verteilen. Hier findet regelmäßig die Interaktion statt – ein „Gefällt mir“ oder ein „Retweet“ ist leichter geklickt als einen Kommentar in einem Blog zu hinterlassen. Auf ein Blog zu verzichten und sich nur auf Social Networks zu verlassen, ist aber unklug. Seiten können gelöscht, ganze Netzwerke können eingestellt werden (wer erinnert sich heute noch an Studi-VZ?). Welche Netzwerke man nutzt, ist (auch) eine Geschmacksfrage – Facebook wendet sich wegen der großen Nutzerzahlen an eine breite Öffentlichkeit. Twitter ist mit seiner Begrenzung auf 140 Zeichen häufig schneller, hier finden sich auch viele Journalisten einschlägiger Medien. LinkedIn gewinnt durch seine Blogfunktion zunehmend an Bedeutung.

 Tipp 2: Be social!

Der Begriff Social Networks ist mit „Soziale Medien“ nur unzureichend übersetzt. Denn „social“ in diesem Zusammenhang heißt vor allem „gesellig“ sein, „miteinander reden“. Dies ist auch schon der Schlüssel dazu, wie man sich am besten im Netz verhält – es geht darum, sich auszutauschen, Beziehungen aufzubauen und diese zu pflegen. Sam Glover, Gründer und Chefredakteur von lawyerist.com, bringt es in seinem Beitrag „Mistakes lawyers make with social media“ auf den Punkt: „Just be social. If you are forming relationships and extending existing ones, the clients will come.“ Im Social Web geht es also darum, ein guter Gesprächspartner zu sein, das heißt zuzuhören und Interessantes zu erzählen und so Nutzen zu schaffen. Hierzu gehört vor allem, Wissen zu teilen und Meinungen zu vertreten. Platte Werbebotschaften verbieten sich – besser als zu behaupten, dass man ein toller Anwalt, eine großartige Anwältin ist, ist, es zu zeigen.

Tipp 3: Zu Fehlern stehen

Wir alle machen Fehler, auch im Social Web. Dort kommt allerdings hinzu, dass das, was man falsch macht, im Zweifel eher mehr Menschen bekannt wird als offline. Was also tun? Entscheidend ist nicht, dass man keine Fehler macht, sondern wie man mit ihnen umgeht. Der erste Impuls – löschen – ist dabei oft der schlechteste. Denn was im Netz ist, bleibt im Netz, und im Zweifel hat jemand den Inhalt schon weitergeleitet oder in irgendeiner Form gesichert. Man kann also keinen Fehler ungeschehen machen. Daher ist es am besten, sich zu korrigieren, gegebenenfalls zu entschuldigen und wenn es möglich und nicht unangebracht ist, den Fehler mit Humor zu nehmen. Die taz hat vor einigen Jahren eine falsche Bildunterschrift im Print (zu sehen war ein Otter, darunter stand der Name eines Politikers der Piratenpartei) auf Twitter aufgenommen und das Bild aus der Zeitung mit der Bemerkung gepostet „Aufgrund zahlreicher Nachfragen stellen wir richtig: Der Otter heißt nicht Christopher Lauer.“ Wer könnte da noch böse sein?

Tipp 4: Keine Angst vor dem Shitstorm

Die Angst vor einem Shitstorm ist weit verbreitet, aber vielfach unbegründet. Unter einem Shitstorm versteht man eine Diskussion, die sich zumeist an einem wahren Kern entzündet, dann aber eine Eigendynamik entwickelt und zu einer häufig beleidigend geführten, kaum mehr zu beherrschenden Debatte einer breiten Öffentlichkeit im Netz führt. Die Angst hiervor rührt daher, dass eine solche Wutwelle erhebliche Probleme bereiten kann. Aber Shitstorms treffen nur wenige, meist große Unternehmen (die häufig tatsächlich auch eine Ursache für die Kritik gelegt haben, eben den Kern, an dem sich die Debatte aufhängt). Die Gefahr, dass man selber in einen solchen Empörungssturm gerät, ist also sehr gering. Unabhängig davon gibt es aber natürlich Anfeindungen im Social Web, Grobheiten, Kritik, Wut oder Häme, die oft deutlicher ausfallen, als im Leben „offline“. Hier hilft es immer Ruhe zu bewahren, und je nach Grund und Art der Kritik häufig auch die Anfeindungen zu ignorieren.

Tipp 5: An das Recht denken  

Das Social Web und das Recht sind auf den ersten Blick Gegensätze – das Internet entwickelt und verändert sich mit großer Geschwindigkeit, und die Rechtsordnungen kommen nicht hinterher. Hinzu kommt ein ganz unterschiedliches Verständnis von Nutzern des Web und „Offlinern“. So mögen Urheberrechtlern bei dem zentralen Gedanken des Social Web „If you have it, share it“ die Haare zu Berge stehen (oder die Augen leuchten, je nachdem). Neben den Urheberrechten, vor allem an Bildern, gilt es außerdem das anwaltliche Berufsrecht zu beachten, die Impressumspflicht, die Nutzungsbedingungen für Social Networks, das Datenschutz- und das Wettbewerbsrecht – das Social-Media-Recht ist eine Querschnittsmaterie. Ganz einfach ist das alles nicht, aber man findet Tipps bei Kolleginnen und Kollegen, die sich mit Social-Media-Recht befassen im Netz. Und schließlich – wozu ist man Anwalt?

Natürlich gäbe es noch viel mehr zum Thema zu sagen, aber an dieser Stelle soll es mit diesen fünf Tipps sein Bewenden haben; obwohl …

… zum Schluss noch ein Bonus-Tipp : Use social media only, if you enjoy it!

Über die Notwendigkeit eines effektiven Marketings – Interview mit Petra Arends Paltzer

Frau Arends Paltzer, zunächst einmal herzlichen Dank für Ihre Bereitschaft, sich den Fragen unserer Leser zu stellen. In Deutschland arbeiten mehr als 160.000 zugelassene Rechtsanwälte und jedes Jahr kommen viele Neuzulassungen hinzu. Aber die Nachfrage nach juristischen Dienstleistungen wächst nicht in gleichem Maße und die Konkurrenz durch fachfremde Berufsgruppen steigt. Daher ist effektives Marketing auch für Anwälte eine Notwendigkeit erfolgversprechender Kanzleiführung. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Säulen einer schlüssigen Marketingstrategie?

Suchen Sie Ihre Nische oder definieren Sie Ihren Wunschmandanten. Versetzen Sie sich dann in die Position Ihres zukünftigen Mandanten. Schauen Sie in den einschlägigen Foren/Gruppen/Magazinen, was Ihre Mandanten wirklich bewegt. Wenn Sie das wissen, dann können Sie potentiellen Mandanten die richtigen Lösungen zu deren Problemen offerieren. Diese Lösungen müssen Sie mit digitalen Online Strategien und in einer verständlichen Sprache kommunizieren.

Ihr Spezialgebiet ist Online Marketing und Content Marketing. Können Sie kurz beschreiben, was Sie darunter verstehen und wo die Hauptanwendungsgebiete für Kanzleien liegen können?

Wenn Kanzleien aus der Masse heraustreten wollen, dann müssen sie mit Inhalten arbeiten und diesen Inhalt ihrer Zielgruppe näherbringen. Das ist Content Marketing. Verabschieden sie sich von Newslettern, dieses ‚Gießkannen-Prinzip‘ funktioniert im digitalen Zeitalter, in dem niemand mehr Zeit hat,  nicht mehr. Konzentrieren sie sich auf eine Zielgruppe (ihre Wunschmandanten), recherchieren sie deren Fragen und antworten sie mit verständlichen Lösungen darauf. Anwälte, die ihre Wunschmandanten entsprechend analysieren, sind in der Lage, Online Strategien zu erarbeiten und mit diesen, neue Mandanten (online) zu akquirieren.

Unterscheiden sich die Marketingstrategien grundsätzlich entsprechend der Größe einer Kanzlei oder gibt es einige Dinge, die alle Kanzleien unabhängig von der Größe beachten sollten?

Das Wichtigste ist, dass eine Kanzlei voll und ganz von der Notwendigkeit eines strategischen (digitalen) Marketings überzeugt ist. Wichtig ist ferner auch, sich auf ein Thema zu konzentrieren. Wenn Sie sich dann noch inhaltlich positionieren und dies mit einer durchdachten Strategie umsetzen, dann spielt die Größe einer Kanzlei überhaupt keine Rolle.

Welches sind die häufigsten Fehler, die im Bereich „Marketing“ von Kanzleien gemacht werden?

Kein Konzept, kaum oder wenig Ahnung von den Online Instrumenten & Mechanismen und eine halbherzige Umsetzung.

Wie beurteilen Sie die Relevanz von Social-Media-Kommunikation, Online-Rechtsberatung und Guerilla-Marketing für Kanzleien?

Alle drei genannten Aspekte werden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Da ist zum einen die Macht und Kraft der Social-Media, die von Anwälten oft vernachlässigt wird (auf Facebook sind 50+% aller Deutschen aller sozialen Schichten. Wenn Sie dort nicht sind, haben Sie diese 50+% schon einmal nicht erreicht). Online-Rechtsberatung konzentriert sich ja auf einen Markt, der von Anwälten bisher wenig bearbeitet wurde, da er nicht lukrativ war (Geblitz.de, flightright.de, etc.). Aber mit Big Data, Machine Learning und künstlicher Intelligenz wird diese Rechtsberatung immer effektiver/klüger werden und zunehmend auch in traditionelle Anwaltsmärkte vordringen. Und ausgefallenes Marketing wird mit Sicherheit an Bedeutung gewinnen, wenn schon nicht von den Anwälten selbst, dann von der Online-Konkurrenz.

Welche weiteren „Pflichtprogramme“ sehen Sie für Kanzleien – wir denken hier an Medienpräsenz, Cross selling und ähnliches, die für Anwälte im Moment eher noch Fremdworte sind?

Mobile responsive Website – Online Marketing Strategie – digitalisiertes Anwaltsprodukt.

Zum Thema Legal Tech: sehen Sie diese Anbieter als Wettbewerber, insbesondere auch für kleine und mittlere Kanzleien oder könnte sich hier evtl. eine Chance auftun?

Beides; einzelne (repetitive) Tätigkeiten werden von Legal Tech übernommen werden; gleichzeitig bedeutet Legal Tech (Dokumenten Automatisation, E-Discovery, Vertragsmanagement, Research) auch eine riesige Entlastung für Anwälte. Gleichwohl, wie bei jeder ‚industriellen Revolution‘ hat es zunächst Verluste gegeben, im weiteren dann aber neue Stellen.

Ganz allgemein, Anwälte sollten ihre Businessmodelle in Anbetracht der neuen Wettbewerber kritisch hinterfragen, vielleicht Anpassungen vornehmen, einzelne Dienstleistungen produktisieren und so von den Mitbewerbern lernen. Denn eines kann die Online Konkurrenz nicht – den Menschen und die ganzheitliche Beratung ersetzen.

Weitere Anregungen finden Sie hier

Kanzleiwebsite: Diese rechtlichen Stolperfallen sollte man als Anwalt kennen. Beitrag von Rechtsanwältin Pia Löffler

Teil I: Das Urheberrecht

Wenn es um das Thema Kanzleiwebsite geht, haben viele Rechtsanwälte Berührungsängste: Wie komme ich an eine moderne Kanzleiwebsite? Was kostet das? Wer hilft mir bei der Umsetzung? Und: Was muss man dabei eigentlich rechtlich beachten, wenn man eine Kanzleiwebsite erstellt / erstellen lässt?

Gerade die letzte Frage scheinen sich einige Rechtsanwälte nur selten zu stellen oder die Antworten auf die wichtigsten Fragen nicht zu kennen. Denn viele Online-Präsenzen der Kollegen stehen rechtlich auf tönernen Füßen: Sie sind schlichtweg abmahnfähig, und das häufig aus urheberrechtlichen Gründen.

Worauf Sie als Rechtsanwalt achten sollten – auch in der Zusammenarbeit mit einer Web-Agentur –, damit nicht plötzlich eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzungen auf Ihrer Kanzleiwebsite in der Post liegt, erfahren Sie in diesem Teil I der Serie zum Thema „rechtliche Stolperfallen im Onlinemarketing“. In weiteren Beiträgen erfahren Sie in den kommenden Wochen außerdem mehr zum Thema „Medienrecht und Kanzleiwebsite“ und „Berufsrecht und Kanzleiwebsite“.

Texte, Fotos etc.: nicht ohne (passende) Lizenz  

Vor allem Texte und Bilder (Fotos, Grafiken etc.), die Sie für eine Website benötigen, sind urheberrechtlich geschützt. Stammen diese Inhalte (Neudeutsch: „Content“) nicht von Ihnen selbst, dürfen Sie Texte und Bilder nicht ohne passende Lizenz auf der Website einsetzen.

Warum sage ich „Lizenz für die Nutzung auf der Website“? Es gibt Lizenzen für unterschiedliche Nutzungsarten. Hat man für ein Foto eine Lizenz z. B. NUR für die Nutzung im Printbereich (Kanzleibroschüre), darf man dieses Foto nicht auf der Website nutzen und umgekehrt. Darauf sollte man gerade bei Fotos aus Stockarchiven (Fotolia, iStock etc.) unbedingt achten!

Bei Fotos und Grafiken aus Stockarchiven regeln die AGB des Anbieters den Umfang der Nutzungsmöglichkeiten. Diese AGB unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter deutlich – AGB lesen schadet hier also auch dem Anwalt nicht!

Lässt man Fotos und Texte individuell anfertigen, muss man mit dem Texter oder Fotografen den Umfang der Nutzungsrechte (welche Medien, welche Nutzungsdauer etc.) klären. Nicht selten machen z. B. zeitlich unbegrenzte Nutzungsrechte bei Fotografen einen Preisunterschied im Vergleich zu Nutzungsrechten, die auf einige Jahre beschränkt sind. Auch hier lohnt es sich, die AGB des Fotografen zu lesen bzw. den Fotografen direkt darauf anzusprechen, wenn er keine AGB nutzt oder die AGB dazu keine Regelung enthalten.

Die Krux mit der Nennung des Urhebers

Allein die passende Lizenz zu haben reicht nicht, um Texte und Bilder urheberrechtskonform auf einer Website zu nutzen. Das ist ein – auch unter Anwälten! – weit verbreiteter Irrtum.

Denn das Urheberrecht verlangt nicht nur eine passende Lizenz, um ein Werk rechtskonform nutzen zu können: Der Urheber des „Werkes“ muss außerdem am Werk genannt werden, unabhängig davon ob es das Werk eines Texturhebers oder eines Fotografen ist.  Die Abmahngefahr wegen unzureichender Nennung ist jedoch bei Fotos im Internet deutlich höher als bei Texten.[1]

Die korrekte Nennung des Fotografen muss so gestaltet sein, dass das Bild seinem Urheber eindeutig zugeordnet werden kann. Im Internet wird man allerdings selten den Namen des Fotografen direkt „am Werk“, also direkt am Bild anbringen. Gängige Praxis ist es deshalb, den Urheber von Texten und Fotos in einer Art „Bildnachweistafel“ im Impressum zu nennen. Die AGB der meisten Stockarchive lassen genau das ausdrücklich zu und auch mit individuell gebuchten Fotografen sollte man sich so einigen. Das erleichtert Web-Agenturen die Arbeit und stört nicht den optischen Eindruck der Seite.

Aber Achtung! Die Nennung des Urhebers in der Bildnachweistafel sollte man seinem Bild zuordnen können. Das kann man z. B. mit der Angabe der Unterseite erreichen, auf der sich das Bild befindet und mit der Beschreibung des Motivs des Bildes. Nur dann erfüllt die Nennung ihre Funktion, dass das Bild seinem Urheber eindeutig zugeordnet werden kann.

Die korrekte Nennung eines Fotografen für ein Foto auf einer Website könnte in einer „Bildnachweistafel“ also wie folgt aussehen:

„Seite WIR / Porträt Löffler: Nicolas Gradicsky“

Last but not least: Quellenangabe und „Quellenangabe“

Und nicht zuletzt hat man auch noch eine weitere Möglichkeit in ein Urheberrechtsfettnäpfchen zu tappen: Denn nutzt man urheberrechtlich geschützte Texte Dritter, muss man laut Urhebergesetz (UrhG) die Quelle angeben, aus der man einen Text bezogen hat. Denn es reicht eben nicht, das Zitat in Anführungs- und Schlussstriche zu setzen und den Verfasser zu benennen. Es muss auch klar gekennzeichnet werden, woher das Zitat konkret stammt. Das dürfte aber in der Regel bei einer Kanzleiwebsite selten der Fall sein, da man in der Regel nicht zitiert, sondern Texte selbst verfasst oder genau für diesen Zweck lizenziert.

Bei Fotos hingegen ist es nicht das Urheberrecht, das Vorgaben für die „Quellenangabe“ macht. Hier findet sich die Pflicht zur „Quellenangabe“ in den Lizenzbedingungen und ist dann – genau genommen – Teil der Nennungsverpflichtung (s. o.), weil der Urheber festlegen kann, WIE er genannt werden will. Meist reicht es schon aus, wenn man in der Bildnachweistafel hinter der Nennung des Urhebers (Klarname, Kürzel – je nach Vorgabe) angibt, aus welchem Portal man das Bild lizenziert hat.

Die korrekte Nennung eines Urhebers mit „Quellenangabe“ für ein Foto aus einem Stockarchiv auf einer Website könnte in einer „Bildnachweistafel“ also wie folgt aussehen:

„Startseite Oben – Glühbirne vor Blau: BillionPhotos.com / Fotolia.com“

Agentur schützt vor Fehlern nicht

Zuletzt – aus eigener Erfahrung als Anwältin im Bereich Urheber- und Medienrecht – ein Hinweis: Die Zusammenarbeit mit einer Web-Agentur schützt nicht vor rechtlichen Fehlern auf der Kanzleiwebsite. Es gibt viele Agenturen, die sich mit den urheberrechtlichen Anforderungen an eine Website wenig bis gar nicht auskennen. Und bei der Menge der Agenturen auf dem Agenturmarkt ist die Anzahl der grau-schwarzen Schafe ohne rechtliche Grundkenntnisse nicht ganz gering.

Solche Agenturen stellen Ihnen nicht selten eine hübsche Kanzleiwebsite quasi mit großer roter Schleife vor die virtuelle Tür. Abmahnfähig sind solche Seiten häufig aus den oben genannten Gründen dennoch. Abgemahnt werden dann Sie als Seitenbetreiber. Natürlich: Sie können den daraus entstehenden Schaden im Zweifel an die Agentur durchreichen, aber das kostet Zeit und Nerven, die man sinnvoller einsetzen kann. Es macht also durchaus Sinn, seine Web-Agentur auch in rechtlicher Hinsicht bei der Nutzung von Text- und Bildmaterial von Beginn an ein wenig auf die Finger zu sehen und durchaus kritisch nachzufragen.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Wurden alle Medieninhalte korrekt für die Nutzung im Internet lizenziert?
  • Lassen die Lizenzbedingungen bestenfalls eine zeitlich und räumlich unbeschränkte Nutzung der Inhalte zu? Sonst Frist notieren, zu der man Lizenz verlängert oder Bilder / Texte austauscht
  • Werden die Urheber wie – individuell! – erforderlich korrekt genannt?
  • Sind die notwendigen Quellenangaben vorhanden?

[1] Das gilt vor allem, weil viele Kanzleien die Texte zur Internetseite selbst beisteuern, Fotos aber fast immer lizenzieren müssen.

Rechtsanwältin Pia Löffler ist Mitinhaberin der Boutique-Agentur anwalts.marketing, die sich auf die (Online-) Marketingberatung von Rechtsanwälten / Patentanwälten und MDP-Kanzleien spezialisiert hat

 

Professionelle Rechtskommunikation. Interview mit Rechtsanwalt Martin Wohlrabe

Guten Tag Herr Rechtsanwalt Wohlrabe. Herzlichen Dank, dass Sie uns für ein Interview zur Verfügung stehen. Professor Joachim Jahn hat unlängst in seinem Beitrag „Der Anwalt und die Medien“ Rechtsanwälten Tipps für den Umgang mit Journalisten gegeben. Seiner Meinung nach ist die „Do it yourself“-Methode durchaus eine Option. Teilen Sie seine Ansicht?

Sie werden überrascht sein: Auch als PR-Berater teile ich diese Meinung. Schließlich steckt niemand besser in seinen Themen als der Anwalt selbst. Wichtig ist ein paar Punkte zu beachten. Und die hat Herr Jahn sehr gut aufgezählt: Gezieltes Anmailen, geduldig sein und sich ohne Ausschweife ausdrücken. Wer diese Punkte nicht unterschätzt, ist schon auf einem guten Wege.

Gibt es Situationen, in denen es Ihrer Erfahrung nach nicht mehr ausreicht, dass eine Kanzlei selbst den Kontakt zu Journalisten sucht?

Meist dann, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Häufig geht’s den Kollegen so, dass sie so intensiv in ihren Themen stecken, dass Ihnen die Außenperspektive abgeht. Und dann ist der Frust schnell groß, wenn man in Redaktionen mit den eigenen Themen nicht durchdringt.

Mit welchen Anliegen wenden sich in der Regel Kanzleien an Ihr Unternehmen? Sind Sie und Ihre Kollegen auf bestimmte Rechtsgebiete festgelegt?

Wir sind in zwei Bereichen unterwegs: Bei der Prozess-PR geht’s in aller Regel um Wirtschaftsstrafverfahren, wettbewerbsrechtliche Auseinandersetzungen und auch mal Kartellstreite. Hier steht ganz vorne den guten Ruf des Mandanten zu schützen. Unser zweiter Bereich ist die klassische Kanzlei-PR. Dabei kommen Kanzleien aus den verschiedensten Rechtsgebieten auf uns zu, um mit den für sie relevanten Themen an den entscheidenden Stellen in den Medien stattzufinden.

Wie müssen wir uns das vorstellen: Verfassen und versenden Sie z.B. Pressemitteilungen im Namen von CONSILIUM oder versendet Ihr Auftraggeber Ihre Vorlage an einen von Ihnen vorgeschlagenen Adressatenkreis?

Meist versenden wir selbst – teils im Namen unserer Kunden, teils auch im eigenen Namen mit Hinweis auf unsere Kunden. Dies hängt davon ab, wie wir im Einzelfall eine höhere Aufmerksamkeit erwarten.

Bietet sich auch für kleine und mittlere Kanzleien die Zusammenarbeit mit einer PR-Agentur an?

Wie sagen wir Juristen so schön? Es kommt darauf an: Je spezialisierter die Kanzlei aufgestellt ist, desto eher bietet sich für sie eine Zusammenarbeit mit einer PR-Agentur an. Denn überhaupt nur so hat sie eine wirkliche Chance zitiert zu werden. Und wir selbst vermitteln auch ausschließlich echte Experten auf ihrem jeweiligen Rechtsgebiet – sonst machen wir uns am Ende selbst gegenüber Redaktionen unseriös. Von daher ist weniger die Größe, als die Ausrichtung entscheidend.

Welchen Tipp würden Sie einer Kanzlei geben, die sich negativer Presse ausgesetzt sieht? Ist die No-comment-Strategie das Mittel erster Wahl in einer solchen Situation?

Finger weg von No-Comment. Journalisten brauchen Informationen, um einen Sachverhalt bewerten zu können. Und lieber spricht man mit den Entscheidungsträgern, als dass nur über einen gesprochen wird. Was man am Ende als Zitat rausgibt, steht dann nochmal auf einem anderen Blatt Papier. Aber erklärende Hintergrundgespräche sind das Mindestmaß einer professionellen Zusammenarbeit mit Rechercheuren.

Herr Rechtsanwalt Wohlrabe, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Rechtsanwalt Martin Wohlrabe, Geschäftsführer CONSILIUM Rechtskommunikation

Marketingpraxis für Anwälte – Rezension von Johanna Busmann

Liebe Kolleginnen und Kollegen

wir wollen Ihnen  die Rezension von Johanna Busmann zum Buch „Marketingpraxis für Anwälte“ von Professor Marion Halfmann nicht vorenthalten. Im Dezember stand die Autorin Kanzleiforum für ein Interview  zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen anregende Lektüre!

Ihr Kanzleiforum-Team

RA Katharina Nitsch

Endlich: Betriebswirtschaft in der Kanzlei!

Wenn analytisch denkende und schreibende Frauen (vulgo: Professorinnen) chaotisch handelnde Manager (vulgo: Anwälte) beraten, kommen oft lustige Vorträge (selbst einen erlebt!), manchmal nützliche Überraschungen für beide Seiten – und immer gute Bücher dabei raus.

So ist das auch hier wieder.

Professor Dr. Marion Halfmann wendet betriebswirtschaftliche Analysemethoden und Erkenntnisse auf Anwaltskanzleien an. Sie ist Wissenschaft gewohnt und treibt sie voran. Ihr Vorgehen wirkt punktgenau, zielbewusst und angenehm distanziert.

„Endlich jemand“, sagen mit mir vermutlich all jene, die sich im Marketing-Alltag einer Kanzlei auskennen.

Wüssten Mandanten von diesem Buch, auch sie würden es bejubeln: „Endlich müssen wir die Desorganisation unserer Berater nicht mehr ausbaden“.

Information en masse – streng geordnet

Das Buch liefert Anwälten und ihren Beratern auf der Suche nach Marketing-Input gewaltige Mengen an streng geordneten Informationen.

Und es füllt Lücken, die im Alltag einer Kanzlei immer wieder schmerzhaft empfunden werden, vor allem von Mitarbeitern und Mandanten.

Ein Beispiel:

Wenn sie beschreibt, dass der Mandant in allen Phasen seiner Kooperation mit dem Anwalt einen Super-Service erhalten muss, damit er für die Kanzlei ein Werbeträger wird, beschreibt sie nicht, WAS GENAU der Anwalt zu diesem Zweck zu SAGEN und zu TUN hat, sondern sie tritt sieben große Schritte zurück und analysiert aus einiger Distanz Strukturen dieses alltäglichen Events.

So BEZEICHNET sie zuerst einmal die Phasen, die ein Mandant durchläuft, von der ersten Recherche bis zum Kontakt nach der Rechnung: „Orientierungs-, Potenzial-, Prozess-, Ergebnis- und Nachkaufphasen“ werden hier ausgemacht.

Das ist noch nicht alles

Wer nun glaubt, das sei schon alles („Ein Wissenschaftler schaut aus der Distanz, strukturiert den vor Diversität strotzenden Anwaltsalltag mal eben voll theoretisch im Vorübergehen und lässt den Anwalt anschließend mit folgenlosen Beschreibungen allein“), der hat sich – zum Wohle der Kanzlei-Mitarbeiter, der Kanzlei-Strategie und vor allem des Kanzlei-Kontos  – gründlich getäuscht.

Die ausgemachten Phasen werden mit detailreichen Informationen und Vorgangsbeschreibungen zu den Parametern „Aktivität, Motivation, Schwierigkeiten, Verbesserungen“ ausführlich erklärt und in einer übersichtlichen Matrix dargestellt.

Nutznießer des Buchs:

  • Kanzleien werden sich wiedererkennen: „Schau, genau da stecken wir jetzt fest“.  Kanzlei-Gründer werden sich prophylaktisch auf Maßnahmen festlegen können, die vor allem Stillstand und Verzettelung verhindern.
  • Kanzlei-Marketing-Fachleute werden ihren Auftraggebern erläutern können, in welcher Phase diese jetzt sind und was das für die weitere Planung bedeutet.
  • Kanzlei-Manager erhalten Werkzeuge für Analyse und Konzepte.
  • Anwälte, selbst ausgesprochen analytisch ausgebildete, werden den systematischen Ansatz attraktiv finden.

Fazit:

Denn das Buch spricht für sich selbst und ist nicht angewiesen auf inhaltliche Zustimmung oder Ablehnung. Es steht für sich wie ein Postulat.

Meines Erachtens sind beglückte AHA-Rufe durch alle Leserschichten auf jeden Fall vorprogrammiert!

Halfmann
Marketingpraxis für Anwälte
2016, 450 S., UVK Verlagsgesellschaft, ISBN 978-3-86764-501-0,
Preis 49,99 € inkl. MwSt.

Die 5 wichtigsten Regeln zum Aufbau Ihrer Onlinepräsenz – ohne ein Vermögen für Werbung auszugeben! Beitrag von Dr. Petra Arends-Paltzer

Die Tage, in denen Mandanten durch Mundpropaganda und aus dem persönlichen Netzwerk akquiriert wurden, gehören schon heute der Vergangenheit an. Während 2005 gerade einmal 7 % einen Anwalt online gesucht haben waren es in 2015 schon 42 % – Tendenz steigend. Mit diesem geänderten Nutzerverhalten kommen neue Herausforderungen auf die Anwälte zu.

Regel Nr. 1: Sie haben nur kurze Zeit, um im Netz die Aufmerksamkeit Ihrer Mandanten zu erreichen. Versetzen Sie sich in die Situation Ihrer Wunschmandanten und erarbeiten Sie davon ausgehend eine Strategie, mit der Sie potentielle Klienten auf sich und Ihre Dienstleistung aufmerksam machen wollen. Authentizität ist dabei das A und O. Die Konsumenten haben die Initiative übernommen. Will man in Social Media überzeugen, müssen die Inhalte stimmen und authentisch sein.

Regeln Nr. 2: Nehmen Sie die neuen Medien ernst! Eine im Jahre 2016 von Thomson Reuters in den USA durchgeführte Umfrage ergab, dass 84 % der Menschen Soziale Medien nutzen. Und nicht etwa nur die Generation Millennium. 72 % der Baby-Boomer verwenden mindestens eine soziale Plattform, die am häufigsten genannte ist Facebook. Auch Ihre Mandanten informieren sich dort und auch beim Austausch von Informationen kommt den sozialen Medien eine stetig steigende Bedeutung zu. Menschen, die nach Dienstleistungen suchen, sind auf Google, Yahoo oder Anwalt.de unterwegs. Vertrauensvolle Empfehlungen holen sie sich oft von Kollegen, Investoren oder Freunden. Und noch häufiger geschieht dies in den sozialen Medien, also auf Twitter, Facebook, LinkedIn oder Instagram.

Regel Nr. 3: Recherchieren Sie im Netz Ihre Wunschmandanten. Auf welchen sozialen Netzwerken tauschen sie sich aus, welche Probleme werden dort diskutiert? Erarbeiten Sie Lösungen zu diesen Problemen. Zeigen Sie Expertise. Wenn Sie die Antwort zu Fragen haben, die Ihre Zielgruppe bewegt, werden Sie bereits als Experte wahrgenommen. Schauen Sie sich die verschiedenen Plattformen (Twitter, You Tube, Xing, LinkedIn, Facebook) an, recherchieren Sie, in welchen Gruppen, auf welchen Seiten Ihre Wunschmandanten unterwegs sind.

Regeln Nr. 4: Sie müssen dort sein, wo Ihre Mandanten sind – in den sozialen Medien. Die Transparenz der sozialen Medien stärkt Vertrauen und Loyalität. Bauen Sie Ihre Präsenz auf LinkedIn und Facebook aus. Erstellen Sie Ihre eigene Unternehmenspräsenz und kreieren einen Facebook Business Account. Potentielle Kunden schätzen Offenheit und Nähe, präsentieren Sie also auch die menschliche Seite Ihrer Kanzlei. Soziale Medien schaffen Vertrauen, hier werden Empfehlungen unter Freunden ausgesprochen und immer mehr Menschen informieren sich hier.

Regel Nr. 5: Etablieren sie ihre digitale Marke und ihre Einzigartigkeit in den sozialen Medien und betrachten sie diese als einen weiteren ‚Business Tool‘. Tauschen sie einfach das Wort ‚Social‘ mit ‚Business‘ aus und schon erscheint das digitale Netz als ein Platz, der es Ihnen ermöglicht, ihr ‚Business Network‘ aufzubauen. Richtig genutzt bauen sie in den sozialen Medien Vertrauen auf, bevor potentielle Klienten sie und ihre Kanzlei überhaupt kennengelernt haben. Eine weitere von Thomson Reuters 2016 erhobene Befragung ergab, dass 54 % aller Befragten eher einen Anwalt mit einer aktiven sozialen Präsenz aufsuchen würden. Bilden Sie Vertrauen mit Hilfe von digitalem Content Marketing, Kompetenz und ‚Story Telling‘.

Die Autorin Dr. Petra Arends-Paltzer studierte Jura in Bonn, Lausanne sowie Würzburg und hat als Beamtin, Anwältin, Syndicusanwältin, Bankerin und Projektmanagerin vornehmlich im Rechts-/Finanzumfeld gearbeitet. Seit einigen Jahren berät sie Anwälte beim Aufbau ihrer digitalen Onlinepräsenz und steuert deren Marketingkampagnen.

www.lawyer-marketing.net   p.arends-paltzer@bluewin.ch

Kanzleiwebsite: Dreh- und Angelpunkt für Ihr Kanzleimarketing – kostenloses Webinar mit Pia Löffler

Eine gute Website ist heutzutage für den Erfolg einer Kanzlei wichtiger denn je. Immerhin ist das Internet meist die erste Anlaufstelle, wenn potenzielle Mandanten Rechtsberatung suchen. Doch was macht eine Kanzleiwebsite modern und übersichtlich? Rechtsanwältin und Marketingexpertin Pia Löffler erklärt im kostenlosen Webinar „Kanzleiwebsite: Dreh- und Angelpunkt für Ihr Kanzleimarketing“, worauf es hier ankommt.

Datum: 4. April 2017; 17:00 – 17:45 Uhr

Hier geht es direkt zur Anmeldung: www.anwaltswebinare.de/w/231042

 

Anwalt(Marketing)Tendenzen 2017. Gastbeitrag von Dr. Petra Arends-Paltzer

 I. Evergreen Content

Benutzen Sie in Ihrer Social Media Communication „Evergreen Content“-Informationen.  Das sind Themen, die kein „Verfallsdatum“ haben und deshalb fortwährend genutzt werden können. Kurz gesagt: Inhalte, die nicht veralten, haben das Zeug „Evergreen“ zu werden. Wenn man die Frage, ob ein Artikel auch noch in einem oder zwei Jahren aktuell ist, mit „Ja“ beantworten kann, dann hat man den ersten Schritt für einen immergrünen Artikel. Beispiel: Online Scheidung – So einfach geht das!

II. Social Media Plattformen

Social Media Plattformen stellen nach wie vor eine der besten Möglichkeiten für Anwälte dar, ihre Reputation auf- und auszubauen. Xing, Google My Business, Youtube, Facebook Business, Twitter, Online, Blog, Facebook Gruppen, digitales Schaufenster, Beziehungsaufbau, digitale Kommunikation, Themen besetzen = Thought Leadership, Antworten bekommen, Reichweite vergrößern, Glaubwürdigkeit steigern. Die Liste ist unendlich. Ihre Mandanten sind online und deshalb müssen Sie das auch sein. Wer nicht mit der Zeit geht, mit der Zeit geht.

III. Artificial Intelligence

Ist der Rechtsanwalt von morgen ein Roboter? Und wenn schon nicht so extrem, wie wird Augmented Intelligence die Arbeit der Anwaltskanzleien verändern? AI wird bereits von zahlreiche Kanzleien, wie z.B. von Denton, Linklaters, Clifford Chance, Briesen & Roper geprüft bzw. schon erfolgreich eingesetzt. In Entscheidungen kommen zunehmend mehr Algorithmen zum Einsatz. Sie sortieren Suchresultate nach Relevanz und erstellen Datenvisualisierungen. Als unsichtbare digitale Helfer sind sie schon weit verbreitet. Im Vergleich zu Menschen haben Algorithmen kein Problem mit einer großen Informationsmenge umzugehen. AI sollte man also im Auge behalten.

IV. Rechtsdienstleistungsindustrien

Rechtsanwälte haben kein Monopol mehr. Der legale Marktplatz ändert sich und Mandanten können Rechtshilfe von einer wachsenden Zahl von „Rechtsdienstleistern“ wie Smartlaw, LegalBase, Flightright.de, Geblitzt.de, Guider CH online in Anspruch nehmen. Mit Hilfe von zahlungskräftigen Venture Kapitalisten nutzen die Start-Up’s die technologischen Entwicklungen und im Moment sieht es so aus, als ob sich eine neue Industrie für Rechtsdienstleistungen diesen Markt sichert. Diese neuen Optionen ermöglichen es, bezahlbare juristische Dienstleistungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu schaffen und die Bürger in die Lage zu versetzen, ihre eigenen Rechtsangelegenheiten online zu regeln. Die Anwälte könnten das Nachsehen haben.

V. Blockchain

Die Technologie hinter Bitcoin. Sie wird zurzeit von zahlreichen Banken, Versicherungen & Anwaltsfirmen getestet und wird erheblichen Einfluss auf die gesamte Branche haben. Blockchain ist im Grunde eine dynamische Datei, die konstant auf den aktuellsten Stand gebracht wird. Aufgrund ihrer Eigenschaften kann die Blockchain Vertrauen, das vormals von Intermediären als Dienstleistung angeboten wurde, technisch herstellen. Das ist wichtig, wenn Personen, die einander nicht kennen, miteinander ins Geschäft kommen möchten. Blockchain kommt zur richtigen Zeit, denn das Vertrauen in die traditionellen Institutionen des Staates, der Wirtschaft und des Finanzmarktes ist deutlich geringer geworden.

VI. Geänderte Strukturen

Weniger Partner, mehr Angestellte und „ewige Associates“.

VII. „Nicht Berufsträger“

Mehr „Nicht-Berufsträger“ wie IT- und Marketing-Spezialisten. Der Beruf „Legal Engineerer“ wird sich etablieren.

Die Autorin Dr. Petra Arends-Paltzer studierte Jura in Bonn, Lausanne sowie Würzburg und hat als Beamtin, Anwältin, Syndicusanwältin, Bankerin und Projektmanagerin vornehmlich im Rechts-/Finanzumfeld gearbeitet. Seit einigen Jahren berät sie Anwälte beim Aufbau ihrer digitalen Onlinepräsenz und steuert deren Marketingkampagnen.

www.lawyer-marketing.net    p.arends-paltzer@bluewin.ch