Richterscore.de – Ein Interview mit dem Geschäftsführer Justus Perlwitz

Guten Tag Herr Perlwitz! Wir freuen uns, dass Sie uns für ein Interview für unseren Blog Kanzleiforum zur Verfügung stehen.

Kommen wir gleich zu unserer ersten Frage: Sie sind Gründer der Bewertungsplattform „Richterscore“. Könnten Sie uns schildern, wie Sie auf die Idee kamen, Richter zu bewerten?

Das stimmt nicht ganz. Ich bin nur Mit-Gründer der Bewertungsplattform und gegenwärtig auch Geschäftsführer. Mein Geschäftspartner ist Rechtsanwalt, der auch die Idee und das Konzept für Richterscore.de erarbeitet hat. Gemeinsam haben wir dann das Vorhaben im Mai 2016 verwirklicht. Dabei hat mein Kollege die Produktgestaltung vorangetrieben und ich habe diese im Wesentlichen technisch umgesetzt.

Uns geht es bei Richterscore.de maßgeblich um die Lösung eines Problems im Anwaltsalltag: Die fehlende Prognostizierbarkeit des Ausgangs eines Gerichtsprozesses – dies jedenfalls insoweit als es zum Teil bei der Entscheidungsfindung auf Faktoren ankommt, die nicht in der reinen Rechtsanwendung unterliegen. Die Rechtsprechung bestimmt maßgeblich auch die anwaltliche Beratungspraxis dann, wenn es darauf ankommt, ob man einem Mandanten gerichtliche Schritte anrät oder nicht. Hierbei kommt es nicht immer nur auf das objektive Recht an. Maßgebend sind auch beispielsweise Faktoren wie die Geschwindigkeit eines Gerichtsprozesses oder die eventuell vorhandenen Entscheidungstendenzen bei „Spielräumen“ in den Normen.

Richterscore.de will dabei langfristig das Tool sein, mit dem der Ausgang eines Gerichtsprozesses prognostiziert werden kann. Das ist zwar noch Zukunftsmusik und die derzeitigen Bewertungs- und Kommentierungsmöglichkeiten sind bloß die Grundlagen für weitere Schritte, an denen wir schon intern arbeiten.

An welche Zielgruppe wendet sich „Richterscore“ schwerpunktmässig?

Richterscore.de ist zurzeit ausschließlich an Rechtsanwälte gerichtet. Wir wollen keine „Beschwerdeplattform“ für Bürger oder sonstige Prozessbeteiligte schaffen. Es geht uns nur darum, dass den Rechtsanwälten im Arbeitsalltag geholfen wird.

Welchen praktischen Nutzen sehen Sie für Ihre Nutzer?

Der Nutzen von Richterscore.de beginnt bereits bei dem Lesen des ersten Kommentars über einen Richter, den man in seiner mündlichen Verhandlung haben wird. Hier dürften gerade Juristen an die Prüfungsprotokolle vor den Examina erinnert sein. Dabei konnte man sich den Prüfer genauso wenig aussuchen wie einen Richter, gleichwohl war jede Information über die Person, der man Rede und Antwort stehen muss, wertvoll. Richterscore.de zentralisiert vorhandenes Wissen der Anwälte und verteilt es. Zuvor gab es dazu nichts.

Mittelfristig werden wir in der Lage sein, so viele Informationen zu einem Gericht, einem Spruchkörper oder einem Richter zur Verfügung zu stellen, dass ein Rechtsanwalt in die Lage versetzt wird, die Beratungspraxis sowie eine eventuelle Prozessstrategie zu optimieren. Bei Gerichtsstandsvereinbarungen wird Richterscore.de eine Entscheidungsgrundlage für das für den Mandanten beste Gericht liefern können. Dasselbe gilt bei der Wahl zwischen mehreren Gerichtsständen. Im gewerblichen Rechtsschutz ist es ja schon Recht üblich, bei einer gewünschten medienfeindlichen Entscheidung in Hamburg zu klagen. Ähnliche Entscheidungstendenzen gibt es in anderen Rechtsgebieten und Regionen. Genau solche Informationen sammeln wir in strukturierter Form und können sie den Anwälten zur Verfügung stehen.

Langfristig werden wir Gerichtsurteile softwarebasiert auswerten und den jeweiligen Richtern zuordnen, so dass eine weitere Grundlage zur Entscheidungsfindung hinzukommt.

Wird die Plattform gut angenommen?

Ja. Wir haben bislang keine Werbung gemacht und auch keine direkte Presseansprache vorgenommen. Gleichwohl sind wir mittlerweile sehr bekannt und die Nutzerzahlen steigen stetig. Das ist wirklich eine komfortable Position und wir sind sehr dankbar darüber, dass wir offenbar einen echten Nerv getroffen haben.

Gibt es Rechtsgebiete, die auffällig häufig nachgefragt werden? Wir könnten uns vorstellen, dass die Einschätzung von Strafrichtern vielleicht interessanter ist als die eines Zivilrichters?

Zurzeit beschränken wir uns auf die Zivilgerichtsbarkeit und dort auch nur auf die Landgerichte und Oberlandesgerichte. Gleichwohl werden wir alsbald auch weitere Gerichte zur Verfügung stellen, so dass ein flächendenkender Austausch stattfinden kann. Die Nachfrage nach Strafrichtern oder auch Sozialgerichten ist recht hoch. Sicherlich wird der Nutzen auch im Strafrecht besonders hoch sein, da auch dort häufig eine gewisse subjektive Einschätzung und Positionierung der Spruchkörper relevant sein kann. Das wird auch bald kommen.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Schmähbewertungen? Greifen Sie hier evtl. korrigierend ein und wenn ja, nach welchen Kriterien?

Schmähbewertungen gab es bislang nicht. Wir haben Ende 2016 alle vorhandenen Kommentare und Bewertungen einmal ausgewertet und konnten – auch zu unserer Überraschung – feststellen, dass die überwiegende Anzahl der Meinungen positiv war. Sicherlich gab es die einen oder anderen Negativbewertungen. Diese sind aber nicht per se Schmähungen sondern schlichtweg negative Bewertungen. Ganz besonders deutlich wurde dies bei mehrfachen unabhängigen negativen Bewertungen, die auch Missstände aufdecken können.

Bei der Abgabe von Bewertungen und Kommentaren appellieren wir mehrfach an die Nutzer, sich sachlich und objektiv auszutauschen. Zugleich haben wir eine Filterfunktion für bestimmte schmähende Stichworte vorgesehen und greifen bei Beschwerden auch ein.

Im Raum stehen nach unseren Recherchen noch rechtliche Fragen.  Die Unabhängigkeit der Justiz ist verfassungsrechtlich garantiert. Darauf wird durch solche Bewertungsportale Einfluss genommen. Dagegen stehen Art. 2 Abs. 1 und Art 12 Abs. 1 GG. Man muss dann abwägen, ob der Staat hier eingreifen muss. Wie sehen diese Problematik? Gibt es neue Entwicklungen, die wie vielleicht noch nicht kennen?

Mit der rechtlichen Machbarkeit unseres Portals haben wir uns sehr intensiv auseinandergesetzt und dies auch entsprechend prüfen lassen. Richterscore.de ist ein rechtmäßiges Vorhaben und leistet zudem aus unserer Sicht einen Beitrag zur rechtsstaatlich notwendigen Transparenz, die ja wiederum ihrerseits verfassungsrechtlich verankert ist.

Gerade mit der Frage der richterlichen Unabhängigkeit haben wir uns auseinandergesetzt. Dabei ist juristisch zu berücksichtigen, dass die verfassungsrechtlich verankerte Unabhängigkeit der Justiz primär ein Abwehrrecht gegenüber unzulässigen Eingriffen des Staates ist und daher in der Schutzrichtung bereits nicht die – insoweit auch völlig eingriffslose – private Bewertung von staatlichem Handeln umfasst. Die Rechtsprechung hat ja des Weiteren auch höchstrichterlich die Bewertung von staatlichem Personal wie Lehrern oder Professoren erlaubt. Es ist zudem zu berücksichtigen, dass Gerichte unmittelbares staatliches Handeln ausüben und die Transparenz in der Justiz gerade deshalb einmal mehr hervorzuheben ist, weil es schließlich – anders als bei dem Handeln von Lehrern oder Professoren – hier den Öffentlichkeitsgrundsatz gibt. Auch das Bundesverfassungsgericht hat bereits mehrfach entschieden, dass gerade Richter infolge ihres öffentlichen Amtes im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen und daher nicht in gleichem Ausmaße einen Anspruch auf Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte haben.

Seitdem wir Richterscore.de betreiben, merken wir sicherlich, dass die an sich gebotene Transparenz in der Justiz „unerwünscht“ ist. Dies merken wir zum Beispiel daran, dass nicht einmal alle Geschäftsverteilungspläne auf Nachfrage verfügbar sind. Gleichwohl sind wir der Auffassung, dass ein Rechtsstaat solche Vorhaben aushalten muss – wenn sie nicht sogar geboten sind.

Was ist der unglaublichste Fall einer Richterbewertung, die Ihnen bekannt geworden ist? Vielleicht haben Sie zum Abschluss ein besonderes Beispiel für unsere Leser?

Es gab einen Kommentar, der hatte uns zum Schmunzeln gebracht, da er sinngemäß sagte, die Richterin benehme sich wie eine „Queen des Landgerichts“. Es folgte dann eine amüsante Beschreibung, die jeder Anwalt verstehen würde. Interessant sind Kommentare, die bestimmte Verhaltensweisen verdeutlichen. So werden zum Beispiel bei einigen Bauprozessen offenbar derart bewusst in die Länge gezogen, damit bloß kein Urteil geschrieben werden muss und sich die Parteien irgendwann vergleichen. Solche Informationen sind sehr wertvoll, weil man dann gleich seine Prozessstrategie danach ausrichten kann.

Herr Perlwitz, wir danken Ihnen für das Gespräch.

beA, E-Akte & Co.: Wer soll bei der Regel-Flut den Überblick behalten?

+++ Update Januar 2018: Der beA-Start lief alles andere als rund. Kurz vor Weihnachten nahm die BRAK das besondere elektronische Anwaltspostfach vom Netz. Wann die Sicherheitsmängel vollends behoben sind, ist derzeit noch unklar.+++

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

beA und der elektronische Rechtsverkehr sind derzeit ganz große Themen der Branche. Egal ob in Fachzeitschriften oder bei Branchen-Treffen wie dem EDV-Gerichtstag. Es ist ein wichtiges Mammut-Projekt – aber auch eines, das viele Fragen aufwirft.

Denn die Regelungen sind auf den ersten Blick „etwa so unübersichtlich wie ein Kursbuch der früheren Eisenbahnära“, kommentieren Oberstaatsanwalt Dieter Kesper und Rechtsanwalt Professor Dr. Stephan Ory in der aktuellen NJW. Man könnte auch sagen: Wer soll da bitte schön den Überblick behalten? 

Das Thema E-Justiz ist für Sie noch ganz weit weg? Sie sind nicht allein. Von den rund 160.000 Anwältinnen und Anwälten haben laut der BRAK bisher nur 27.800 ihr elektronisches Anwaltspostfach beA schon „scharf gestellt“. Immerhin 100.349 beA-Karten sollen bereits ausgegeben worden sein (Stand: Ende August).

Doch schon jetzt gibt es Fristen, die Sie auf dem Schirm haben sollten. Viele denken an den 1. Januar 2018. Doch die Bundesnotarkammer als Ausgabestelle der beA-Karten lässt ausrichten, dass schon der 30.9.2017 entscheidend sei, um gesetzliche Fristen einhalten zu können. Sie wollen den zeitlichen Fahrplan zur Digitalisierung ein für alle Mal durchdringen? Dann empfehlen wir Ihnen den Grundlagen-Text von Kesper und Ory in der NJW, den wir Ihnen hier kostenlos zur Verfügung stellen.

Diese wichtigen Fragen und Antworten zu beA & Co. werden hier beantwortet:

  • Welche Fristen bei der Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs müssen Sie unbedingt kennen?
  • Welche Regelung ist wann verpflichtend und wann nur optional?
  • Was sind die großen Vorteile des Großprojektes E-Justice?
  • Sind die Termine fix oder gibt es Opt-in und Opt-out-Termine beim elektronischen Rechtsverkehr?
  • Was ändert sich  im Jahr 2018, was ändert sich 2022 und was 2026?

Und falls Sie noch Bücher zu dem Thema suchen, finden Sie diese auf beck-shop.de:

Degen / Emmert
Elektronischer Rechtsverkehr
2016, XXI, 140 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-65844-0,
Preis 39,00 € inkl. MwSt.
Brosch / Lummel / Sandkühler / Freiheit
Elektronischer Rechtsverkehr mit dem beA
2017, 196 S., Luchterhand, ISBN 978-3-472-08970-4,
Preis 34,00 € inkl. MwSt.

Mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Umsetzung der beA-Vorgaben

Ihr KANZLEIFORUM Team

Infobrief für junge Juristen – neue Ausgabe

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die neue Ausgabe des MkG-Infobriefs ist da: Erfahrene Praktiker geben neue und wichtige Tipps für junge Juristen. In dieser Ausgabe lesen Sie:

► Interview mit Legal Tech-Unternehmer Andreas Duckstein: Pizza und eine Portion Rechtsberatung, bitte!
Dr. Petra Arends-Palzer: Junge Anwälte, das sind Ihre Nischen
Petra Geißinger: Serie „Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben“ Teil 2 – Länger krank im Job? Basics zum BEM (nach SGV IX)
Fabian Nowak: Das Ende der Störerhaftung für öffentliche WLAN-Betreiber – freies WLAN für alle?
Petra Geißinger: Serie „Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben“ Teil 1: SGB IX in der anwaltlichen Beratungspraxis“
Benjamin Schauß: Verjährungshemmung durch das Mahnverfahren – was ist zu beachten?
Prof. Dr. Dieter Müller: Telefonieren mit dem Handy am Steuer – Ermittlung, Ahndung, Rechtsvertretung
Video: Haben gedruckte Bücher für Juristen noch eine Zukunft?
Ronja Tietje und Viviane Schrader: Kanzleiausbildung in der Praxis – wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel
GratisFormular: Musterformular Beschuldigtenvernehmung

Eine interessante Lektüre wünscht mit besten Grüßen aus München

RA Katharina Nitsch

legal-tech.de: FFI-Verlag startet neues Fachportal zum 1. September, Beta-Version bereits live!

Legal Tech ist in aller Munde. Doch welche Konsequenzen bringt die Digitalisierung und Automatisierung der Rechtsbranche, über die zurzeit so viel diskutiert wird, mit sich? Wird diese Entwicklung das Wesen der Rechtsberatung wirklich grundlegend verändern oder nur einzelne Arbeitsprozesse umkrempeln? Und noch viel wichtiger: Was bedeutet das für den einzelnen Anwalt und seine Mandanten?

Diese und weitere Fragen wird der FFI-Verlag in seinem Fachportal legal-tech.de ansprechen. Ab dem 1. September werden hier Juristen und Rechtsratsuchende in kompakten und leicht verständlichen Blogbeiträgen erfahren, wie Legal Tech bereits heute den deutschen Rechtsmarkt konkret verändert.

Ergänzt werden die Blogbeiträge der Fachautoren durch das Angebotsspektrum von Unternehmen, Kanzleien und Startups, die sich auf der Plattform mit ihren Dienstleistungen und Geschäftsmodellen präsentieren. Die Webseite vermittelt Interessenten somit einen Rundumschlag der Chancen, Möglichkeiten und Herausforderungen durch Legal Tech – kompakt verständlich und modern.

Neugierig geworden? Dann können Sie jetzt schon unter dev.legal-tech.de einen Blick auf die Beta-Version des Online-Angebotes werfen.

Wer sein Unternehmen auf legal-tech.de präsentieren oder als Fachautor für die Webseite tätig werden möchte, findet unter folgenden Links weitere Informationen:

 

Furchtlose Juristen. Richter und Staatsanwälte gegen das NS-Unrecht

Im historischen Plenarsaal des Berliner Kammergerichts – dem Ort, an dem nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 der „Volksgerichtshof“ unter dem Vorsitz von Roland Freisler seine Schauprozesse gegen die Attentäter inszeniert hatte, fand gestern Abend die Vorstellung des Buches Furchtlose Juristen statt. Präsentiert wurde es von der Präsidentin des Bundesgerichtshofes, Bettina Limperg, und dem neuen Direktor des Deutschen Historischen Museums, Prof. Dr. Raphael Gross.Das Buch erinnert an 17 Richter und Staatsanwälte, die in der NS-Zeit in unterschiedlicher Form widerständiges Verhalten gezeigt haben. Darunter sind prominente Widerstandskämpfer wie Hans von Dohnanyi (1902-1945), der als Richter des Reichsgerichts und Mitarbeiter des Reichsjustizministeriums um die Verbrechen der Nazis wusste, sich zum Attentat auf Hitler entschloss und hingerichtet wurde. Erinnert wird auch an Lothar Kreyßig (1898-1986), der als Vormundschaftsrichter in Brandenburg an der Havel gegen die „Euthanasie“-Morde an Behinderten protestierte und in den Ruhestand versetzt wurde.

Die Autoren der einzelnen Lebensbilder sind Historiker und Juristen, eine wissenschaftliche Einführung hat Prof. Dr. Johannes Tuchel, der Direktor der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin verfasst. Zu den Autoren zählt auch Ingo Müller, der 1987 den Bestseller „Furchtbare Juristen – Die unbewältigte Vergangenheit unserer Justiz“ geschrieben hatte.

Maas
Furchtlose Juristen
2017, 333 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-70746-9,
Preis 29,80 € inkl. MwSt.

Eine Leseprobe finden Sie hier.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen im Namen des Kanzleiforum Teams
RA Katharina Nitsch

 

Bildernachlese:

Bundesjustizminister Heiko Maas, SPD, bei der Buchvorstellung
‚Furchtlose Juristen – Richter und Staatsanwaelte gegen das NS-Unrecht‘. Berlin, 04.07.2017,
Copyright: BMJV/Thomas Koehler/photothek

Infobrief für junge Juristen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die neue Ausgabe des Infobriefs ist da!

Erfahrene Praktiker geben neue und wichtige Tipps für junge Juristen. In dieser Ausgabe enthalten:

Sabine Jungbauer: beA-Serie Teil 2 – Die Einreichung von Schriftsätzen und deren Anlagen in elektronischer Form

Carmen Schön: Wie stelle ich fest, ob meine Kanzlei zu mir passt?
Volker Fritze: Zeugenvernehmen bei außergerichtlichen Strafverhandlungen – Darauf sollten Sie achten.
Katrin Volkmer-Jäger: Gel(i)ebte Leitbilder schaffen – Es lohnt sich von Anfang an!

Interview mit Pia Löffler: „Kanzleimarketing kostet Zeit. Aber die muss man sich nehmen.“
Interview mit Ilona Cosack: Zur MkG-Sonderausgabe „Die Wahl der ersten Anwaltssoftware“

Literaturtipps zum Download: Kurz, gut, gratis!
GratisFormular: Musterformular zur Insolvenz des Schuldners

Mit den besten Grüßen aus München

 

RA Katharina Nitsch

In eigener Sache: Stellenmarkt für Juristen relauncht

Mit einem neuen „Look and feel“ präsentiert sich beck-stellenmarkt.de ab Ende März. Durch sein modernes, übersichtliches Design ist das Portal zugleich optimal auf Mobilgeräte abgestimmt. Neu ist die Umkreissuche, mit der sich der Traumjob geographisch eingrenzen lässt. Dank Direktbewerbungsfunktion ist über Deutschlands große Jobbörse für Juristen eine Antwort auf jede Stellenausschreibung ohne Umweg möglich. Bewerber können ihren Lebenslauf auch gleich kostenfrei im Stellenmarkt hinterlegen, damit potenzielle Arbeitgeber noch leichter auf sie aufmerksam werden. Regelmäßige redaktionelle Beiträge zu Karriere, Arbeitsmarkt und Ausbildung geben Tipps für den eigenen Erfolgsturbo.

Ab Mai kommen dann weitere Funktionen hinzu. Unter anderem wird der Stellenmarkt um Jobs im ReNo-Bereich vergrößert. Außerdem erhalten Arbeitgeber erweiterte Präsentationsmöglichkeiten.

Infobrief für junge Juristen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die neue Ausgabe des Infobriefs ist da!

Erfahrene Praktiker geben neue und wichtige Tipps für junge Juristen.

Zum Inhalt:

  • Sabine Jungbauer: Was Anwälte zum beA wissen müssen: Vom Umgang mit den beA-Karten
  • Exklusiv-Umfrage zum beA
  • Carmen Schön: Wie kann man den Doktortitel (oder ähnliche Abschlüsse) neben dem Beruf erlangen?
  • Betlef Burhoff: Der Vorschuss aus der Staatskasse – Voraussetzungen?
  • Hans-Günther Gilgan: Vorteile des Factorings
  • Pia Löffler: Kanzleiblog: wieso, weshalb, warum?
  • Fabian Nowak: Abmahnungen in der anwaltlichen Praxis
  • Literaturtipps zum Download: Kurz, gut, gratis!
  • Gratis-Formular: Musterformular zur Prozesskostenhilfe

Der Infobrief ist gemacht für junge Juristen, geschrieben von erfahrenen Autoren und bietet interessante Lektüre!
Mit den besten Grüßen aus München

RA Katharina Nitsch

Manager Magazin kürt die 75 einflussreichsten Frauen in Deutschland – die Anwältin Alexandra Hagelüken im Interview

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Frau Hagelüken, Sie sind im Manager Magazin unter die Top 75 der einflussreichsten Frauen in Deutschland gewählt worden. Macht Sie das stolz?

Ja, das hat mich sehr gefreut. Es ist eine besondere Auszeichnung und auch eine große Anerkennung der Leistung meines kompletten Teams.

Sie stehen in der „Power Lady Liste“ gleichgestellt mit Unternehmerinnen, Managerinnen und Aufsichtsrätinnen. Worin meinen Sie besteht Ihr Einfluss als Partnerin einer internationalen Wirtschaftskanzlei?

Beruflich berate ich Unternehmer, Manager, Investoren und Finanzierer bei nationalen und grenzüberschreitenden Finanzierungsthemen, etwa für Akquisitionen, Restrukturierungen oder generellen Unternehmenskrediten. Ich unterstütze sie also dabei, ihre Unternehmen in anspruchsvollen Situationen optimal weiterzuentwickeln.

Intern hat unsere Kanzlei Latham & Watkins flache Hierarchien und wir pflegen auf allen Ebenen einen sehr offenen Austausch. Da gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen und das eigene Unternehmen aktiv weiterzuentwickeln.

Wie kommt man eigentlich dahin? Gibt es besondere Tipps, die Sie Frauen mit auf den Weg geben würden, die in einer männerdominierten Branche auf Augenhöhe mitspielen wollen?

Da könnte ich sehr viele Sachen aufzählen, aber um eine herauszugreifen: Ich halte es für wichtig, ein klares Ziel vor Augen zu haben, das nicht zu niedrig gesteckt ist, es sich zutrauen, dieses Ziel zu erreichen und vor allem: Man sollte sich selbst nie zu früh aus dem Rennen nehmen.

Rechtsanwältinnen entscheiden sich häufiger als ihre männlichen Kollegen für die Beratung im Familienrecht, obwohl die Mandate wenig lukrativ sind. Welche Rechtsgebiete sehen Sie, die für Frauen geeignet sind? Würden Sie zu einer Spezialisierung raten?

Eine Spezialisierung ist im heutigen Umfeld sehr wichtig, um im Anwaltsberuf erfolgreich zu sein. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass die Eignung für ein Rechtsgebiet nicht vom Geschlecht abhängt. Letztendlich würde ich da jedem raten, sich für ein Gebiet zu entscheiden, für das er/sie eine gewisse Leidenschaft hat, mit einem Gegencheck, ob es ein Gebiet ist, auf dem man auch wirtschaftlich erfolgreich tätig sein kann.

Würden Sie einer Abiturientin heute dazu raten, Jura zu studieren mit der Zielsetzung, Partnerin in einer international tätigen Wirtschaftskanzlei zu werden?

Auf jeden Fall, denn ich sehe da großes Potenzial für die Zukunft und persönlich kann ich nur sagen, dass es eine hochinteressante und sehr erfüllende Karriere sein kann.

Wie sehen Sie persönlich das Thema Chancengleichheit? Meinen Sie, Chancengleichheit ist in Deutschland bereits erreicht oder besteht aus Ihrer Sicht noch Verbesserungsbedarf?

Vor dem Gesetz sind in Deutschland alle Menschen gleich, aber wenn man sich die Statistiken bei Führungspositionen ansieht, scheint es noch Verbesserungsbedarf zu geben.

Was halten Sie persönlich von der Frauenquote? Ein geeignetes Instrument zur Verbesserung der Chancengleichheit oder abzulehnen, da nur „Quotenfrauen“ den Vorzug erhalten?

Der Begriff „Quotenfrau“ ist für mich schon ein Ausdruck von Chancenungleichheit, da dadurch die Leistung von Frauen, die bestimmte Positionen erreichen, abgewertet wird. In der Praxis lassen sich Quoten aus meiner Sicht jedoch nur in wenigen Bereichen sinnvoll und handhabbar umsetzen. Ich bin aber trotzdem dafür, das Instrument selektiv einzusetzen, da allein schon die öffentliche Diskussion des Themas eine erhöhte Wahrnehmung für Chancenungleichheit schafft und dadurch hoffentlich hilft, sie zu verringern.

Nutzen Sie Ihren Einfluss auch außerhalb der Kanzlei, z.B. für Impulse zu gesellschaftspolitischen Veränderungen?

Da ich zwei Kinder habe und einen zeitintensiven  Beruf, blieb mir dafür in den letzten Jahren leider wenig Zeit. Es steht aber definitiv auf meiner Agenda für die Zukunft.

Frau Hagelüken, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Juristische Texte…

genießen einen verheerenden Ruf. Die Vorwürfe reichen von Schachtelsätzen über Substantivierungen bis hin zur unverständlichen Fachterminologie.

Besser machen
lässt sich in der Tat vieles, und zwar mit ganz einfachen Mitteln.
Walter
Kleine Stilkunde für Juristen
2017, XIX, 296 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-69867-5,
Preis 22,90 € inkl. MwSt.
Die Kleine Stilkunde für Juristen sensibilisiert ihre Leser auf sympathische Weise für die weitverbreiteten Schwächen der Juristensprache und hilft, die eigenen Texte lesbarer, überzeugender, erfolgreicher zu gestalten.
Eine Leseprobe finden Sie hier.
Viel Spaß bei der Lektüre wünscht
RA Katharina Nitsch