Furchtlose Juristen. Richter und Staatsanwälte gegen das NS-Unrecht

Im historischen Plenarsaal des Berliner Kammergerichts – dem Ort, an dem nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 der „Volksgerichtshof“ unter dem Vorsitz von Roland Freisler seine Schauprozesse gegen die Attentäter inszeniert hatte, fand gestern Abend die Vorstellung des Buches Furchtlose Juristen statt. Präsentiert wurde es von der Präsidentin des Bundesgerichtshofes, Bettina Limperg, und dem neuen Direktor des Deutschen Historischen Museums, Prof. Dr. Raphael Gross.Das Buch erinnert an 17 Richter und Staatsanwälte, die in der NS-Zeit in unterschiedlicher Form widerständiges Verhalten gezeigt haben. Darunter sind prominente Widerstandskämpfer wie Hans von Dohnanyi (1902-1945), der als Richter des Reichsgerichts und Mitarbeiter des Reichsjustizministeriums um die Verbrechen der Nazis wusste, sich zum Attentat auf Hitler entschloss und hingerichtet wurde. Erinnert wird auch an Lothar Kreyßig (1898-1986), der als Vormundschaftsrichter in Brandenburg an der Havel gegen die „Euthanasie“-Morde an Behinderten protestierte und in den Ruhestand versetzt wurde.

Die Autoren der einzelnen Lebensbilder sind Historiker und Juristen, eine wissenschaftliche Einführung hat Prof. Dr. Johannes Tuchel, der Direktor der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin verfasst. Zu den Autoren zählt auch Ingo Müller, der 1987 den Bestseller „Furchtbare Juristen – Die unbewältigte Vergangenheit unserer Justiz“ geschrieben hatte.

Maas
Furchtlose Juristen
2017, 333 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-70746-9,
Preis 29,80 € inkl. MwSt.

Eine Leseprobe finden Sie hier.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen im Namen des Kanzleiforum Teams
RA Katharina Nitsch

 

Bildernachlese:

Bundesjustizminister Heiko Maas, SPD, bei der Buchvorstellung
‚Furchtlose Juristen – Richter und Staatsanwaelte gegen das NS-Unrecht‘. Berlin, 04.07.2017,
Copyright: BMJV/Thomas Koehler/photothek

Buchvorstellung: Flume, Die Kunst der Kommunikation – Rezension von Anja Gans

Es ist schon klasse, dass man den referenzierten Beitrag von Amy Cuddy zum Power-Posing nicht erst umständlich auf youtube suchen muss, sondern mittels Scan direkt auf seinem Tablet oder smartphone abspielen kann. Oder den lustigen IKEA-Werbespot oder den Jaguar-Clip oder … Dies sind nur drei Beispiele von zahlreichen Video- oder Toneinspielungen, die das neu erschienene Buch Kommunikation von Peter Flume anschaulich und lebendig gestalten.

Flume
Die Kunst der Kommunikation
2017, 275 S., Haufe-Lexware, ISBN 978-3-648-09611-6,
Preis 19,95 € inkl. MwSt.

App „smARt Haufe“

Möglich macht dies „smARt Haufe“, eine Augmented-Reality-App für Smartphones und Tablets, deren Installation und Nutzung selbst für technische Laien problemlos möglich ist. Die zusätzlichen Beiträge sind inhaltlich in den Inhalt des Buches eingebunden und ermöglichen es so dem Autor, Wissen über das Medium Text hinaus zu vermitteln.

Inhalt

Dieses Buch liefert Informationen en masse – streng geordnet, so dass es sich auch hervorragend als Nachschlagewerk zur Vorbereitung auf eine Präsentation, Verhandlung oder Rede eignet. Es spannt einen weiten Bogen beginnend bei einer Personenanalyse über die Verhandlungsplanung, Gesprächsführung bis hin zu Vorträgen und Präsentationen. Zum Abschluss behandelt der Autor Körpersprache, Stimme und Lampenfieber.

Dass Peter Flume bereits seit längerer Zeit als Trainer arbeitet und sein Handwerk versteht, merkt man jeder Seite seines Buches und der Auswahl der Zusatzmaterialen an. Jedes Kapitel endet mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte, optisch hervorgehoben sind zudem (Taktik-)Tipps. Excel- und word-Vorlagen, z.B. zum Performancecheck oder zur Vorbereitung einer Rede, kann sich der Leser per E-Mail auf seinen PC schicken lassen. Dass der Inhalt auf neuestem Stand ist, merkt man u.a auch den Bezügen zur Präsidentschaftswahl in Amerika an.

Nutznießer dieses Buches ist jeder, der im beruflichen Alltag kommuniziert, der andere von eigenen Anliegen, Ideen, Konzepte überzeugen möchte, denn er erhält Hilfestellungen für die optimale Gesprächsvorbereitung und Handwerkszeug für die Situation als solche.

Fazit

Die Zusatzkosten für den inhaltlichen Mehrwert gingen erfreulicherweise nicht zu Lasten des Buches an sich. Es ist durchgängig vierfarbig gehalten und optisch sehr ansprechend und modern gestaltet. Umso erstaunlicher ist der Kaufpreis von lediglich 19,95 €! Schon allein aus diesem Grund lohnt sich die Anschaffung allemal.

Infobrief für junge Juristen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die neue Ausgabe des Infobriefs ist da!

Erfahrene Praktiker geben neue und wichtige Tipps für junge Juristen. In dieser Ausgabe enthalten:

Sabine Jungbauer: beA-Serie Teil 2 – Die Einreichung von Schriftsätzen und deren Anlagen in elektronischer Form

Carmen Schön: Wie stelle ich fest, ob meine Kanzlei zu mir passt?
Volker Fritze: Zeugenvernehmen bei außergerichtlichen Strafverhandlungen – Darauf sollten Sie achten.
Katrin Volkmer-Jäger: Gel(i)ebte Leitbilder schaffen – Es lohnt sich von Anfang an!

Interview mit Pia Löffler: „Kanzleimarketing kostet Zeit. Aber die muss man sich nehmen.“
Interview mit Ilona Cosack: Zur MkG-Sonderausgabe „Die Wahl der ersten Anwaltssoftware“

Literaturtipps zum Download: Kurz, gut, gratis!
GratisFormular: Musterformular zur Insolvenz des Schuldners

Mit den besten Grüßen aus München

 

RA Katharina Nitsch

In eigener Sache: Stellenmarkt für Juristen relauncht

Mit einem neuen „Look and feel“ präsentiert sich beck-stellenmarkt.de ab Ende März. Durch sein modernes, übersichtliches Design ist das Portal zugleich optimal auf Mobilgeräte abgestimmt. Neu ist die Umkreissuche, mit der sich der Traumjob geographisch eingrenzen lässt. Dank Direktbewerbungsfunktion ist über Deutschlands große Jobbörse für Juristen eine Antwort auf jede Stellenausschreibung ohne Umweg möglich. Bewerber können ihren Lebenslauf auch gleich kostenfrei im Stellenmarkt hinterlegen, damit potenzielle Arbeitgeber noch leichter auf sie aufmerksam werden. Regelmäßige redaktionelle Beiträge zu Karriere, Arbeitsmarkt und Ausbildung geben Tipps für den eigenen Erfolgsturbo.

Ab Mai kommen dann weitere Funktionen hinzu. Unter anderem wird der Stellenmarkt um Jobs im ReNo-Bereich vergrößert. Außerdem erhalten Arbeitgeber erweiterte Präsentationsmöglichkeiten.

Infobrief für junge Juristen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die neue Ausgabe des Infobriefs ist da!

Erfahrene Praktiker geben neue und wichtige Tipps für junge Juristen.

Zum Inhalt:

  • Sabine Jungbauer: Was Anwälte zum beA wissen müssen: Vom Umgang mit den beA-Karten
  • Exklusiv-Umfrage zum beA
  • Carmen Schön: Wie kann man den Doktortitel (oder ähnliche Abschlüsse) neben dem Beruf erlangen?
  • Betlef Burhoff: Der Vorschuss aus der Staatskasse – Voraussetzungen?
  • Hans-Günther Gilgan: Vorteile des Factorings
  • Pia Löffler: Kanzleiblog: wieso, weshalb, warum?
  • Fabian Nowak: Abmahnungen in der anwaltlichen Praxis
  • Literaturtipps zum Download: Kurz, gut, gratis!
  • Gratis-Formular: Musterformular zur Prozesskostenhilfe

Der Infobrief ist gemacht für junge Juristen, geschrieben von erfahrenen Autoren und bietet interessante Lektüre!
Mit den besten Grüßen aus München

RA Katharina Nitsch

Manager Magazin kürt die 75 einflussreichsten Frauen in Deutschland – die Anwältin Alexandra Hagelüken im Interview

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Frau Hagelüken, Sie sind im Manager Magazin unter die Top 75 der einflussreichsten Frauen in Deutschland gewählt worden. Macht Sie das stolz?

Ja, das hat mich sehr gefreut. Es ist eine besondere Auszeichnung und auch eine große Anerkennung der Leistung meines kompletten Teams.

Sie stehen in der „Power Lady Liste“ gleichgestellt mit Unternehmerinnen, Managerinnen und Aufsichtsrätinnen. Worin meinen Sie besteht Ihr Einfluss als Partnerin einer internationalen Wirtschaftskanzlei?

Beruflich berate ich Unternehmer, Manager, Investoren und Finanzierer bei nationalen und grenzüberschreitenden Finanzierungsthemen, etwa für Akquisitionen, Restrukturierungen oder generellen Unternehmenskrediten. Ich unterstütze sie also dabei, ihre Unternehmen in anspruchsvollen Situationen optimal weiterzuentwickeln.

Intern hat unsere Kanzlei Latham & Watkins flache Hierarchien und wir pflegen auf allen Ebenen einen sehr offenen Austausch. Da gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen und das eigene Unternehmen aktiv weiterzuentwickeln.

Wie kommt man eigentlich dahin? Gibt es besondere Tipps, die Sie Frauen mit auf den Weg geben würden, die in einer männerdominierten Branche auf Augenhöhe mitspielen wollen?

Da könnte ich sehr viele Sachen aufzählen, aber um eine herauszugreifen: Ich halte es für wichtig, ein klares Ziel vor Augen zu haben, das nicht zu niedrig gesteckt ist, es sich zutrauen, dieses Ziel zu erreichen und vor allem: Man sollte sich selbst nie zu früh aus dem Rennen nehmen.

Rechtsanwältinnen entscheiden sich häufiger als ihre männlichen Kollegen für die Beratung im Familienrecht, obwohl die Mandate wenig lukrativ sind. Welche Rechtsgebiete sehen Sie, die für Frauen geeignet sind? Würden Sie zu einer Spezialisierung raten?

Eine Spezialisierung ist im heutigen Umfeld sehr wichtig, um im Anwaltsberuf erfolgreich zu sein. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass die Eignung für ein Rechtsgebiet nicht vom Geschlecht abhängt. Letztendlich würde ich da jedem raten, sich für ein Gebiet zu entscheiden, für das er/sie eine gewisse Leidenschaft hat, mit einem Gegencheck, ob es ein Gebiet ist, auf dem man auch wirtschaftlich erfolgreich tätig sein kann.

Würden Sie einer Abiturientin heute dazu raten, Jura zu studieren mit der Zielsetzung, Partnerin in einer international tätigen Wirtschaftskanzlei zu werden?

Auf jeden Fall, denn ich sehe da großes Potenzial für die Zukunft und persönlich kann ich nur sagen, dass es eine hochinteressante und sehr erfüllende Karriere sein kann.

Wie sehen Sie persönlich das Thema Chancengleichheit? Meinen Sie, Chancengleichheit ist in Deutschland bereits erreicht oder besteht aus Ihrer Sicht noch Verbesserungsbedarf?

Vor dem Gesetz sind in Deutschland alle Menschen gleich, aber wenn man sich die Statistiken bei Führungspositionen ansieht, scheint es noch Verbesserungsbedarf zu geben.

Was halten Sie persönlich von der Frauenquote? Ein geeignetes Instrument zur Verbesserung der Chancengleichheit oder abzulehnen, da nur „Quotenfrauen“ den Vorzug erhalten?

Der Begriff „Quotenfrau“ ist für mich schon ein Ausdruck von Chancenungleichheit, da dadurch die Leistung von Frauen, die bestimmte Positionen erreichen, abgewertet wird. In der Praxis lassen sich Quoten aus meiner Sicht jedoch nur in wenigen Bereichen sinnvoll und handhabbar umsetzen. Ich bin aber trotzdem dafür, das Instrument selektiv einzusetzen, da allein schon die öffentliche Diskussion des Themas eine erhöhte Wahrnehmung für Chancenungleichheit schafft und dadurch hoffentlich hilft, sie zu verringern.

Nutzen Sie Ihren Einfluss auch außerhalb der Kanzlei, z.B. für Impulse zu gesellschaftspolitischen Veränderungen?

Da ich zwei Kinder habe und einen zeitintensiven  Beruf, blieb mir dafür in den letzten Jahren leider wenig Zeit. Es steht aber definitiv auf meiner Agenda für die Zukunft.

Frau Hagelüken, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Juristische Texte…

genießen einen verheerenden Ruf. Die Vorwürfe reichen von Schachtelsätzen über Substantivierungen bis hin zur unverständlichen Fachterminologie.

Besser machen
lässt sich in der Tat vieles, und zwar mit ganz einfachen Mitteln.
Walter
Kleine Stilkunde für Juristen
2017, XIX, 296 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-69867-5,
Preis 22,90 € inkl. MwSt.
Die Kleine Stilkunde für Juristen sensibilisiert ihre Leser auf sympathische Weise für die weitverbreiteten Schwächen der Juristensprache und hilft, die eigenen Texte lesbarer, überzeugender, erfolgreicher zu gestalten.
Eine Leseprobe finden Sie hier.
Viel Spaß bei der Lektüre wünscht
RA Katharina Nitsch

Ende der Wahrheitssuche?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Joachim Wagner, promovierter Jurist und Journalist, war fast zehn Jahre Leiter und Moderator des Fernsehmagazins PANORAMA und  hat ein neues Buch verfasst:

Wagner
Ende der Wahrheitssuche
2017, VII, 270 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-70714-8,
Preis 29,80 € inkl. MwSt.

Eine Leseprobe finden Sie hier.
Viel Spaß bei der Lektüre wünscht im Namen des Kanzleiforum Teams
RA Katharina Nitsch

Keine Berichterstattung in der Tagesschau – oder „ein Mord wie jeder andere“?

Normalerweise beschäftigt sich dieser Blog mit Themen rund um Kanzleiführung und -management und umgeht die Politik sowie sonstige heikle Themen weiträumig. Da Sie als unsere Leser jedoch hauptsächlich Juristen sind, möchten wir Sie heute auf eine Kolumne des C.H.BECK Autors Thomas Fischer in „Der Zeit online“ aufmerksam machen. Unter  http://bit.ly/2hvUsvr finden Sie 11 Bemerkungen eines exzellenten Strafrechtlers zu dem Thema, das momentan Deutschland bewegt, nämlich das furchtbare Verbrechen in Freiburg und der Umgang der Medien damit.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen im Namen des gesamten Kanzleiforum-Teams

RA Katharina Nitsch

Irreführende Werbung durch Hinweis auf ein „virtuelles Büro“ – Urteil des AGH Nordrhein – Westfalen

Gibt ein Rechtsanwalt auf seiner Internetseite und auf seinen Briefköpfen an, Büros an zwei unterschiedlichen Orten zu unterhalten, betreibt er seine Kanzlei tatsächlich aber nur an einem Ort, während er an dem anderen Ort – ohne vertragliche Grundlage – Bürodienstleistungen lediglich tatsächlich in Anspruch nehmen kann, handelt es sich um berufsrechtswidrige irreführende Werbung. Dies hat der Anwaltsgerichtshof des Landes Nordrhein-Westfalen mit Urteil vom 30.09.2016 entschieden (Az.: 1 AGH 49/15).

Nähere Ausführungen zu dem Urteil und den gesamten Sachverhalt finden Sie hier: http://rsw.beck.de/aktuell/meldung/agh-nordrhein-westfalen-verwendung-mehrerer-bueroanschriften-durch-rechtsanwalt-kann-irrefuehrende-werbung-sein