Legal Tech: Diese 8 Fragen sollte sich jeder Anwalt stellen

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Kein Jurist kommt in diesen Tagen an dem Wort Legal Tech vorbei. Manch einer behauptet: „Ach, das ist nur so ein schickes Buzzword. Betrifft mich eh nicht.“

Wer das sagt, irrt – findet etwa Professor Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts,  jüngst in der NJW.  „Diejenigen, die das Thema Legal Tech als ‚Hype‘ ansehen und eine intensive Auseinandersetzung mit ihm deshalb als überflüssig erachten, verkennen, dass bereits in der Vergangenheit technische Fortschritte das juristische Arbeiten wiederholt stark verändert haben.“

Aber wen betrifft Legal Tech denn nun eigentlich? Uns alle, weil sich keiner der Digitalisierung entziehen kann? Oder ist Legal Tech nur ein Thema für Großkanzleien?

Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigt sich das neue Buch „Legal Tech“ (C.H.BECK). Einer der Autoren ist Legal-Tech-Experte Marco Klock, CEO von rightmart und edicted.

Legal Tech: Sind Sie von den Entwicklungen betroffen?

Seine Haltung: „Die subsumierte ‚Light-Version‘ von Legal Tech (Mindset) lässt sich viel leichter mit dem alltäglichen Geschäft von kleineren oder mittleren Kanzleien vereinbaren.“

Doch nicht jeder sei von den Entwicklungen des Legal Tech-Zeitalters gleich betroffen.

Daher stellt Klock im Buch ein paar Kernfragen, damit Leser die Dringlichkeit des sogenannten „Legal Tech Mindsets“ einstufen können:

  1. Gibt es für einen Großteil Ihrer Mandate nur wenige Kollegen, die diese Spezialisierung aufweisen und deshalb mit Ihnen konkurrieren (das Gegenteil ist ein hoher Anteil von Mandanten repetitiver Natur)?
  2. Haben Sie einen exklusiven Marktzugang, der für andere eine höhere Markteintrittsbarriere darstellt (das Gegenteil ist eine Mandatsakquise ausschließlich aus Quellen, die jedermann auch ohne großartiges Know-how offenstehen)?
  3. Besteht die Möglichkeit, die Dienstleistung(en) Ihrer Kanzlei in konkrete Produkte zu verpacken? Oder anders gefragt: Ist Ihre Kanzlei spezifischer ausgerichtet als ein Rechtsgebiet (das Gegenteil ist eine große thematische Brandbreite bei den Mandaten Ihrer Kanzlei)? Ist Ihre Kanzlei spezifisch auf ein Rechtsgebiet ausgerichtet?
  4. Betreiben Sie aktives Marketing (oder aktive Vertriebsmaßnahmen) für Ihre Kanzlei?
  5. Haben Sie sich bereits mit Online-Marketing auseinandergesetzt?
  6. Kennen Sie die Akquisitionskosten Ihrer Mandate?
  7. Kennen Sie die Bearbeitungskosten Ihrer Mandate?
  8. Trägt Ihre Kanzlei einen Namen, der allgemeingültig als Marke durchgehen könnte? (Hinweis: Nachnamen gehen nur dann als Marke durch, wenn Ihre Kanzlei Skadden heißt)

Klock erklärt: „Diejenigen unter Ihnen, die vergleichsweise häufig mit Ja geantwortet haben, werden in den nächsten zehn Jahren zu den Gewinnern des Marktes zählen.“

Dafür müsse man „kein Genie“ sein, schreibt Klock. „Sie müssen einfach nur besser sein als der Durchschnitt am Markt, um exponentielle Vorteile für sich zu realisieren.“

Und was, wenn Sie größtenteils mit Nein geantwortet haben? „Dann wird Ihre Kanzlei mit großer Wahrscheinlichkeit stark von den Veränderungen am Markt betroffen sein“, resümiert Klock.

Welche Maßnahmen Sie jetzt ergreifen müssen? Und was Sie unabhängig von der Beantwortung der Fragen über Veränderungen, Tools oder Prozesse wissen müssen, erfahren Sie im Buch „Legal Tech“.

Legal Tech ersetzt nur, wofür man ohnehin keinen Anwalt braucht(e)

Im Buch „Legal Tech“ beschäftigt sich Markus Hartung unter anderem mit Thesen zur Zukunft der Anwaltschaft. Eine seiner fünf Thesen lautet: „Legal Technology ersetzt nur, wofür man ohnehin keinen Anwalt braucht(e)“. 

Diese These ist nicht so leicht verdaulich und weckt Widerspruch. Ist sie nicht schon dadurch widerlegt, dass es heute schon Software gibt, die das erledigt, wofür man früher (oder auch heute noch) Anwälte einsetzt?

Dass man aber spontan hadert, liegt in einer verqueren, geradezu raumgreifenden Definition der anwaltlichen Arbeit. Anwaltliche Arbeit ist das, was Anwälte tun, und Anwälte unterscheiden sich von Nicht-Anwälten durch Examina und Zulassung zur Anwaltschaft.

Aber diese rein regulatorische und statusbezogene Betrachtung hilft uns nicht weiter. Denn nicht alles, was Anwälte tun, ist auch genuine anwaltliche Arbeit.

Das gilt auch dann, wenn Anwälten ein umfangreiches Mandat erteilt wird, das aus vielen Einzelprojekten- und Maßnahmen besteht. Die Neubewertung dessen, was anwaltliche Dienstleistung ist, geht auf die Theorie der Commoditization (Richard Susskind) zurück.

Das danach zu erfolgende „Unbundling“ oder „Decomposing“ von Mandaten eröffnet den Blick darauf, dass nicht alle einzelnen Tätigkeiten eines Gerichtsprozesses oder einer Unternehmenstransaktion oder der kautelarjuristischen Tätigkeit von (teuren) Anwälten erledigt werden müssen.

Warum sind Law Firms überhaupt erfolgreich geworden?

Wenn Mandanten über die Höhe anwaltlicher Kosten klagen, dann bezieht sich das in den seltensten Fällen auf die Kosten für die Arbeit, für die wirklich Anwälte erforderlich sind, vielmehr geht es um die Erledigung standardisierter Tätigkeiten durch teure Anwälte auf Zeithonorarbasis.

Provozierend könnte man sagen, dass viele Law Firms überhaupt nur durch nichtanwaltliche Arbeit, ausgeführt und abgerechnet durch Anwälte, wirtschaftlich so erfolgreich geworden sind.

Hinzu kommt die Überlegung, dass die Softwarelösungen, welche die Arbeit junger Anwälte ersetzen und/oder ergänzen, hauptsächlich im Bereich der Sachverhaltsermittlung, besonders bei der Durchsicht großer Dokumentenmengen nach bestimmten Informationen, eingesetzt werden.

Die Lösung von Rechtsfragen ist damit noch nicht verbunden. Solange es also um Lösungen wie Leverton oder Kira geht, käme man noch nicht einmal in den Bereich des RDG. Anders ist es bei Software wie Smartlaw: diese Software generiert individualisierte Dokumente für individuelle juristische Probleme, viel „passender“, als das durch ein Formularhandbuch möglich wäre.

Aus einem regulatorischen Blickwinkel könnte man das doch als anwaltliche Arbeit betrachten. Aber ist das die richtige Sicht? Muss man Anwalt sein, um immer wiederkehrende Vertragsmuster mit Variablen zu erstellen?

Die Fragwürdigkeit dieser Betrachtung folgt schon daraus, dass in vielen europäischen Ländern das Beratungsmonopol längst nicht so umfangreich ist wie in Deutschland. Außergerichtlich gibt es nur selten ein so umfassendes Monopol wie in Deutschland.

Legal Tech: Neubetrachtung der anwaltlichen Arbeit

In England, Frankreich, den skandinavischen Ländern oder der Schweiz etwa würde man die Diskussion, die wir führen, gar nicht verstehen.

Wir halten es daher nur für eine Frage der Zeit, dass sich das hierzulande ändert. Unserer Meinung nach darf man den Begriff der anwaltlichen Arbeit nicht nur regulatorisch und statusbezogen betrachten, sondern muss fragen, welche Tätigkeiten notwendigerweise durch einen Anwalt durchgeführt werden müssen, und dabei auch den Nutzen für Mandanten mit einbeziehen.

Erst dann erschließt sich auch wieder der Wert der anwaltlichen Tätigkeit, in Abgrenzung zu standardisierbaren, schematischen und automatisierbaren Tätigkeiten.

Dass Anwälten durch Technik etwas „weggenommen“ wird, ist eine irreführende Bezeichnung, denn es gehörte ihnen nicht.

Die weiteren Thesen und viele Hintergründe zur Zukunft der Anwaltschaft können Sie im Buch „Legal Tech“ lesen.

Kollegen aufgepasst: Rechtliches Know-how ist kein Alleinstellungsmerkmal!

Können sich die Älteren von Ihnen an eine Zeit erinnern, in der die Welt der Juristen stärker im Umbruch war als heute? Herr LegalTech treibt sein Unwesen, sagt man, und verändert alles. Das erzählen uns zumindest diverse (kommende) Bücher, Messen, Konferenzen, Vorträge und Zeitschriften. Aber ist der Umbruch wirklich so stark? Kommt die Veränderung wirklich durch LegalTechs?

Ehrlich gesagt: Nein. Die Veränderung ist die Digitalisierung und die hat bereits vor vielen Jahren bei Ihren Kunden angefangen. Ihr Kunde – pardon „der Mandant“ – ist im Internet. Er bucht seine Maledivenreise im Internet und kauft einen individuell-ausgestatteten Tesla direkt online ein. Er bewertet Ärzte und macht online Termine bei Schönheitschirurgen (mit oder ohne Übernachtung?; Vorher noch eine Beratung?).

Die These der Anwaltschaft: Für das intime Verhältnis zwischen Rechtsanwalt und Kunde – pardon „Mandant“, welches in Wahrheit ein Verhältnis voller Unverständnis und Misstrauen ist, kann über das Internet maximal ein Blogeintrag distribuiert werden. Eine richtige Rechtsberatung kann und wird über das Internet nicht stattfinden.

Diese These ist schlichtweg falsch. Rechtliches Know-how ist heute kein Alleinstellungsmerkmal mehr und der Mandant von heute wünscht sich Service, Komfort und Qualität – in einem und sofort.

Umdenken und sich die Digitalisierung zu Nutze machen – Pionier werden

Vorangetrieben wird die Marktveränderung von Rechtsanwälten und Unternehmern mit einem LegalTech-Mindset, welches viel mehr die Fähigkeit des Umdenkens bestehender Konventionen und nicht die des Entwickelns von Software meint.

Die Strategie des Umdenkens ist mit der Gründung einer neuen Kanzlei zu vergleichen:

  1. Was ist das Produkt? (Produkt)
  2. Wie ist das Geschäftsmodell? (Strategie)
  3. Wie begeistern Sie Kunden für Ihr Produkt? (Marketing/Vertrieb)
  4. Wie hoch ist aus Sicht des Kunden die Hürde mein Produkt zu nutzen? (Prozesse)
  5. Können Sie dieses Produkt skalieren? (Prozesse, Marke)
  6. Welches Know-how benötigen Sie? (Recht)

Im Grunde fangen Sie damit an, die eigene Dienstleistung als Produkt zu sehen. Denken Sie vom Kunden her und fragen Sie sich, ob dieses Produkt profitabel abzubilden und skalierbar einzukaufen (bzw. zu akquirieren) ist. Letzteres wissen viele Rechtsanwälte über ihre eigenen Mandate nicht.

Das rechtliche Know-how als letzte Position bei einer Strategie des Umdenkens für eine Kanzlei hat einen guten Grund: Der Markt für Recht für Verbraucher interessiert sich in erster Linie für Service und Komfort. Je einfacher das Produkt zu greifen ist (z. B. vom Handy direkt nutzbar), desto eher wird ein Service erfolgreich – Beispiele flightright.de, hartz4widerspruch.de, abfindungsheld.de, geblitzt.de.

Der Einwand, all diese Rechtsdienstleister würden keine richtige Rechtsberatung erbringen, ist viel zu kurz gedacht. Alle haben zu Beginn einer software-basierten und datengetriebenen Rechtsberatung auf Produkte gesetzt, die von Kanzleien nicht profitabel abgebildet werden können. Für Mandate, die sowieso für Kanzleien profitabel sind, bleibt noch genügend Zeit.

(Stichwort Komplexität: Der größte Irrtum der Anwaltschaft ist die Tatsache, dass diese Rechtsdienstleister irgendwann an der Komplexität der Rechtsmaterie scheitern. Dieser Gedanke ist gefährlich: Jeder dieser LegalTech-Rechtsdienstleister ist in der Lage bei hochkomplexen Rechtsfällen in einen manuellen Modus zu schalten. Jeder einzelne ist so groß, dass rechtliche Expertise einfach über Legal-Outsourcing-Anbieter wie z. B. edicted.de eingekauft wird.)

Zweiter Schritt: Digital werden und den Komfort für die Kunden erhöhen!

Jede kleine und mittlere Kanzlei kann sich heute für wenig Geld eine Website aufsetzen, welche allein durch bestehende Software-as-a-Service-Anbieter so mächtig wird, dass ganze Vertriebsprozesse automatisiert werden können. Administrative Arbeit kann heute mit simpler Kenntnis über diese am Markt vorhandenen bestehenden Tools (keine Kanzleisoftware!) auf ein Mindestmaß eingeschränkt werden.

Beispiel: Die ersten 4.000 Mandate der Kanzlei rightmart wurde aus einer Google-Tabelle heraus gesteuert. Diese war über bestehende (größtenteils kostenlose) Software-Lösungen so automatisiert, dass 1.000 Dokumente und Prozesse automatisch auf Basis dieser Tabelle ausgeführt wurden. Diese Google-Tabelle war der Grundstein unseres zentralen Wissensmanagements.

Sich mit obigen Fragen zu befassen und gleichzeitig einen Überblick über bestehende Software-Lösungen und Marketingmöglichkeiten zu verschaffen, ist der Kern des Erfolgs – zumindest zukünftig. Dieses Thema aufzubrechen ist nicht einfach und erfordert viel Mut und Ehrgeiz.

Ein kleines How-to finden Sie im Kapitel über die Gründung von rightmart in Legal Tech – die Digitalisierung des Rechtsmarkts

Marco Klock ist CEO der rightmart Software GmbH in Bremen

 

Hartung / Bues / Halbleib
Legal Tech
2018, XXI, 308 S., C.H.BECK, ISBN 978-3-406-71349-1,
Preis 89,00 € inkl. MwSt.

 

 

 

Veranstaltung zu Legal Tech in Berlin: Die Zukunft der Rechtsberatung

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Legal Tech – ein Begriff, der viele Fragen aufwirft, aber auch viele Möglichkeiten bietet. Diesem Thema kann man nicht entkommen. Informieren Sie sich jetzt, damit Sie nicht nur mitreden können, sondern die nötigen Weichen für die Zukunft in Ihrem Business stellen.

Die Euroforum Legal Tech Konferenz 2017 versorgt Sie mit dem nötigen Fachwissen, damit Sie in Zeiten der Digitalisierung zwischen Legal Tech, Blockchain, Smart Contracts und Business 4.0 den Überblick behalten.

Kommen Sie am 28. und 29. November nach Berlin, erhalten Sie wertvolle Praxisinformationen und nutzen Sie den direkten Austausch mit Experten und Kollegen.

Treffen Sie unter anderem: 
– Emilio Matthaei und Micha-Manuel Bues, Leverton
– Steffen Bunnenberg und Konstantin Bertram, LAWLIFT
– Florian Glatz, blockchain.lawyer
– Markus Hartung, Bucerius Law School
–  Kai Jacob, SAP

 

 

 

Erste LEGAL ®EVOLUTION mit über 600 internationalen Teilnehmern

Frankfurt am Main, 25. Oktober 2017. Mit über 600 internationalen Teilnehmern ist gestern Abend die LEGAL ®EVOLUTION 2017 zu Ende gegangen. Rechtsabteilungen, Compliance-, M&A- und IT-Abteilungen, Anwaltskanzleien, Notariaten und Steuerberatungen trafen bei der größten jährlichen Kongressmesse für Legal Innovation in Kontinentaleuropa mit 50 Anbietern von Legal Technology und 53 Rednern vor allem aus Europa und den USA zusammen.

                

Zum Auftakt der fast durchgehend englischsprachigen Diskussionsveranstaltungen im Kap Europa, dem neuen Kongresshaus der Frankfurter Messe, stellte Dr. Jochen Brandhoff fest, dass Anwälte nur dann weiter erfolgreich sein werden, wenn sie von Experten aus anderen Gebieten lernen – Informatikern, IT-Spezialisten, Projektmanagern und mehr. Der Hessische Kultusminister und Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Alexander Lorz stellte sodann die alles entscheidende Frage, wem die Zukunft des Rechts eigentlich gehöre. Viele Anbieter, so Lorz, würden den Rechtsdienstleistungsmarkt wohl künftig durch Hinter- und Seitentüren betreten. Einige von ihnen seien schlicht besser darin, ihre Produkte an die Rechtssuchenden zu bringen. Dr. Thomas Remmers, Vizepräsident der Bundesrechtsanwaltskammer und im Präsidium zuständig für die digitale Agenda und Kalle Palling, Vorsitzender des European Union Affairs Committee des Parlaments des digitalen Vorreiters Estland schlossen die Eröffnung der LEGAL ®EVOLUTION Expo & Congress 2017 ab.

Zu den 30 weiteren Vorträgen, Paneldiskussionen und Events gehörten u.a. die Keynote von Thomas Metz, des Staatssekretärs im Justizministerium Hessen, das General-Counsel-Panel mit Arne Wittig (thyssenkrupp AG), Steffen Sachse (Aareal Bank AG), Victoria Núñez Francisco (Commerz Real AG), Florian Schäfer (Leica Camera AG) und Dr. Thorsten Hennrich (PlusServer GmbH) „dafür zahlen wir nicht mehr“ und nicht zuletzt die Dinnerparty in der eleganten Kameha Suite mit über 300 Teilnehmern.

Der Veranstalter Dr. Jochen Brandhoff, Gründungspartner der Frankfurter Sozietät Brandhoff Obermüller Partner, zog eine positive Bilanz: „Die vergangenen beiden Tage haben uns allen einen klareren Blick auf den Anwalt von Morgen verschafft. Das sehr positive Feedback der Besucher, Aussteller und Redner zeigt uns, dass die LEGAL ®EVOLUTION 2017 einen echten Beitrag zur Digitalisierung des Rechtsmarkts und zur Stärkung der Rechtsstandorte Deutschland und Europa geleistet hat. Das ist die gewünschte Grundlage für eine noch größere und bessere LEGAL ®EVOLUTION Expo & Congress 2018!“.

Nähere Informationen zur LEGAL ®EVOLUTION finden Sie unter hier.

 

 

Swiss Legal Tech Konferenz + Hackathon: sichern Sie sich 10% Rabatt als Leser des KANZLEIFORUMS!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

gerne möchten Sie heute auf eine weitere Konferenz zum Thema „Legal Tech“ aufmerksam machen:

Die Swiss Legal Tech 2017 ist ein dreitägiges Event, das Juristen mit Entwicklern und Designern digitaler Produkte zusammenbringt, um gemeinsam die Rechtsindustrie der Zukunft zu formen.

Das Event beginnt am 2. Oktober mit einem 48-stündigen Hackathon; Anwälte und Software Entwickler identifizieren gemeinsam Probleme und suchen nach Lösungen. Begleitet werden sie dabei von ‚Legal Engineers‘, Juristen mit technischem Verständnis. Ideen werden gemeinsam erarbeitet und in einzelnen Teams zu funktionierenden Prototypen umgesetzt.

Am 3. Oktober gibt es parallel zum Hackathon ganztägige Workshops, in denen einzelne Probleme näher beleuchtet werden. In ‚Hands-On‘ Workshops werden digitale Lösungsansätze und Business-Modelle vorgestellt.

Am 4. Oktober gibt es abschließend die eintägige Konferenz. Bekannte Sprecher aus dem In- und Ausland werden in Kurzvorträgen darlegen, wie die digitale Revolution aus ihrer Sicht das Recht und die Rechtswirklichkeit heute und in der Zukunft verändern werden. Die Gewinner des Hackathons werden ihre Idee und Prototypen den Konferenzteilnehmern vorstellen.

Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, so geben Sie bei der Anmeldung bitte den Code

BECK_SHOP_10

ein. Sie erhalten dann 10% Rabatt auf den derzeitigen Preis, sowohl für die Konferenz als auch für Konferenz + Workshop.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Veranstaltung und natürlich ein schönes Wochenende!

Mit den besten Grüßen

RA Katharina Nitsch und das KANZLEIFORUM Team

LEGAL ®EVOLUTION – The European LegalTech Expo & Congress: 5 Tickets zu gewinnen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir freuen uns, als Partner der European LegalTech Expo GmbH 5 x 1 Zweitages-Ticket für die LEGAL (R)EVOLUTION 2017 – The European LegalTech Expo & Congress verlosen zu können!

Diese hochkarätige Kongressmesse findet am 23. und 24. Oktober 2017 in Frankfurt am Main statt.

Eckdaten zum Event
LEGAL ®EVOLUTION – The European LegalTech Expo & Congress

– ist die größte jährliche Kongressmesse für Legal Innovation in Kontinentaleuropa.

– gibt die entscheidenden Antworten auf die Herausforderungen der Digitalisierung des Rechts

– bringt Kanzleien, Rechtsabteilungen, Compliance-Abteilungen, IT-Anbieter, Wissenschaftler und Politiker zusammen

Um an der Verlosung teilzunehmen, abonnieren Sie einfach die Kanzleiforum NEWS. Am 18. September werden unter allen Neuabonnenten im Losverfahren die glücklichen Gewinner ermittelt und informiert. Allen anderen Abonnenten des Newsletters stellen wir unseren Partner-Code zur Verfügung, der einen Nachlass von 25% auf alle Eintrittskarten einschließlich der Gruppentickets bietet. Bei Interesse schicken Sie uns eine E-Mail an kanzleiforum@beck-shop.de.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Mit den besten Grüßen

RA Katharina Nitsch

 

 

Umfrage zum Thema Legal Tech

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Legal Tech revolutioniert die Rechtsberatung. Gemeint sind technische Innovationen, die zu einer zunehmenden Automatisierung der Anwaltsarbeit führen und im Bereich der Mandantenakquise neue Möglichkeiten eröffnen. Wie wird dies von Juristen aufgenommen, wie groß ist das Interesse an Legal Tech und wie steht es um die Bereitschaft, Legal Tech selbst einzusetzen? Das sind wichtige Fragen, die der ffi-Verlag  im Rahmen einer Kanzlei-Umfrage stellt. Machen Sie mit und nehmen Sie sich kurz Zeit!

Hier geht’s zur Umfrage.

Es grüßt Sie im Namen des Kanzleiforum-Teams

RA Katharina Nitsch

Legal Tech in Germany: AL-Interview mit Dr. Jochen Brandhoff

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hier finden Sie ein interessantes Interview unseres Beiratsmitglieds Dr. Jochen Brandhoff zu Legal Tech in Deutschland.

Spannende Lektüre wünscht Ihnen das Kanzleiforum-Team!

 

Legal-Tech oder: Warum der Weg zur Innovation steil, aber lohnend ist

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen (chinesisches Sprichwort)

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht wieder von „disruptive innovations“ gesprochen wird, die den gesamten Rechtsmarkt verändern werden. Glaubt man einigen Presseberichten, so stehen ganze Abteilungen von Anwaltskanzleien kurz vor der Ersetzung durch Maschinengehirne. Blickt man jedoch in den Arbeitsalltag von Kanzleien, sieht das Bild etwas differenzierter aus: Legal-Tech-Produkte haben in der Breite noch nicht Einzug in den Arbeitsalltag von Kanzleien gehalten. Warum ist dies so? Worin liegt die Schwierigkeit, erfolgreiche Legal-Tech-Lösungen zu entwickeln?

Viele Produktideen

Mangel an Produktideen ist zunächst kein Problem von Legal-Tech. Im Gegenteil: Nahezu alles soll sich in Zukunft automatisieren lassen, da „Recht programmierbar“ sei, wie es letztens in einer prominenten Fachtagung platziert wurde. Tatsächlich zeigen zahlreiche Ansätze, dass insbesondere Teilprobleme des Rechts algorithmisch gut zu bewältigen sind. Auch mit Dokumenten, die in einigermaßen standardisierter Form vorliegen, werden beim automatisierten, mit künstlicher Intelligenz verbundenen Auswerten schon gute Erfahrungen gemacht.

Hohe Komplexität

Bei vielen Fragestellungen zeigt sich allerdings, dass das juristische Denken nicht so leicht in Algorithmen zu packen ist, wie dies zunächst vermutet wird. Dies liegt an der starken Betonung der Sprache und der zu Grunde liegenden Lebenssachverhalte. Das Recht an sich ist zwar im Grundsatz logisch aufgebaut. Doch unterliegt jeder sprachliche Begriff einer gewissen Unschärfe und gewinnt nur im Zusammenspiel mit anderen Begriffen an Bedeutung. Darin liegt eine besondere Herausforderung: Wenn ein Algorithmus bewerten soll, ob eine Kündigung gerechtfertigt ist, reicht es nicht, die Struktur des Kündigungsschutzgesetzes zu implementieren. Vielmehr muss der Nutzer vom Algorithmus „befragt“ werden, ob beispielsweise ein Fehlverhalten vorliegt, das zur Kündigung berechtigt. Dabei gelangt man sehr schnell in Grenzbereiche, in denen Wertungsfragen überwiegen. Das Programmieren derartiger Wertungsfragen stellt sich allerdings als sehr aufwändig heraus, da hier eine Art von semantischem Verständnis gefordert wird.

Einsatz neuer Technologien

Der Einsatz neuer Technologien kann im Hinblick auf die hohe Komplexität solcher Fragestellungen helfen. So ist es mit den zur Zeit viel diskutierten neuronalen (selbstlernenden) Netzen denkbar, die oben beschriebenen Wertungsfragen von Sachverhalten zu lösen. Die Software hat dann eben nicht fest beschriebene – und im Zweifelsfall kaum zu überblickende – Lösungswege für die unterschiedlichen Sachverhalte, sondern lernt anhand vieler Fälle selbstständig, richtige Entscheidungen zu treffen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass selbstlernende Systeme durchaus ein großes Potential bieten, allerdings der Programmier- und Trainingsaufwand vergleichsweise hoch ist.

Die Schnittstellenproblematik und der programmierende Jurist

Auch bei vergleichsweise überschaubaren Projekten tritt regelmäßig die Frage auf: Wie wird das juristische Problem dem Programmierer verständlich gemacht? Wie versteht der Jurist, welchen Fragestellungen und Entscheidungen sich der Programmierer gegenübersieht? Als Lösung für dieses bekannte Dilemma bietet sich der „programmierende Jurist“ an, wie er jetzt vielfach propagiert wird. Ein spezifisch juristischer Content erfordert einen Softwareentwickler, der in der Lage ist, juristische Fragestellungen zu begreifen und auch mögliche neue Ansätze zu antizipieren. Der „programmierende Jurist“, der Jurist, der auch Programmieren kann, ist daher eine oft vorgestellte und beschriebene Vision. Tatsächlich lässt sich so ein wesentlicher Schritt hin zur funktionierenden Legal-Tech-Software gehen.

Gestiegene Anforderungen an Software im Endkundenbereich

Ist das Produkt schließlich marktreif, so kann es vorkommen, dass die gesamte Funktionalität implementiert ist und auch so funktioniert, wie man es möchte. Und trotzdem wird das Produkt vom Markt nicht angenommen. Das liegt nicht selten an den in den letzten Jahren erheblich gestiegenen Anforderungen an Software im Endkundenbereich: Gewünscht wird nicht mehr die Expertensoftware, die erst nach der Lektüre handbuchartiger Anleitungen zu verstehen ist, sondern eine einfach gehaltene Software ohne Einarbeitungsaufwand, die leichtgewichtig und schnell zu bedienen ist. Oft wird auch gefordert, dass die Software auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden kann. Der damit verbundene Aufwand ist allerdings nicht zu unterschätzen, vielfach sind es gerade diese Anforderungen, die die Entwicklung nochmal deutlich aufwändiger gestalten.

Fazit

Legal-Tech-Produkte werden den Rechtsmarkt verändern, teilweise einschneidend und disruptiv. Dabei ist jedoch die Entwicklung solcher Produkte keineswegs unproblematisch. Vielfache Herausforderungen, die teils noch über die Komplexität durchschnittlicher Software hinausgehen, sind zu bewältigen. Nicht zuletzt werden neue Berufsbilder, wie der programmierende Jurist oder der juristische Programmierer gesucht. Wer sich jedoch diesen Fragen stellt, wird mit gut überlegten Produkten einen nachhaltigen Mehrwert im Rechtsmarkt schaffen können. Denn in einem besteht weitgehend Einigkeit: Legal Tech steht erst am Anfang. Das wirkliche Potential dieses Ansatzes können wir momentan wahrscheinlich noch nicht einmal umrisshaft erkennen.

Hinweis zum Autor:

Dr. Wolfgang Dannhorn ist Rechtsanwalt/FA für Arbeitsrecht und Vorstand der Cetonis AG, Stuttgart.