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Konflikte gestalten und Perspektiven erhalten – Gastbeitrag von Susanne Kleiner

Spannungen bedrücken und hindern Menschen daran, sich kraftvoll zu entfalten. Deshalb pflegen stärkenorientierte Kanzleien eine konstruktive und wertschätzende Kommunikation: im Team, im Umgang mit dem Mandanten und im Kontakt mit der gegnerischen Partei. Impulse für ein chancenreiches Miteinander, wenn es knirscht.

 Wertschätzung weitet

Unterschiedliche Interessen provozieren Spannungen und lösen negative Emotionen wie Wut, Enttäuschung und Frust aus. Beide Seiten möchten die Situation ändern und tun gut daran, ihre Bitten wohlwollend zu artikulieren. Wünsche finden Gehör, wenn Sie positiv formuliert sind anstatt anklagend daherzukommen. Gut ist es auch, realistisch zu beschreiben, wie sich der andere verhalten soll. Anklagende Verallgemeinerungen hingegen vergiften die Beziehung. Wer Kritik äußert, sagt am besten neutral, was passiert ist und wie das auf ihn wirkt. Dann beschreibt ein versierter Feedbackgeber, was ihm persönlich am Herzen liegt. Er benennt also seine Bedürfnisse und spricht unmissverständlich aus, was er sich in Zukunft wünscht. Kluge Köpfe hören aktiv und wohlwollend zu. So spüren Gesprächspartner Verständnis, beruhigen sich und sind offener für sachliche Argumente.

Mentale Stärke richtet auf

Wer an die Wand gestellt wird, kooperiert nicht. Oder schwächere Charaktere neigen dazu, sich jeden Schuh anzuziehen. Weder das eine noch das andere ist ressourcenstärkend. Versierte Kommunikatoren filtern wertvolle Anteile aus dem Gehörten heraus und verwerten Gemeinsamkeiten im Sinne eines gemeinsamen Zieles. Sie schaffen das, weil sie die guten Absichten hinter negativen Aussagen heraushören und in Worte fassen. Selbstbewusste Gesprächspartner rechtfertigen sich nicht. Und sie weisen anderen nicht die Schuld zu. Sie erzählen positiv, was ihnen wichtig ist. Wenn es angebracht ist, gestehen sie Fehler ein und entschuldigen sich. Einmal genügt. Es geht keineswegs darum, in Sack und Asche zu gehen. Es geht darum, aufrichtig Position zu beziehen. Einsichtige Zeitgenossen ziehen Konsequenzen, wenn Kritik berechtigt ist. Und sie wissen: Offen geäußerte Kritik ist ein Geschenk, das den „blinden Fleck“ ihrer Persönlichkeit lichtet und sie weiterbringt.

Gute Ergebnisse kreativ gestalten

Der schnelle Erfolg um jeden Preis ist nicht das erste Ziel in Verhandlungen. Gespräche fruchten dann nachhaltig, wenn beide Dialogpartner zufrieden sind. Wohlwollende Mitmenschen sprechen das ganz offen aus: „Sie wollen zum Mars, ich möchte zum Saturn. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir dorthin kommen.“ Gute Verhandlungsführer bewahren Haltung und stärken Beziehungen. Sie tun Wertschätzung kund und würdigen Verdienste ihres Gegenübers. Respekt bekunden sie außerdem, wenn sie Stationen aus der Vita des anderen wohlwollend erwähnen, die Unternehmenshistorie hervorheben oder aktuelle Projekte gut und gern thematisieren. Und sie sind offen für Ideen und Vorschläge, die sie respektvoll, nicht wertend, aufnehmen. Sie machen auf sachlicher Ebene transparent, warum sie Maßnahmen ausschließen oder akzeptieren.

Dem Bauchgefühl vertrauen

Besonnene Gemüter vertagen lieber eine Entscheidung, bevor sie halbherzig Kompromisse eingehen. So bewahren sie sich davor, verfrüht klein beizugeben. Überhaupt holen faule Übereinkünfte die Beteiligten früher oder später wieder ein. Ist die Zeit für eine Übereinkunft noch nicht reif, lohnt es sich, das Zwischenergebnis hochzuhalten. Mit der Zeit reifen neue Erkenntnisse. Oder die Dinge ändern sich und begünstigen einen aussichtsreichen Neustart. Auch wenn kein greifbares Resultat auf dem Tisch liegt: Wertschätzende Kommunikatoren bedanken sich für das Treffen und gehen vertrauensvoll auseinander. Persönlichkeiten nehmen sich bewusste Auszeiten zum Reflektieren in der Natur. Oder sie gehen einem Hobby nach, das sie in den Flow bringt. Kreative Phasen weiten den Blick und fördern neue Ideen. Ein frischer Geist ist offen und bereit für neue Anläufe.

 

Susanne Kleiner ist freie PR-Beraterin, Texterin, Journalistin und Mediatorin in München und kooperiert mit Rechtsanwälten als Expertin für Litigation-PR. Als Trainerin (dvct) und Coach (dvct) vermittelt sie persönliche und mediale Kommunikationskompetenz. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der internen und externen Kommunikation in Krisen und Konflikten. Außerdem berät sie in allen Fragen rund um die Kanzlei-PR und Markenstrategie und entwickelt Image- und Werbetexte für Online- und Printmedien.

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