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Swiss Legal Tech Konferenz + Hackathon: sichern Sie sich 10% Rabatt als Leser des KANZLEIFORUMS!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

gerne möchten Sie heute auf eine weitere Konferenz zum Thema „Legal Tech“ aufmerksam machen:

Die Swiss Legal Tech 2017 ist ein dreitägiges Event, das Juristen mit Entwicklern und Designern digitaler Produkte zusammenbringt, um gemeinsam die Rechtsindustrie der Zukunft zu formen.

Das Event beginnt am 2. Oktober mit einem 48-stündigen Hackathon; Anwälte und Software Entwickler identifizieren gemeinsam Probleme und suchen nach Lösungen. Begleitet werden sie dabei von ‚Legal Engineers‘, Juristen mit technischem Verständnis. Ideen werden gemeinsam erarbeitet und in einzelnen Teams zu funktionierenden Prototypen umgesetzt.

Am 3. Oktober gibt es parallel zum Hackathon ganztägige Workshops, in denen einzelne Probleme näher beleuchtet werden. In ‚Hands-On‘ Workshops werden digitale Lösungsansätze und Business-Modelle vorgestellt.

Am 4. Oktober gibt es abschließend die eintägige Konferenz. Bekannte Sprecher aus dem In- und Ausland werden in Kurzvorträgen darlegen, wie die digitale Revolution aus ihrer Sicht das Recht und die Rechtswirklichkeit heute und in der Zukunft verändern werden. Die Gewinner des Hackathons werden ihre Idee und Prototypen den Konferenzteilnehmern vorstellen.

Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, so geben Sie bei der Anmeldung bitte den Code

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ein. Sie erhalten dann 10% Rabatt auf den derzeitigen Preis, sowohl für die Konferenz als auch für Konferenz + Workshop.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Veranstaltung und natürlich ein schönes Wochenende!

Mit den besten Grüßen

RA Katharina Nitsch und das KANZLEIFORUM Team

LEGAL ®EVOLUTION – The European LegalTech Expo & Congress: 5 Tickets zu gewinnen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir freuen uns, als Partner der European LegalTech Expo GmbH 5 x 1 Zweitages-Ticket für die LEGAL (R)EVOLUTION 2017 – The European LegalTech Expo & Congress verlosen zu können!

Diese hochkarätige Kongressmesse findet am 23. und 24. Oktober 2017 in Frankfurt am Main statt.

Eckdaten zum Event
LEGAL ®EVOLUTION – The European LegalTech Expo & Congress

– ist die größte jährliche Kongressmesse für Legal Innovation in Kontinentaleuropa.

– gibt die entscheidenden Antworten auf die Herausforderungen der Digitalisierung des Rechts

– bringt Kanzleien, Rechtsabteilungen, Compliance-Abteilungen, IT-Anbieter, Wissenschaftler und Politiker zusammen

Um an der Verlosung teilzunehmen, abonnieren Sie einfach die Kanzleiforum NEWS. Am 18. September werden unter allen Neuabonnenten im Losverfahren die glücklichen Gewinner ermittelt und informiert. Allen anderen Abonnenten des Newsletters stellen wir unseren Partner-Code zur Verfügung, der einen Nachlass von 25% auf alle Eintrittskarten einschließlich der Gruppentickets bietet. Bei Interesse schicken Sie uns eine E-Mail an kanzleiforum@beck-shop.de.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Mit den besten Grüßen

RA Katharina Nitsch

 

 

Umfrage zum Thema Legal Tech

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Legal Tech revolutioniert die Rechtsberatung. Gemeint sind technische Innovationen, die zu einer zunehmenden Automatisierung der Anwaltsarbeit führen und im Bereich der Mandantenakquise neue Möglichkeiten eröffnen. Wie wird dies von Juristen aufgenommen, wie groß ist das Interesse an Legal Tech und wie steht es um die Bereitschaft, Legal Tech selbst einzusetzen? Das sind wichtige Fragen, die der ffi-Verlag  im Rahmen einer Kanzlei-Umfrage stellt. Machen Sie mit und nehmen Sie sich kurz Zeit!

Hier geht’s zur Umfrage.

Es grüßt Sie im Namen des Kanzleiforum-Teams

RA Katharina Nitsch

Legal Tech in Germany: AL-Interview mit Dr. Jochen Brandhoff

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hier finden Sie ein interessantes Interview unseres Beiratsmitglieds Dr. Jochen Brandhoff zu Legal Tech in Deutschland.

Spannende Lektüre wünscht Ihnen das Kanzleiforum-Team!

 

Legal-Tech oder: Warum der Weg zur Innovation steil, aber lohnend ist

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen (chinesisches Sprichwort)

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht wieder von „disruptive innovations“ gesprochen wird, die den gesamten Rechtsmarkt verändern werden. Glaubt man einigen Presseberichten, so stehen ganze Abteilungen von Anwaltskanzleien kurz vor der Ersetzung durch Maschinengehirne. Blickt man jedoch in den Arbeitsalltag von Kanzleien, sieht das Bild etwas differenzierter aus: Legal-Tech-Produkte haben in der Breite noch nicht Einzug in den Arbeitsalltag von Kanzleien gehalten. Warum ist dies so? Worin liegt die Schwierigkeit, erfolgreiche Legal-Tech-Lösungen zu entwickeln?

Viele Produktideen

Mangel an Produktideen ist zunächst kein Problem von Legal-Tech. Im Gegenteil: Nahezu alles soll sich in Zukunft automatisieren lassen, da „Recht programmierbar“ sei, wie es letztens in einer prominenten Fachtagung platziert wurde. Tatsächlich zeigen zahlreiche Ansätze, dass insbesondere Teilprobleme des Rechts algorithmisch gut zu bewältigen sind. Auch mit Dokumenten, die in einigermaßen standardisierter Form vorliegen, werden beim automatisierten, mit künstlicher Intelligenz verbundenen Auswerten schon gute Erfahrungen gemacht.

Hohe Komplexität

Bei vielen Fragestellungen zeigt sich allerdings, dass das juristische Denken nicht so leicht in Algorithmen zu packen ist, wie dies zunächst vermutet wird. Dies liegt an der starken Betonung der Sprache und der zu Grunde liegenden Lebenssachverhalte. Das Recht an sich ist zwar im Grundsatz logisch aufgebaut. Doch unterliegt jeder sprachliche Begriff einer gewissen Unschärfe und gewinnt nur im Zusammenspiel mit anderen Begriffen an Bedeutung. Darin liegt eine besondere Herausforderung: Wenn ein Algorithmus bewerten soll, ob eine Kündigung gerechtfertigt ist, reicht es nicht, die Struktur des Kündigungsschutzgesetzes zu implementieren. Vielmehr muss der Nutzer vom Algorithmus „befragt“ werden, ob beispielsweise ein Fehlverhalten vorliegt, das zur Kündigung berechtigt. Dabei gelangt man sehr schnell in Grenzbereiche, in denen Wertungsfragen überwiegen. Das Programmieren derartiger Wertungsfragen stellt sich allerdings als sehr aufwändig heraus, da hier eine Art von semantischem Verständnis gefordert wird.

Einsatz neuer Technologien

Der Einsatz neuer Technologien kann im Hinblick auf die hohe Komplexität solcher Fragestellungen helfen. So ist es mit den zur Zeit viel diskutierten neuronalen (selbstlernenden) Netzen denkbar, die oben beschriebenen Wertungsfragen von Sachverhalten zu lösen. Die Software hat dann eben nicht fest beschriebene – und im Zweifelsfall kaum zu überblickende – Lösungswege für die unterschiedlichen Sachverhalte, sondern lernt anhand vieler Fälle selbstständig, richtige Entscheidungen zu treffen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass selbstlernende Systeme durchaus ein großes Potential bieten, allerdings der Programmier- und Trainingsaufwand vergleichsweise hoch ist.

Die Schnittstellenproblematik und der programmierende Jurist

Auch bei vergleichsweise überschaubaren Projekten tritt regelmäßig die Frage auf: Wie wird das juristische Problem dem Programmierer verständlich gemacht? Wie versteht der Jurist, welchen Fragestellungen und Entscheidungen sich der Programmierer gegenübersieht? Als Lösung für dieses bekannte Dilemma bietet sich der „programmierende Jurist“ an, wie er jetzt vielfach propagiert wird. Ein spezifisch juristischer Content erfordert einen Softwareentwickler, der in der Lage ist, juristische Fragestellungen zu begreifen und auch mögliche neue Ansätze zu antizipieren. Der „programmierende Jurist“, der Jurist, der auch Programmieren kann, ist daher eine oft vorgestellte und beschriebene Vision. Tatsächlich lässt sich so ein wesentlicher Schritt hin zur funktionierenden Legal-Tech-Software gehen.

Gestiegene Anforderungen an Software im Endkundenbereich

Ist das Produkt schließlich marktreif, so kann es vorkommen, dass die gesamte Funktionalität implementiert ist und auch so funktioniert, wie man es möchte. Und trotzdem wird das Produkt vom Markt nicht angenommen. Das liegt nicht selten an den in den letzten Jahren erheblich gestiegenen Anforderungen an Software im Endkundenbereich: Gewünscht wird nicht mehr die Expertensoftware, die erst nach der Lektüre handbuchartiger Anleitungen zu verstehen ist, sondern eine einfach gehaltene Software ohne Einarbeitungsaufwand, die leichtgewichtig und schnell zu bedienen ist. Oft wird auch gefordert, dass die Software auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden kann. Der damit verbundene Aufwand ist allerdings nicht zu unterschätzen, vielfach sind es gerade diese Anforderungen, die die Entwicklung nochmal deutlich aufwändiger gestalten.

Fazit

Legal-Tech-Produkte werden den Rechtsmarkt verändern, teilweise einschneidend und disruptiv. Dabei ist jedoch die Entwicklung solcher Produkte keineswegs unproblematisch. Vielfache Herausforderungen, die teils noch über die Komplexität durchschnittlicher Software hinausgehen, sind zu bewältigen. Nicht zuletzt werden neue Berufsbilder, wie der programmierende Jurist oder der juristische Programmierer gesucht. Wer sich jedoch diesen Fragen stellt, wird mit gut überlegten Produkten einen nachhaltigen Mehrwert im Rechtsmarkt schaffen können. Denn in einem besteht weitgehend Einigkeit: Legal Tech steht erst am Anfang. Das wirkliche Potential dieses Ansatzes können wir momentan wahrscheinlich noch nicht einmal umrisshaft erkennen.

Hinweis zum Autor:

Dr. Wolfgang Dannhorn ist Rechtsanwalt/FA für Arbeitsrecht und Vorstand der Cetonis AG, Stuttgart.

Auf neuen Wegen: Mandanten online betreuen

Die Digitalisierung erfordert in vielen Lebensbereichen ein Umdenken – nun erreicht sie auch Anwälte und Mandanten. Dies stellt vor allem traditionelle Kanzleien häufig vor Herausforderungen, denen sich aber einfach begegnen lässt.

Digitalisierung des Rechtsdienstleistungsmarktes

Mandanten haben unabhängig von ihrem Rechtsproblem grundlegende Wünsche bezüglich ihres Rechtsbeistands: Sie wollen eine schnelle Lösung, ohne auf Kanzlei-Öffnungszeiten oder -termine angewiesen zu sein. Auch wenn kein Spezialist vor Ort ist, wollen sie den besten Rechtsanwalt für ihr juristisches Problem. Zudem ist ihnen ein transparentes Angebot schon im Vorfeld der eigentlichen Beratung wichtig. Im Gegensatz dazu ist der Rechtsberatungsmarkt häufig immer noch von sehr traditionellen Strukturen geprägt. Der Austausch von Dokumenten in Papierform, Terminvereinbarung über das Telefon und persönliche Gespräche im Kanzleibüro kosten Mandant und Anwalt viel Zeit und Geld. In Zeiten fortschreitender Digitalisierung erscheint dies nicht mehr ganz zeitgemäß und schreckt viele potentielle Mandaten ab. Genau hier setzt Legal Tech an: Neue Technologien vermitteln Anwälte online an Mandanten in ganz Deutschland und Tools zur Aktenpflege und Analyse erleichtern die tägliche Arbeit. Auch die Vertrags- und Dokumentenprüfung lässt sich nun zum Teil digital vollziehen. Laut einer Umfrage von YouGov können sich bereits 37 % der Deutschen vorstellen, Rechtsdienstleistungen online in Anspruch zu nehmen. Diese neuen Angebote sind aber auch mit Unsicherheiten verbunden: Intransparenz, schlechte Erfahrungen und fehlende Kundenorientierung machen es schwer, richtig einzuschätzen, welche der Dienstleistungen die Erwartungen erfüllt und eine entsprechende Qualität gewährleistet.

Wandel mit Perspektive

Die neuen und innovativen Angebote stoßen in Deutschland auf gemischte Reaktionen: Ablehnung kommt zumeist von Anwälten, die auf einen großen Erfahrungsschatz zurückblicken. Dieser bestätigt sie in ihrer bisherigen Arbeitsweise und wirft die Frage auf, warum Änderungen notwendig sind, wenn doch die klassischen Wege ebenso zum Erfolg in der Mandantenbetreuung führen. Die neuen transparenten Online-Angebote führen hingegen zu einer Wettbewerbssituation, in der Anwälte und ihre Angebote – mehr als je zuvor – vergleichbar werden. Nicht selten wird in diesem Zusammenhang auf sinkende Preise abgestellt, wobei es vielmehr um eine Fair-Price-Policy und die Berücksichtigung der Bedürfnisse des Mandanten geht. Skeptische Stimmen erkennen zwar die Potentiale von Legal Tech, sehen aber in der – aufgrund der Neuheit des Marktes – bisher fehlenden Regulierung auch Risiken. Immer mehr Mandanten und Anwälte sehen aber genau wie wir die wirtschaftlichen Chancen der Digitalisierung des Rechtsmarktes. Mittels neuester Technologien ist es möglich, individuell auf jeden Kunden einzugehen, dabei jedoch weitaus effizienter zu agieren und mehr Mandate zu betreuen, als es bisher möglich war. Die aufwendige Akquise von Mandanten wird erheblich erleichtert und Online-Abwicklungen führen zu erheblichen Kosteneinsparungen – u. a. bei Büro- und Materialkosten. Außerdem werden Wettbewerbsnachteile ausgeglichen, da sich Mandanten unabhängig von Größe und Lage einer Kanzlei deutschlandweit betreuen lassen. Daher lautet eine wesentliche Frage, die sich Juristen immer stärker stellen wird: Wie betreut man Mandanten online?

Zukunft statt Alternative

Vom Erstkontakt über eine Beratung und der Vertretung im Streitfall bis hin zur Rechnungsstellung und Zahlungsabwicklung – mit Legal Tech kann mittlerweile der gesamte juristische Prozess digital abgewickelt werden. Von grundlegender Bedeutung sind dabei kurze Reaktionszeiten, auf den Mandanten und dessen Rechtsproblem zugeschnittene Angebote, verständliche und nachvollziehbare Leistungsbeschreibungen und transparente Bedingungen. Kostenfreie Zusatzangebote wie Ratgeber-Beiträge und Online-Broschüren zu verschiedenen Schwerpunkten sowie kostenfreie Ersteinschätzungen erhöhen das Vertrauen des Mandanten und erfüllen sein Bedürfnis nach schneller Hilfe. Verschiedene Kommunikationskanäle (Chat, Videochat, E-Mail und Telefon) gehören ebenso zur Betreuung wie die Möglichkeit, Dokumente online auszutauschen und zu verwalten. So sind alle relevanten Unterlagen immer auf dem neuesten Stand und überall abrufbar – genauso wie das Mandat orts- und zeitunabhängig bearbeitet werden kann. Entscheidend für den Erfolg dieser Angebote ist aber die Fokussierung auf den Kunden, dessen Wünsche und Vorstellungen jederzeit berücksichtigt werden. Damit wird die Online-Betreuung von Mandanten nicht nur zur Alternative, sondern zur Zukunft der Rechtsberatung.

Hinweis zum Autor:

Maximilian Block ist Geschäftsführer der advocado GmbH, Greifswald.

 

 

Einsatz von künstlich intelligenter Software bei Immobilienverträgen

Legal Tech bzw. die Digitalisierung der Rechtsbranche ist derzeit in aller Munde. Konferenzen und Tagungen reihen sich aneinander, um einen besseren Eindruck davon zu bekommen, wie die Zukunft der Rechtsbranche aussehen könnte. Bei vielen Beteiligten hat sich der Eindruck verstetigt, dass Digitalisierung auch vor der Rechtsbranche nicht Halt machen wird. Nach der Frage des „ob“, rückt nun die Frage des „wie“ stärker in den Blick. Ausgehend von der eigenen Praxis fragen sich Anwälte, wie sich die Potentiale von Digitalisierung heben können. Ausgangspunkt für viele ist hierbei die Frage der Automatisierung bestehender Prozesse bzw. Rechtsprodukte. Die Definition von Gartner[1] zum Thema Digitalisierung, „… the use of digital technologies to change a business model and provide new revenue and value-producing opportunities; it is the process of moving to a digital business“, bringt es kurz und knapp auf den Punkt: Bei Digitalisierung geht es um den Einsatz von Technologie, um bestehende Angebote und Geschäftsmodelle zu digitalisieren, und somit einerseits Effizienz zu steigern und andererseits neue Geschäftsmodelle zu kreieren.

Betrachtet man den Einsatz von Software bei der anwaltlichen Beratung im Immobiliengeschäft, liegt der momentane Schwerpunkt auf der Effizienzgewinnung, also auf der Automatisierung bestehender Prozesse. Dies ist ein gewöhnlicher Vorgang bei der Digitalisierung: Zunächst werden bestehende Prozesse durch den Einsatz von Technologie optimiert.

Der Anwalt des Immobilienwirtschaftsrechts beschäftigt sich vorwiegend mit Immobilientransaktionen: Hier steht die Due Diligence im Mittelpunkt, wobei die rechtlichen Rahmenbedingungen eines Immobilienerwerbs in öffentlich-rechtlicher, sachenrechtlicher, mietrechtlicher und häufig auch bewirtschaftungsrechtlicher Hinsicht geprüft werden. Im Share Deal kommt hier die steuerrechtliche, gesellschaftsrechtliche und arbeitsrechtliche Bewertung hinzu.

Legal Tech-Programme können bei diesen sehr zeit- und arbeitsintensiven Prozessen unterstützen, insbesondere bei der Sachverhaltsermittlung (Datensammlung und -extraktion), sowie bei der rechtlichen Bewertung:

Digitale Datenräume sind bei Immobilientransaktionen inzwischen Standard. Häufige Herausforderungen im Bereich der Datenräume sind die Vervollständigung des Datenbestandes sowie dessen Auswertung. Bei der intelligenten Aufbereitung von Datenräumen helfen mittlerweile Anbieter, die mit Hilfe von softwaregestützten Prozessen Klassifizierungen und Vollständigkeitsprüfungen durchführen. Hierdurch kann die Datenlage signifikant verbessert werden. Um die digitale Datenbasis für Immobilientransaktionen zu verbessern, bedarf es letztendlich eines digitalen Eco-Systems rund um das Immobilienobjekt. Alle Dokumente, die zu einem Mietobjekt gehören, müssen digital über Plattformen und Register (Grundbücher, etc.) vollständig abrufbar sein. Nur mit einer digitalisierten Datenbasis können die weiteren Schritte der Digitalisierung angegangen werden.

Der nächste Effizienzschritt ist die softwaregestützte Datenextraktion der Dokumente, oder anders formuliert: eine digitalisierte Sachverhaltsermittlung. Hier setzen einige Legal Tech-Programme an, indem sie bei Immobilientransaktionen softwareunterstütze Prozesse für die Datenextraktion anwenden. Stammdaten, die vormals mit hohem Zeitaufwand händisch aus Verträgen herausgelesen und abgetippt wurden, können heute mit künstlich intelligenter Software automatisiert ausgelesen werden. Hierdurch können Stammdaten nicht nur schneller und günstiger extrahiert werden, sondern auch mit höherer Datenqualität. Die extrahierten und strukturierten Daten können dann mittels Software zugänglich gemacht werden.  Hierdurch wird ein essentieller Prozess der Immobilientransaktion signifikant optimiert. Der Anwalt kann zu besseren, wettbewerbsfähigeren Preisen anbieten und sich im Pitch als technologienah positionieren, was von vielen Mandanten bei der Auftragsvergabe wertgeschätzt wird. Des Weiteren kann er sich auf seine Kernkompetenz fokussieren, welche die fachmännische Bewertung der vorliegenden Informationen und nicht das mühselige Auslesen der Daten ist.

Nichtsdestotrotz ist auch künstliche Intelligenz (noch) keine Zauberei. Die rechtliche Bewertung von Dokumenten rund um die Immobilie liegt derzeit noch in der Zukunft. Aufgrund der hohen Komplexität und Diversität der Verträge werden hier nur Machine Learning-basierte Ansätze zum Erfolg führen. Der fundamentale Schritt hin zur Digitalisierung der rechtlichen Dokumentation rund um die Immobilie werden Smart Contracts sein, welche eine Datensammlung und -strukturierung überflüssig machen und per se 100% digital sind.

[1] http://www.gartner.com/it-glossary/digitalization/

Hinweis zum Autor:

 Dr. Micha-Manuel Bues ist Managing Director der LEVERTON Servicing GmbH, Berlin.

Von 2013 bis 2016 hat Dr. Bues als Anwalt der internationalen Anwaltskanzlei Gleiss Lutz gearbeitet. Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Passau, Bonn und Oxford, und verfasste seine Promotion an der Universität Köln. Seit vielen Jahren befasst sich Dr. Bues intensiv mit der Interaktion von Recht und Technologie und mit der Digitalisierung juristischer Prozesse. Er ist bekannter Blogger in den Feldern Legal Tech, Legal Innovation und Legal Start-Ups (www.legal-tech-blog.de).

legal-tech.de: FFI-Verlag startet neues Fachportal zum 1. September, Beta-Version bereits live!

Legal Tech ist in aller Munde. Doch welche Konsequenzen bringt die Digitalisierung und Automatisierung der Rechtsbranche, über die zurzeit so viel diskutiert wird, mit sich? Wird diese Entwicklung das Wesen der Rechtsberatung wirklich grundlegend verändern oder nur einzelne Arbeitsprozesse umkrempeln? Und noch viel wichtiger: Was bedeutet das für den einzelnen Anwalt und seine Mandanten?

Diese und weitere Fragen wird der FFI-Verlag in seinem Fachportal legal-tech.de ansprechen. Ab dem 1. September werden hier Juristen und Rechtsratsuchende in kompakten und leicht verständlichen Blogbeiträgen erfahren, wie Legal Tech bereits heute den deutschen Rechtsmarkt konkret verändert.

Ergänzt werden die Blogbeiträge der Fachautoren durch das Angebotsspektrum von Unternehmen, Kanzleien und Startups, die sich auf der Plattform mit ihren Dienstleistungen und Geschäftsmodellen präsentieren. Die Webseite vermittelt Interessenten somit einen Rundumschlag der Chancen, Möglichkeiten und Herausforderungen durch Legal Tech – kompakt verständlich und modern.

Neugierig geworden? Dann können Sie jetzt schon unter dev.legal-tech.de einen Blick auf die Beta-Version des Online-Angebotes werfen.

Wer sein Unternehmen auf legal-tech.de präsentieren oder als Fachautor für die Webseite tätig werden möchte, findet unter folgenden Links weitere Informationen:

 

Kostenloses eMagazin zum Thema Legal Tech

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die erste Sonderausgabe des eMagazins kanzleimarketing.de widmet sich dem Thema Legal Tech – einem Trend, der die Rechtsbranche nachhaltig verändert und noch weiter verändern wird. Aber was heißt das genau? Statt sich dem Phänomen allgemein zu widmen, hauchen die Fachautoren ihm Leben ein: Anhand von konkreten Praxisbeispielen aus dem Kanzleialltag zeigen sie, wie Juristen Arbeitsprozesse, Marketing oder Mandantenbetreuung verbessern können. Was kann eine Vertragssoftware leisten? Welche Rolle spielt das Kanzleipersonal bei der Umstellung auf Legal Tech? Was sind Chatbots? Diese und noch weitere Fragen beantworten unsere Fachautoren in unserer Sonderausgabe.

Aus dem Inhalt

  • Stefan Morschheuser: Legal Tech und die Demokratisierung des Rechts
  • Marco Klock: Produktbasierter Marketing-Ansatz
  • Pia Löffler: Suchmaschinenoptimierung: Der Mensch im Fokus
  • Sabine Ecker: Vertragssoftware: Ist ein Vertrag nicht mehr als die Summe seiner Klauseln?
  • Susanne Pannenbäcker: Fit für Legal Tech: Auf die richtigen Mitarbeiter kommt es an!
  • Patrick Prior: Legal Chatbots und die Kommunikation mit Rechtsanwälten

Das Magazin finden Sie hier.

Eine interessante Lektüre wünscht mit besten Grüßen

RA Katharina Nitsch

Über die Notwendigkeit eines effektiven Marketings – Interview mit Petra Arends Paltzer

Frau Arends Paltzer, zunächst einmal herzlichen Dank für Ihre Bereitschaft, sich den Fragen unserer Leser zu stellen. In Deutschland arbeiten mehr als 160.000 zugelassene Rechtsanwälte und jedes Jahr kommen viele Neuzulassungen hinzu. Aber die Nachfrage nach juristischen Dienstleistungen wächst nicht in gleichem Maße und die Konkurrenz durch fachfremde Berufsgruppen steigt. Daher ist effektives Marketing auch für Anwälte eine Notwendigkeit erfolgversprechender Kanzleiführung. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Säulen einer schlüssigen Marketingstrategie?

Suchen Sie Ihre Nische oder definieren Sie Ihren Wunschmandanten. Versetzen Sie sich dann in die Position Ihres zukünftigen Mandanten. Schauen Sie in den einschlägigen Foren/Gruppen/Magazinen, was Ihre Mandanten wirklich bewegt. Wenn Sie das wissen, dann können Sie potentiellen Mandanten die richtigen Lösungen zu deren Problemen offerieren. Diese Lösungen müssen Sie mit digitalen Online Strategien und in einer verständlichen Sprache kommunizieren.

Ihr Spezialgebiet ist Online Marketing und Content Marketing. Können Sie kurz beschreiben, was Sie darunter verstehen und wo die Hauptanwendungsgebiete für Kanzleien liegen können?

Wenn Kanzleien aus der Masse heraustreten wollen, dann müssen sie mit Inhalten arbeiten und diesen Inhalt ihrer Zielgruppe näherbringen. Das ist Content Marketing. Verabschieden sie sich von Newslettern, dieses ‚Gießkannen-Prinzip‘ funktioniert im digitalen Zeitalter, in dem niemand mehr Zeit hat,  nicht mehr. Konzentrieren sie sich auf eine Zielgruppe (ihre Wunschmandanten), recherchieren sie deren Fragen und antworten sie mit verständlichen Lösungen darauf. Anwälte, die ihre Wunschmandanten entsprechend analysieren, sind in der Lage, Online Strategien zu erarbeiten und mit diesen, neue Mandanten (online) zu akquirieren.

Unterscheiden sich die Marketingstrategien grundsätzlich entsprechend der Größe einer Kanzlei oder gibt es einige Dinge, die alle Kanzleien unabhängig von der Größe beachten sollten?

Das Wichtigste ist, dass eine Kanzlei voll und ganz von der Notwendigkeit eines strategischen (digitalen) Marketings überzeugt ist. Wichtig ist ferner auch, sich auf ein Thema zu konzentrieren. Wenn Sie sich dann noch inhaltlich positionieren und dies mit einer durchdachten Strategie umsetzen, dann spielt die Größe einer Kanzlei überhaupt keine Rolle.

Welches sind die häufigsten Fehler, die im Bereich „Marketing“ von Kanzleien gemacht werden?

Kein Konzept, kaum oder wenig Ahnung von den Online Instrumenten & Mechanismen und eine halbherzige Umsetzung.

Wie beurteilen Sie die Relevanz von Social-Media-Kommunikation, Online-Rechtsberatung und Guerilla-Marketing für Kanzleien?

Alle drei genannten Aspekte werden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Da ist zum einen die Macht und Kraft der Social-Media, die von Anwälten oft vernachlässigt wird (auf Facebook sind 50+% aller Deutschen aller sozialen Schichten. Wenn Sie dort nicht sind, haben Sie diese 50+% schon einmal nicht erreicht). Online-Rechtsberatung konzentriert sich ja auf einen Markt, der von Anwälten bisher wenig bearbeitet wurde, da er nicht lukrativ war (Geblitz.de, flightright.de, etc.). Aber mit Big Data, Machine Learning und künstlicher Intelligenz wird diese Rechtsberatung immer effektiver/klüger werden und zunehmend auch in traditionelle Anwaltsmärkte vordringen. Und ausgefallenes Marketing wird mit Sicherheit an Bedeutung gewinnen, wenn schon nicht von den Anwälten selbst, dann von der Online-Konkurrenz.

Welche weiteren „Pflichtprogramme“ sehen Sie für Kanzleien – wir denken hier an Medienpräsenz, Cross selling und ähnliches, die für Anwälte im Moment eher noch Fremdworte sind?

Mobile responsive Website – Online Marketing Strategie – digitalisiertes Anwaltsprodukt.

Zum Thema Legal Tech: sehen Sie diese Anbieter als Wettbewerber, insbesondere auch für kleine und mittlere Kanzleien oder könnte sich hier evtl. eine Chance auftun?

Beides; einzelne (repetitive) Tätigkeiten werden von Legal Tech übernommen werden; gleichzeitig bedeutet Legal Tech (Dokumenten Automatisation, E-Discovery, Vertragsmanagement, Research) auch eine riesige Entlastung für Anwälte. Gleichwohl, wie bei jeder ‚industriellen Revolution‘ hat es zunächst Verluste gegeben, im weiteren dann aber neue Stellen.

Ganz allgemein, Anwälte sollten ihre Businessmodelle in Anbetracht der neuen Wettbewerber kritisch hinterfragen, vielleicht Anpassungen vornehmen, einzelne Dienstleistungen produktisieren und so von den Mitbewerbern lernen. Denn eines kann die Online Konkurrenz nicht – den Menschen und die ganzheitliche Beratung ersetzen.

Weitere Anregungen finden Sie hier