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Mitarbeitergewinnung – Mit diesen 5 Tipps haben Sie die Nase vorn

Fachkräftemangel und demografischer Wandel machen sich auch in Steuerberaterkanzleien bemerkbar: Es wird immer schwieriger, gute Mitarbeiter zu finden. Und wer aktuell eine Stelle zu besetzen hat, für den sind Bewerber sprichwörtlich wie die Stecknadel im Heuhafen. Angela Hamatschek zeigt in ihrem Buch „Die Kunst Mitarbeiter zu gewinnen“ auf, wie sich Kanzleien als attraktive Arbeitgeber präsentieren können. Wir haben sie gebeten, ihre 5 Top-Empfehlungen zur Mitarbeitergewinnung für Sie zusammen zu stellen.

Tipp No. 1: Erfolgsfaktor Arbeitsplatz

Das Gehalt ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl eines neuen Arbeitgebers, doch in vielen Fällen nicht der einzige. Unter den wichtigsten drei Gründen für die Arbeitgeberauswahl und Zufriedenheit am Arbeitsplatz findet sich bei Mitarbeiterbefragungen „Flexible Arbeitsplatzgestaltung“. Schaffen Sie deshalb die Voraussetzungen dafür. Individuelle Gleitzeitlösungen, spontan einen halben Tag frei nehmen können bis hin zu Home Office. All diese Angebote erhöhen die Lebensqualität aus Sicht des Mitarbeiters und machen die Kanzlei attraktiv.

Tipp No. 2: Suchen Sie dauerhaft

Wenn Sie kurzfristig eine Stelle besetzen müssen und sich auf die Suche machen, haben Sie schlechte Karten. Der Druck ist groß, die Anzahl der Bewerber gering. Und statt der oder den Besten nehmen sie notgedrungen die oder den Erst-Besten.

Signalisieren Sie auf Ihrer Webseite „Wir sind immer interessiert an guten Mitarbeitern und freuen uns über Initiativbewerbungen“. Vermitteln Sie diese Botschaft Ihren bestehenden Mitarbeitern, damit diese ihre Augen und Ohren offen halten.

Bauen Sie sich einen Bewerberpool auf, auf den Sie im Bedarfsfall zugreifen können. Ehemalige Mitarbeiter, frühere Bewerber, die in der engeren Auswahl waren, Kontakte aus Fortbildungen der eigenen Mitarbeiter.

Tipp No. 3: Wenn schon Anzeige dann anders

Wer in der letzten Zeit eine Stellenanzeige geschalten hat, weiß wie wenig Rücklauf zu erwarten ist. Das hat allerdings nicht nur mit dem Mangel an Fachkräften zu tun, sondern oft auch an den austauschbaren Anzeigen.

Egal ob Print oder Online: Fallen Sie auf aus der grauen Masse der Null-Acht-Fünfzehn Anzeigen, z.B.  mit ausgefallenen Stellenbezeichnungen wie „Beleg-Zauberer“ oder „BWA-Flüsterer“. Wenig Text, ein Hingucker-Bild und die Detailinfos mit Hinweis auf Ihre Webseite.

Tipp No. 4: Webseite mit Mitarbeiterteil

Ihre Webseite ist das wichtigste Werbeinstrument für potentielle Mitarbeiter. Bevor sich ein Kandidat entscheidet, wo er sich bewirbt, verschafft er oder sie sich dort einen ersten Eindruck. Eine Rubrik „Teamgeist“, in der alle Informationen zusammengestellt sind, kann hier den Ausschlag geben.

Stellen Sie hier zusammen, was Mitarbeiter konkret erwartet. Am besten mit Fotos von künftigen Kolleginnen und Kollegen an deren Arbeitsplätzen und Aussagen, warum sie gern in der Kanzlei arbeiten. Arbeitszeit, Fortbildung, Besprechungskultur, gemeinsame Aktivitäten – je konkreter Sie werden, desto besser.

Tipp No. 5: Facebook als Turbo

Und das i-Tüpfelchen setzen Sie mit Hilfe der sozialen Medien. Facebook mag als Instrument zur Mandantenakquise nicht unbedingt das Medium der ersten Wahl sein, für das Mitarbeitermarketing ist es ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Wichtig ist es, den Kanzleiauftritt dort für Mitarbeiter interessant zu gestalten. Posten Sie, auf welche Fortbildungen die Mitarbeiter gehen, der Blumenstrauß zum Geburtstag, ein Kaffeeplausch in der Gemeinschaftsküche. Je mehr Sie vom sozialen Leben in der Kanzlei zeigen, desto menschlicher und näher kommen Sie rüber. Kanzleien, die hier aktiv sind, bestätigen, dass das sowohl bei der Bewerberauswahl der ausschlaggebende Grund war, als auch dass Initiativbewerbungen dadurch zunehmen.

Zahlreiche Praxisbeispiele und konkrete Schritt-Für-Schritt-Anleitungen dazu finden Sie im folgenden Buch.

 

Mehr zum Thema Mitarbeitergewinnung lesen Sie im Interview mit Frau Hamatschek

 

Tipps und Tricks zur Mitarbeitersuche mit kleinem Budget

Für Gesprächsstoff in den Sozialen Medien sorgte in den vergangenen Wochen die Stellenanzeige eines Steuerberaters aus Ostfriesland, in der er mit provokanten Formulierungen nach einer/einem Auszubildenden suchte. Die Aufmerksamkeit war groß und mit 20 Bewerbungen für den Ausbildungsplatz mehr als erfolgreich. Wir fragen Angela Hamatschek, Autorin u.a. des aktuell erschienenen Buches Die Kunst, Mitarbeiter zu gewinnen, wie es insbesondere kleineren und mittleren Kanzleien gelingen kann, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Gerade kleineren Kanzleien fehlt oft das notwendige Budget, um aufwändig nach Auszubildenden zu suchen. Ist da die Überlegung durch Provokation aufzufallen sinnvoll?

Als ich diese Anzeige gesehen habe, habe ich sofort gedacht „Jawoll, genau so funktioniert virales Marketing“. Entscheidend ist die pfiffige Idee, die richtige Prise Humor, die dann dafür sorgt, dass in den sozialen Medien darüber gesprochen wird. Gefährlich wird es nur, wenn die Provokation zu stark ist und dann einen Shitstorm zur Folge hat. Diese Gratwanderung gilt es zu meistern.

Haben 08/15-Anzeigen, z.B. in Tageszeitungen, heute überhaupt noch eine Chance von jüngeren Leuten wahrgenommen zu werden?

So gut wie gar nicht, auf Printanzeigen – auch in Regionalblättern – bekommen Kanzleien kaum noch Bewerbungen. Die Informationsmedien für die Generation Y sind Online. Ein kurzer Faktencheck dazu: Facebook hat in Deutschland 30 Millionen Nutzer, davon sind 23 Millionen täglich online. Die Gesamtauflage aller Tageszeitungen in Deutschland sinkt seit Jahren und liegt aktuell bei unter 15 Millionen Lesern.

Junge Mitarbeiter, die eine neue Kanzlei suchen, googlen und schauen in die Online-Jobbörsen. Doch auch hier herrscht Wettbewerb, deshalb kommt auch hier auf 08/15 Anzeigen immer weniger Rücklauf. Da spielt auch noch der demografische Wandel eine Rolle, immer weniger Auszubildende und Mitarbeiter stehen auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Weiterlesen