Mythos und Realität des Vermögensmanagements – Wohlstand durch kluge Geldanlage

Vermögensmanagement ist nur was für Reiche und Topverdiener, so die allgemeine Meinung zu diesem Thema. Normalverdiener können sich gerade mal so über Wasser halten und falls überhaupt Ersparnisse entstehen, werden diese auf Bankkonten geparkt oder in den momentan angeblich boomenden Immobilienmarkt gesteckt – was für eine fatale Fehleinschätzung!

Jeder, ganz unabhängig von der Einkommensklasse, ist gefordert, (s)ein Vermögen aufzubauen und zu managen, um die Lebensphasen ohne Einkommen zu überstehen. In vielen westlichen Industrienationen mit staatlich verordneten Altersversorgungssystemen ist dies dem Einzelnen häufig gar nicht mehr so bewusst. Ist das Ruhestandsalter erreicht, kommt die Rente und sichert den sorgenfreien Lebensabend. Angesichts der bevorstehenden demographischen Entwicklungen eine noch fatalere Fehleinschätzung! Dies ist jedenfalls meine Einschätzung, nachdem ich mich intensiv mit den Schwachstellen in staatlichen Rentensystemen beschäftigt habe. Ganz simple Berechnungsmodelle zeigen nämlich recht schnell, dass diese Rechnung nicht (mehr) aufgehen kann.

Die umlagefinanzierten Rentensysteme werden kaum einen unbeschwerten Ruhestand für die Angehörigen der Babyboomer-Generation sicherstellen und viele werden aufgrund fehlender eigener Kapitalreserven vor großen Herausforderungen stehen, wenn zu den üblichen Konsumausgaben stetig steigende Pflege- und Gesundheitskosten hinzukommen. Insbesondere wenn die Einkommensströme aus dem Erwerbsleben versiegen.

Der Begriff Vermögensmanagement ist also aus der elitären Ecke herauszuholen und ins Bewusstsein eines jeden zu bringen. Allein schon um für die Rentenzeit gewappnet zu sein, aber auch um einen Wohlstand zu erreichen, der eine angemessene Lebenszufriedenheit schafft. Deshalb geht es nicht nur darum, Ersparnisse irgendwie neben den üblichen Ausgaben des täglichen Lebens herauszupressen, sondern das Geld, das beiseitegelegt werden kann, auch sinnvoll einzusetzen, um in 10, 15 oder auch 40 Jahren auf einen kaufkraftstarken Kapitalstock zurückgreifen zu können. Das Management des eigenen Vermögens eben. Viele Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben dies über die Jahre verlernt. Der Staat traut seinen Bürgern nicht (mehr) zu, sich selbst um angemessene Alters-, Pflege- und Gesundheitsabsicherung zu kümmern und verordnet Zwangssysteme, um irgendwie allen eine mehr oder minder gerechte Versorgung zukommen zu lassen.

Der entmündigte Bürger wägt sich in Sicherheit und fühlt sich beim Thema Vermögensmanagement nicht angesprochen.

Wer sich dann doch mal hinauswagt und auf dem Parkett der Geldanlage tätig werden möchte, der wird sogleich erschlagen von der Fülle der Anlagemöglichkeiten. Das Internet ist voller vermeintlich „sicherer“ Anlagen mit „Top-Renditen“ und wer sich fachkundig beraten lassen möchte, der sollte besser hinschauen, mit wem er spricht. Die Vertriebsmaschinerien der Versicherungs-, Banken-, Immobilien-, Anlage- und Vermögensberaterbranche sind ausgefeilt und zuweilen recht intransparent. Häufig wird der Anleger mit einem Standardprodukt ohne nennenswerte Rendite oder der im Wert gar nicht mehr wachsenden Immobilie abgespeist. Viele der sonstigen Anlageprodukte klingen komplex und sind schwer nachvollziehbar. Finanzderivate, Bitcoin, Day Trading, Edelmetalle, Indices, Futures, Hedging und Forex – kaum eine Branche versteht es besser als die Finanzanlagebranche, sich mit kaum verständlichen Fachbegriffen abzugrenzen.

Komplexität lässt sich eben gut verkaufen. Kein Wunder, dass so viele Menschen einen Bogen um das aktive Geldanlegen machen.

Dabei ist ein effektives Vermögensmanagement so wichtig und zwar für alle. Selbst mit geringen Sparbeträgen schaffen es Normal- oder sogar Minderverdiener Schritt für Schritt ein gewisses Wohlstandsniveau aufzubauen. Man darf sich eben nicht verrückt machen lassen und sollte sich die Zeit nehmen, zumindest die grundlegenden Prinzipien und Konzepte zu verstehen. Mit simplen Excel-Modellen können Renditen, Zinseszinseffekte und Wertsteigerungen relativ einfach nachgehalten und die wirklich wertsteigernden Anlagen identifiziert werden.

Beim Thema Vermögensmanagement gibt es keine Standardformel. Jeder Mensch ist individuell und so sollte auch der Wohlstandsplan eines jeden seine ganz eigene Handschrift tragen. Das Buch Effektives Vermögensmanagement stellt aber dennoch einen Fahrplan inklusive Aktien, Fonds, Immobilien und auch ungewöhnliche Anlageformen zur Verfügung, mit denen die Verwirklichung des eigenen Vermögensziels kein Traum bleiben muss.

Zum Autor: Dr. Sören Dressler ist Professor für Internationales Controlling an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. Er leitet dort den postgradualen Masterstudiengang in Business Engineering und lehrt und forscht im Schwerpunkt in den Bereichen Controlling, Corporate & Private Financing. Sein umfangreiches Wissen stellt er auf der Webseite www.fair-value.org Interessenten am Vermögensmanagement zur Verfügung.

Dressler
Effektives Vermögensmanagement – Mehr Wert für alle
2019, 150 Seiten, 27 Abb., € 32,00
Kohlhammer ISBN 978-3-17-037420-1