You Can’t Get What You Want …

Über den „Erfolgsfaktor Kanzleiidentität“ und das gleichnamige Springer essential, Wiesbaden 2020

Kennen Sie Joe Jackson? Als er 1984 auf seinem brillanten Album Body and Soul den gleichnamigen Song veröffentlicht hat, war ich gerade mal so in den ersten Semestern. Komplett heißt der Titel „You Can’t Get What You Want (Till You Know What You Want)“ und weder Sound noch Botschaft haben seitdem irgendetwas von ihrer Aktualität verloren.

Die digitale Transformation führt zur Erosion der bewährten Verhältnisse

Für uns Juristen ist das ein zweischneidiges Vergnügen, ist doch der Markt für juristische Dienstleistungen umkämpft wie nie. Die digitale Transformation hat ihrerseits für eine Erosion bewährter Verhältnisse gesorgt. Denn einerseits unterstützt sie selbstverständlich die Kanzleiarbeit. Andererseits sorgen technische Hilfen aber auch für ein steigendes Anspruchsdenken. Schließlich hält der digitale Umbruch zunehmend grundlegende Alternativen bereit, während gleichzeitig unser berufsständischer Schutz gegenüber artverwandten Betreuungsangeboten sinkt – Stichwort: § 5 RDG. Nicht zuletzt aus Banken, Versicherungen oder Unternehmensberatungen treten Experten auf den Plan, die ebenfalls sachkundig beraten können und dürfen.

Betonen Sie Ihre besonderen Fertigkeiten!

Wenn Sie in dieser Lage Ihre (unterschiedlichen!) Interessengruppen davon überzeugen möchten, dass sie ausgerechnet bei Ihnen optimal aufgehoben sind, müssen Sie ihnen jeweils etwas Besonderes bieten. Auf gut Deutsch: Zeigen Sie Ihnen, was sie ausgerechnet bei Ihnen zu suchen haben, wo gerade Sie hinzielen, und was Sie von allen Ihren Wettbewerbern unterscheidet. Wie das im Einzelnen geht, habe ich nach vielen Jahren Praxistätigkeit jetzt in einem 50-seitigen Leitfaden zusammengefasst, Stück für Stück mit zahlreichen Übersichten und Tipps, Does und Don‘ts versehen. So empfiehlt es sich nach meiner Erfahrung beispielsweise, von vorneherein einige Betrachtungsebenen auseinanderzuhalten. Dazu zählen (in absteigender Reihenfolge) der Sinn des Kanzleigeschehens („Wozu das Ganze? Wie idealistisch sind wir, wie zukunftsorientiert wollen wir sein?“), sodann Werte und Filter („Steht Kollegialität über allem?“ „Ermutigen wir Perfektionisten?“). Eine weitere Stufe sind die Glaubenssätze und Selbstzuschreibungen („Wir müssen uns so positionieren, dass …“), gefolgt von den Fähigkeiten und Strategien die Sie auszeichnen. Verhalten und Umgangsformen sowie äußere Rahmenbedingungen stehen ganz am Ende dieser Betrachtung und wirken sich auch nicht nach oben aus.

Ziel: Gelebte Kanzleiidentiät

Eine entsprechend entwickelte und gelebte Kanzleiidentität ist die einzige echte Alternative zu allfälligem Stückwerk. Als ganzheitliche Lösung fördert sie Ihren Geschäftserfolg langfristig – sowohl nach innen als auch nach außen. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, sich ordentlich strukturiert Gedanken über die eigene Kanzleiidentität zu machen.

Schunder-Hartung
Erfolgsfaktor Kanzleiidentität
2020
Softcover € 14,99
Springer ISBN 978-3-658-28322-3

Rechtsanwältin Dr. Anette Schunder Hartung, aHa Strategische Geschäftsentwicklung, Frankfurt