Neue Zeitschrift RDi – „Recht mit digitalem Scheinwerfer“

RDi – Recht Digital – das ist der Name der neuen Fachzeitschrift zur Digitalisierung in der Rechts- und Wirtschaftspraxis von C.H.BECK. Was ist das Ziel des Zeitschriften-Teams? Welche Inhalte sollen vermittelt werden? Ein Gespräch mit den drei geschäftsführenden Herausgebern der RDi.

Wieso „Recht Digital“? Was bedeutet dieser Titel? 

Prof. Dr. Florian Möslein: Die RDi – Recht Digital ist eine breit aufgestellte juristische Fachzeitschrift, die sich thematisch nur durch einen Begriff einschränkt: Digital. Jedes weitere Wort im Titel würde dem Ansinnen nicht gerecht werden, die Querschnittsmaterie „Rechtsfragen der Digitalisierung“ in ihrer ganzen Bandbreite zu behandeln. (Zum kostenlosen RDi-Probeabo)

Weshalb braucht es dazu noch eine weitere juristische Fachzeitschrift?

Möslein: In Wissenschaft und Praxis sehen wir, dass Rechtsfragen der Digitalisierung eine ganz eigene Dynamik entwickeln – einerseits technologiespezifisch, andererseits  rechtsgebietsübergreifend. Rund um Künstliche Intelligenz, Blockchain und digitale Plattformen entstehen neue Wirtschaftszweige; Legal Tech und FinTech krempeln Rechts- und Finanzmarkt grundlegend um. Wer hier beraten oder forschen will, braucht über das juristische Fachwissen hinaus ein sehr solides Grundverständnis der Branche und auch der technischen Gegebenheiten. Hier setzt die RDi an. 

Welches Rechtsgebiet findet sich in „Recht Digital“?

Möslein: Die RDi beleuchtet das Recht in seiner gesamten Breite – allerdings mit digitalem Scheinwerfer. Sie bildet neuere technische Entwicklungen unabhängig vom Rechtsgebiet ab. Auch ihre Kategorien sind themenbezogen, nicht nach Rechtsgebieten geordnet. Um ein Beispiel zu geben: Der Bereich FinTech betrifft nicht nur das Bankaufsichts- und Kapitalmarktrecht, sondern spricht auch IT- und Steuerrechtler an. Beiträge im Bereich FinTech auf ein Rechtsgebiet zu beschränken, würde deshalb viel zu kurz greifen. Die RDi versteckt diese Themen nicht in rechtlichen Spezialzeitschriften, sondern gibt ihnen eine Bühne, auf der sie aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden können.

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Die RDi deckt damit also alle Rechtsgebiete ab und richtet sich nicht nur an IT-Juristen – kann eine Zeitschrift allein diesen Anspruch überhaupt erfüllen?

Dr. Markus Kaulartz: Die RDi hat natürlich nicht den Anspruch, die Digitalisierung im Recht abschließend zu behandeln. Sie versteht sich dennoch nicht als Nischenprodukt für das IT-Recht als Kernmaterie der Digitalisierung. Vielmehr soll sie die Digitalisierung rechtsgebietsübergreifend behandeln und Juristinnen und Juristen in ihren jeweiligen Spezialgebieten abholen. Wer heute rechtlich berät, entscheidet oder forscht, kommt selbst in angestammten Rechtsgebieten wie dem Gesellschaftsrecht oder dem Bankaufsichtsrecht um neuere technische Entwicklungen nicht mehr herum. Die RDi beleuchtet diese durch die Digitalbrille und stellt Verknüpfungen her.

Informiert die RDi auch über aktuelle Rechtsprechung?

Riehm: Ja. Es werden jeden Monat praktisch alle Entscheidungen auf Relevanz für die Leserschaft der RDi untersucht. Da Urteile im Volltext aber ohnehin schon bei beck-online und in anderen Zeitschriften abrufbar sind, konzentriert die RDi sich darauf, wichtige Entscheidungen aus dem Digitalbereich kurz vorzustellen, zu kommentieren, einzuordnen und zu hinterfragen. Das finden wir im Kontext der Digitalisierung besonders wichtig und wir wollen damit auch einen Mehrwert schaffen. Teilweise werden wir auch Anmerkungen zu ausländischen Entscheidungen aufnehmen, etwa wenn es sich um die ersten ihrer Art zu wichtigen technischen Fragen handelt. 

Wie unterscheidet sich die Zeitschrift von Ihren Wettbewerbern?

Möslein: Abgesehen von den günstigen Rahmenbedingungen beim Beck-Verlag meinen wir, dass die RDi ein Team von Herausgeberinnen und Herausgebern gewinnen konnte, das in der digitalen Juristerei seinesgleichen suchen. In diesem Team steckt unendlich viel Know-how und Bandbreite, viele der Beteiligten begleiten rechtliche Innovationen schon seit Jahren aktiv mit und sind bestens vernetzt. Durch die Diversität der beruflichen Hintergründe erhoffen wir uns außerdem, digitale Entwicklungen sowohl praxistauglich als auch wissenschaftlich fundiert begleiten zu können. Bereits die Vorbereitungszeit hat uns gezeigt, wie attraktiv diese Kombination für Autorinnen und Autoren ist, und sie ist es mit Sicherheit auch für Leserinnen und Leser.

Viele Themen setzen technisches Grundverständnis voraus. Vermittelt das die RDi auch? 

Prof. Dr. Thomas Riehm: Natürlich. Dort, wo technisches Know-how nötig ist, um die rechtlichen Fragestellungen zu durchdringen, werden die Beiträge in der RDi dieses auch zielgruppengerecht aufbereiten. Wir stellen sowohl in Wissenschaft und Praxis immer häufiger fest, dass eine fundierte rechtliche Analyse nur gelingen kann, wenn man fernab von Buzzwords wirklich versteht, wie Datenflüsse und -verarbeitungen etc. eigentlich genau ablaufen. Nur dann kann man auch überzeugende Argumente in der Sache ausarbeiten oder Alternativlösungen entwickeln. Diesen Anspruch muss die RDi unbedingt erfüllen.

Die RDi wird auch als Printausgabe ausgeliefert. Passt das zu einer Digitalisierungszeitschrift?

Kaulartz: Überraschenderweise ja, denn die meisten Leserinnen und Leser bevorzugen es tatsächlich noch, eine Zeitschrift in Händen zu halten. Wir haben uns daher auch dafür entschieden, die Printausgabe durch einen Mantelteil zu ergänzen, der etwas leichtere Kost zum Schmökern enthält, insbesondere Interviews, Buchtipps, Hinweise zu Legal-Tech-Tools und ein Editorial von wechselnden Persönlichkeiten. Nichtsdestotrotz ist die RDi natürlich aber auch in beck-online verfügbar, wo sie zweifelsfrei auch hingehört. Und natürlich hat sie eine eigene Webseite, rdi.beck.de, wo Teile der Inhalte auch abrufbar sind.

Wohin wenden sich interessierte Autorinnen und Autoren?

Kaulartz: Am besten per E-Mail direkt an unseren Schriftleiter Christopher Rennig an rdi@beck.de.

Mehr Infos zu den Interviewten

Prof. Dr. Florian Möslein, Dipl.-Kfm., LL.M. (London)

Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Deutsches und Europäisches Wirtschaftsrecht an der Philipps-Universität Marburg und Gründungsdirektor des Instituts für das Recht der Digitalisierung (IRDi)

Prof. Dr. Thomas Riehm

Inhaber des Lehrstuhls für Deutsches und Europäisches Privatrecht, Zivilverfahrensrecht und Rechtstheorie und Sprecher des Instituts für das Recht der Digitalen Gesellschaft (IRDG) der Universität Passau

Dr. Markus Kaulartz

Rechtsanwalt, CMS Hasche Sigle, München

Hier geht es zur Leseprobe der RDi – Recht Digital.

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