Lockdown im Winter: Und jetzt?

Der zweite Lockdown geht in die Verlängerung. Die Kunst besteht darin, das Unverrückbare zu akzeptieren und die Dinge beherzt in die Hand zu nehmen, die wir zu ändern vermögen. Davon ist Susanne Kleiner  überzeugt und folgt der Maxime: „Weil ich es nicht ändern kann, ändere ich mich und mein Verhalten“. In diesem Blogbeitrag gibt die Kommunikationsexpertin, Texterin, Trainerin und Coach Impulse für alle, die mutig sind, fixe Gewohnheiten hinter sich zu lassen, um persönlich zu wachsen.

Das Denken verändern

Wenn lieb gewonnene Gewohnheiten wegbrechen, lohnt es sich, zu fragen: „Wofür habe ich jetzt Zeit?“ Sich unentwegt Beklagenswertem zuzuwenden, bringt niemanden weiter. Gehen Sie in sich: „Was wollte ich schon immer einmal tun und schiebe es seit Ewigkeiten vor mir her? Welcher Schmöker steht auf meiner Bücherliste und seit Jahren unberührt im Regal? Welche Sportarten probiere ich aus, um mich zu Hause oder in der freien Natur körperlich fit zu halten? Welchen Methoden der Achtsamkeit öffne ich mich, um Stille als Anker zu entdecken?“ Was auch immer Sie tun: Sorgen Sie gut für sich und achten Sie auf Ihre Bedürfnisse. Sagen Sie Ihren Mitmenschen gegenüber respektvoll Stopp und benennen Sie, was für Sie in diesem oder jenem Moment wichtig ist. Das heißt auch: Legen Sie Nachrichtenpausen ein und schalten Sie ab und zu das Smartphone aus.

Dankbarkeit ritualisieren

Wir sind keine Maschinen. Die neue Normalität fordert ihren Tribut. Es ist menschlich und vollkommen in Ordnung, phasenweise schlecht drauf zu sein. Auch das gehört dazu. Nehmen Sie bewusst wahr, wie es Ihnen geht und akzeptieren Sie Ihren Zustand, ohne dem winterlichen Trübsinn zu viel Raum zu geben. Eine Übung dazu: Fragen Sie sich bewusst jeden Abend: „Wofür bin ich dankbar?“ Schreiben Sie drei Dinge auf, die Ihnen dieser Tag geschenkt hat. So schulen Sie Ihren Geist darin, die guten Seiten des Lebens zu würdigen. Ermutigend ist: Sicher ist, dass diese Pandemie irgendwann vorbei ist. Das erlaubt, sich schöne Aktivitäten in der Zukunft auszumalen. Oder veränderungswillige Charaktere versprechen sich für die Zeit danach: „Ich werde endlich das umsetzen, was ich bisher aufgeschoben habe – aus Bequemlichkeit oder welchen Gründen auch immer.“

Räumliche Distanz überwinden

Keine Frage: Persönliche Begegnungen mit geschätzten Freunden oder Kolleginnen tun besonders gut. Heute gilt umso mehr: Überwinden Sie die verordnete räumliche Distanz mit menschlicher Nähe. Also: Reden hilft. Zuhören verbindet. Sprechen Sie mit anderen über Ihre Ängste und Sorgen. Schildern Sie auch Ihre schönen Erfahrungen und Hoffnungen. Und offenbaren Sie anderen, welche Chancen Sie in dieser besonderen Phase entdecken. Reflektieren Sie: „Welche Freundschaften sind mir wirklich wichtig? Wer fehlt mir?“ Analysieren Sie auch: „Welche Kontakte halte ich aus Höflichkeit oder Gewohnheit aufrecht?“ Bleiben Sie virtuell oder telefonisch mit Menschen in Verbindung, die Ihnen am Herzen liegen und hören Sie aufrichtig zu. Bekennen Sie, dass Sie andere vermissen, wenn dem so ist. So gewinnen Ihre Beziehungen eine neue Tiefe. 

Sich mit Herz und Verstand vernetzen

Fragen Sie sich auch: „Wen wollte ich schon immer einmal kennenlernen? Wo finde ich Gleichgesinnte?“ Jetzt ist die Gelegenheit, in den sozialen Medien Personen anzuschreiben, die Ihre Interessen teilen und sich für gemeinsame Werte stark machen. Vernetzen Sie sich mit Leuten oder folgen Sie Expertinnen und Experten, die sich lebensbejahend der Zukunft annehmen. So umgeben Sie sich mit konstruktiven Gemütern und profitieren von einem sinnstiftenden Austausch. Übrigens: Auch der Small Talk auf der Straße oder auf Abstand in der Schlange im Supermarkt hat Potenzial. Wer aus seiner Komfortzone heraustritt, kann in alltäglichen Situationen Begegnungen erleben, die der Seele guttun. Ein Denkanstoß für alle, die sich die Sinnfrage stellen: Wer andere unterstützt, tut sich selbst etwas Gutes.

Dem Tag einen guten Rhythmus geben

Es beruhigt, Routinen zu pflegen, die einen geregelten Alltag unterstützen. Dazu gehört es, den Tag bewusst zu beginnen. Das heißt: Mit einer Runde Sport, Gymnastik, einem geregelten Frühstück in den Morgen zu starten. Oder Sie nehmen sich eine Viertelstunde Zeit, um sich bewusst auf den Tag einzustimmen: „Wem widme ich heute mehr Zeit als üblich? Welcher Mensch möchte ich bei der Arbeit sein? Was thematisiere ich im Team-Meeting?“ Zum Arbeitsrhythmus: Arbeiten Sie 90 Minuten konzentriert und machen Sie danach eine Pause. So überfordern Sie sich nicht und gehen schonend mit Ihren Kräften um. Empfehlenswert ist es, zwischen anstrengenden und ausgleichenden Aktivitäten abzuwechseln. Und: Schlafen Sie ausreichend. Das stärkt Ihr Wohlgefühl und die Abwehrkräfte obendrein.

Halten Sie Ihren Körper fit

Gönnen Sie sich frische Nahrungsmittel, bereiten Sie gesunde Mahlzeiten zu und speisen Sie in aller Ruhe. Inspirationen zum Kochen oder Lunch-Box-Ideen für alle, die keine Kantine haben, gibt es zuhauf. Kramen Sie alte Kochbücher Ihrer Eltern oder Großeltern hervor und gehen Sie auf kulinarische Erinnerungsreise. Oder Sie begeben sich auf Neuentdeckungstour in die Kulinarik ferner Länder. Treiben Sie im Winter Sport bei Tageslicht an der frischen Luft. Wer morgens vor der Arbeit eine Runde um den Block geht oder eine Lauf- oder Fahrradrunde dreht, tut viel für sich. Und: Verbringen Sie Ihre Mittagspause an der frischen Luft, um bei einem Spaziergang Sonne zu tanken. Wer draußen körperlich aktiv ist, bevor es dunkel wird, produziert Glückshormone und beugt dem Corona- und Winterblues vor.

Susanne Kleiner ist Kommunikationsexpertin, Autorin, Texterin, Trainerin (dvct), Online-Trainerin und Coach (dvct) in Freiburg im Breisgau. Führungskräften und Teams vermittelt sie in Workshops, Trainings, Coachings und Impulsvorträgen Kompetenzen rund um Text & PR, Kommunikation in Konflikten, Krisen und Veränderungsprozessen, Führung und Selbstführung, mentale Stärke und Wertewandel.

www.susanne-kleiner.de

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