Die Steuerberaterprüfung gilt als eine der anspruchsvollsten Prüfungen. Durchfallquoten jenseits der 50 % sind keine Seltenheit. Dass man die Prüfung mit Hilfe einer guten Planung und viel Durchhaltevermögen bestehen kann, weiß unsere heutige Interviewpartnerin Frau Traub, die gerade über Ihre Erfahrungen von „eineinhalb Jahre Lernen am Limit“ das Buch Abenteuer Steuerberaterprüfung geschrieben hat.

Frau Traub, gibt es aus Ihrer Sicht bestimmte persönliche Voraussetzungen, die man mitbringen sollte, wenn man die Steuerberaterprüfung ablegen will?

Als persönliche Voraussetzung ist bestimmt ein gewisses Maß an gewünschtem Nervenkitzel mitzubringen. Spaß bei Seite, es ist auf jeden Fall gut zu wissen, was einen in der Vorbereitungszeit für das Steuerberaterexamen erwartet und auf was man sich da einlässt. Es wird eine Zeit sein, in der man wenig Freizeit hat, dafür aber viel Zeit in Kursen und am Schreibtisch mit lernen oder Klausuren schreiben verbringen wird. Ich denke, jeder kennt seine eigenen Stärken und Schwächen und wird diese Zeit bestmöglich meistern. Mit einer gewissen Portion Durchhaltevermögen, Motivation und fachlichen Vorkenntnissen fällt es natürlich etwas leichter.

Wie sah Ihre persönliche Strategie aus, um sich auf die Prüfung vorzubereiten?

Ich habe die Vorbereitungszeit mit dem Vorsatz angegangen diese Prüfung nur einmal abzulegen. Mir war von Anfang an klar, dass ich mein Bestes geben würde, aber dafür nur einen Anlauf starten werde, egal ob dieser dann mit dem Steuerberatertitel endet oder eben nicht. Knapp ein Jahr vor der schriftlichen Prüfung entschied ich mich dazu das Abenteuer Steuerberaterprüfung anzugehen. Neben der Suche nach einem Lehrgangsanbieter plante ich auch frühzeitig mit meinem Arbeitgeber zusammen meine Freistellung und die benötigten Urlaubstage.

Mein theoretisches Wissen bekam ich in einem Vorbereitungskurs vermittelt und wendete es dann in Übungsklausuren an. Ich wollte ein breites Spektrum an Klausurenthemen und auch Schwerpunkte abdecken, sodass ich mich für Klausurenkurse bei verschiedenen Anbietern entschied. Durch das Klausurenschreiben und Nacharbeiten wollte ich die Standardthemen möglichst schnell abarbeiten können, möglichst viele Fußgängerpunkte einsammeln und etwas Routine im Lösen von verschiedenen Problemstellungen bekommen.

Die Erfahrungen die ich mit meinen Lehrgangsanbietern in der schriftlichen Prüfung gesammelt hatte, halfen mir dabei für mich passenden Kurse und Unterlagen für die mündliche Prüfung zusammenzustellen.

Was hat Ihnen besonders geholfen, um die harte Vorbereitungszeit durchzuhalten, Schokolade?

Klar, etwas Nervennahrung darf natürlich nicht fehlen. Ich hatte von einer guten Freundin zum Geburtstag schokolierte Kaffeebohnen bekommen. Diese waren zwischendurch super für eine kleine Koffein- und Zuckerdosis.

Super hilfreich waren mir in der Zeit aber vor allem meine Familie und Freunde, die wirklich sehr viel Verständnis hatten, für Abwechslung, Entspannung und Ermutigungen sorgten und mich sehr unterstützt haben. Es war auch sehr wertvoll und hilfreich, dass sich einige meiner Freunde zur selben Zeit auf die Prüfung vorbereiteten und wir uns hier gegenseitig unterstützen, motivieren, austauschen oder einfach auch mal nur ablenken konnten. Und natürlich hat mir auch mein Glaube in dieser oftmals herausfordernden Zeit geholfen.

Was sollte ich während der Vorbereitungszeit besser vermeiden?

Viel Freizeit hat man in dieser Zeit leider nicht, weshalb viele zeitintensive Hobbys und Lebensplanungen leider etwas hinten anstehen müssen.

Außerdem sollte man sich nicht von anderen verrückt machen lassen und sich vergleichen. Jeder hat seine Art zu lernen und sein eigenes Tempo. Für den einen ist es wichtig im Klausurenschreiben Routine zu erhalten und fühlt sich sicherer wenn er 60 Klausuren geschrieben hat, für den anderen sind schon 15 vollkommen ausreichend.

Gibt es DEN ultimativen Vorbereitungstipp für eine erfolgreiche Prüfungsvorbereitung?

Eine Erfolgsformel gibt es leider nicht, jeder lernt anders, startet mit einer anderen Vorbildung und Erfahrung. Das fachliche Wissen, das man sich Aneignen muss, ist natürlich super wichtig. Hierfür würde ich raten nicht nur Theorie zu lernen, sondern viele Klausuren zu schreiben. Beim Klausurenschreiben lernt man nicht nur Fachwissen, sondern auch die Technik, die ebenso einen Großteil des Erfolgs ausmachen wird. Eine Klausur strukturiert zu bearbeiten, Fußgängerpunkte mitzunehmen, Standartsätze im Schlaf runterschreiben zu können und Schwerpunkte und Problemfelder schnell zu entdecken wird mit jeder geschriebenen Klausur einfacher.

Für die mündliche Prüfung finde ich die Vorbereitung für die Vortragsthemen mit Karteikarten super, hier lernt man die Vorträge und gleichzeitig deckt man auch die Theorie mit ab.

Außerdem braucht man für diese Prüfung auch gute Nerven.

Insgesamt würde ich sagen, die Vorbereitungszeit ist nicht einfach, lässt sich aber auf jeden Fall meistern. Ich wünsche auf jeden Fall jedem Prüfling ganz viel Erfolg und Durchhaltevermögen!

Diesem Wunsch schließen wir uns gerne an und danken für das Gespräch!

Traub

Abenteuer Steuerberaterprüfung

96 Seiten, 29,90 €

HDS-Verlag, 978-3-95554-709-7