WEG-Reform 2020: Die zentralen Inhalte

In Kürze wird ein sehr stark verändertes Wohnungseigentumsgesetz das Licht der Welt erblicken. Die Neugestaltung, die es durch das WEMoG erfahren hat, ist kaum zu überschätzen. Es ist der berühmte Federstrich, der ganze Bibliotheken zu Makulatur werden lässt!

In einem Gastbeitrag auf beck-shop.de stellt Richter Dr. Oliver Elzer, u.a. Autor des Hügel/Elzer, Wohnungseigentumsgesetz: WEG, die 7 wichtigsten Inhalte der Gesetzesänderung vor.

Neueste Literatur zum Wohnungseigentumsgesetz finden Sie hier.

COVuR: COVID19 und Recht

Die Rechtsentwicklungen überschlagen sich. Die COVID-19-Pande­mie wirft laufend neue Fragen auf, zu denen das bisherige Recht selten eine endgültige Antwort bereit hält. Was liegt da näher, als die Entwicklungen mit einer neuen juristischen Fachzeitschrift zu begleiten? »COVID-19 und Recht» (COVuR) heißt die Zeitschrift, die der Verlag C.H.BECK gemeinsam mit der Sozietät Gleiss Lutz im Rekordtempo auf die Beine gestellt hat und die nun aktuellen Rechtsfragen sowie künftigen rechtlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ein passendes Forum bietet.


»Von der ersten Konzeptidee bis zur konkreten Umsetzung vergingen kaum mehr als zwei Wochen«, berichtet Dr. Frank Lang, Programm­bereichsleiter im Verlag C.H.BECK und redaktionell Verantwortlicher für die COVuR. »Dann stand das Zeitschriften-Layout und die 72 Seiten der ersten Ausgabe waren gefüllt.« Beachtlich, wenn man bedenkt, dass übliche Gründungen von Fachzeitschriften rund sechs Monate in Anspruch nehmen. »Diese Krise erfordert einfach schnelles Handeln«, ist Frank Lang überzeugt. Und die Nachfrage nach der seit Mai alle zwei Wochen erscheinenden Zeitschrift scheint ihm Recht zu geben.

Auch die beiden für die COVuR gewonnenen Schriftleiter sind von dem Projekt und seiner Geschwindigkeit angetan. »Wir freuen uns außerordentlich, die juristische Fachdiskussion in diesem Bereich mit gestalten zu dürfen. Denn«, so die beiden Gleiss Lutz-Partner Dr. Marc Ruttloff und Dr. Eric Wagner, »wir befinden uns wie im Zeitraffermodus. Das gilt für Gesetzgebungsvorhaben, die durchgepeitscht werden ebenso wie für die dichte Reihe an Eilentscheidungen der Gerichte.« Um den Lesern die Themen zeitnah präsentieren zu können, besteht die Herausforderung darin, den Vorlauf für jede Ausgabe möglichst kurz zu halten.


C.H.BECK-Programm­bereichsleiter Dr. Frank Lang zeigt auf dem Verlagsflur die druckfrische Ausgabe der COVuR. Die grüne Farbgebung des Covers signalisiert Nähe zum Gesundheitsbereich.

Die Zeitschrift behandelt alle in der Diskussion befindlichen Rechtsthemen wie Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht, Wettbewerbsrecht, Medienrecht, Arbeitsrecht, Öffentliches Recht, Strafrecht, Steuerrecht usw. »Die Themen bereiten wir in Form von Aufsätzen mit praktischen Lösungen auf und bieten daneben aktuelle Kurznachrichten. Und natürlich ist die Rechtsprechung zur Corona-Krise umfassend dokumentiert«, schildert Programmbereichsleiter Lang das Konzept. Gut möglich, dass sich dies je nach Lage auch mal verändern wird. Frank Lang: »Das Virus zeigt sich flexibel. Wir sind es auch.«

Die Zeitschrift COVuR erscheint als Printausgabe inklusive des Online-Moduls COVuRDirekt. Aus dem Modul heraus lassen sich fast alle im Heft genannten und verlinkten Quellen einsehen. Dazu zählt auch eine sortierte Liste mit den allermeisten anderen in Beck’schen Zeitschriften erschienenen Beiträgen zu Corona, die so ebenfalls ohne Zusatzkosten abgerufen werden können. Daneben ist die COVuR Bestandteil des neuen beck-online Datenbankmoduls »Corona und COVID-19«.

COVuR
1. Jahrgang. 2020
Erscheinungsweise: zweimal monatlich
Fachzeitschrift inkl. Online-Modul COVuRDirekt
3 Monate kostenloses Probe-Abo
C.H.BECK. ISSN 2700-3051

Der Beitrag ist dem BeckExtra Magazin 2/2020 entnommen.

Justiz

Stärkung des Justizstandorts Deutschland

Neuer Beitrag im Deutschen Anwaltsspiegel.

Im Blickpunkt: Startschuss für „Commercial Court“ in Baden-Württemberg 

Der „Brexit“ und seine Auswirkungen auf den Gerichtsstandort London haben den Wettbewerb der nationalen Justizstandorte in Europa intensiviert. Auch die deutsche Justiz versucht, mit Initiativen wie „Law – Made in Germany“ und Diskussionen um die Modernisierung des Zivilprozesses und die Einrichtung von Commercial Courts ihre Attraktivität für große internationale Wirtschaftsstreitigkeiten zu steigern. Innerhalb Deutschlands will Baden-Württemberg in diesem Wettbewerb zukünftig eine Spitzenposition belegen und hat angekündigt, dass an den Landgerichten Stuttgart und Mannheim ab dem 01.11.2020 der erste Commercial Court in Deutschland seine Arbeit aufnehmen soll. Die Hintergründe und Ziele dieser neuen Spruchkörper sowie die hiermit verbundenen Neuerungen für die zivilgerichtliche Streitbeilegung werden in diesem Beitrag zusammengefasst.

Hier können Sie den ganzen Beitrag des deutschen Anwaltspiegels kostenlos lesen!

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Neues Nachrichtenportal „Heute im Recht“

Entdecken Sie jetzt beck-aktuell.HEUTE IM RECHT, das neue Nachrichten-Portal für juristische Fachinformationen.

  • mit tagesaktuellen Nachrichten zu den relevanten Rechtsentwicklungen,
  • der wichtigsten Rechtsprechung und neuen Gesetzesvorhaben,
  • Expertenmeinungen zu den praktischen Konsequenzen sowie
  • spannenden Interviews und Kurzbeiträgen zu brandheißen Rechtsthemen.

Interessante Lektüre wünscht Ihnen mit kollegialen Grüßen

Ihr Kanzleiforum Team

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Münchener Anwaltshandbuch Medizinrecht – Rezension von Dr. Anette Schunder-Hartung

Von wegen Nischenthema! Nach dem aktuellen Gesundheitsreport der Betriebskrankenkassen betrug allein die Zahl der krankheitsbedingten Arbeitnehmer-Fehltage bei der letzten Erhebung 18,5 – ein Rekordwert. Der Etat von Gesundheitsminister Jens Spahn ist für das laufende Jahr 2020 15 Milliarden Euro schwer, beträgt damit aber nur ein Bruchteil der rund 240 Milliarden Euro, die bei der letzten Erhebung allein die gKV umgesetzt haben. In einem über 80 Millionen Einwohner starken Gemeinwesen, das gleichermaßen von dichter Infrastruktur und hohem Versorgungsgrad geprägt ist, verwundert das nicht: Da wird auf vielfältigste Weise ambulante und stationäre Versorgung bewerkstelligt, und dafür sind entsprechend differenzierte juristische Anordnungen zu treffen.

Sie zielen auf

  • die Wahl der oben angesprochenen gesetzlichen oder privaten Versicherungsform, wobei auch das Thema Pflegeversicherung eine erhebliche Rolle spielt;
  • das Recht auch eben jener Arztpraxen, medizinischen Versorgungszentren und Krankenhäuser;
  • die Vertrags-, Gesellschafts- und Vergütungsrecht der Heilberufe insgesamt;
  • ärztliches Berufs-, Arbeits- und Dienstrecht ebenso wie Vorschriften für das nichtärztliche Erbringen von Leistungen;
  • Arzneimittel-, Medizinprodukte- und Apothekenrecht.
  • Auch Veterinäre sind mit eigenen Besonderheiten zu berücksichtigen.

In der Sache umfassen die Regelungen

  • zivilrechtliche Arzthaftungsansprüche ebenso wie
  • die strafrechtlichen Grenzen der Verantwortlichkeit.

Daneben sind Querschnittsmaterien zu berücksichtigen, die auch im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle spielen und die

  • von Digitalisierungsfragen
  • über den besonders sensiblen Datenschutz und Fragen der Werbung
  • bis zur Einhaltung vergaberechtlicher Vorgaben

reichen.

Der Herkulesaufgabe, all diese Punkte nachzuhalten, widmet sich seit Jahren mit großem Erfolg das Münchener AnwaltsHandbuch Medizinrecht, das die beiden Fachanwälte Dr. Tilman Clausen und Jörn Schroeder-Printzen gerade mit einer Vielzahl bekannter Rechtsexperten in dritter Auflage herausgegeben haben. Dabei stechen auch diesmal wieder zahlreiche Praxistipps positiv hervor – beispielsweise zur Nutzung gerichtlicher Aufklärungsmöglichkeiten bei einander widersprechenden Sachverständigengutachten (Terbille/Feifel, § 1, Rn. 270). Noch leserlicher wären die Abschnitte, würde man endlich die Vorgabe „eine Randziffer, (nur) ein Absatz“ aufgeben können; aber dergleichen berührt wahrscheinlich die Grundfesten des Lektorats.

Einem ebenso zukunftsweisenden wie ethisch heiklen Regelungssujet widmet sich das Handbuch im Übrigen mit den unterschiedlichen Aspekten der Reproduktionsmedizin (Makoski, § 19). Bekanntlich ringen wir hierzulande seit einer Weile um ein Fortpflanzungsmedizingesetz, wie es unser Nachbarland Österreich gerade auf den Weg bringt. Dabei reichen die grundlegenden Fragen von den Zulässigkeitsvoraussetzungen bei medizinisch unterstützter Fortpflanzung, Präimplantationsdiagnostik und Zellentnahme über die Verwendung, Untersuchung und Behandlung von Zellen bis hin zu den auch hier allfälligen Dokumentations- und Auskunftspflichten sowie Strafbestimmungen bei Verstößen.

Perspektivisch ließe sich noch über eine Ergänzung um versicherungsrechtliche Fragestellungen im Zuge einer behandlungsfehlerbedingten Berufsunfähigkeit nachdenken. Auch hier geht es um sehr viel Geld – und in Deutschland gibt es mehr Arbeitnehmer mit BU als ohne. Womöglich würde diese Erweiterung den Umfang des Handbuchs aber endgültig sprengen. Immerhin: Die Grundlagen sind angesichts des über 40-seitigen Sachverzeichnisses gelegt. Und an der Neuauflage führt auch so kein Weg vorbei. Jeder, der in diesem Bereich auch nur im weitesten Sinne berät, sollte den neuen Clausen/Schroeder-Printzen auf dem Schreibtisch bereitstehen haben.

Rechtsanwältin Dr. Anette Schunder-Hartung, Frankfurt

Münchener Anwaltshandbuch Medizinrecht
3. Auflage 2020, XXXVII, 1.930 Seiten
In Leinen € 199,00
C.H.BECK ISBN 978-3-406-72937-9

Deutscher Corporate Governance Kodex: Neue Aufsichtsräte an Bord

Mit der Novelle des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) rückt ein Thema in den Fokus, das in der gesellschaftsrechtlichen Debatte bislang nur am Rande behandelt wird: der Amtsantritt neuer Aufsichtsratsmitglieder. Damit sind einige Anforderungen an
die Gesellschaft und an die Kandidaten verbunden.

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Wie sich der Rechtsmarkt für Kanzleien und Rechtsabteilungen verändern wird

Der Rechtsmarkt ist im Wandel. Insbesondere die Digitalisierung sorgt für maßgebliche Veränderungen. Aber auch jenseits von Legal Tech gibt es spannende Entwicklungen. Mit der Legal ®Evolution hat sich eine große Kongressmesse zum Thema etabliert. Initiator ist der Anwalt und Investor Dr. Jochen Brandhoff. Die NJW hat mit ihm über Gegenwart und Zukunft des Rechtsmarkts gesprochen.  Weiterlesen

Die große legal-tech.de-Umfrage 2019 zur Digitalisierung der Anwaltschaft

Die Digitalisierung spielt immer öfter eine Rolle im Kanzleialltag, angefangen beim Einzelanwalt bis hin zur Großkanzlei. Immer mehr Legal Tech-Angebote zum digitalen und effizienteren Arbeiten drängen auf den Markt und neue Rechtsprodukte ergänzen die klassische anwaltliche Arbeit. Weiterlesen

WG-Recht

WG-Recht: „Lücke in der Rechtswissenschaft geschlossen“

Streit über Putzpläne, mitgebrachte Waschmaschinen und Mitbewohnerwechsel: Das Leben in Wohngemeinschaften kann manchmal ganz schön turbulent werden – und zu rechtlichen Auseinandersetzungen führen. Doch obwohl vier Millionen Deutsche in Wohngemeinschaften leben, gab es bisher kein Rechtshandbuch zum WG-Recht. Das hat sich nun geändert. Wir haben mit Mitherausgeber Prof. Dr. Marco Staake gesprochen.

Herr Prof. Dr. Staake, wie kamen Sie auf die Idee, ein Rechtshandbuch Wohngemeinschaften herauszugeben?
Alles begann an der Universität Leipzig. Am Rande von Lehrveranstaltungen kamen mehrfach Studierende auf meinen Kollegen Tobias von Bressensdorf und mich zu. Sie wollten rechtliche Beratung für ihre privaten WG-Probleme.

Was waren das für WG-Recht-Fragen?
Muss der Vermieter einem WG-Mitbewohnerwechsel eigentlich zustimmen? Wie sind die WG-Rechte und -Pflichten untereinander? Wer muss putzen? Wir wollten den Studenten natürlich Antworten liefern, sie aber vornehmlich auch zur Selbstrecherche veranlassen und ihnen Tipps hierfür geben. Dabei wurden wir überrascht.

Warum?
Zwar leben in Deutschland über vier Millionen Menschen in Wohngemeinschaften, aber rechtswissenschaftlich wird das Thema nur stiefmütterlich behandelt. Es gibt kaum Literatur, obwohl das Thema eine hohe Praxisrelevanz hat. Diese Lücke haben wir entdeckt. Weil wir uns selbst für das Thema interessierten, haben wir ein Symposium mit Kolleginnen und Kollegen aus Wissenschaft und Praxis veranstaltet. Hieraus ist dann das Rechtshandbuch Wohngemeinschaften entstanden.

WG-Recht: „Je nach WG-Typ drohen normative Konflikte“

Können Sie ein Beispiel nennen, welche Lücke nun geschlossen ist?
Während etwa zuvor im Schrifttum typischerweise von zwei oder drei WG-Konstellationen die Rede war, thematisieren wir im Handbuch jetzt sechs verschiedene Konstellationen, die auch miteinander kombinierbar sind. In den meisten Fällen handelt es sich im Innenverhältnis – also bei den Bewohnern untereinander – zwar um eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), aber eben nicht immer. Je nach WG-Typ drohen auch normative Konflikte.

Neu bei C.H.BECK

Inwiefern?
Die Konflikte resultieren vor allem daraus, dass das Mietrecht aufgrund seiner sozialpolitischen Funktion vielfach zwingende Vorschriften zum Schutz der Mieter enthält, die natürlich auch für Wohngemeinschaften und deren Mitbewohner gelten, andererseits aber das GbR-Recht durch eine weitreichende Gestaltungsfreiheit geprägt ist und die gesetzlichen Regeln vielfach nur dispositiver Natur sind. Ziel dieses Handbuchs ist es, die Spannungen aufzuzeigen und dogmatisch stimmige wie auch praktikable Lösungen zu entwickeln.

WG-Recht: die Klassiker

Was sind nach Ihren Recherchen die Klassiker der WG-Streitigkeiten?
Im Außenverhältnis – also im Verhältnis zum Vermieter – geht es insbesondere um Vertragsbeendigungen, Wechsel der Vertragspartner, Pflichtverletzungen und Haftung sowie die klassischen Probleme der Wohnraummiete, insbesondere Schönheitsreparaturen und Nebenkosten. Ein besonders großes Thema bei Wohngemeinschaften ist die Gebrauchsüberlassung an Dritte, etwa dann, wenn ein Mitbewohner für einige Semester ins Ausland geht.

Und bei den Bewohnern untereinander?
Wem gehört die in die WG eingebrachte Waschmaschine? Wer darf was aus dem WG-Kühlschrank essen? Darf der Mitbewohner ständig seine Freundin mit in die WG bringen? Insbesondere das Hausrecht wirft viele Fragen auf, denn es ist eine anspruchsvolle Materie, bei der sich sachenrechtliche, mietrechtliche und gesellschaftsrechtliche Fragen überschneiden.

WG-Recht: „Nur vereinzelt Entscheidungen“

Gibt es zu solchen WG-Fällen Rechtsprechung?
Es gibt lediglich vereinzelt Entscheidungen zu konkreten WG-Fällen. Daher muss die vorhandene Rechtsprechung aus anderen Bereichen auf WG-Problematiken übertragen werden. Aber die Tatsache, dass es keine ausufernde Rechtsprechung gibt, bedeutet natürlich nicht, dass Rechtsstreitigkeiten in Wohngemeinschaften nicht existieren. Aufgrund der meist geringen Streitwerte scheuen aber viele den Gang zum Gericht und klären etwa den Streit um eine WG-Kasse außergerichtlich. Für solche Fälle haben wir nun genau die richtige Fachliteratur.

Mitherausgeber Prof. Dr. Staake

Also ein relevantes Thema, das Ihrer Meinung nach in Zukunft noch bedeutender wird. Warum?
Der angespannte Wohnungsmarkt sorgt dafür, dass vor allem Großstädter enger zusammenrücken. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung zeigt, dass in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern die durchschnittliche Wohnfläche von Mieterhaushalten erstmals seit Jahrzehnten zurückgeht. Es ist nicht nur so, dass 30 Prozent der Studierenden in einer WG leben. Auch moderne Konzepte wie Business-Wohngemeinschaften, Wohngemeinschaften für Alleinerziehende, Pflege-Wohngemeinschaften und alternative Wohnprojekte erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Außerdem gibt es bereits Umfragen zum Leben im Alter, bei denen viele Deutsche angeben, sich durchaus das Zusammenleben in einer Senioren-WG vorstellen zu können.

An wen richtet sich Ihr neues Handbuch?
An Rechtsanwälte, Fachanwälte für Mietrecht, Bewohner von Wohngemeinschaften, aber auch an studentische Beratungen, die sich zunehmend an Universitäten etablieren, Mietervereine, Vermieterverbände sowie Verbraucherschutzvereinigungen, da wir uns auch Themen wie Zwangsvollstreckungsrecht und Schutz gegen Maßnahmen des Vermieters widmen.

 

ProspektVO: „Viele Neuerungen, bei denen es knirschen wird“

RA Dr. Wolfgang Groß, Autor des bereits in siebter Auflage erscheinenden Kommentars „Kapitalmarktrecht“, spricht im Interview über zentrale Änderungen des Wertpapierprospektgesetzes (WpPG) und neue rechtliche Herausforderungen durch die ProspektVO.

Was sind die zentralen Änderungen des WpPG?

Groß: Das neue WpPG ist wirklich neu. Es  ist nicht etwa nur ein geändertes altes WpPG, sondern ein völlig neu gefasstes WpPG. Das beruht auf einem neuen Regelungsansatz des europäischen Gesetzgebers, der dabei das Ziel verfolgt hat, eine wirkliche europäische Kapitalmarktunion mit europaweit gleichen Regeln zu schaffen.

Was resultiert daraus?

Folge dieses neuen Regelungsansatzes ist, dass die früher bei der erforderlichen Umsetzung der alten Prospektrichtlinie in nationales Recht vorhandenen Spielräume für den nationalen Gesetzgeber und daraus resultierende Differenzen verschwunden sind. Früher war nur der Inhalt des Prospekts durch die alte Prospektverordnung europaweit einheitlich festgelegt.

Damit ist nun Schluss. 

Genau. Die neue Prospektverordnung und die auf ihrer Grundlage erlassenen Delegierten Verordnungen regeln jetzt europaweit einheitlich und ohne Umsetzungserfordernis nahezu sämtliche im Zusammenhang mit dem Prospekt stehende Fragen. Also etwa die Fragen des Prospekterfordernisses und zum Billigungsverfahren sowie Fragen zum Prospektinhalts. Einer Umsetzung dieser Regelungsmaterien, die in Deutschland im alten WpPG erfolgte, bedarf es nunmehr nicht mehr. Deshalb wurden die diesbezüglichen Regeln im WpPG gestrichen. Das neue WpPG enthält damit im Wesentlichen nur noch dort, wo dies von der neuen Prospektverordnung für zulässig erklärt wird – und das ist nur an wenigen Stellen der Fall – ergänzende Regeln. Praktisch unverändert gegenüber der alten Regelung sind allerdings die Bestimmungen zur Prospekthaftung.

ProspektVO: Herausforderung Risikofaktoren

Kommen wir zur ProspektVO. Welche neuen rechtlichen Herausforderungen ergeben sich hier?

Für Banken und Unternehmen, aber auch für den Regulator, der den Prospekt prüfen und billigen muss, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin, bestehen die größten Herausforderungen darin, die teilweise auch inhaltlich geänderten Anforderungen an den Prospektinhalt zu beachten. Zu nennen ist hier insbesondere die Prospektzusammenfassung, die nur noch deutlich verkürzt zulässig ist. Damit verlangt sie noch mehr als früher, dass die Autoren das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen. Ebenfalls herausfordernd: die Darstellung der Risikofaktoren. Bei denen wird ebenfalls eine klarere Fokussierung auf die wirklichen Risiken verlangt. Außerdem gibt es neue Prospektformate, bei denen man abwarten muss, ob sie sich durchsetzen.

Erstmalig erläutert: Die neue EU-ProspektVO.

Ihre Prognose: Welche Formulierung in der ProspektVO birgt in der Praxis das größte Konfliktpotenzial?

Es gibt viele Neuerungen, bei denen es knirschen wird. Das größte Konfliktpotenzial sehe ich aber im Bereich der Darstellung der gerade erwähnten Risikofaktoren. Nach der neuen Prospektverordnung sollen nur wesentliche Risikofaktoren dargestellt werden, wobei sich die Wesentlichkeit auf der Grundlage der Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos und dessen Schadenspotenzial ergeben soll. Dies zu beurteilen, erfordert einen Blick in die Glaskugel, die wir aber leider alle nicht haben. Gerade bei makroökonomischen Risiken, die sich extrem schwer vorhersagen lassen, wird es zukünftig komplexer werden, deren Darstellung im Prospekt durchzusetzen. Das Risiko ist nicht gering, dass ein Weglassen dann aber später bei einer Prospekthaftungsklage auf den Emittenten zurückfällt.

Prospektmangel: ProspektVO mit „gewisser Unsicherheit“

Stichwort Prospekthaftung: Was ist der Maßstab für die Beurteilung eines Prospektmangels?

Gerade in diesem Bereich erzeugt die neue Prospektverordnung als europäische Regelung im Zusammenspiel mit den nationalen Prospekthaftungsregelungen – hier der Prospekthaftung in Deutschland – eine gewisse Unsicherheit. Diese ergibt sich daraus, dass die europäische Prospektverordnung für einzelne Prospekte, zum Beispiel  bei Bezugsrechtsemissionen und bei sogenannten EU-Wachstumsprospekten, geringere inhaltliche Anforderungen aufstellt, gleichzeitig aber im Bereich der national geregelten Prospekthaftung nicht klar wird, dass Prüfungsmaßstab für einen Prospektmangel dann auch allein diese reduzierten Anforderungen sein müssen und nicht die für einen „Vollprospekt“.

Dr. Wolfgang Groß ist Rechtsanwalt in Frankfurt/Main mit Schwerpunkt Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht. Er berät seit mehr als 25 Jahren bei Börsengängen und Kapitalmaßnahmen.