Neuerscheinung: RVG-Reform 2021 kompakt

So rechnen Anwältinnen und Anwälte richtig ab

Zum 1. Januar 2021 tritt die von der Anwaltschaft lange geforderte RVG-Reform in Kraft. Das Kostenrechtsänderungsgesetz (KostRÄG 2021) sorgt für eine strukturelle Verbesserung des RVG – und dafür, dass Anwältinnen und Anwälte künftig mehr abrechnen können. Die Gebührenbeträge erhöhen sich beispielweise durchschnittlich um ca. zehn Prozent.

Alle Neuerungen im Überblick

Die neue Fachinfo-Broschüre „RVG-Reform 2021 kompakt: So rechnen Sie richtig ab“ von Gebühren- und Abrechnungsexperte RA Norbert Schneider liefert einen Überblick aller Änderungen im Zuge des KostRÄG und zeigt anhand vieler Praxisbeispiele, wie Anwältinnen und Anwälte künftig richtig abrechnen.

Inhalte der Fachinfo-Broschüre


• Überblick aller Neuerungen des KostRÄG 2021 im RVG, GKG, FamGKG und JVEG

• Zahlreiche Praxisbeispiele zur Abrechnung nach neuem RVG

• Aktualisierte Gebührentabellen

Zum Autor

Gebührenexperte und Rechtsanwalt Norbert Schneider ist einer der versiertesten Praktiker im Bereich des anwaltlichen Gebühren- und Kostenrechts und Autor zahlreicher Fachpublikationen. So hat er bereits zahlreiche Werke zum RVG wie „Fälle und Lösungen zum RVG“, „AnwaltKommentar RVG“ und „RVG Praxiswissen“ veröffentlicht und ist außerdem Autor der Fachinfo-Tabelle „Gerichtsbezirke 2020“ und Mitherausgeber der AGS.

Körpersprache von Juristen: Verräterische Gesten im Businessmeeting

Karrierestart im Generationen-Tandem

Prof. Dr. Klaus-Peter Dolde und Dr. Maria Marquard im Interview mit Susanne Kleiner

Wer sich für den Anwaltsberuf im öffentlichen Recht entscheidet, gestaltet politisch brisante Mandate mit. Bei Maria Marquard ist das so. Sie ist Associate bei Dolde Mayen & Partner und arbeitet eng mit Klaus-Peter Dolde, einem der Kanzleigründer, zusammen. Sie steht am Beginn ihrer Laufbahn. Er zieht sich allmählich aus der Kanzlei zurück. Beide berichten im Interview mit Susanne Kleiner, wie ihr Generationen-Tandem in einem Beratungsfeld funktioniert, das gesellschaftlich immer relevanter wird. Und sie verraten, warum eine Karriere im öffentlichen Recht eine spannende Option ist.

Herr Dolde, Sie sind seit fast fünfzig Jahren Anwalt. Wie hat sich das öffentliche Recht im Laufe der Jahre entwickelt?

1972 gab es nur wenige Kanzleien, die sich damit befasst haben – mit trivialeren Fällen als heute: sogar mit Gartenzäunen. In Tübingen habe ich 1980 die erste Vorlesung zum Umweltrecht gehalten, das seinerzeit völlig neu und unbekannt war. Öffentliches Baurecht war eher ein Begriff, obwohl es kein einziges Lehrbuch gab. Heute haben Mandate mehrheitlich eine bedeutende politische Dimension und der Einfluss des Unionsrechts ist sehr dominant. Vieles ist in Bewegung und wird komplexer – auch wenn seit Jahrzehnten darüber gesprochen wird, dass alles einfacher werden soll. So entstehen spezialisierte Berufsprofile mit sehr guten Entwicklungschancen. Expertinnen und Experten für Nischen sind gefragt.

Frau Marquard, mit welchen Vorstellungen sind Sie 2018 in den Job gestartet?

Mir war es wichtig, spezifisch in einem Rechtsgebiet zu arbeiten und Fälle von vorne bis hinten zu lösen. Ich wollte kein Rädchen in einer Großkanzlei sein. Ich wollte nach Stuttgart und dort bleiben. Ein stabiles Umfeld ist mir privat und beruflich wichtig. Ehemalige Kommilitonen probieren sich zwei oder drei Jahre aus, um dann zu wechseln. Ich überlege mir vorher, was ich machen möchte. Und dabei möchte ich dann auch bleiben. So suchte ich nach einer familiären Kanzlei. Anstatt mich in einer Ellenbogengesellschaft jahrelang hochkämpfen zu müssen, habe ich hier früh meinen Platz gefunden.

Sie arbeiten sozusagen als Generationen-Tandem zusammen. Wie sieht das konkret aus?

Marquard: Wir bearbeiten gemeinsame Mandate. Ich entwerfe den Schriftsatz. Dann diskutieren wir darüber. So entwickle ich neue Ideen oder Herr Dolde erklärt mir, was ich verbessern kann. Wir feilen solange, bis wir zufrieden sind. Und wir unterschreiben beide. Ist ein Fall sehr komplex, entwerfe ich zunächst eine Gliederung und hole mir Feedback ein. So profitiere ich von Herrn Doldes wertschätzendem Rat. Auch sprechen wir gemeinsam mit Mandanten oder nehmen Gerichtstermine wahr. Dann klären wir vorher ab: Wer übernimmt welchen Part? Herr Dolde hat mich auch ermutigt, in der NVwZ (Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht) zu veröffentlichen. Die Resonanz war sehr positiv. Ich schätze unseren Austausch und die kurzen Wege sehr.

Herr Dolde, und was schätzen Sie an Ihrer Kollegin Frau Marquard?

Das Menschliche und das Inhaltliche. Dass sie frisch, fröhlich an die Sache herangeht und immer offen ist für Dialog. Dazu gehören ein Geben, ein Nehmen und die Diskussion – selbstverständlich auch Wissen, ein eigener Kopf und Flexibilität. Sie geht logisch strukturiert vor und gleichzeitig kreativ und spontan. So bringt sie Impulse ein, die unser analytisches und assoziatives Vorgehen zusätzlich bereichern. Das macht Spaß. Zuzuhören und Dialog zu führen ist essenziell in unserem Beruf. Leider lehrt das keine Uni, obwohl Anwälte von guter Kommunikation leben. Verständlich zu schreiben und zu sprechen ist bei noch so komplizierten Sachverhalten möglich – und unverzichtbar. Die Klarheit der Sprache hängt mit der Klarheit der Gedanken zusammen. Noch etwas: Frau Marquard hat eine Jogginggruppe gegründet und unser Team beim Firmenlauf in Stuttgart angemeldet.

Marquard: Wir laufen einmal pro Woche vom Büro aus durch den Schlossgarten. Unsere längste Strecke führt bis zu den Kamelen in der Wilhelma. Die Bonner Kollegen haben wir auch angesteckt. Sobald es möglich ist, wollen wir gemeinsam an einem Lauf teilnehmen.

Herr Dolde, wie erklären Sie Berufseinsteigern den Reiz, Anwalt im öffentlichen Recht zu sein?

Das öffentliche Recht ist spannend und abwechslungsreich. Wir agieren an der Nahtstelle zur Politik und sind ins politische Tagesgeschehen involviert. Und wir haben es mit Menschen zu tun. Wir beraten in strategischen Fragen und sprechen richtungsweisende Empfehlungen aus. So gestalten wir wesentlich mit.

Frau Marquard, raten Sie jungen Anwälten, eine Karriere im öffentlichen Recht anzustreben?

Ja, auf jeden Fall, weil wir gestalten und Einfluss nehmen. Mir gefällt das sehr. So habe ich an einem Gutachten zum Steinkohleausstieg gearbeitet. Es ging um die Frage, wie die Kraftwerke zu entschädigen sind. Oder um Theater, die bei den Lockerungen der Corona-Verordnungen noch nicht berücksichtigt waren. Mit Erfolg: Sie durften wieder öffnen. Das hebt meinen Job wesentlich von den Stellen beim Verwaltungsgericht ab.

Über die Interviewpartner:

Prof. Dr. Klaus-Peter Dolde
Gründer der Sozietät Dolde Mayen & Partner
mit Standorten in Stuttgart und Bonn

www.doldemayen.de

Dr. Maria Marquard
Rechtsanwältin bei Dolde Mayen & Partner
in Stuttgart

www.doldemayen.de

Susanne Kleiner
Kommunikationsexpertin, Autorin,
Texterin, Trainerin (dvct) und Coach (dvct)
in Freiburg im Breisgau

www.susanne-kleiner.de

Weihnachten 2020: 11 Geschenk-Ideen für Juristinnen und Juristen

Suchen Sie noch ein Weihnachtsgeschenk für einen Juristen oder eine Juristin? Wir haben für Sie eine kleine Auswahl zusammengestellt. Viel Spaß beim Stöbern.

#1: Schönfelder-Handyhülle

Diese Handyhüllen fallen auf: Laden Sie die Bilddatei-Vorlagen hier herunter und verwandeln Sie Ihr Handy in wenigen Schritten in einen Mini-Schönfelder, Mini-Sartorius oder in Mini-Steuergesetze. Oder nutzen Sie die Vorlagen, um einem Kollegen/einer Kollegin ein schönes Geschenk zu machen. Die frühere Justizministerin Katarina Barley hat übrigens auch schon eine Hülle.

#2: Unterhaltsame Rechtsgeschichten zum Lachen, Grübeln und Staunen

Dieser Geschenkband versammelt eine Auswahl von 50 Kolumnen aus der NJW und ZRP. Die Kolumnen werfen einen mal ernsten, mal heiteren Blick auf das aktuelle Rechtsgeschehen, die Rechtspolitik und die juristische Zunft. Ein breit gefächertes Themenspektrum nimmt Leserinnen und Leser mit auf eine unterhaltsame Reise durch die Rechtswelt.

#3: Der Berlin-Reiseführer für Juristinnen und Juristen

Die Lektüre dieses besonderen Reiseführers macht Lust auf eine Zeit, in der Städtetrips wieder völlig unbeschwert zu genießen sind.

Ähnliche Geschenkbücher für Juristinnen und Juristen sind von der Autorin Barbara Sternthal übrigens bereits für die Städte Wien, London und Venedig erschienen.

#4: Wie der Kampf ums Geld die Staatenordnung erschüttert

Kommt die neue Welt-Steuerordnung? Digitalisierung und weitere politische und wirtschaftliche Entwicklungen haben zwischen den Staaten einen wahren Wirtschaftskrimi über Besteuerungsrechte entfacht.

Dieser Verteilungskampf hat das Potenzial, das bisherige System der Besteuerung internationaler Sachverhalte in seinen Grundfesten zu erschüttern. Die Auswirkungen dieses Ringens um Einfluss und Geld werden gerade exportorientierte Staaten wie Deutschland besonders heftig treffen.

Nicht nur mit den Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen wird das Jahr 2020 eine für die Zukunft entscheidende Rolle spielen. Das Buch deckt in 12 Kapiteln Hintergründe auf, nennt Beweggründe, Taktiken und Strategien der staatlichen Akteure und zeigt auf, welche Entwicklungen in diesem Verteilungskampf denkbar und wahrscheinlich sind – alles in einer für steuerliche Laien verständlichen Art und Weise.

#5: Covid-19-Krise = Verfassungskrise?

Das Buch bietet eine kompakte Analyse aller wesentlichen verfassungs-, verwaltungs-, europa- und internationalrechtlichen Aspekte des staatlichen Handelns in der Corona-Krise.

Es veranschaulicht die Herausforderungen der Staatsstrukturprinzipien der Demokratie sowie des Rechts-, Bundes- und Sozialstaats in der Krisenbewältigung. Nicht zuletzt zeigt es verfassungskonforme Wege aus der Krise und skizziert erforderliche Reformen.

„Souverän ist, wer sich so klug gegen den Ausnahmezustand entscheidet, wie die beiden. Sie legen klug dar, wie Juristen mit den Herausforderungen der Pandemie umgehen, Gerichte Grundrechte abwägen und Staatsgewalten wirken“, lobt Jochen Zenthöfer in der „FAZ“ (10. August 2020).

#6: Die schönste Form der Terminplanung für Juristinnen und Juristen

Der Beck’sche Juristenkalender ist praktisch und repräsentativ. Das übersichtliche Kalendarium ermöglicht eine unkomplizierte und weitreichende Terminplanung und -eintragung.

Enthalten sind auch wichtige juristische Informationen (Gebührentabellen, Pfändungsfreigrenzen, Fristen aus allen Prozessarten etc.). Alternativ können Sie auch den Beck’schen Steuerberater-Kalender 2021 oder den Beck’schen Fristenkalender 2021 verschenken.

#7: Humorvolles Weihnachtsgeschenk: Juristische Stilblüten

Ein vergnüglicher Trip durch den juristischen Sprachkosmos – zusammengestellt von Wilfried Ahrens, Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Göttingen. Alternativ gibt es von Wilfried Ahrens noch weitere Stilblüten-Sammlungen, u.a. „Der Angeklagte trägt die Kisten des Verfahrens“, „In dubio torero“ und „Der Polizist rettet sich durch einen Seitensprung“.

#8: Rhetorik für Plädoyer und forensischen Streit

„Recht haben und Recht bekommen sind unterschiedliche Dinge.“ Diesen Satz kennt jeder Jurist. Vor bald 200 Jahren hatte Arthur Schopenhauer in der bekannten Sammlung „Die Kunst, Recht zu behalten“ sog. Kunstgriffe für den erfolgreichen Einsatz der Rhetorik im Streitgespräch zusammengetragen.

Diese Neuerscheinung macht diese Handlungsempfehlungen für die streitige Auseinandersetzung im juristischen Alltag nutzbar. 

#9: Ein Dialog mit dem Jurastudium

Für Nachwuchsjuristen und -juristinnen oder diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, Jura zu studieren, ist dieses Buch genau das Richtige.

Ebenfalls ein schönes Geschenk für Jurastudierende ist das Werk Specht/Bleckat, Jura geht auch anders, ein Leitfaden für ein erfolgreiches und gelassenes Jurastudium mit vielen Tipps und praktischen Hinweisen.

Ideale Geschenke für Nachwuchsjuristinnen und -juristen sind auch Abos der Ausbildungszeitschriften JuS und JA. Zu dem Print-Abo gehört jeweils u.a. auch der Zugang zu einem Online-Modul.

#10: Fachzeitschriften-Abo

Wie wäre es als Geschenk mit einem Probeabo der NJW (inkl. Online-Modul) oder der neuen Fachzeitschrift RDi – Recht Digital (ebenfalls inkl. Online-Modul)? Eine Übersicht aller Fachzeitschriften von C.H.BECK und Vahlen finden Sie übrigens hier.

#11: Yuval Noah Harari, Sapiens – Der Aufstieg

Yuval Noah Harari ist seit einigen Jahren der erfolgreichste Sachbuchautor der Welt. Jetzt gibt es sein Werk „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ als Graphic Novel. Damit wird Harari noch zugänglicher, noch unterhaltsamer, bleibt aber genauso intelligent und lehrreich – ein Muss nicht nur für seine Fans.

Weitere Tipps für Geschenke finden Sie bei den Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Sachbuch, Wissenschaft und Literatur.

Legal_Tech

Spezialausgabe: Videomarketing – so sprechen Sie virtuell (potenzielle) Mandanten an

Neues eMagazin kanzleimarketing.de jetzt online

Die Kommunikation in- und außerhalb der Kanzlei hat sich im Zuge der aktuellen Coronakrise schlagartig verändert. Die gute Nachricht ist aber: Mit Bewegtbild können AnwältInnen und SteuerberaterInnen die eingeschränkte persönliche Kommunikation zumindest teilweise ersetzen. Denn auch wenn die Qualifikation darüber entscheidet, ob ein Mandant mit Ihrer Leistung zufrieden ist, der persönliche Eindruck ist letztlich entscheidend, um ein Mandat zustande zu bringen. Videos sind hier das ideale Format, um sich authentisch zu präsentieren! Deswegen klären in neun Beiträgen u. a. ExpertInnen aus dem Bereich Film & Videomarketing über Imagevideos und die richtige Bildsprache auf. Jens Schleifenbaum erklärt, worauf Sie bei der Wahl einer Kamera achten sollten und Janine Katharina Pötsch gibt Tipps zur richtigen Kleidung in Videokonferenzen.

Lesen Sie in dieser Ausgabe u. a.:


►Michael Herrmann: Erklärvideo: Fünf Tipps für die richtige Bildsprache

►Tom Freudenberg: Wie man ein Imagevideo für eine Kanzlei realisiert

►Caroline Hüttl: Texte für Ihr Kanzleivideo: die wichtigsten Tipps!

►Jens Schleifenbaum: Gut im Bild – die richtige Kamera für Videokonferenzen

►Janine Katharina Pötsch: Stilsicher in der Videokonferenz: Warum und wie man sich richtig kleidet

Das eMagazin bietet eine Auswahl der kompaktesten und konkretesten Ratschläge für Rechtsanwälte und Steuerberater. Im Weblog des Fachportals kanzleimarketing.de finden Sie viele weitere Themen rund um Kanzleimarketing.

Bucerius Herbsttagung 2020 diesmal virtuell – und erfolgreich!

„Große Klasse, diese Tagung! Online-Formate können auch ganz schön öde sein, aber diese Tagung war es absolut nicht! Glückwunsch an alle, die das auf die Beine gestellt haben!“, schreibt Markus Hartung in den Livestream der 10. Bucerius Herbsttagung und er hat Recht.

Die Referenten waren gut, die Themen spannend – und die Technik hat hervorragend funktioniert!

„Come back stronger“ lautete das Motto und so begann die Tagung mit den Schwerpunkten Chancen und Möglichkeiten in der Krise. Neben weiteren interessanten Themen wurde auch der Werdegang der Corona App dargestellt. Folgerichtig standen am zweiten Tag die Herausforderungen, denen sich der Rechtsmarkt stellen muss – Risikomanagement, Krisenkommunikation, Regulierung, Gesetzgebung wie z.B. durch das Verbandssanktionengesetz – im Fokus. Besonders spannend waren auch die abschließenden Workshop Sessions – eine rundum gelungene Veranstaltung.

Wir freuen uns natürlich, wenn wir uns nächstes Jahr hoffentlich wieder in Persona und „stronger“ wiedersehen, aber wir sind auch froh, dass wir dieses Jahr als virtueller Kooperationspartner dabei waren.

Beste Grüße nach Hamburg vom Kanzleiforum Team

Wie gelingt Collaboration in der Steuerberatung 4.0?

Die digitale Transformation stellt Steuerberater vor neue Herausforderungen. Der Wandel von manuellen Tätigkeiten zu digitalen und (teil-) automatisierten Prozessen führt auch zu einer Veränderung in der Zusammenarbeit mit den Mandanten. In den Diskussionen über mögliche Lösungsansätze für die digitale Mandantenkommunikation fällt regelmäßig das Schlagwort „Collaboration“.

Unter Collaboration versteht man die digitale, projektbezogene Kommunikation zwischen mehreren Beteiligten. Es handelt sich also um Softwarelösungen, die es Menschen ermöglichen, miteinander in einer vorab definierten Gruppe zu kommunizieren, Informationen auszutauschen und gemeinsam an Dateien zu arbeiten.

Mehr zu dem Thema lesen Sie in diesem Beitrag auf www.beck-stellenmarkt.de.

5 Tipps für Krisenzeiten

Die durch die Corona-Pandemie ausgelöste volkswirtschaftliche Krise ist ein extremer Belastungstest für alle Wirtschaftsteilnehmer. Auch die Steuerberatungsbranche und ihre Mandantenunternehmen sehen sich großen Herausforderungen gegenüber: Existenzsicherung in der Krise, Risikofaktoren identifizieren, Neuausrichtung strategischer Optionen und Umgang mit dem Digitalisierungsschub. Die Corona-Krise hat dabei zwar nicht die grundsätzlichen Aufgaben neu gestellt, aber die Geschwindigkeit der Veränderung enorm beschleunigt. Eine erfolgreiche Bewältigung der anstehenden Aufgaben erfordert in den Kanzleien veränderungsbereite Steuerberater, die kaufmännisches Faktenwissen mit neuen Methoden verbinden und das klassische Steuerberatergeschäft weiterentwickeln. Zudem wird nur eine zukunftsorientiert aufgestellte Kanzlei ihren Mandanten auch ein zukunftsweisender Berater sein.

Chancen ergreifen statt schwarzsehen – das gilt jetzt ganz besonders. Wir Steuerberater haben das steuerrechtliche und betriebswirtschaftliche Know-how, das Mandanten jetzt brauchen. In dem Klassiker der Managementliteratur „Who moved my Cheese“ beschreibt Spencer Johnson, wie man seine Laufschuhe anziehen und sich zu neuen Maßnahmen und Entscheidungen bewegen muss, wenn es die Situation erfordert. Ein solcher Zeitpunkt ist für viele Unternehmen im Jahr 2020 gekommen. Wir alle sollten deshalb unsere Laufschuhe schnüren und uns mit den alten und neuen strategischen Fragen beschäftigen.

Betriebswirtschaftlicher Risiko-Check

In jeder schwierigen Situation ist es grundlegend, schonungslos Bilanz zu ziehen. Die Erfolgskriterien für Unternehmen sind allgemein bekannt und können über verschiedene Fragebögen und Tests ermittelt werden. Wir haben dazu einen an die EFQM-Methodik (von der European Foundation for Quality Management entwickeltes Qualitätsmanagement-System) angelehnten Fragebogen für Unternehmer entwickelt. Das Unternehmen kann eine Bewertung und eine sofortige Priorisierung des jeweiligen Themas vornehmen. Sowohl in der Kanzlei als auch in den Unternehmen unserer Mandanten: Wir kennen auch deren Zahlen, haben eine vertrauensvolle Partnerschaft und viel Einblick in interne Abläufe und Prozesse. Jetzt ist die Zeit, daraus mehr zu machen und unsere Mandanten jenseits von Fragen der reinen Steuergestaltung zu begleiten.

Die Kanzlei neu denken

Die Kernfrage ist doch: Welche Möglichkeiten habe ich, das Beste aus der Situation zu machen, um nach der Krise top aufgestellt zu sein? Ist es möglich, die Kanzlei als Start-up zu denken und eine Innovationsstrategie zu entwickeln? Wie kann ich meine Mandanten unterstützen, um die Krise zu meistern? Wie schaffe ich Mehrwert für meine Kanzlei? Die Erarbeitung einer strategischen und innovativen Kanzleistrategie ist ein zentraler Punkt. Natürlich ist eine Steuerkanzlei, die seit drei Generationen traditionell geführt wird, nicht von heute auf morgen ein Start-up. Warum auch? Die Deckungsbeiträge passen und das Einkommen der Kanzleiinhaber ist großartig. Aber es geht darum, über den Tellerrand zu schauen. Die Philosophien anderer Branchen und Unternehmenskulturen einmal interessiert zu reflektieren. Die Steuerkanzlei nicht als Insel zu betrachten, sondern als ein Bestandteil des kompletten ökonomischen Systems, dessen Wandel man sich nicht verschließen darf.

Neue Geschäftsfelder aufbauen

Sie haben bislang vor allem klassisch als Steuerkanzlei gearbeitet und nur dann Antworten gegeben, wenn Sie vom Mandanten gefragt wurden? Perfekt. Dann sind Sie in Sachen Controlling und Reporting fit. Jetzt müssen Sie eigentlich nur noch lernen, Ihr Know-how verkaufsfähig zu gestalten. Das klingt einfacher, als es tatsächlich ist? Ganz falsch ist das nicht. Aber eben auch nicht ganz wahr. Denn Sie haben bereits eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihren Mandanten gehen künftig aktiv auf Ihre Mandanten zu, anstatt darauf zu warten, dass diese sich an Sie wenden. Statt gesetzlich verordnetem Zwangsgeschäft der Steuerberatung ist die betriebswirtschaftliche Beratung für den Mandanten keine Pflicht, sondern Kür. Vermeiden Sie dabei den Fehler, eine „Ich-mache-alles“-Botschaft zu senden, das wirkt verdientermaßen unglaubwürdig. Das Feld der Betriebswirtschaft ist zu umfangreich, als dass eine Kanzlei in der Lage wäre, in allen Bereichen als Experte aufzutreten. Wählen Sie passend zu Ihren Kanzleistrukturen die strategischen Geschäftsfelder aus, in denen Sie beraten möchten.

Unternehmenskultur und Leistungsfähigkeit

Als Unternehmer muss Ihnen klar sein, dass ihr wirkungsvollster Hebel die Möglichkeit ist, Ihre Mitarbeiter zu optimieren und nicht sich selbst: Bei zehn Mitarbeitern in einem Steuerberatungsunternehmen leisten diese zusammen ca. 16.000 Arbeitsstunden im Jahr. Wenn Sie als Unternehmer es erreichen, diese zehn Mitarbeiter beispielsweise 10 € je Stunde produktiver zu machen, dann haben Sie bei gleichen Personalkosten und wahrscheinlich auch den gleichen restlichen Aufwendungen einen Mehr-Ertrag von 160.000 €. Wie viele Stunden müssen Sie als Chef Mandanten beraten, um das zu erreichen bzw. zu kompensieren?

Dennoch glauben wir Unternehmer keine Zeit zu haben, uns um die Abläufe und Prozesse im Unternehmen zu kümmern, da wir ja gerade ganz wichtige Projekte, Steuererklärungen, Bilanzen erstellen oder kontrollieren müssen. Besser, wirkungsvoller und für Ihre Kunden effizienter ist es, wenn Sie Ihr Unternehmen so führen, dass alle Prozesse optimiert sind und alle Mitarbeiter alle Abläufe kennen und umsetzen.

Bedenken Sie, dass der Wert eines Unternehmens steigt, je unabhängiger es von Einzelpersonen, also auch vom Inhaber, ist. Dieses Handeln ist verantwortungsbewusst und nachhaltig.

Digitalisierung pushen

Die mit dem Lockdown verbundenen Veränderungen im Zusammenleben und -arbeiten haben die Digitalisierung in einem Maße gepusht, wie es niemand für möglich gehalten hätte. Dabei ist Digitalisierung als Thema und als Schlagwort uns allen fast schon über. Und ja, wir alle wissen, dass vieles digital funktioniert und machbar wäre. Nur wann einführen? Wie? Mit wem? Jeder schaut in die Zukunft und übersieht, dass die Chance im „Ist“ liegt, im aktuellen Prozess: Sie sollten sich fragen, wie sie die bisherigen digitalen Prozesse effizienter und effektiver gestalten können. Denn wir sind alle schon mitten in der Digitalisierung, nutzen aber noch längst nicht alle Möglichkeiten. Das ist die wichtige neue Perspektive. Denn allein die Verwendung digitaler Technik macht noch lange keine erfolgreiche Digitalisierung aus.

Der frühere Vorstandschef von Telefonica Deutschland, Thorsten Dirks, sagte es so: „Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess.“ Das mag etwas polemisch klingen, trifft aber eine Wahrheit, die viele Kanzleien noch meiden. Es geht bei der Digitalisierung nicht nur darum, von analog auf digital umzustellen, sondern alle Arbeitsprozesse kritisch zu prüfen und den neuen Bedingungen anzupassen. Betroffen sind neue Arbeitszeitenmodelle, Anpassung der Arbeitsplätze, Fragen der Hierarchie und Mitarbeiterbeteiligung, der Mandantenbindung und der Unternehmenskultur. Kurzum: Die Digitalisierung rüttelt an den konventionellen Vorstellungen von Kanzleiführung.

Scholz / Klumpp / Köchy-Gellfart / Liese / Terwersche
Der Steuerberater als Krisenmanager
2020, 271 Seiten
Softcover € 39,95
Schäffer-Poeschel ISBN 978-3-7910-5037-9

Die Autoren

Dipl.-Kauffrau (FH) Ines Scholz, Steuerberaterin in eigener Kanzlei in Zwickau, Fachberaterin für Unternehmensnachfolge (DStV), Wirtschaftsmediatorin, Aufsichtsratstätigkeit, Gründerin Cheftresor®.
www.ines-scholz.de

Steffi Köchy-Gellfart, Steuerberaterin in eigener Kanzlei in Halberstadt, Fachberaterin für Unternehmensnachfolge (DStV) und Fachberaterin für Heilberufe, Wirtschaftsmediatorin.
www.skg-steuern.de

Martin Klumpp, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Geschäftsführer der Trewitax Steuerberatungsgesellschaft in Singen.
www.trewitax.de

Paul Liese, Geschäftsführer der hsp Handels-Software-Partner GmbH, Hamburg.
www.hsp-software.de

Daniel Terwersche, Gründer und Geschäftsführer der Kanzleistratege GmbH, Vreden.
www.kanzleistratege.de

Künstliche Intelligenz in der Kunden- und Mandantenkommunikation

Googelt man „KI“, kurz für künstliche Intelligenz, so spuckt die Suchmaschine stolze 2,85 Milliarden Treffer aus. Beim englischen Pendant „AI“ (artificial intelligence) sind es sogar 4,88 Milliarden Ergebnisse. Die immensen Ergebnislisten sind ein Indiz dafür, welche Bedeutung das Thema künstliche Intelligenz gewonnen hat. Wer mit dem technologischen Fortschritt mithalten will, der sucht längst nach passenden Szenarien, um mit Automatisierung und maschinellem Lernen verbesserte Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Ein Bereich, in dem künstliche Intelligenz einen Mehrwert schaffen kann, ist die Kunden- und Mandantenkommunikation.

Welche Vorteile KI für Ihre Kanzlei haben kann, lesen sie in diesem Beitrag des beck-stellenmarkt.de.

Kanzleiorganisation als essenzieller Bereich der Digitalisierung

Kollaboration ist für Steuerkanzleien ein Stichwort der Stunde. Sowohl die interne als auch externe Kollaboration verändern sich und machen aufgrund geänderter Prozessabläufe ein Umdenken bei der Kanzleiorganisation notwendig. Die daraus resultierenden Anliegen sind vielschichtig und reichen von der Arbeitszeiterfassung bis zur reibungslosen Einbindung von Drittanbieter-Apps.

Bei den Themen Kollaboration und Kanzleiorganisation gibt es zwei Blickwinkel: Einen internen und einen externen. Beide halten neue Aufgaben für Steuerkanzleien bereit und bieten zugleich Anreize, entsprechende Module für die Kanzleiorganisation einzusetzen, Prozesse neu zu denken und zu digitalisieren.

Was genau die internen und externen Prozesse beinhalten, lesen Sie in diesem Beitrag auf beck-stellenmarkt.de.

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„Coaching – das Einsteigerbuch“ – Rezension von Dr. Anette Schunder-Hartung

Lesen, unbedingt lesen – egal ob Sie tatsächlich neu in der Branche sind oder, wie die Rezensentin und der ihr nicht persönlich bekannte Autor, seit Jahren im Geschäft. Nun herrscht an Literatur über diesen doch recht schillernden Begriff zwar kein Mangel. Deren Nutzwert folgt aber so manchem Praxiscoaching direkt auf dem Fuße: Er ist gering, weil es keine für alle verbindlichen Standards gibt. Coaching ist kein geschützter Begriff. Umso wichtiger sind Praxisbücher wie die von Thomas Schulte, der von der ersten Seite an eine klare, umfassende Systematisierung anbietet. Weiterlesen