3. Schweitzer Zukunftsforum – dieses Jahr (natürlich) virtuell!

das 3. Schweitzer Zukunftsforum findet am 19. Mai 2021 virtuell statt. Es dreht sich in diesem Jahr wieder alles um die Digitalisierung in der juristischen Praxis!

Zu Beginn steht die Frage: Wo steht Legal Tech heute? In spannenden Vorträgen werden unter anderem folgende Themen beleuchtet: Kanzlei-Digitalisierung 4.0 und wie gelingt die Digitalisierung erfolgreich? Ist Workflow Automatisierung mit der richtigen Technik kein Problem mehr und wie trägt Legal Expertise-Tech zur nachhaltigen Sicherung des Kanzleierfolgs bei? Erfahren Sie einiges zu Customer Centricity als Konzept einer Kanzlei und über Mandantenbindung durch Technisierung: Was erwarten Mandanten zukünftig? Im Vortrag Kanzleien als Legal Tech-Unternehmen werden Sie mitgenommen auf einen Streifzug durch ein regulatorisches Minenfeld.

Freuen Sie sich auf zwei spannende Runden Speed-Dating mit den Anbietern. Das beliebte Schweitzer Entenangeln ist dieses Mal auch virtuell dabei. Ihre Richter-Ente erhalten Sie im Konferenzpaket, das Ihnen rechtzeitig vor der Veranstaltung zugesandt wird.

Diskutieren Sie mit, tauschen Sie sich untereinander aus – freuen Sie sich auf einen spannenden Tag!

Die Veranstaltung findet per Zoom statt. 

Wie funktioniert Leadership in der Wirtschaftskanzlei?

Corona hat doch etwas Gutes. Wer hätte das gedacht, dass innerhalb kürzester Zeit nicht nur Anwältinnen und Anwälte, sondern auch Assistenzen und Business Services plötzlich aus dem Homeoffice arbeiten und damit einer ganzen Branche bewiesen haben, dass es tatsächlich funktioniert. Und sogar gut funktioniert. Dieser radikale Eingriff in die Arbeitsgewohnheiten hat zudem viele Strukturen und auch vertraute Vorgehensweisen hinterfragen lassen. So auch die Mitarbeiterführung. Menschen auf Distanz zu führen, hat vielen Partnern und Führungskräften erst wirklich vor Augen geführt, wie wichtig die Führung von Mitarbeitern ist und dass man MitarbeiterInnen nicht einfach sich selbst überlassen darf. Schon gar nicht in Pandemie-Zeiten.

Überhaupt hat sich auch die Erwartungshaltung der MitarbeiterInnen grundlegend verändert. Die vielbesprochene Generation Y und Z legt großen Wert auf gute Führung. Eingebunden sein, Feedback zu erhalten, aber auch Wertschätzung zu erfahren, sind Ansprüche, denen der Leader und die ganze Arbeitsumgebung entsprechen müssen. Der Wunsch nach Sinn in der Arbeit und persönlicher Entwicklung fällt zusammen mit der Forderung nach einer funktionierenden Work-Life-Balance. Durch Corona hat sich aber vor allem ein Bedürfnis herausgestellt: Der menschliche Kontakt in Form von Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Doch was genau bedeutet gute Mitarbeiterführung in der Kanzleienwelt? Ist es mit regelmäßigem Feedback, Wertschätzung, Involvement oder Motivation der MitarbeiterIn getan? Sicherlich nicht. Denn Führung ist mehr als nur eine Technik. Führung ist eine Haltung. Zudem kommt es darauf an, in welcher Rolle Sie als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt agieren, wohin Sie wollen, wer Sie selber als Persönlichkeit sind, welche Menschen Sie führen und was diese jeweils brauchen, um gemeinsam mit Ihnen herausragende Leistungen zu erbringen. Versuchen wir dennoch einige Eckpfeiler guter Führung zu definieren:

# Führung heißt Verantwortung für Menschen

Wir müssen uns klar machen, dass jeder Karriereschritt immer auch ein Mehr an Verantwortung gegenüber Menschen nach sich zieht. Der hierarchische ‚Aufstieg‘ darf nicht mit einem Adelstitel verwechselt werden. Wer in Führung geht, muss seine Mitarbeiter adeln.

# Führung ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Je größer die Organisation, desto wichtiger wird es, Leadership nicht nur als individuelle Aufgabe zu betrachten. Gerade Partnerschaften sollten gemeinsam darüber nachdenken und ihre Maximen definieren, wie sie führen möchten. Tauschen Sie sich am besten regelmäßig über aktuelle, aber auch ganz grundsätzliche Herausforderungen und Praktiken aus. Das schafft eine Aufmerksamkeit und damit eine Wertigkeit im Hinblick auf das Thema Führung. Wer Partner werden will, muss sich dann auch als Leader empfehlen und die gemeinsamen Vorstellungen teilen.

#Führung ist Ausbildungssache

Gute Leader werden nicht geboren. Sie werden dazu ausgebildet. Natürlich fällt es dem einen leichter als dem anderen, doch wer sich frühzeitig mit Führungstechniken und -methoden beschäftigt und diese kontinuierlich einübt, wird nicht nur die Qualität seiner Mitarbeiterführung verbessern, sondern auch als Persönlichkeit reifen.

#Führung kann geteilt werden

Oft sehen wir Führung viel zu hierarchisch. Das hat zur Folge, dass viele relevante Führungsaufgaben auf die Alpha-Rolle projiziert werden. Doch mit den Jahren tritt eine gewisse Führungsmüdigkeit ein. Gerade deshalb ist es ratsam, bestimmte Führungsaufgaben zu delegieren. Insbesondere in sogenannten ‚flachen Hierarchien‘. Das kann z.B. die Ausbildung jüngerer Mitarbeiter sein. Das setzt allerdings voraus, dass wir jüngere Associates frühzeitig in Sachen Führung ausbilden und ihnen offiziell Verantwortung übergeben.

#Führung bedeutet ständige Wandlungsbereitschaft

Sich anzupassen an seine Mitarbeiter ist das eine. Sich anzupassen an die aktuellen Situationen ist das andere. Allein Corona hat gezeigt, wie wandlungsfähig wir sein können, wenn wir müssen. Stellen Sie Ihre Führung immer wieder auf den Prüfstand. Erproben Sie auch unkonventionelle Führungsansätze. Immer mit dem Ziel, als Team, als Kanzlei besser zu werden. Binden Sie Ihre MitarbeiterInnen in diesen Professionalisierungsprozess mit ein. Lassen Sie sich Feedback geben und fragen Sie, was der Einzelne aktuell von ihnen braucht. Der Erfolg wird Ihnen recht geben.

#Führung kann auch der Verzicht von Führung bedeuten

Wer autonome und selbstständig denkende Mitarbeiter ausbilden will, muss beizeiten in den Hintergrund treten und eher als Coach agieren. Führung heißt nicht, immer vorangehen zu müssen. Führung heißt vor allem, die Leistungen anderer positiv zu beeinflussen. Statt an der Macht zu kleben, sollten wir lernen, Führung auch wieder loslassen zu können, um anderen Platz zu machen. Für ein besseres Gesamtergebnis.

Führung ist vor allem die Hinwendung zum Menschen. Sie ist eben gerade nicht das Sinnbild von Macht und Egozentrik. Sie ist eben nicht nur reine Funktionalität. Führung bedeutet, das Beste im Menschen zu sehen und zu fördern. Es bedeutet, in der Lage zu sein, eine tragfähige Beziehung aufzubauen und zu pflegen. Denn nur so entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist die Grundlage für eine langfristige und prosperierende Zusammenarbeit.

Die Autorin:

Constanze Eich, ist Expertin für angewandte Rhetorik und strategische Kommunikation. Sie berät mittelständische sowie internationale Unternehmen, Wirtschaftskanzleien und Institutionen in ihrer internen wie externen Kommunikation. Bei C.H.BECK auch erschienen ist ihr Buch Networking und Akquise für Anwälte.

Eich

Leadership für Rechtsanwälte

2021, XII, 214 Seiten

Softcover € 39,00

C.H.BECK ISBN 978-3-406-76294-9

Welche Änderungen bringt die große BRAO-Reform?

Fachinfo-Magazin MkG 02/21

Noch in dieser Legislaturperiode soll sie verabschiedet werden: die BRAO-Reform. Deshalb klärt Rechtsanwalt Tim Günther in der neuen Ausgabe darüber auf, was Anwältinnen und Anwälte nun hinsichtlich beA, Zulassungserfordernissen und Versicherungssummen im Hinterkopf behalten müssen. Was bei der Gestaltung von Aufhebungsverträgen zu beachten ist, erläutert Arbeitsrechtlerin Petra Geißinger im ersten Teil ihrer dreiteiligen Artikelserie. Und Kanzleiberaterin Jasmin Isphording liefert zehn Impulse für mehr Zeit und Umsatz als Anwältin oder Anwalt.

In dieser Ausgabe lesen Sie:

► Tim Günther: Die große BRAO-Reform: Die praktisch wichtigsten Änderungen im Überblick
Petra Geißinger: Die Gestaltung von Aufhebungsverträgen in der anwaltlichen Praxis? Teil 1: Was ist zu beachten?

Gesine Reisert: Parteiverrat – Teil 1: Rechtsgrundlagen,
widerstreitende Interessen und konkrete Anwendung
Jasmin Isphording: Zehn bewährte Impulse für mehr Zeit und Umsatz als Anwältin oder Anwalt 

Peter Schönberger: Verhandlungstaktik und Intrinsik – weshalb ich mich bei Verhandlungen gut kennen sollte
Carmen Wolf: Die Anwaltskanzlei als Ausbilder – Teil 2: Recruiting von Auszubildenden, Praktikantinnen und Praktikanten

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Abenteuer Steuerberaterprüfung!

Die Steuerberaterprüfung gilt als eine der anspruchsvollsten Prüfungen. Durchfallquoten jenseits der 50 % sind keine Seltenheit. Dass man die Prüfung mit Hilfe einer guten Planung und viel Durchhaltevermögen bestehen kann, weiß unsere heutige Interviewpartnerin Frau Traub, die gerade über Ihre Erfahrungen von „eineinhalb Jahre Lernen am Limit“ das Buch Abenteuer Steuerberaterprüfung geschrieben hat.

fizkes@adobestock

Souverän in der Video-Konferenz

Homeoffice ist heute normal. Corona wirkte wie ein Tuning auf die Entwicklung der Arbeitswelt und unsere Methoden. Und ebenso normal wie das Homeoffice im Allgemeinen sind heute Video-Konferenzen. Allerdings kann man hier als Anwalt oder Mitarbeiter in einer Kanzlei oder Rechtsabteilung auch ganz schönen Mist bauen.
Hier die wichtigsten Tipps für ein souveränes Auftreten von Liane Allmann.

„I am not a cat“ – der Anwalt und der Zoom-Filter

Vor gut einem Monat ging ein Video viral. Zu sehen eine Gerichtsanhörung per Video-Konferenz. Weiterhin zu sehen: Ein Teilnehmer (ein Anwalt) verwendete einen Zoom-Filter und war als Katze in der Verhandlung zu sehen. Er tat das nicht bewusst, konnte aber den Filter nicht deaktivieren. Ganz sicher hätte eine übliche Anhörung diese Aufmerksamkeit nicht bekommen. Und so witzig das Video der Konferenz dann auch war – irgendwie ließ es auch beklommen zurück. Denn das könnte wohl uns allen passieren, wenn wir mit einem Programm an einer Video-Konferenz teilnehmen, das wir nicht kennen und ganz offensichtlich noch nicht ausprobiert haben.

Was ist meine Rolle in der Video-Konferenz?


Neben all den Dingen wie Anwendungsroutine und guter Technik sollte sich vor einer Video-Konferenz jeder die Frage stellen, was seine Rolle ist: Bin ich gerade als Berater unterwegs oder nur als Teilnehmer? Muss ich überzeugen und Souveränität ausstrahlen? Muss ich schlichten oder maximale Serviceorientierung rüberbringen? Wie wirkt sich diese Rolle in der Eigenpräsentation aus? Denken Sie vom Ende her – also ergebnisorientiert – und bleiben Sie genau in dieser Rolle, die Sie für sich definiert haben. Wenn Sie Vorgesetzter sind, leben Sie genau das vor, was Sie von Ihren Mitarbeitern erwarten.


Atmosphärische Tipps für souveräne Video-Konferenzen
  1. Seien Sie pünktlich, vielleicht sogar ein wenig überpünktlich. Pünktlichkeit bedeutet Wertschätzung – egal in welcher Rolle.
  2. Kamera an oder aus? Beides kann Sinn machen. Aber wer grundsätzlich die Kamera aus hat, muss damit rechnen, dass man ihn als unhöflich empfindet oder als jemanden, „der im Dunkeln bleiben“ möchte. Was immer Sie tun, machen Sie sich das bewusst. Wenn die Kamera aus Qualitätsgründen ausbleiben soll, sollte das formuliert werden. Dafür hat jeder Verständnis.
  3. Alles eine Frage der Perspektive? Ja! Überlegen Sie sich genau, was der andere sieht, wenn er in Ihr Homeoffice schaut. Und weil es nicht nur das Video des Katzenanwalts gibt, sondern auch viele Beispiele dafür, dass Familienmitglieder halb bekleidet durch die Videokonferenz tingeln, hier noch ein Tipp: Sagen Sie den in Ihrem Hausstand lebenden Menschen Bescheid, ab wann Sie online sind. Das eliminiert die Gefahr des Video-Konferenz-Bombings nicht, verringert sie aber ungemein.
  4. Professionelle Hintergründe können Sinn machen. Sie sind aber auch immer eines: steril. Künstliche Hintergründe schaffen Distanz und bedienen nicht das Bedürfnis anderer, Sie als Mensch und persönlich kennenzulernen. Wählen Sie also ganz bewusst, wie Sie sich präsentieren wollen. Manchmal muss es eben auch Distanz sein.
  5. Das Licht hat einen ganz besonderen Einfluss. Gut ist, wenn das Licht von vorn oder seitlich kommt. Tageslicht ist natürlich perfekt. Doof ist, wenn das Licht in Ihrem Rücken ist. Dann sieht Ihr Gegenüber Sie fast gar nicht, weil ein Gegenlicht-Effekt geschaffen wird. Das wirkt nicht nur unprofessionell, sondern auch unachtsam.
  6. Wer es ermöglichen kann, sollte in Video-Konferenzen und auch bei Vorträgen stehen. Es sieht einfach besser aus, Sie wirken im Zweifel nicht so, als würden Sie sich herumfläzen und Sie haben die Möglichkeit, auch Ihre Hände mit ins Gespräch zu nehmen. Das wirkt engagierter und sympathischer.
  7. Ich erlebe in Video-Konferenzen häufig, dass auf einen Laptop heruntergeschaut wird. Das wirkt sich auf die Perspektive eher negativ aus. Sie werden von unten aufgenommen. Ich hatte schon Veranstaltungen, da konnte ich die Nasenhaare zählen. Das ist dann, bei allem Interesse am Menschen hinter der beruflichen Verbindung, zu nah.
  8. Der Ton macht die Musik – so auch in der Video-Konferenz. Grundsätzlich ist es so, dass beim Mikro das Kabel Bluetooth schlägt. Die Tonqualität wird bei Video-Übertragungen ohnehin verändert und gerade bei Frauen vermindert sich der Tonumfang. Nutzen Sie einen kabelgebundenen Kopfhörer oder ein Headset mit Kabel.

Video-Konferenzen werden uns sicher noch sehr lange begleiten. Aber gerade für Anwälte ist es wichtig, auch digital schnell Vertrauen aufzubauen, denn sie verkaufen eine vertrauensbasierte Dienstleistung.

Die Autorin:

Liane Allmann studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre. Sie befasst sich seit knapp 20 Jahren mit Vertriebsthemen für Wirtschaftskanzleien und leitete elf Jahre lang die Geschäftsstelle des internationalen Anwaltsnetzwerks Eurojuris Deutschland e.V. Sie ist Inhaberin der Agentur Kitty&Cie – und entwickelt Kommunikationsstrategien und Vertriebsmanagement für Anwälte und Kanzleien.

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Der Hamster macht mal Pause

Wir stehen täglich enorm unter Druck. Neben dem Hochgeschwindigkeitsalltag, der uns nicht zur Ruhe kommen lässt, sehen wir uns mit vielen weiteren beruflichen Herausforderungen konfrontiert: Digitalisierung, Globalisierung, Fachkräftemangel etc. Und dann gibt es daneben auch noch ein privates Leben, dem man gerecht werden will. Dabei haben wir die Dinge selbst in der Hand. Oftmals sind es die Kleinigkeiten, die eine große Auswirkung haben. Sie müs­sen nur starten!

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Arbeitskulturen im Wandel

Da ist es wieder, das Mantra aller Strategieentwickler seit Peter Drucker: „Culture eats strategy for breakfast“. Nicht von ungefähr zitieren auch Wörwag/Cloots diesen Satz gleich auf der ersten Seite Ihres vielseitigen Werkes zu einer künftigen „Human Work Culture“. Tatsächlich geht es nämlich bei diesem Thema weniger um neue objektive Organisationsformen. Stattdessen legen die insgesamt 23 vorwiegend Schweizer Verfasser:innen eindrücklich dar, dass vor allem eine Veränderung des Mindsets zu bewerkstelligen ist.

Das Schichtenmodel nach Edgar Schein

Dabei werden Denkmodelle ebenso vorgestellt wie praktische Beispiele. So kommt in einem der Beiträge das sehr bekannte Schichtenmodell der Organisationskultur nach Edgar Schein zur Sprache, das von drei unterschiedlich gut sichtbaren Bestandteilen ausgeht. Äußere Faktoren wie ein bestimmter Dresscode (oder die im Anwaltsbereich noch immer sehr verbreitete Kolleg:innen-Anrede!) werden dabei auf einer zweiten Stufe unterlegt von Wertvorstellungen, die das Unternehmen (bzw. die Sozietät) bewusst vorgibt. Jedenfalls auf der Sollens-Ebene sind entsprechende „Mission Statements“ recht gut steuerbar – wie die vielfältigen Claims der Kanzleihomepages belegen. Kniffliger wird es auf der dritten Ebene bei den inhärenten Grundüberzeugungen. Nicht, dass es jemand laut aussprechen würde … aber schon die Kleine Hexe bei Otfried Preußler hat damit dereinst überraschende Erfahrungen gemacht: „Nur eine böse Hexe ist eine gute Hexe!“.

Was macht ein New Work-Umfeld aus?

Anhand dieser Trias lässt sich nun gut erklären, was ein New Work-Umfeld eigentlich ausmacht. Offene Räume und flexible Arbeitsplätze betreffen die Spitze des Eisbergs, während auf der unterliegenden Werteebene im neuen Kontext der Fokus wegrutscht vom „Arbeiten zum Lebensunterhalt“. Stattdessen geht es um vermehrte Kreativität und Sinngebung, die schließlich auf der untersten Ebene mit einer intrinsischen Motivation einhergeht. Erfüllung im „Permanent Beta“? Klingt gewagt, und verläuft tatsächlich auch alles andere als bruchlos.

Wie kann die Transformation funktionieren?

Das wiederum ist allerdings kein Grund, die Transformation gar nicht erst zu vollziehen, im Gegenteil: Es macht ein behutsames, kultursensibles Vorgehen unter Einbeziehung der unterschiedlichsten Bedürfnisse und Interessen, Herkünfte und Altersgruppen nur umso wichtiger. Wie das funktionieren kann, dazu leisten Wörwag/Cloots und ihre Mitautor:innen entlang der Grundlinien (1) Human Work Culture – Ein Schlüssel zur Zukunft der Arbeit, (2) Arbeits- und Führungskultur im Wandel und (3) Human Work Culture – den Wandel meistern, unverzichtbare Beiträge. Vom grundlegenden Kulturmodell nach William Schneider bis hin zu eigenen Darstellungen wie der eines Denkmodells zur Arbeitskultur als Orientierungsrahmen – bei diesen Vordenker:innen kommen alle Interessierten auf ihre Kosten.

Unsere Rezensentin:

Rechtsanwältin Dr. Anette Schunder-Hartung, Business Coach IHK. Als Inhaberin des bundesweit tätigen Unternehmens aHa Strategische Kanzleientwicklung betreut sie von Frankfurt aus Juristen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Wörwag/Cloots

Arbeitskulturen im Wandel

2020, 347 Seiten

Softcover € 44,99

Springer-Verlag GmbH ISBN 978-3-658-30450-8

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Die Legal Revolution – jetzt auch virtuell

Die Kongressmesse Legal Live!

Die erste LEGAL LIVE findet vom 23. bis zum 25. März 2021 online statt.

Als internationale Online-Kongressmesse soll sie die Entscheider und Gestalter der Rechts- und Compliance-Branche einmal im Jahr zusammenführen und eine virtuelle Welt voller Lösungen, Innovationen und Networking erfahrbar machen.

Die ersten 2.000 Anmeldungen sind unentgeltlich. Damit möchte die LEGAL (R)EVOLUTION GmbH allen Besuchern, Ausstellern und Partnern herzlich dafür danken, dass sie die LEGAL REVOLUTION Expo & Congress in nur drei Jahren zur führenden und am schnellsten wachsenden Kongressmesse für Recht und Compliance in Europa gemacht haben.

DAS ERWARTET SIE:

  • Ortsunabhängige, multimediale Kommunikation mit Besuchern, Ausstellern, Referenten, Coaches und Workshopleitern in Echtzeit per (Video) Call und Chat 
  • Das Smart Matchmaking bringt Sie auf Grundlage Ihrer Interessensangaben mit relevanten Ausstellern und deren Lösungen zusammen. Arbeiten Sie so in Ihrem personalisierten Netzwerk voller Experten.
  • Abrufen von E-Books, Firmendaten, Videoaufzeichnungen und mehr 
  • Fesselnde Vorträge und Panels via Livestream und On Demand schenken wertvolles Wissen  
  • Interaktive Live Coaching Sessions, Roundtables und Workshops 
  • Keine Software erforderlich. Ihre Teilnahme ist bequem über den Internetbrowser mit Computer, Laptop oder Tablet möglich 
  • DSGVO Konformität
  • u.v.m. 

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Körpersprache von Juristen: Verräterische Gesten im Businessmeeting

Mitarbeiterführung in Steuerkanzleien

Erfolgreiche Unternehmensführung geht Hand in Hand mit gelungener Mitarbeiterführung. Qualifizierte Mitarbeiter sind knapp in der Steuerbranche. Dies verleiht dem Thema zusätzliche Brisanz.  Mit Employer Branding positionieren Sie Ihre Kanzlei als attraktive Arbeitgebermarke, es ist deshalb essenzieller Bestandteil moderner Mitarbeitergewinnung und langfristiger Mitarbeiterbindung.

Employer Branding beschreibt die Summe aller Aktivitäten, die Sie ergreifen, um am Markt als potenzieller Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Sind die richtigen Mitarbeiter an Bord, geht es um langfristige Bindung – dies betrifft neben Vergütung, Entwicklungsperspektiven und Führungsmethoden auch den Blick auf moderne Arbeitswelten und in die Zukunft.

Welchen Hut haben Sie auf?

Moderne Kanzleiführung bedeutet, dass sich die Kanzleiinhaber in erster Linie als Unternehmer und nicht als bester fachlicher Mitarbeiter der Kanzlei verstehen. Im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung müssen neue kanzleiinterne Arbeitsstrukturen entwickelt sowie neue Beratungsansätze bei den Mandanten etabliert werden. Gleichzeitig ist der aktuelle Kanzleialltag zu managen.

Erfolgreiche Kanzleiinhaber arbeiten an, nicht in ihrer Kanzlei. Sie konzentrieren sich auf ihre wesentlichen Chefaufgaben, die für Wachstum und Erfolg, also für die Zukunftsfähigkeit der Kanzlei, sorgen. Der Wunsch nach stetiger Verbesserung der aktuellen Situation ist ihr Antrieb. 

Dabei sind sie innovativ, strukturgebend und ergebnisorientiert. „Wer nicht weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er woanders ankommt“, sagte Mark Twain.

Um eine Kanzlei zu führen, muss der Kanzleiinhaber eine Vision liefern, die Mission kommunizieren, Strategien entwickeln und die Zielerreichung überwachen.

Mitarbeiter gewinnen

Der erste Schritt für Ihre Mitarbeitersuche ist Ihr klares Bild – das nicht nur die vakante Stelle betrifft, sondern auch die interne Struktur Ihrer Kanzlei. Bevor Sie sich an die Entwicklung eines Stellenangebots setzen, sollten Sie die Zuständigkeiten in der Kanzlei auf den Prüfstand stellen und ausgefranste Prozesse glätten. Über Homepage und Social Media positionieren Sie sich als attraktive Kanzlei – und lassen Ihre Zielgruppe wissen, dass es sie gibt und dass Sie Mitarbeiter suchen. Stellenanzeigen auf Jobplattformen oder -netzwerken wie Xing sind nur einige Beispiele für eine effektive Suche.

Halten Sie die Schwelle für die Bewerbungsübermittlung niedrig oder bieten Sie gar einen Rückruf an interessierte mögliche Bewerber an: Werden die Kontakte zur Kanzlei leicht gemacht, kommen mehr Kontakte bei Ihnen an.

Wer versteht, kann besser führen

Wer als Chef weiß, warum seine Mitarbeiter auf die eine oder andere Art reagieren, kann strategischer und effizienter führen. Ein grundsätzliches Verständnis der Charakteristika und Besonderheiten der einzelnen Mitarbeitertypen und Generationen hilft weiter: Welche Generationen sind in Ihrer Kanzlei vertreten? Wie viele sind Digital Natives, wer gehört der Generation X, Y oder den Post Millenials an? Sie alle haben unterschiedliche Prägungen erfahren, die ihre Wertevorstellungen im Hinblick auf Arbeitseinstellung, Zuverlässigkeit, Bindung, technische Affinität, Kommunikation, Motivation und Problemlösung sehr stark beeinflussen. Einmal erkannt, können bewusst gestaltete Mehrgenerationen-Teams beispielsweise gleichermaßen mit Erfahrung und Innovation punkten. Zur Typisierung nach Persönlichkeiten stehen verschiedene Analysemodelle zur Profilerstellung zur Verfügung. Bei der Berücksichtigung der Ergebnisse in der Praxis ergänzen sich die Stärken, Schwächen und Verhaltensweisen im Team idealerweise und Konflikte können minimiert werden.

Führen, motivieren, entwickeln = langfristig binden

Themen wie Arbeitsatmosphäre, Work-Life-Balance, Karriere und Perspektiven, Gehalt und Sozialleistungen, Sozial- und Umweltbewusstsein, Führungsverhalten, Arbeitsbedingungen, Kommunikation, Kollegenzusammenhalt und Unternehmenskultur bilden die Rahmenbedingungen für die Kanzlei und das Employer Branding. Sind diese Faktoren stimmig, schaffen sie eine motivierende Situation für alle Kanzleiangehörigen. Ein kollegialer Führungsstil bei klaren Zuständigkeiten und Reportingstrukturen, Weiterbildungsmöglichkeiten, jährlichen Mitarbeitergesprächen in einer Atmosphäre der Wertschätzung bietet Mitarbeiter eigenständiges Handeln in klar definierten Bereichen und trägt maßgeblich zur Mitarbeiterbindung bei. Hier gilt es, ein für die Kanzlei passendes Portfolio zusammenzustellen und zu leben.

Wie wollen Sie in Zukunft arbeiten?

Nichts beschreibt die aktuelle Situation und die Trends in der Arbeitswelt  und besonders in unserer Branche so treffend wie VUCA. Das Akronym steht für die englischen Begriffe

  • Volatility = Volatilität, Unbeständigkeit
  • Uncertainty = Unsicherheit
  • Complexity = Komplexität
  • Ambiguity = Mehrdeutigkeit

VUCA zeigt sehr genau, was gerade in unserer Welt geschieht und mit welchen Folgen sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen rechnen müssen. Handeln ist angesagt. Unter dem Begriff „New Work“ wird im beruflichen Leben auf die neuen Entwicklungen eingegangen. Diese zeigen sich in unseren Werten, dem Spektrum von Arbeitsmodellen, modernen Entlohnungskonzepten und der Bürogestaltung. Typische Beispiele sind: flache Hierarchien, Verwendung der neuesten digitalen Technik, flexiblere Arbeitszeiten, Homeoffice, Weiterbildungen, Teamwork, agile Projektgestaltung, betriebliches Gesundheitsmanagement, ein Maximum an Handlungsfreiheit und Selbstverantwortung, vernetzendes Arbeiten und neue Führungsstile.

Standardisierung entlastet Führungskräfte und Team

Technik und Digitalisierung auf Höhe der Zeit bedeuten einen Vorsprung in Bezug auf Mitarbeiterattraktivität, denn Mitarbeiter schätzen einen zukunftsorientierten Arbeitsplatz. Die Standardisierung, die mit digitaler Technik möglich ist, entlastet Führungskräfte und das Team. Dadurch wächst aber auch die Notwendigkeit, sich wissensintensiven und innovativen Tätigkeiten zuzuwenden. Der Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann zwar statistisch gesehen sinken, aber letztlich kommt es auf die Unternehmenskultur und die Unternehmensstrukturen an, die bestimmen, wie viele und vor allem welche Mitarbeiter benötigt werden. Eine digitale Kanzlei profitiert von einer Prozessoptimierung und damit einhergehend von mehr Zeit und Raum für die Mandanten. Wer hier den Anschluss verpasst, muss sich in einem immer kleiner werdenden Markt positionieren, was langfristig keine Perspektive sein kann.

Weigert / Kunde / Scholz
Mitarbeiterführung in der Steuerkanzlei

2021, 201 Seiten

Hardcover € 39,95

Schaeffer-Poeschel ISBN 978-3-7910-4934-2

Über die Autorinnen:

Sandra Weigert

Sandra Weigert, MBA, ist Geschäftsführerin der Weigert + Kunde Unternehmensberatung GmbH in Neumarkt i.d. Oberpfalz und Düsseldorf.

Petra Kunde

Petra Kunde ist Steuerberaterin und Diplom-Finanzwirtin mit eigener Kanzlei in Düsseldorf und Freiburg.

Ines Scholz

Dipl.-Kauffrau (FH) Ines Scholz, Steuerberaterin in eigener Kanzlei in Zwickau, Fachberaterin für Unternehmensnachfolge (DStV), Wirtschaftsmediatorin, Aufsichtsratstätigkeit.

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Wie funktioniert Datenschutz im Homeoffice?

Mitarbeiter arbeiten täglich sowohl im Unternehmen als auch im Homeoffice mit einer Vielzahl von sensiblen Daten und Geschäftsgeheimnissen. Am Arbeitsplatz im Unternehmen sind diese jedoch oft durch Zugangsbeschränkungen, eine gesicherte IT und überprüfbare Verhaltensregeln geschützt.

Da dieser Schutz im Homeoffice meist gänzlich wegfällt, behandeln Dr. Michael Kraus und Alexander Leister in ihrem neuen Beitrag Schutzmaßnahmen, die Sie auch im Homeoffice ergreifen können und erläutern, wie Sie sinnvoll ein Schutzkonzept einführen.

Schauen Sie mal rein!

Mit den besten Grüßen aus München

Ihr Kanzleiforum Team

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