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COVuR: COVID19 und Recht

Die Rechtsentwicklungen überschlagen sich. Die COVID-19-Pande­mie wirft laufend neue Fragen auf, zu denen das bisherige Recht selten eine endgültige Antwort bereit hält. Was liegt da näher, als die Entwicklungen mit einer neuen juristischen Fachzeitschrift zu begleiten? »COVID-19 und Recht» (COVuR) heißt die Zeitschrift, die der Verlag C.H.BECK gemeinsam mit der Sozietät Gleiss Lutz im Rekordtempo auf die Beine gestellt hat und die nun aktuellen Rechtsfragen sowie künftigen rechtlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ein passendes Forum bietet.


»Von der ersten Konzeptidee bis zur konkreten Umsetzung vergingen kaum mehr als zwei Wochen«, berichtet Dr. Frank Lang, Programm­bereichsleiter im Verlag C.H.BECK und redaktionell Verantwortlicher für die COVuR. »Dann stand das Zeitschriften-Layout und die 72 Seiten der ersten Ausgabe waren gefüllt.« Beachtlich, wenn man bedenkt, dass übliche Gründungen von Fachzeitschriften rund sechs Monate in Anspruch nehmen. »Diese Krise erfordert einfach schnelles Handeln«, ist Frank Lang überzeugt. Und die Nachfrage nach der seit Mai alle zwei Wochen erscheinenden Zeitschrift scheint ihm Recht zu geben.

Auch die beiden für die COVuR gewonnenen Schriftleiter sind von dem Projekt und seiner Geschwindigkeit angetan. »Wir freuen uns außerordentlich, die juristische Fachdiskussion in diesem Bereich mit gestalten zu dürfen. Denn«, so die beiden Gleiss Lutz-Partner Dr. Marc Ruttloff und Dr. Eric Wagner, »wir befinden uns wie im Zeitraffermodus. Das gilt für Gesetzgebungsvorhaben, die durchgepeitscht werden ebenso wie für die dichte Reihe an Eilentscheidungen der Gerichte.« Um den Lesern die Themen zeitnah präsentieren zu können, besteht die Herausforderung darin, den Vorlauf für jede Ausgabe möglichst kurz zu halten.


C.H.BECK-Programm­bereichsleiter Dr. Frank Lang zeigt auf dem Verlagsflur die druckfrische Ausgabe der COVuR. Die grüne Farbgebung des Covers signalisiert Nähe zum Gesundheitsbereich.

Die Zeitschrift behandelt alle in der Diskussion befindlichen Rechtsthemen wie Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht, Wettbewerbsrecht, Medienrecht, Arbeitsrecht, Öffentliches Recht, Strafrecht, Steuerrecht usw. »Die Themen bereiten wir in Form von Aufsätzen mit praktischen Lösungen auf und bieten daneben aktuelle Kurznachrichten. Und natürlich ist die Rechtsprechung zur Corona-Krise umfassend dokumentiert«, schildert Programmbereichsleiter Lang das Konzept. Gut möglich, dass sich dies je nach Lage auch mal verändern wird. Frank Lang: »Das Virus zeigt sich flexibel. Wir sind es auch.«

Die Zeitschrift COVuR erscheint als Printausgabe inklusive des Online-Moduls COVuRDirekt. Aus dem Modul heraus lassen sich fast alle im Heft genannten und verlinkten Quellen einsehen. Dazu zählt auch eine sortierte Liste mit den allermeisten anderen in Beck’schen Zeitschriften erschienenen Beiträgen zu Corona, die so ebenfalls ohne Zusatzkosten abgerufen werden können. Daneben ist die COVuR Bestandteil des neuen beck-online Datenbankmoduls »Corona und COVID-19«.

COVuR
1. Jahrgang. 2020
Erscheinungsweise: zweimal monatlich
Fachzeitschrift inkl. Online-Modul COVuRDirekt
3 Monate kostenloses Probe-Abo
C.H.BECK. ISSN 2700-3051

Der Beitrag ist dem BeckExtra Magazin 2/2020 entnommen.

Corona und Recht: Die neue Zeitschrift COVuR

Anfang Mai neu erschienen ist die Zeitschrift COVuR, die zweimal monatlich Rechtsfragen zur Corona-Krise behandelt. Welche Inhalte die Leser erwarten dürfen, weiß unser heutiger Gesprächspartner Dr. Frank Lang, Programmbereichsleiter im Verlag C.H.BECK, der die Zeitschrift redaktionell betreut.

Herr Dr. Lang, tägliche Sondersendungen, Eilmeldungen oder Behördenschreiben informieren  bereits ausführlich über die Corona-Krise. Bedarf es da tatsächlich einer eigenen Zeitschrift zu dem Thema?

Schon an den vielen Reaktionen auf unser Corona-Blog in der beck-community konnten wir sehen, dass es offensichtlich einen enormen zusätzlichen Informationsbedarf jenseits der offiziellen Verlautbarungen sowie der Berichterstattung in der allgemeinen Presse gab und gibt. Der Deutsche Richterbund schätzt, dass bislang rund 1.000 Eilverfahren bei deutschen Gerichten anhängig waren und zwischenzeitlich entschieden sind. Und dies nicht immer kongruent. Selbst innerhalb eines Gerichtes gibt es divergierende Entscheidungen, wie etwa beim Verwaltungsgericht Minden, das über die angeordnete Schließung eines Hundefriseursalons zu entscheiden hatte und diese zuerst bestätigte, kurze Zeit später aber die Öffnung doch erlaubte. Zur allgemein bekannten 800 qm-Regel bei den Ladenöffnungen im Handel gab es beispielsweise bundesweit eine große Zahl unterschiedlicher Judikate. Die Eilmaßnahmen der Politik waren zu Beginn der Pandemie der Not der Eile gehorchend grob gestrickt und es wundert nicht, dass viele Gerichte die eine oder andere Regelung nicht gestützt haben. Weder die praktischen Folgen der Pandemie sind derzeit absehbar noch ist die rechtliche Aufbereitung klar. Deshalb werden wir uns noch eine ganze Weile damit beschäftigen müssen und insbesondere was die rechtlichen Fragen betrifft auch Neuland betreten. Das alles begleitet die COVuR.

Wie ist die Zeitschrift aufgebaut?

Zu Beginn widmen sich prominente Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis jeweils mehreren Themen, die in Aufsatz-Form aufbereitet sind. Im Anschluss folgt ein Rechtsprechungsteil, in dem aktuelle Urteile zu Corona-Themen im Volltext abgedruckt sind; wichtige Urteile sind mit einer Anmerkung versehen, die eine Bewertung des Richterspruchs ebenso wie einen Blick auf die praktischen Konsequenzen der Entscheidung enthalten. Darüber hinaus finden sich neben aktuellen Nachrichten vor allem auch (nach Rechtsgebieten geordnete) Hinweise auf zahlreiche andere Beiträge zu Corona-Themen aus Zeitschriften von C.H.BECK und Nomos.

Gibt es einen Zuschnitt auf einzelne Rechtsgebiete oder ist das Themenspektrum breit aufgestellt und berücksichtigt z.B. auch steuerliche Aspekte?

Natürlich decken wir in der COVuR alle Rechtsgebiete ab, auch das Steuerrecht. Am Anfang der Krise waren es bei der Rechtsprechung die Eilentscheidungen zu den allgemeinen Beschränkungen, welche die Themen vorgaben; zwischenzeitlich dominieren die Klagen gegen einzelne Beschwernisse wie etwa die Maskenpflicht. Und demnächst – ein erstes Urteil des LG Heilbronn in der Sache liegt schon vor und ist mit einer Anmerkung in Heft 3 abgedruckt – werden es die Entschädigungsfragen sein, welche die Diskussion beherrschen. Bei den Aufsätzen sind es zu Beginn vor allem die Auswirkungen der Pandemie auf Gerichtsprozesse gewesen, die Anlass zu einer genaueren Betrachtung gaben. Aber auch zum Beispiel die Diskussion um den Wegfall der Geschäftsgrundlage, insbesondere bei der Gewerberaummiete. Auch die insolvenzrechtliche Folgen der Pandemie sowie der Einfluss auf die Vergabe öffentlicher Aufträge waren Themen des ersten Heftes. So nehmen wir mit der COVuR die Themen aus der Praxis auf und bieten den Leserinnen und Lesern aufbereitete Informationen auf entsprechendem Niveau ebenso wie praktische Lösungen aus erster Hand.

Richtet sich die Zeitschrift nur an Berater oder nehmen auch Geschäftsführer z.B. mittelständischer Unternehmen sie mit Gewinn zur Hand?

Jeder, der Recht in der Praxis anwenden und umsetzen muss, liest die COVuR mit Gewinn.

Die Zeitschrift wird inklusive des Online-Moduls COVuRDirekt angeboten. Umfasst dieses lediglich die Inhalte der bereits erschienen Beiträge oder erhält es auch darüber hinausgehende Informationen?

Das Modul enthält die Zeitschrift in elektronischer Form mit Verlinkungen. Über die Links bekommen die Nutzer kostenfreien Zugriff auf die verlinkten Aufsätze der allermeisten in beck-online vorhandenen Zeitschriften sowie die verlinkte Rechtsprechung, insbesondere aus BeckRS.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Schriftleitern Dr. Marc Ruttloff und Dr. Eric Wagner?

Gemeinsam haben wir in atemberaubender Geschwindigkeit dieses neue – und in der mehr als zweihundertfünfzigjährigen Verlagsgeschichte wohl einmalige – Projekt auf die Beine gestellt. Und ich bin ebenso froh wie dankbar, in Herrn Dr. Ruttloff und Herrn Dr. Wagner zwei absolut professionelle Partner als Schriftleiter zu haben, die immer wieder ihre Ideen einbringen und zusammen mit dem Lektorat der COVuR ihren Zuschnitt gegeben haben, der sie jetzt prägt. Allesamt waren wir von Anfang an überzeugt von der Idee und haben sie konsequent umgesetzt. Hand in Hand arbeiten wir nicht nur in riesigem Tempo und ebensolcher Präzision daran, alle zwei Wochen die Hefte zu füllen, sondern auch die COVuR weiterzuentwickeln, sie den Bedürfnissen der Praxis anzupassen. So macht die Arbeit an der Zeitschrift in jeder Hinsicht großen Spaß!

Können Sie Beispiele für Themen nennen, welche in den nächsten Heften behandelt werden?

In Heft 2 zum Beispiel haben wir Beiträge zum Haushaltsverfassungsrecht, zu „Systemrelevanz“ und „Kritische Infrastruktur“ sowie zu Verkehrsstraf- und Bußgeldverfahren. Die Rechtsprechung wird dominiert von zahlreichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, etwa zum Verbot von Gottesdiensten während des Lockdown. Daneben finden sich im Strafrecht einige Entscheidungen in Haftsachen und auch Rechtsprechung aus dem Sozialrecht, etwa zu Mehrbedarf oder auch der Frage, wer die Kosten eines anlasslosen COVID-19-Tests trägt. Und wie gesagt die viel beachtete Entscheidung des LG Heilbronn mit einer Anmerkung.

Neben der Zeitschrift gibt es ja noch weitere Titel mit wichtigen Informationen rund um die Corona-Krise. Können Sie unseren Lesern einen Tipp finden, wo sie diese auf einen Blick finden können?

Insbesondere bei C.H.BECK sind bereits viele Titel erschienen, aber auch bei anderen Verlagen bringen mehr und mehr Fachbücher zur Thematik heraus. Die Kolleginnen und Kollegen von beck-shop.de haben eine Themenseite erstellt, auf der „Fachliteratur zu Rechtsfragen in der Corona-Krise“ zu finden ist.

Herr Dr. Lang, wir danken Ihnen für das Gespräch.

 

COVuR: COVID-19 und alle Rechtsfragen zur Corona-Krise
Fachzeitschrift
1. Jahrgang 2020
Geheftet inkl. Online-Nutzung als kostenloses Probeabo € 0,00 für 3 Monate
C.H.BECK ISSN 2700-3051

Interviewpartner: Dr. Frank Lang

(Foto © Christian Moser)