Beiträge

Legal Tech Software in Kanzleien

Die neue Ausgabe 1/2021 des Legal Tech Verzeichnis Print-Magazins ist erschienen!

Die erste Ausgabe des Jahres 2021 des halbjährlich erscheinenden „Legal Tech Verzeichnis Fachmagazins“ als auflagenstärkstes Legal Tech Print-Magazin im deutschsprachigen Raum (Auflage: 14.000 Stück) ist erschienen. Neben vielen interessanten Fachartikeln und Interviews zum Thema „Legal Tech“, befindet sich auch wieder eine Auflistung empfohlener Legal Tech Software-Unternehmen im hinteren Teil des Magazins.

Die aktuelle Ausgabe ist mit 52 Seiten vollgepackt mit Informationen und Fachartikeln zum Thema der Digitalisierung der Rechtsbranche. Das Schwerpunktthema lautet diesmal „Legal Tech Software in Kanzleien“. Unter anderem haben folgende Autorinnen und Autoren daran mitgewirkt:

  • Gereon Abendroth und Tobias Heining (Osborne Clarke) über den Vormarsch von Kollabora- tionsplattformen im Rechtsmarkt
  • Marc Geiger, Daniel Lieber und Catrin Weckesser (Gleiss Lutz) über Kanzleien als Software- entwickler
  • Dr. Veronika Haberler (LeReTo) über die Vermeidung von Fehlinvestitionen bei Legal Tech
  • Laura Schmidt und Martin Kammandel (KLIEMT. Arbeitsrecht) über kontrolliertes Scheiternals langfristiges Erfolgsrezept
  • Andreas Hackbarth (Noerr) über Softwareentwicklung in Großkanzleien
  • Prof. Dr. Volker Römermann mit einer Einschätzung zum aktuellen Legal Tech-Gesetzent- wurf
  • Fatima Hussain (LL.M. & Legal Counsel) beschreibt, weshalb sich Rechtsabteilungen von der eMail verabschieden sollten
  • Michael Wang (Falvkeji.com) und Tianyu Yuan (Codefy) mit einem Legal Tech Report aus China
  • Marius Eßer (PwC, Mitgründer Chevalier) über das Interesse an Legal Tech aus Kundensicht

Mit einem Vorwort des Legal Tech-Pioniers und Smartlaw Co-Gründers Dr. Ralf-Michael Schmidt.

Die aktuelle Ausgabe des Legal Tech Verzeichnis Fachmagazins wird in Kooperation mit Schweitzer Fachinformationen an über 10.000 Juristen/innen in Deutschland versendet und liegt kostenlos in den Filialen der Schweitzer Fachinformationen aus.

Diese Beiträge könnten Ihnen auch gefallen:

Digitalsierung beA

Legal Tech-Umfrage 2021: Die Digitalisierung steht erst am Anfang

Hat die Corona-Krise Kanzleien und Rechtsabteilungen tatsächlich einen Digitalisierungsschub verpasst? Wie stark ist das digitale Arbeiten wirklich schon verankert und wo steckt das größte Optimierungspotenzial? Mithilfe der großen legal-tech.de-Umfrage wollten wir diese und weitere Fragen beantworten. Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick finden Sie hier.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

3. Schweitzer Zukunftsforum – dieses Jahr (natürlich) virtuell!

das 3. Schweitzer Zukunftsforum findet am 19. Mai 2021 virtuell statt. Es dreht sich in diesem Jahr wieder alles um die Digitalisierung in der juristischen Praxis!

Zu Beginn steht die Frage: Wo steht Legal Tech heute? In spannenden Vorträgen werden unter anderem folgende Themen beleuchtet: Kanzlei-Digitalisierung 4.0 und wie gelingt die Digitalisierung erfolgreich? Ist Workflow Automatisierung mit der richtigen Technik kein Problem mehr und wie trägt Legal Expertise-Tech zur nachhaltigen Sicherung des Kanzleierfolgs bei? Erfahren Sie einiges zu Customer Centricity als Konzept einer Kanzlei und über Mandantenbindung durch Technisierung: Was erwarten Mandanten zukünftig? Im Vortrag Kanzleien als Legal Tech-Unternehmen werden Sie mitgenommen auf einen Streifzug durch ein regulatorisches Minenfeld.

Freuen Sie sich auf zwei spannende Runden Speed-Dating mit den Anbietern. Das beliebte Schweitzer Entenangeln ist dieses Mal auch virtuell dabei. Ihre Richter-Ente erhalten Sie im Konferenzpaket, das Ihnen rechtzeitig vor der Veranstaltung zugesandt wird.

Diskutieren Sie mit, tauschen Sie sich untereinander aus – freuen Sie sich auf einen spannenden Tag!

Die Veranstaltung findet per Zoom statt. 

Legal Tech 2021: Verschaffen Sie sich eine aktuelle Marktübersicht

„Legal Tech 2021: 150 Angebote für Kanzleien“ erschienen: Der Legal Tech-Markt im Überblick

Eine zunehmende Zahl von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte setzt – gerade in Zeiten von Coronakrise und Homeoffice – auf die Digitalisierung ihrer Arbeit. Gleichzeitig ist der Legal Tech-Markt in stetigem Wandel, bestehende Angebote verändern sich, neue kommen hinzu. Wie finden Anwältinnen und Anwälte passende Angebote, ohne den Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten zur Optimierung der eigenen Arbeit zu verlieren?

Hier leistet die neue Fachinfo-Broschüre Legal Tech 2021: 150 Angebote für Kanzleien Unterstützung: In elf Rubriken werden jeweils aktuelle und relevante Legal Tech-Angebote speziell für Anwältinnen und Anwälte vorgestellt.

Die passende Lösung für die eigene Kanzlei finden

Um die Suche nach dem passenden Angebot für die eigene Kanzlei zu erleichtern, gliedern sich die Legal Tech-Angebote in die folgenden Rubriken:

  • Dokumentenerstellung
  • Dokumentenanalyse
  • Mandantenkommunikation
  • Kanzlei-Tools
  • Anwaltsmarktplätze
  • Recruiting
  • Legal Outsourcing
  • Legal Tech-Beratung
  • Kanzleisoftware
  • Software für Rechtsabteilungen
  • Juristische Datenbanken

Wir wünschen hilfreiche Lektüre!

Ihre Kanzleiforum-Team

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Das neue Legal Tech-Magazin ist da: Zeit für neue Arbeitsweisen

Neue Ausgabe des Online-Magazins zur Umsetzung von Legal Tech in Anwaltskanzleien erschienen

Die Arbeitsweisen in Kanzleien und Gerichten ändern sich. Immer häufiger arbeiten Rechtsanwältinnen und Rechtanwälte im Homeoffice – Gerichtsverhandlungen finden online statt. Da liegt es nah, auch die eigenen Arbeitsweisen zu überprüfen und an die neuen Herausforderungen anzupassen, z. B. durch die Umstellung auf eine vollständig papierlose Kanzlei oder die Nutzung juristischer Spracherkennung. Im neuen Legal Tech-Magazin – die Ergänzung zum Fachportal Website legal-tech.de – erfahren Leserinnen und Leser, wie die Digitalisierung auch in kleinen und mittelgroßen Kanzlei erfolgreich angegangen werden kann.

Entlastung durch Dokumentenautomatisierung

Die Arbeit in Kanzleien ist häufig durch die massenhafte Auswertung und Erfassung von Dokumenten geprägt. Die Automatisierung dieser Tätigkeiten bietet die Chance, große Zeitgewinne zu schaffen. Im ersten Beitrag des neuen Legal Tech-Magazins erläutert Benjamin Peters, wie KI hier die entscheidenden Vorteile liefern kann.

Weitere Themen dieser Ausgabe:

► Christian Schlicht: Erste Videoverhandlung am LG Köln – ein Erfahrungsbericht

► Niels Beisinghoff: Was bedeutet das EuGH-Urteil Schrems II für Anwältinnen und Anwälte?

► Cornel Pottgiesser: Die papierlose Kanzlei – wie die Umstellung gelingt und welche Vorteile sie bringt.

► Sandra Noetzel: Spracherkennung im Homeoffice

► Janina Möllmann im Videointerview: Worauf kommt es bei Legal Tech-Geschäftsmodellen an?

Das auflagenstärkste Legal Tech Magazin im deutschsprachigen Raum geht an den Start

Seit diesem Monat erscheint halbjährlich das Legal Tech Verzeichnis Fachmagazin als auflagenstärkstes Legal Tech Print-Magazin im deutschsprachigen Raum (Auflage 1/2020: 14.000 Stück).

Neben interessanten Fachartikeln und Interviews zum Thema „Legal Tech“, befindet sich auch eine Auflistung empfohlener Legal Tech Software-Unternehmen im hinteren Teil des Magazins.

Die aktuelle Ausgabe widmet sich dem Schwerpunktthema „Legal Tech für Verbraucher“. Folgende Autorinnen und Autoren haben daran mitgewirkt:

Prof. Dr. Volker Römermann zur Einschätzung der zukünftigen Veränderungen am Rechtsmarkt
Dr. Daniel Halmer von CONNY über wenigermiete.de und weitere Legal Tech Projekte für Verbraucher
Dr. Benedikt Quarch von RightNow zur Idee des Consumer Claims Purchasings
Andreas Kopysov über Angebote und Ziele seiner Legal Tech Firma VISARIGHT
Marco Klock von ATORNIX (u.a. hartz4widerspruch.de) im Interview
Ralph Vonderstein von Wolters Kluwer über digitale Lösungen für Kanzleien und Rechtsabteilungen
Daniel Kappes von der Lawtechgroup über AI Litigation Funding
Dr. Jochen Brandhoff (LEGAL REVOLUTION) über Veränderungen im Rechtsmarkt in Corona-Zeiten
Florian Schäfer, General Counsel der Leica Camera AG, über Legal Tech in Rechtsabteilungen
Ilona Cosack, Kanzleiberaterin, über den richtigen Weg zur Digitalisierung für Kanzleien
Alisha Andert über den neuen „Legal Tech Verband Deutschland“
Galina Mayr und Nuri Khadem-Al-Charieh von Noerr über den zweiten KI Winter in Legal Tech
Lars Wannemacher (GIZ) über die Möglichkeiten der Blockchain für fälschungssichere Landtitel
Madeleine Heuts von RAKETENSTART im „Legal Tech Steckbrief für Start-Ups“

Das neue Legal Tech Verzeichnis Fachmagazin wird kostenlos an tausende Juristen/innen versendet. Zusätzlich wird allen Abonnenten des Legal Tech Verzeichnis-Newsletters eine Online-Version des Magazins zur Verfügung gestellt.

Falls Sie noch kein(e) Abonnent/in unseres Newsletter sind, können Sie sich hier kostenlos anmelden und unser Magazin online lesen.

Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren:

10 Argumente gegen Legal Tech

Von Prof. Dr. Stephan Breidenbach, u.a. Mitherausgeber des Rechtshandbuchs Legal Tech

1. Legal Tech – auch dieser Hype geht vorbei.

Stimmt. Soweit es sich um die plötzliche Aufmerksamkeit für ein bestimmtes Thema handelt, geht jeder Hype vorbei. Die Digitalisierung des Rechts hat jedoch fundamentale Auswirkungen. Sie verschwindet ebenso wenig wie das Internet.

Manche Konsequenzen werden kurzfristig sichtbar werden, zum Beispiel durch neue Geschäftsmodelle im Internet oder durch aggressive Preispolitik von Kanzleien und Prozessfinanzierern.

Andere werden sich eher unbemerkt entwickeln. So wie Programme, die durch Software-Updates jedes Jahr besser werden. Erst in der Retrospektive wird man die enormen Entwicklungssprünge wirklich sehen. 

2. Mein Job lässt sich nicht durch Legal Tech ersetzen.

Stimmt. Allerdings nur teilweise. Die Frage ist, wie viele repetitive Elemente in Ihrer Tätigkeit enthalten sind. Welche Fragen, Verträge, Schriftsatzpassagen kommen häufiger vor?

Gerade die Experten in einem Gebiet sehen die Muster, die immer wieder auftauchen. Die wiederkehrenden Elemente lassen sich in einer intelligenten digitalen Bausteinwelt erfassen und abbilden.

Diese Legal-Tech-Werkzeuge erleichtern und beschleunigen dann in der Folge die Arbeit. „Und zwar nicht, weil die Computer so viel schlauer geworden sind, sondern weil wir die Arbeit so organisiert haben, dass sie für Maschinen gut zugänglich ist.“

Vor allem aber machen sie ein bisher dem erfahrenen Experten vorbehaltenes Wissen zugänglich und effektiver nutzbar für Anwender, z. B. jüngere Kollegen, mit weniger Expertise.

Das Ergebnis: mehr Arbeitsresultate in der gleichen Zeit. Dennoch erfordern sie immer noch Aufmerksamkeit und präzises Denken eines Anwenders. Selbst wenn die entsprechenden detaillierten Textelemente in einer Architektur des Wissens nachvollziehbar und zugänglich sind, ist immer noch der Jurist gefragt, der sie – bei aller Hilfestellung – in der jeweiligen Situation zuordnet und in seinen Vertrag oder Schriftsatz einfügt. Der Job bleibt. Er wird nur effektiver.

3. Durch Legal Tech gehen Jobs verloren. 

Stimmt. Und es kommen neue hinzu. Der Reihe nach: Es wird mehr Output an Texten, Verträgen und Schriftsätzen oder an Due Dilligence in der gleichen Zeit erzielt. Also wird Arbeitskraft eingespart.

Durch Digitalisierung gehen Arbeitsplätze mit alter Herangehensweise verloren. Gleichzeitig schaffen neue Geschäftsmodelle und günstigere industrielle Fertigung von juristischer Arbeit neue Marktchancen. Recht wird zugänglicher. Und eröffnet damit neue Märkte. Mehr Menschen brauchen mehr Recht. So entstehen neue juristische Arbeitsfelder.

Solche Wissensprodukte brauchen kreative Rechts-Produktentwickler. Und visionäre Juristen, die das Ökosystem Recht zugänglicher machen und so Märkte entwickeln. Und ja: Es kommen auf kurze Sicht weniger Jobs hinzu als verloren gehen. Damit sind Juristen nicht alleine. 

4. Legal Tech führt zu einem schematischen Umgang mit Recht.

Stimmt. Aber nur dort, wo es sinnvoll ist. Natürlich ist das verständnislose Zusammenstellen von Textbausteinen ein Albtraum. Juristische Arbeit mit und ohne Legal Tech braucht Verstand und Verantwortung. Beides kann ein herkömmliches Buch oder ein Textgenerator nicht ersetzen. Gleichzeitig muss in Standardsituationen das Recht gefunden werden, „anstelle es im Einzelfall neu zu erfinden“.

Verträge, Schriftsätze, womöglich im strukturierten Vortrag, und Texte in der Beratung beinhalten nur selten eine notwendige Fortentwicklung des Rechts. Mit oder ohne Legal Tech: Es geht nicht darum, ohne Verstand und Sachverhaltsanalyse „Recht“ zu produzieren. 

5. Eine individuelle Rechtsberatung ist durch nichts zu ersetzen.

Stimmt. Nur was ist individuelle Rechtsberatung? Jeder Fall ist anders. Und dennoch werden viele Fälle vor dem Hintergrund der gesetzlichen Normen gleichbehandelt. Legal Tech erleichtert die Arbeit mit Fällen, in denen wir das Recht finden, nicht „erfinden“. Ist eine Fortentwicklung notwendig, bekommt individuell einen anderen Sinn.

Auch jetzt schon lesen Juristen Kommentare und sehen sofort, was auf ihren aktuellen Fall nicht passt. In einem Legal-Tech-Werkzeug ist das nicht grundsätzlich anders. Digitalisierung ist kein Denkverbot für Juristen.

Dazu kommt: Eine besondere Sachverhaltskonstellation ist vielleicht aus der Gesamtschau des Rechtssystems gar nicht so besonders. Legal Tech hilft womöglich, solch ähnliche Fälle zu finden und zu nutzen. 

6. Eine Maschine kann keinen Anwalt ersetzen. 

Stimmt. Künstliche Intelligenz – KI – kann nicht denken. Um als Anwalt zu agieren, müsste eine Maschine Texte verstehen und dann auch noch daraus juristische Schlüsse ziehen. Es scheitert Stand heute und morgen schon an Stufe eins: „Es gibt keine Maschine, die Gelesenes versteht oder es vielleicht sogar schreiben könnte, das wird so schnell nicht gehen.“

Ein Anwalt kann allerdings ein System entwickeln, das nach begrenzten Kriterien ebenso begrenzte, meist vorläufige Antworten zu einer bestimmten Sachverhaltskonstellation, zum Beispiel bei der Entschädigung für eine Flugverspätung, gibt.

Hier ist ein Teil seines Wissens in der Logik eines Fragesystems abgebildet. Und die vorläufige Antwort – Entschädigung grundsätzlich ja oder nein – sagt nichts über komplizierte Einzelfälle aus, die nach wie vor anwaltlichen Verstand benötigen. Allerdings nur, bis daraus eine gesicherte Rechtsprechung entstanden ist. Künstliche Intelligenz – unbedingt. Die Maschine als Anwalt – nein. 

7. Legal Tech mag für einfache Standardfälle geeignet sein, aber nicht in meinem Bereich.

Hm. Jetzt kenne ich Ihren Bereich nicht. Dennoch lautet die Antwort: Das stimmt nicht. Richtig ist, dass die ersten Legal-Tech-Anwendungen von der Fluggast-Entschädigung bis zur Mietpreisbremse sich tatsächlich auf Massen von gleichgelagerten Standardfällen beziehen.

Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Die Titanic Recht fährt auf den riesigen Teil unter Wasser zu. Jedes repetitive Element in unserer Tätigkeit ist ein Hinweis auf mögliche Standardisierung. 

Nehmen Sie Verträge. Sie enthalten eine große, aber begrenzte Zahl von rechtmäßigen Optionen und ein paar nicht rechtmäßige, die auch gerne strategisch verwendet werden. Die ganze Vertragswelt wird daher bald auf hohem Niveau standardisiert und damit industrialisiert werden. Das heißt nicht, dass kein Raum für besonders kunstvolle Formulierungen und neue Varianten existiert.

Die schnelllebige M&A- und Venture Capital-Welt, um nur ein Beispiel zu nennen, erfindet sich alle paar Monate neu. Und doch bleibt vieles gleich. Und das Neue wird schnell als Standard in Updates aufgenommen. Das Handwerk wird unterstützt, Wissen verteilt und Qualität gesteigert. Der Künstler bleibt in der Gestaltung frei. Der Markt wird entscheiden, wie viel er für Kunst noch bezahlen will. 

Das Gleiche gilt für Schriftsätze und Beratungstexte. Vieles wiederholt sich. Und genau dieser Teil ist reif für Legal Tech. Und vielleicht sitzt jetzt bereits schon eine kleine kreative Truppe genau an diesem Segment.

8. Brauchen wir überhaupt Legal Tech? Es läuft doch bisher auch schon gut.

Stimmt. Und es könnte noch besser laufen. Viele wiederkehrende Arbeiten, Routinen und Elemente bieten sich an, durch Legal Tech vereinfacht oder ersetzt zu werden. Wäre es nicht sinnvoll, sich auf den Mehrwert für das Unternehmen zu konzentrieren und kreativ zu sein, statt die Zeit in repetitiver Tätigkeit zu verlieren?

Hinzukommt: Stellen Sie sich vor, Sie machen einfach nicht mit. Gut. Sie müssen dann nur zum Beispiel damit rechnen, dass Ihre Wettbewerber Verträge in kürzester Zeit mit Vertragsgeneratoren erstellen und Ihr Vertragsmanagement über die gesamte Lebensdauer von Verträgen besser im Griff haben. Wird man das irgendwann auch von Ihnen fordern?

9. Ist es nicht verrückt, sich jetzt komplett an eine Legal Tech-Lösung zu binden?

Stimmt. Wenn Sie Tools und Software gerade evaluiert haben, sind schon wieder die nächsten Lösungen auf dem Markt gekommen.  Innovation und Tempo nehmen zu.

Entscheidend ist, sich im ersten Schritt mit dem eigenen Know-how und den eigenen Wissensbeständen, insbesondere Verträgen und Prozessen, auseinanderzusetzen. Wiederkehrende Elemente in der Arbeit der Rechtsabteilung können identifiziert werden und als Bausteine aufbereitet werden.

Prozesse können analysiert und dabei schlanker gemacht werden. Industrialisierung von juristischer Tätigkeit verlangt, Regeln hinter der eigenen Tätigkeit und Bausteine der laufenden Textproduktion präzise und konsequent aufzubereiten und so das eigene Wissen zu bewirtschaften. Dabei dreht sich alles um die Leitfrage, was die Menschen in ihrer Organisation und ihre Prozesse besser unterstützt. Es geht um die Inhalte. Technologie allein wird es nicht richten. 

Lassen Sie sich dabei von Software und Tools unterstützen. Dann sollten diese vorsehen, dass die einmal geleistete Arbeit, denn um die geht es, problemlos und ohne Programmierkenntnisse aktualisiert werden kann.

Und, wenn gewünscht, auch einfach in eine andere Legal Tech-Anwendung übertragen werden kann. Digitalisierung ist nie fertig. Sie ist in sich ein Prozess, in dem ständig Prototypen entwickelt, verbessert und unter Umständen wieder abgelöst werden. Software-Silos helfen nicht.

Natürlich nicht. Technik ist zunächst einmal ein Mittel, um das, was man bisher tut, einfacher, schneller und besser zu tun. Juristen produzieren Texte – Verträge, Schriftsätze und Stellungnahmen. Vor dem Auge der Digitalisierung wird sichtbarer, dass diese Texte wiederkehrende Elemente enthalten.

10. Macht die Digitalisierung Juristen bald überflüssig?

Das ist eigentlich nichts Neues. Auch früher hat mich ich schon aus Vorlagen, Mustern und eigenen Vorarbeiten bedient, um etwa für eine neue Konstellation passend zu machen. Digitale Werkzeuge ermöglichen es nur, dies viel konsequenter zu tun.

Nun geht es nicht mehr um Wissen, welches in Dokumenten versteckt ist, sondern um Wissens-Bausteine.

Aus wiederkehrenden Elementen werden Bausteine aus denen dann Verträge oder Schriftsätze zusammengesetzt werden. Intelligente Tools organisieren diese Bausteine in einer digitalen Fertigungsstraße. Daten und Informationen werden automatisch eingefügt. Der Nutzer wird mit einer Wissensarchitektur visuell oder durch Fragen geführt. Das Rad wird so nicht mehr jedes Mal neu erfunden.  

Entscheidend ist jedoch: Benötigt wird ein Fahrer. Welche Kombination von Elementen in diesem Fall passt, entscheidet hoffentlich ein klar denkender Jurist.

Bestimmte Arbeiten werden allerdings nicht nur unterstützt, sondern fallen weg. Verträge aus Bausteinen machen über die nunmehr hochauflösende Datenbankstruktur völlig durchsichtig, wann in welcher Konstellation welche Klausel von wem mit welchen Werten und Fristen eingesetzt wurde.

Für eine Due Diligence werden dann nicht mehr hochbezahlte Associates, sondern wird nur noch ein  Klick benötigt. Werden für Prozesse oder die Ausführung von rechtlichen Vorschriften nur Daten – beispielsweise die Höhe des Einkommens – oder mit ja oder nein zu beantwortende Informationen benötigt, kann komplett automatisiert werden.

Alle Dokumente, Berechnungen und Entscheidungen entstehen in diesem regelgeleiteten Bereich ohne Zutun eines Bearbeiters, zum Beispiel Verwaltungsentscheidungen, Compliance-Prozesse oder Verträge für bestimmte Situationen.

Dennoch sind auch hier Juristen unverzichtbar. Digitale Werkzeuge entstehen nicht ohne die analytischen Fähigkeiten, die Präzision und Kreativität von juristisch geschulten Köpfen. Tools müssen ständig an eine immer schnellere Entwicklung angepasst werden, ausgebbaut und die Abläufe überprüft werden.

Es lässt sich festhalten: Technik hilft und entlastet von mühsamen, nicht kreativen Arbeiten. Die Maschine langweilt sich nicht. So werden nicht mehr, sondern eher weniger Juristen, dabei verstärkt als Gestalter, benötigt.  Überflüssig sind sie auch aus einer weiteren entscheidenden Perspektive nicht: Verträge, Entscheidungen und Prozesse drehen sich um Menschen – und um ihre Interessen und Bedürfnisse. Juristen können und müssen jetzt mehr kommunizieren. Dafür eröffnet die Digitalisierung Zeit und Raum.

Breidenbach / Glatz, Rechtshandbuch Legal Tech

Handbuch, 2. Auflage 2020.

Rund 300 S. mit Abbildungen. C.H.BECK. ISBN 978-3-406-73830-2

Legal Tech 2020: 150 Angebote für Kanzleien

Marktübersicht von Herausgeber Markus Hartung bietet aktuellen Überblick von Deutschlands Legal Tech-Landschaft

Einer aktuellen Umfrage zufolge ist für 55 Prozent aller Juristinnen und Juristen eine der größten Herausforderungen, einenÜberblick über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Legal Tech zu behalten. Hier leistet die neue Fachinfo-Broschüre Legal Tech 2020 Unterstützung: In dieser werden in einer gut strukturierten und aktuellen Gesamtübersicht die wichtigsten Produkte und Dienstleistungen des Legal Tech-Marktes mit 150 Angeboten speziell für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte aufgeführt.

Der Legal Tech-Markt wächst

Immer mehr Tools und Softwarelösungen zur Digitalisierung und Optimierung der juristischen Arbeit stehen Anwältinnen und Anwälten zur Verfügung. Waren es in der letzten Auflage noch gut 100 Angebote, so finden sich in der diesjährigen bereits knapp 150 Angebote für Kanzleien und Rechtsabteilungen.

Die passende Lösung für die eigene Kanzlei finden

Um die Auswahl der zur eigenen Kanzlei passenden Legal Tech-Lösungen zu erleichtern, informiert die Marktübersicht in elf Kategorien über aktuelle Angebote auf dem deutschen Legal Tech-Markt. Das Verzeichnis steht als PDF zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Kategorien der Legal Tech-Angebote:

  • Dokumentenerstellung
  • Dokumentenanalyse
  • Mandantenkommunikation
  • Kanzlei-Tools
  • Anwaltsmarktplätze
  • Recruiting
  • Legal Outsourcing
  • Beratung
  • Kanzleisoftware
  • Software für Rechtsabteilungen
  • Juristische Datenbanken

Eine hilfreiche Lektüre wünscht Ihnen Ihr Kanzleiforum-Team

So macht Digitalisierung Kanzleien krisensicher: das neue Legal Tech-Magazin

Wer in der Vergangenheit schon auf digitales Arbeiten gesetzt hat, ist in Zeiten der Coronakrise klar im Vorteil. Für alle anderen wächst der Druck, sich mit neuen, digitalen Lösungen auseinanderzusetzen. Vor diesem Hintergrund kann die Krise als Chance begriffen werden, die eigene Kanzlei langfristig innovativer und digitaler zu gestalten. Hier leistet das Legal Tech-Magazin als Ergänzung zur Website legal-tech.de Unterstützung und liefert Ansatzpunkte, Ideen, Inspiration und Hilfestellung zur erfolgreichen Digitalisierung der Kanzleiarbeit.

In drei Schritten zur krisensicheren Kanzlei

Im ersten Beitrag des neuen Magazins schildert Autor Ludwig Wolter, mit welchen drei Schritten die Kanzlei auf ein neues Digitalisierungslevel gehoben werden kann, um für Krisen gerüstet zu sein und für langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sorgen.

Weitere Themen dieser Ausgabe:

► FFI-Verlag: So geht Deutschlands Anwaltschaft mit Legal Tech um – die Ergebnisse der großen Legal Tech-Umfrage

► Simon Reuvekamp: Digitales Diktat, oder lieber doch gleich Spracherkennung?

► Patrick Prior: Cloud-Lösungen in der Kanzlei – darum sind Sicherheitsbedenken unbegründet

► Sophie Reblin: Was macht eigentlich ein Legal Engineer?

► Alisha Andert: Mandantenzufriedenheit mit Legal Tech erhöhen – wie geht das?

Interessante Lektüre wünscht Ihnen mit kollegialen Grüßen

Ihr Kanzleiforum Team

Eine weitere Ausgabe des Magazins finden Sie hier:

Legal Tech in Deutschland: Stand 2020

Berlin Legal Tech

Die Legal Tech Berlin fand vom 26.–28.02.2020 zum vierten Mal statt. Diese von dem Berliner Legal Tech Pionier Prof. Breidenbach initiierte Veranstaltung hat sich zu einem bedeutenden Treffen der Branche sowie des interessierten Publikums entwickelt. Die Besonderheit liegt in dem interaktiven, kommunikativen Veranstaltungskonzept, das junge Nachwuchs-Entwickler, Startups, Software zu eigenen Zwecken entwickelnde Großkanzleien und etablierte Anbieter zu einem fruchtbaren Austausch zusammenführt – ein Konzept, das einen sehr hohen Wissens- und Erfahrungs-Ertrag für die Teilnehmer gewährleistet.

Der Autor nahm als Referent an der Veranstaltung teil und möchte mit diesem Artikel den derzeitigen Stand von Legal Tech in Deutschland der Fachöffentlichkeit als Orientierungshilfe vermitteln.

Als Legal Technology (LegalTech,LT) wird die Unterstützung, Automatisierung oder Ersetzung  von durch Menschen erbrachten juristischen Leistungen durch EDV bezeich-net. Der Autor schlägt dazu einen kürzenden Sprachgebrauch vor: Assistenz-LT / Automat-LT / Autonom-LT

1. Assistenz-LT

LT-Assistenz-Systeme unterstützen den Juristen bei seiner

  • geistigen juristischen Tätigkeit
  • Büro-Organisation einschließlich seiner Hilfskräfte
  • Kommunikation mit Dritten in der Anbahnung oder in der Durchführung.

Klassiker als LT-Assistenz-System sind die anwaltlichen Kanzlei-EDV-Systeme, juristische Online-Datenbanken und Anwaltssuchdienste. Ein aktueller Schwerpunkt der Entwicklung von Assistenz-Systemen – insb. von Startups – ist der Bereich der digitalen Dokumente hinsichtlich Erstellung, inhaltlicher Analyse und Auswertung. Da allgemeine und individuelle Juristen-Erfahrung zunehmend in einer großen, beständig ansteigenden Anzahl von digitalen Dokumenten gespeichert ist, liegt es nahe, die Beschränktheit des menschlichen Gehirns in Erinnerung, Suche nach Ähnlichkeiten und Mustern sowie hinsichtlich zusammenschauender Auswertung von Dokumenten durch EDV zu ergänzen. Hier wird in Zukunft künstliche Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der solche LT-Assistenz-Instrumente nutzende Jurist hat Zeit-/Kosten- und Wettbewerbsvorteile, woraus sich ein Business Case für diese Systeme ableiten lässt und damit Investitionskapital angezogen wird, was diese Entwicklung weiter befeuert.

An neuartigen LT-Assistenz-Tools sind konzeptionell interessant der Arbeitsrechts-Vertragsgenerator des Startups Legal OS sowie das Startup codefy, das juristische Texte inhaltlich analysiert und dazu relevante Rechtsprechung aus Online-Datenbanken ermittelt.

Die klassischen LT-Assistenz-Systeme wie Kanzleiorganisations-Software nehmen zunehmend die Arbeitsleistung des Juristen in den Fokus. Legal Tech Tools werden immer mehr in das Kanzlei-Organisationskonzept eingebunden. Die bislang dem Anwalt persönlich vorbehaltene Entgegennahme und Aufbereitung von Falldaten wird zunehmend durch Softwarelösungen unterstützt und ersetzt, so durch Online-Mandantenkonten mit Online-Mandatserteilung und Online-Dateneingaben der Mandanten direkt in die Kanzlei-EDV-Systeme.

2. Automat-LT

Bei der LT-Automatisierung ersetzt der Computer bei typisch wiederkehrenden Einzelschritten der juristischen Dienstleistungen vollständig die geistige und praktische Arbeitsleistung des Juristen. Dieser hat dabei (nur) eine beaufsichtigende – weil die Verantwortung tragende – Funktion.

LT-Automatisierung führt umso mehr zu Arbeitseinsparungen und Kostenvorteilen, je mehr gleichartig gelagerte Fälle als juristische Dienstleistungen zu bearbeiten sind. Hier sind einige Großkanzleien mit eigenen Entwicklungen, auch eigenen Programmierabteilungen, aktiv, insbesondere im Bereich von „Dieselskandal“ sowie von Wertpapier-Sammelklagen. Es ist denkbar, dass dort gewonnene Erkenntnisse und Lösungen zu Produkten führen, die auch Kanzleien mit kleineren Fallzahlen anwenden könnten.

Einen neuartigen Ansatz hierzu hat RA-MICRO in der Entwicklung, in dem im Online‑Mandantenkonto der Anwaltskanzlei dem Mandanten von der Kanzlei für typische Fallgestaltungen generierte Daten-Erfassungsmasken zur Verfügung gestellt werden, die bei Auftragserteilung und während des laufenden Mandats vom Mandanten online mit Daten befüllt werden. Diese Daten werden automatisch in das RA-MICRO Textbaustein-Variablensystem übernommen, sodass der (fehlerträchtige) Arbeitsschritt der Übertragung der Daten (z. B. Kfz-Daten, Grundbuch-/Katasterbezeichnungen u. a.) in das Kanzlei-EDV-System entfällt. Dies ermöglicht in Standard-Konstellationen wie Räumungsklagen und Mahnverfahren automatisiert ablaufende Verfahrensabschnitte der anwaltlichen Dienstleistung.

3. Autonom-LT

Die autonome Legal Tech will den Juristen vollständig durch den Computer ersetzen. Experimentell hat das KI-System IBM Watson erste Ergebnisse gezeigt, die aber weit von praktischer Nutzbarkeit entfernt sind. Derzeit ist die Idee eines „Computer-Juristen“ Science-Fiction und es ist auf dem heutigen Stand der Technik nicht abzusehen, ob und wie eine solche Zukunft jemals Realität werden könnte.

Als Consumer Legal Services haben sich allerdings einige Systeme etabliert, die massenhaft auftretende, einfach gelagerte Sachverhalte mit juristischen Dienstleistungen automatisiert bearbeiten (ohne mit dem Rechtsdienstleistungsgesetz zu kollidieren) wie „Flugrecht“, „Flightright“ „Geblitzt“, „Wenigermiete“, „Aboalarm“, „myright“.

Im Fall des Vertragsgenerators Smartlaw ist ein Verstoß gegen das RDG vom LG Köln erkannt worden. Das ist deshalb richtig, weil nach dem heutigen Stand der Technik eine intellektuell juristische geistige Leistung durch einen Computer – wie dies die Gestaltung eines Vertrages unzweifelhaft erfordert – unmöglich ist.

Autor:

RA Dr. Peter Becker, Berlin