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beck-ak­tu­ell – DER POD­CAST

Alle 14 Tage be­rich­ten in­ter­es­san­te In­ter­view­part­ner über span­nen­de juristi­sche The­men, wich­ti­ge Ur­tei­le, Ge­set­zes­vor­ha­ben, Hin­ter­grün­de.

Die drei Gast­ge­ber: To­bi­as Freu­den­berg, Schrift­lei­ter der Neuen Juristischen Wo­chen­schrift, Prof. Dr. Klaus Weber, in der Ge­schäfts­lei­tung des Ver­la­ges C.​H.​BECK ver­ant­wort­lich für das ju­ris­ti­sche Lek­to­rat und Mathi­as Bruch­mann, Lei­ter der ju­ris­ti­schen Pres­se­ab­tei­lung, eben­falls bei C.​H.​BECK. Hören Sie rein. Wir freu­en uns auf Sie.

Podcast #1 – Interview mit Prof. Dr. Heribert Hirte MdB

Unser In­ter­view­gast in Podcast #1 ist Pro­fes­sor He­ri­bert Hirte, Mit­glied des Deut­schen Bun­des­tags, Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses für Recht und Ver­brau­cher­schutz und Vor­sit­zen­der des Un­ter­aus­schus­ses Europa­recht. Im Fokus sind die aktuellen Entwicklungen im Insolvenzrecht. Die Ver­län­ge­rung des In­sol­venz­rechts­mo­ra­to­ri­ums ist unter Fach­leu­ten umstrit­ten. Davon un­ab­hän­gig rech­net man nach dem Mo­ra­to­ri­um mit einer gro­ßen Flut von In­sol­ven­zen.

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Podcasts für die Kanzlei – das können Sie auch!

Nicht erst seitdem Professor Christian Drosten seinen zum Coronavirus gestartet hat, erfreuen sich Podcasts großer Beliebtheit. Immer mehr Unternehmen entdecken Podcasts sowohl für die interne als auch externe Kommunikation. Auch Kanzleien nutzen das Medium mehr und mehr. Welche Vorteile mit dieser Kommunikationsbasis verbunden sind und worauf man bei der Produktion unbedingt achten sollte, weiß unsere heutige Gesprächspartnerin Doris Hammerschmidt, Autorin des Podcast-Buches.

Frau Hammerschmidt, was macht dieses Format eigentlich so besonders?

Da gibt’s meiner Ansicht nach zwei Hauptpunkte: Zunächst den psychischen Wirkmechanismus bei Audio, der dafür sorgt, dass die Inhalte „ins Ohr kriechen“ und dort auch nachhaltig wirken. Zweiter Punkt: Die Nutzung über Smartphones plus die Vielzahl an Podcast-Plattformen. Um beides etwas ausführlicher zu betrachten:

Die Kommunikationsform Audio – und nichts Anderes ist ein Podcast – hat als positives Element die Nahbarkeit, die intensive Bindung zum Hörer. Die meisten nutzen Podcast mit Kopfhörer, das Gehörte geht also direkt vom Ohr in den Kopf. Und da bleibt es auch länger als z.B. Gesehenes, also Video. Denn: Wenn wir Geschichten hören, sind wir kein passiver Empfänger, das Gehirn spielt mit. Und weil das Gehirn dabei so aktiv ist, bleiben diese Geschichten und Inhalte nachhaltig verankert. Voraussetzung ist allerdings eine möglichst emotionale Ansprache und leicht verständliche Inhalte. Denn was das Ohr bzw. das Gehirn nicht kann, ist: Stoppen, zurückblättern, noch mal lesen, wenn es etwas nicht verstanden hat.

Doris Hammerschmidt bei der Aufnahme eines Podcasts

Der zweite Punkt: Die massenhafte mobile Nutzung per Smartphone. Dank besserer Bandbreite können Audio-Inhalte schnell geladen oder gestreamt werden. Und: Für Audio brauche ich meine Augen nicht. Ich kann Podcasts nebenbei, in Wartesituationen oder bei anderen Tätigkeiten konsumieren – beim Joggen, Zugfahren, Bügeln oder auf dem Sofa lümmeln. Umfragen zufolge hören die meisten Nutzer Podcasts auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Weg nach Hause.

Ergänzend überbieten sich gerade unzählige Podcast-Plattformen, Streamingdienste oder Medienhäuser im Bemühen, Podcast-Fans an sich zu binden. Ob Apple Podcasts, Spotify, Google, Deezer, Podimo oder FYEO – alle trommeln für das Thema Podcasts. Überhören kann das im Moment wirklich niemand …

Bietet sich eigentlich jedes Thema an, um es in einem Podcast zu behandeln, oder sollte man komplexe Problemstellungen eher meiden?

Grundsätzlich sind alle Themen möglich, solange sie so präsentiert werden, dass Audio seine Stärken ausspielen kann (siehe oben). Das heißt:

Es muss etwas zu erzählen geben, das einen Mehrwert für die Zielgruppe hat. Und es sollte jemanden geben, der die Inhalte gut erzählt, unterhaltsam, mit Leidenschaft. Die Stimme ist hier das Entscheidende. Ist sie unangenehm oder hörbar gelangweilt, kann der Inhalt noch so toll sein, dann bringt ein Podcast nichts.

Audio eignet sich also eher für Hintergründe, Erzählungen, Erläuterungen, Einordnungen. Eher für das „Warum machen Menschen was?“ als für das „Was konkret ist zu tun?“

Konkret: Audio/Podcast eignet sich tatsächlich nicht für detaillierte und komplexe Inhalte mit haufenweise Zahlen, Daten oder kleinteiligen Informationen.

Denn, wie erwähnt, das Gehörte fließt linear vorbei. Was der Hörer nicht sofort kapiert, geht verloren. Dazu kommen noch ein paar handwerkliche Regeln, die bei Audio beachtet werden sollten, Stichwort „Schreiben für’s Sprechen“: Kurze Sätze, keine Passiv-Konstruktionen, nicht zu viele Fremdwörter, natürliche Sprechsprache eben.

Möchte eine Kanzlei z.B. über eine Gesetzesänderung oder die Auswirkungen eines Gerichtsurteils einen Podcast erstellen, ist es dann besser dies in Form eines Interviews, einer Reportage oder eines Experten-Talks aufzuziehen? Welche Darstellungsform eignet sich für welches Thema Ihrer Erfahrung nach am besten?

Da nehmen wir doch am besten ein konkretes Beispiel: Die vorübergehende Senkung der Umsatzsteuer im Zusammenhang mit Corona. Nicht empfehlen würde ich hier, den konkreten Inhalt der Gesetzesänderung in einem Podcast zu erklären, mit all seinen Paragrafen, Fristen, Prozentzahlen etc. Das ist klassischer Inhalt für den Newsletter oder den Mandantenbrief, damit sich jeder diese kleinteiligen Informationen in Ruhe durchlesen kann. Was vorstellbar wäre:

  • Interview mit Kanzleichef/in (oder auch Monolog, wenn gute/r Redner/in) über die Auswirkungen der Mehrwertsteuersenkung. Gibt es Besonderheiten für bestimmte Branchen, gibt es Fallstricke? Und natürlich: Welche Beratungsangebote bietet die Kanzlei, um eventuelle Schwierigkeiten zu beseitigen? Ein bisschen Eigenwerbung darf hier durchaus sein – der Podcast richtet sich ja in erster Linie an Mandanten und solche, die es werden könnten.
  • Wer es aufwändiger mag: Warum nicht ein Gespräch zwischen einem Kanzlei-Vertreter und Experten (Finanzexpert*in, Journalist*in, Verbandsvertreter*in) aufzeichnen. Das könnten Sie sogar als regelmäßiges Live-Event/Diskussion in der Kanzlei oder woanders mit Zuschauern vor Ort aufziehen und in Zweitverwertung als Podcast veröffentlichen. So verschaffen Sie sich über die konkrete Kanzleiarbeit hinaus Image, Kompetenz, Bekanntheit.
  • Wer besonders auffallen will: Haben Sie Mandanten, die was zu erzählen haben? Sei es, weil deren Unternehmen oder „Fall“ etwas Besonderes ist? Oder gibt es Best Practices, in denen Sie gemeinsam mit dem Mandanten ein echt kniffliges Ding gelöst haben? Soweit Sie darüber reden dürfen – warum nicht eine kleine „Heldenstory“ draus machen? Das wird aber vermutlich nur mit professioneller Unterstützung gehen.

Einen Punkt bitte nicht vergessen: Podcast, das ist Langstrecke statt Kurzstrecke; Strategie statt hektische Kommunikation. Podcast funktioniert nur dann richtig, wenn Sie Inhalte und Strategie für bestenfalls ein ganzes Jahr mitbringen, besser mehr. Je nach Personallage hieße das, Inhalte und Zeit für eine Podcast-Folge alle zwei Wochen oder mindestens monatlich aufzubringen. Denken Sie hier seriell, journalistisch, denken Sie als Medienmacher.

Welche Anforderungen sind an das Audio-Equipment zu stellen? Welche Hard- und Software sind unverzichtbar?

Das ist ein weites Feld. Verkürzt würde ich sagen: Es gibt eine Grundausstattung für rund 150 Euro, die ein einigermaßen gutes Mikro und einen Kopfhörer plus kostenlose Schnitt- und Produktionssoftware beinhaltet. Dazu sollten Sie rund 20 Euro im Monat für einen Hosting-Anbieter einplanen. Je mehr Ansprüche Sie an die Audio-Qualität haben, desto teurer wird es. Im Netz finden sich unzählige Technik-Tipps oder auch Seminare, Webinare zum Thema. Und natürlich Fachbücher zum Thema Podcasting wie meins. Ich würde auf jeden Fall dazu raten, sich mindestens für die Planung und Vorbereitung Podcast-Profis an die Hand zu holen. Die können den Kanzleien die wichtigsten Dinge beibringen, damit sie irgendwann völlig selbständig arbeiten können.

Wie sieht es mit Datenschutz und anderen Rechtsvorschriften im Podcast aus?

Auch das ist selbstverständlich nicht zu unterschätzen. Das geht mit der DSGVO los, die unbedingt zu beachten ist, wenn es eine website/Landing Page/Blog zum Podcast gibt. Dann gelten alle Regeln, die allgemein für websites gelten: Die Seite muss DSGVO-konform sein und unterliegt der Impressumspflicht nach § 5 TMG (Telemediengesetz).

Natürlich gilt es darauf zu achten, dass im Podcast keine strafrelevanten Inhalte vermittelt werden, es also zu keinen Beleidigungen, Aufrufen zu Gewalt, Rassenhass oder ähnlichen Tatbeständen kommt.

Interviewpartner sollten über Umfang, Zweck, Veröffentlichung des Podcasts genau unterrichtet werden. Im Zweifelsfall ist eine schriftliche Vereinbarung hilfreich.

Ein wichtiges Thema ist Musik, aber das dürfte Kanzleien klar sein. Entweder Sie nutzen GEMA-freie Musik, die Sie entsprechend bei Musikportalen lizenzieren. Sie können inzwischen aber auch „Money, Money, Money“ von ABBA für Ihren Kanzlei-Podcast verwenden – es gibt mittlerweile eine einigermaßen nachvollziehbare und bezahlbare Lizenz-Regelung der GEMA für Podcaster:

https://online.gema.de/lipo/podcast

Wie kommt der Podcast zu den Hörern?

Hier würde ich empfehlen, über einen Hosting-Anbieter zu gehen. Dort werden die Audio-Dateien zentral gespeichert, mit allen wichtigen Daten und Beschreibungen versehen und an die entsprechenden Plattformen ausgesendet. Bei manchen Plattformen wie Apple Podcasts oder Google Podcasts muss der Podcast am Anfang einmal händisch angemeldet werden, bei anderen geht das automatisch, z.B. beim Streamingdienst Spotify. Die „Adresse“ des Podcast, der RSS-Feed, sorgt dann auch noch dafür, dass auch sämtliche Podcatcher den Podcast finden, also Apps, mit denen die Nutzer den Podcast mit dem Smartphone nutzen. Letztendlich sollte man auch youtube nicht vergessen, dort den Podcast einfach mit einem Standbild hochladen.

Die bekanntesten Hosting-Anbieter in Deutschland sind: Podigee, podcaster.de, stationista.de

Hätten Sie noch ein paar Best Practices von Podcasts rund um Steuern/Juristisches, die das vorbildlich machen?

Da wäre natürlich als Allererstes die „Mutter aller Podcasts für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte“ zu nennen, die „Hörbar Steuern“ von DATEV. Aktuelle Themen, in der jüngsten Zeit meist Corona-bezogen, unterhaltsam und informativ aufbereitet.

Professionell gemacht ist auch die „Rechtsbelehrung“ – ein klassisches Moderations-Duo aus einem Rundfunk-Profi und einem Rechtsanwalt – manchmal auch mit Gästen.

Der Podcast „Meisterkanzlei“ ist ebenfalls ein klassischer Interview-Podcast, in dem sich zwei Steuerberater über aktuelle Themen, Software, Beratungschancen, Corona oder Social Media Marketing unterhalten.

Im Bereich Juristisches/Recht ist der Podcast „Ist das gerecht?“ von detektor.fm hörenswert. Ebenfalls ein Interview-Podcast über diverse Meta-Themen aus dem Alltag eines Rechtsanwalts, von Schweigepflicht über Influencer bis zu „Mundschutz vor Gericht“.

Frau Hammerschmidt, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Hammerschmidt
Das Podcast-Buch
2020, rund 200 Seiten
Softcover € 39,95
Haufe ISBN 978-3-648-13880-9

Interviewpartnerin: Doris Hammerschmidt

Neuer Podcast für Juristen

Köln – 3. Juni 2020: Der Verlag Dr. Otto Schmidt bietet einen neuen Podcast mit aktuellen Informationen für Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

Unter dem Titel „Otto Schmidt live – Der Podcast“ werden ab sofort Autorinnen und Autoren des Hauses neueste Urteile, wichtige Gesetze und Rechtsfragen zum Hören kommentieren. Den Start macht Dr. Jens Eckhardt, Fachanwalt für IT-Recht, Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB, Düsseldorf, mit einer Serie rund um das Datenschutzrecht. Es sind wöchentlich neue Beiträge geplant.

Damit werden juristische Inhalte einmal mehr über mobile Endgeräte nutzbar. Die verschiedenen Otto Schmidt Apps mit Zeitschriften-Inhalten, aktuellen News oder Seminar-Unterlagen bieten den Kunden des Verlages schon lange praktischen Zugriff auf ihre Fachmedien und Informationen von überall aus.

„Im Otto Schmidt Podcast sprechen unsere Expertinnen und Experten, deren Meinung Gewicht hat. Neue Gesetze und Urteile werden wir sofort aufgreifen und ihre Statements dazu schnellstens zum Hören veröffentlichen“ erklärt Frau Dr. Sigrid Mulas, Bereichsleiterin Seminare und Veranstaltungen des Otto Schmidt Verlags.

Die Beiträge können über diverse Podcast-Anbieter wie zum Beispiel spotify gehört werden.