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Rechtschutz

Umsatzsteigerung in der kleinen Steuerkanzlei

Gerade Steuerberater, die sich auf Steuererklärungen und kleinere Jahresabschlüsse konzentrieren, mussten häufig in den letzten Jahren bemerken, dass es immer schwieriger wird, notwendige Honoraranpassungen bei den Mandanten durchzusetzen.

Dienstleistung auf Mandanten zuschneiden

Als effektive Möglichkeit zur Umsatzsteigerung bietet es sich an, Dienstleistungen abgestuft anzubieten, um so individuell auf Mandanten und ihre Bedürfnisse eingehen zu können.

Um dem Mandanten eine Wahlmöglichkeit zu geben, sind Basisleistungen und Zusatzleistungen möglich; sozusagen: Basis – Komfort – Premium. Der Mandant kann aus verschiedenen Bausteinen ein für sich zugeschnittenes Paket wählen. Damit entscheidet er sich für das, was er braucht und zahlt nur, was er in Anspruch nimmt. Eine gerechtere Abrechnung ist möglich, da die einzelnen Bausteine unterschiedlich bepreist werden können. Eng verknüpft mit der Hauptdienstleistung (z.B. Erstellung der Buchhaltung) ist auch eine Serviceleistung (z.B. Abholen der Buchhaltung, Scannen von Belegen, Archivierung etc.). Die Hauptdienstleistung kann oft durch den Mandanten qualitativ gar nicht richtig eingeschätzt werden, die Nebenleistung (der Service) aber wird wahrgenommen.

Honorargestaltung

Es ist wichtig, dass dem angebotenen Zusatz-Service ein angemessenes Honorar gegenübersteht. Schließlich ist es nicht sinnvoll, Mitarbeiter mit Aufgaben zu binden, die nicht kostendeckend sind. Hier ist genau auszuwählen, welche Zusatzleistungen die Kanzlei anbieten kann und möchte, denn nicht alles, was im ersten Moment sinnvoll aussieht und gut klingt, hält auch einer kritischen Begutachtung stand. Anschließend können ansprechende Pakete für den Mandanten geschnürt werden.

Zusatz-Service zur  Mandantenbindung

Statistiken belegen, dass Mandanten schneller wechseln, wenn sie feststellen, dass Servicebereitschaft nicht vorhanden ist. Unhöfliche Mitarbeiter, nicht verständliche Erläuterungen, Fachchinesisch etc. – nur einige Gründe, wieso Mandanten den Steuerberater wechseln. Zwar mag die Buchhaltung bis auf den letzten Cent abgestimmt und fehlerfrei sein, wenn der Rahmen nicht stimmt, wird der Mandant grundsätzlich eher wechselwillig sein als ein Mandant, der zufrieden ist mit „seinem“ Steuerberater.

Forderungsmanagement für Mandanten übernehmen als Zusatzdienstleistung

Zeitnahes Forderungsmanagement ist ein wesentlicher Beitrag zur Liquidität. Jedoch gehören Rechnungsschreibung oder Mahnwesen oft zu den Aufgaben, zu denen Unternehmer „keine Zeit“ finden, wenn sie operativ tätig sind. Gerade z.B. in Handwerksbetrieben, in denen der Chef selbst aktiv an Aufträgen mitarbeitet, fehlt oft die Zeit für die lästige Büroarbeit. So geraten Unternehmen schnell und völlig unnötig in Schieflagen. Das Forderungsmanagement, von der Rechnungsschreibung bis zur Mahnung, könnte als Zusatzdienstleistung angeboten werden.

Wie diese Dienstleistung dann genau ausgestaltet werden kann, sollte in einem internen Workshop in der Kanzlei besprochen werden.

Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung aus dem Buch „Leitfaden für die kleine Kanzlei“. In diesem zeigt Heide Schwing nicht nur auf, wie Dienstleistungen sinnvoll auf Mandanten zugeschnitten werden können oder ein Vermarktungskonzept für Steuerkanzleien aussehen kann, sondern unterstützt auch bei der Einrichtung eines Qualitätsmanagementsystems und hilft, eventuelle Schwachstellen zu entdecken und zu beheben. Ausführungen zur Honorargestaltung, Office-Management, Leistungserfassung und Personalthemen runden das Thema ab und machen aus dem Werk ein wirkungsvolles und praktisch einsetzbares Werkzeug für Steuerberater.

Schwing
Leitfaden für die kleine Kanzlei
Handbuch
2020, XII, 223 Seiten
Softcover € 54,90
NWB Verlag ISBN 978-3-482-67641-3

Autorin:

Heide Schwing, Dipl. Betriebswirtin (FH) ist Steuerberaterin und Fachberaterin für Controlling und Finanzen (DStV e.V.). Sie ist Inhaberin der Kanzlei Schwing Steuerberatung.

STAR-Umfrage: Neue Zahlen für den Anwaltsmarkt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Statistische Berichtssystem für Rechtsanwälte (STAR) hat seinen Bericht zum Wirtschaftsjahr 2016 veröffentlicht. Erste Ergebnisse finden Sie in den BRAK Mitteilungen.

Die gute Nachricht: Die Mehrzahl der befragten 24.304 Berufsträger sind mit ihrer beruflichen und wirtschaftlichen Lage zufrieden.

Die schlechte Nachricht: Auch bei Anwälten gibt es eklatante Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern. Anwältinnen erwirtschafteten einen durchschnittlichen Honorarumsatz von 175.000 Euro und einen Gewinn von 88.000 Euro, die männlichen Kollegen dagegen einen Umsatz von 259.000 Euro und einen Gewinn von 145.000 Euro. Und auch in der Anwaltschaft gibt es noch ein Gefälle zwischen Ost und West, in den ostdeutschen Kanzleien wird im Durchschnitt weniger verdient als in den westdeutschen.

Auffällig ist, dass neben Standort und Kanzleigröße die Spezialisierung der beste Umsatztreiber ist. Insgesamt eine interessante Lektüre, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen!

Mit den besten Grüßen für ein sonniges Wochenende

RA Katharina Nitsch

Mehr Infos zum Gehalt von Anwälten finden Sie hier.

 

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